TEST: Teufel Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer Mute BT mit aktivem Noise Cancelling

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Für exakt 199,99 EUR offeriert Teufel den beliebten geschlossenen Kopfhörer Mute mit aktiver Geräuschunterdrückung nun auch als Mute BT mit Bluetooth-Funktion. Wer denkt, dass die Kombination aus aktivem, adaptivem Noise Cancelling und kabelloser Signalübertragung den einfach wechselbaren Akku schnell leersaugt, sieht sich auf das Angenehmste überrascht: 28 Stunden Laufzeit bringt der Mute BT mit, das ist ein absoluter Bestwert.

Das kabellose Audio-Streaming wird mittels Bluetooth 4.0 inklusive aptX realisiert. Eine solide Klangqualität mit ansprechendem Bassbereich ist die Folge der 40 mm „Linear-HD-Treiber“ mit Neodym-Magneten. Wie auch der kabelgebundene Mute verfügt auch der Mute BT über eine eingebaute Freisprecheinrichtung.

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Schicke, flache Transportbox

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Innenleben mit Mute

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Zubehör

Im Lieferumfang sind Transportbox, USB-Ladekabel, Anschlusskabel (für den kabelgebundenen Einsatz) sowie ein Flugzeug-Adapter enthalten. Das Zubehör ist in der gut verarbeiteten Transportbox bestens in einem eingearbeiteten Täschchen untergebracht. Die Transportbox hat den Vorteil, dass sie extrem flach ist und sich daher auch gut z.B. in der Notebook-Tasche verstauen lässt. 

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Akku leicht wechselbar

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Verstellmechanismus fürs Kopfband

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Angenehme Polsterung der Ohrmuscheln. Die Geruchsintensität ist etwas hoch. Die rote Symbolik/Beschriftung (Off/BT/Noise Cancelling) ist kaum zu erkennen

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Bedienelemente

Wie wir bereits beim kabelgebundenen Mute kritisiert haben, wirkt die Materialqualität auch beim Mute BT nicht gänzlich überzeugend. Auch die relativ starke Geruchsentwicklung von der Ohrmuschel-Polsterung zeigt leichte Defizite auf. Der Verstellmechanismus fürs Kopfband ist leichtgängig, er arbeitet schon beinahe etwas zu leicht. Die Rasterung könnte durchaus noch etwas deutlicher ausfallen. Der Druckpunkt der Bedienelemente (Play, Pause, Titelsprung, Lautstärke, Rufannahme) ist nur durchschnittlich präzise.

Vom Design her ist von Teufels sonst überall vorhandenen Einfallsreichtum wenig zu spüren. Der Mute BT tritt klassisch-konservativ auf, was bei der Klientel (Frequent Traveller, Business-People) allerdings kein Fehler sein dürfte. Mit einem progressiv gestalteten Kopfhörer wie dem Turn wäre bei der Zielgruppe des Mute BT vermutlich kein großer Erfolg zu erzielen. Mehr Hochwertigkeit beim Material hingegen, z.B. Edelstahl- oder Leder-Applikationen, würden dem Mute BT durchaus mehr Glaubwürdigkeit verleihen. Dann allerdings, das ist auch uns klar, wäre der Preis von knapp 200 EUR nicht mehr zu halten. 

Klang

Das Noise Cancelling hat uns schon beim kabelgebundenen Mute überzeugt. Daher verwundert es kaum, dass auch der Mute Bluetooth Umgebungsgeräusche effektiv vom Hörer abschottet. Das adaptive, aktive Noise Cancelling arbeitet automatisch und kann vom Anwender nicht durch verschiedene Einstellungen beeinflusst werden. 

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Rote statt graue Applikationen außen an den Ohrmuscheln: Der kabelgebundene Mute, derzeit für knapp 130 EUR zu haben

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Per App einstellbare Ausprägung des Noise Cancellings beim JBL Reflect Aware

Verschiedene Modi finden sich z.B. bei Sony, genauer gesagt beim mit 399 EUR auch doppelt so teuren MDR-X1000 . JBL offeriert beim kabelgebundenen In-Ear-Hörer Reflect Aware eine per App einstellbare Intensität des Noise Cancellings. Solche Features fehlen beim Mute BT. Zusammen mit den Ohrmuscheln, die ebenfalls sehr gut störende Außengeräusche vom Träger des Kopfhörers fernhalten, wird aber auf jeden Fall eine tadellose Performance an den Tag gelegt. Nicht nur im Flugzeug, auch wenn im Zimmer z.B. in normaler Lautstärke Musik läuft und man setzt den Mute auf und hört mit diesem, wird die Musik recht gut ausgeblendet, ebenso andere Geräusche im Raum. Hier, das zeigt uns auch der Mute BT, befindet sich Teufel auf einem Level, der sich vor keinem Konkurrenten verstecken muss.

Bose-QuietComfort-QC35-4Aktives Noise Cancelling der Spitzenklasse, toller, harmonischer Klang – aber mt knapp 380 EUR sehr teuer: Bose QC 35

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250 EUR Marktpreis, klassisch-schick, nachdrücklicher Bass – insgesamt immer noch eine gute Performance: Denon AH-GC20, schon seit 2015 im Handel

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High-Tech-Bombe für knapp 400 EUR: MDR-X1000 von Sony

Sicherlich, im Detail arbeitet z.B. der Bose QC 35 noch effektiver und schottet den Träger nahezu optimal ab. Man darf aber nie vergessen: Der Teufel kommt auf knapp 200, der Bose auf knapp 380 EUR. Und: Ebenfalls gute Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling und Bluetooth, wie der Denon AH-GC20, der aktuell für gut 250 EUR gehandelt wird, sind teurer, aber nicht besser als Teufels ausgezeichneter Mute. Dass der Hörer auch noch enorm komfortabel auf dem Kopf sitzt, spricht ebenfalls für den Mute. Hier wird beinahe ein Tragekomfort wie beim Bose QC35 erreicht, nur dass die Ohrpolster des Teufel eine etwas beißende Geruchsentwicklung an den Tag legen, überzeugt nicht ganz.

Ansonsten nur Lob: Das Material ist nicht zu schweißtreibend, es fühlt sich recht angenehm auf dem Ohr an, und der ganze Hörer sitzt genau richtig: Er drückt nicht unangenehm auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber denkt man auch nicht, er fiele bei jeder Bewegung gleich vom Kopf. Die Polsterung des Kopfbandes wirkt zwar recht billig und einfach, in der Praxis aber gibt es keine Beanstandungen. Interessanterweise müssen wir, ebenso wie auch beim Bose QC 35, leichte Kritik an der Stabilität der Bluetooth-Verbindung üben. Anders als beim Bose, bei dem es selten ca. 1 bis 2 Sekunden dauernde Aussetzer gab, kommt es beim Mute Bluetooth-Hörer, ebenfalls selten, zu akustischen Artefakten, die ebenfalls ca. 1 bis 2 Sekunden andauern. Das haben wir z.B. beim Denon AH-GC20 nie feststellen können, auch in mehreren Stunden des Betriebs kam es nicht zu Störungen oder Aussetzern. Nochmals zum Mute BT.

Wer nun denkt, dies hätte vielleicht damit zu tun, dass wir uns mit dem Mute BT auf dem Kopf zu weit vom wiedergebenden Smartphone entfernt hätten – keinesfalls. Unser Apple iPhone 7 Plus lag direkt neben uns. Wenn man sich vom Mute BT entfernt, kann man praktisch durchs ganze Haus laufen, ohne dass die Verbindung unterbrochen wird. Und man kann auch prima telefonieren, denn die eingebaute Freisprecheinrichtung gefällt wie beim normalen, kabelgebundenen Mute mit ihrer tadellosen Qualität. Derjenige, der mit dem Mute BT auf dem Kopf telefoniert, und auch der Gesprächspartner können sich klar und deutlich, ohne störendes Rauschen, unterhalten. 

Nun lauschen wir in verschiedene Stücke von Andrea Bocelli hinein und starten mit „L’Attesa“. Gleich etwas Kritik: Der erzielbare Maximalpegel reicht zugegebenermaßen für die meisten Anwendungen aus, könnte aber doch ein Stück höher liegen. Maßstäbe setzt der Mute BT beim Thema maximal mögliche Lautstärke nicht. Sehr gut hingegen gefällt uns die gebotene Räumlichkeit, die sehr ehrlich, authentisch erscheint. Der Mute BT spielt sehr angenehm auf, gleichzeitig aber mit einer beachtlich guten Auflösung. Sicherlich fehlt das letzte Detail, aber eine optimale Detaillierung kann man für einen Kaufpreis von rund 200 EUR schlichtweg nicht erwarten. Gut sind die Konturen der Instrumente dargestellt, die Stimme wird zwar, wie es sich gehört, fokussiert, aber der Mute BT „drückt“ die Instrumente keinesfalls unpassend in den Hintergrund.

Bei „Cocorvado“, hier singt Andrea im Duett mit Nelly Furtado, zeigt uns der Move BT, dass er sehr gut auch mit sensiblerem Material umgehen kann. Beide Stimmen arbeitet er glaubwürdig heraus, auch Nelly klingt offen, frei und klar. Das typische Phänomen, dass der Hochtonbereich trotz allem etwas belegt ist, können wir erfreulicherweise beim Mute BT nicht feststellen. Auch das Saxophon stellt er natürlich dar, er versteht es sehr gut, die verschiedenen musikalischen Ebenen gekonnt herauszustellen.

Das melancholische Stück „Love In Portofino“ liegt dem Berliner Headphone ebenfalls. Er bietet ein kultiviertes, komplettes Klangbild – von wegen „Rocker-Image“ bei Teufel. Die Sound-Experten stellen sich gern wild und fetzig dar – und bauen dann einen Kopfhörer wie den Mute BT, der auch reifere Hörer, die gern Klassik oder Jazz hören, glücklich machen wird. Das bewundern wir – wie souverän der Mute BT auch die Streicher-Passagen herausarbeitet. Keine Spur von oberflächlicher, nachlässig detaillierter Präsentation: Der Teufel-Kopfhörer nimmt seinen Job hier sehr ernst. 

Nun wenden wir uns verschiedenen Titel-Melodien aus James Bond 007-Filmen zu. Dass der Maximalpegel nicht ganz so üppig ausfällt, bemerken wir beim sehr dynamischen Track „A View To A Kill“ von Duran Duran. Da könnten „oben herum“ noch etwas mehr gehen. Ansonsten überzeugt wieder, wie klar und homogen der Mute BT auch dieses von der Qualität her nur befriedigende Quellmaterial darstellt. Das Muffige, Blecherne, das man hier oft im Hochtonbereich heraushört, eliminiert der Mute BT praktisch völlig. Es kommt zu keinen störenden akustischen Unvollkommenheiten, es ist beeindruckend, was für einen dynamischen und gleichzeitig kultivierten Klang der Mute BT hier ermöglicht.

Bei Sheena Eastons „For Your Eyes Only“ lässt der Mute BT wieder seine sensible Seite an die Oberfläche kommen: Sehr gut modelliert er auch kleine Einzelheiten heraus, wird es dann richtig emotional und dementsprechend dynamisch, ist er sofort mit untadeliger Impulstreue zur Stelle. Die Stimme von Sheena klingt charismatisch und überzeugt durch ansprechend gestaltete Strukturen.

Besonders gut gefällt uns Shirley Basseys „Moonraker“. Hier legt der Mute BT eine enorme Emotionalität an den Tag, die sich in einer räumlich hervorragenden und zugleich äußerst lebendige Wiedergabe niederschlägt. Sehr gut eignet sich der Berliner Kopfhörer daher, wie wir schon weiter oben erwähnt haben, für den Hörer mit gewissem Anspruch. Wenn Shirley ihre charakteristische Stimme erhebt, bleibt der Mute BT gelassen und gibt sie ohne Einschränkungen wieder. Das Auflösungsvermögen fällt ein weiteres Mal positiv auf. Hier macht dem Mute BT keiner etwas vor, selbst teurere Modelle wie der schon erwähnte Denon AH-GC20 müssen dem Mute BT hier den Vortritt lassen. Erst der Bose QC 35 kann sich absetzen, er setzt mit seiner akustischen Auslegung derzeit die Maßstäbe, was man für 379 EUR aber auch schlichtweg erwarten kann. 

Nun geht es Club- und Dance-mäßig voran. Und der Mute BT macht auch bei „Project Euro Mir“ von Damon Paul einen guten Eindruck. Dynamisch und mit klar erkennbaren Konturen gibt er den Track wieder und bahnt sich auch mit seinem präzisen Bass den Weg an die Klassenspitze. Der Bass hat kein übertrieben großes Volumen, trifft aber exakt den richtigen Punkt und „hängt“ nicht nach. Dynamische Wechsel setzt der Mute BT präzise um. Seine Impulstreue kann auch diesmal überzeugen.

„Take It Slow“ von Monogem zeigt die Grenzen des Mute BT dann auf. Sehr gut gelingen der Auftakt des Songs und auch die Stimmwiedergabe, dann, als der Part mit dem satten Bass beginnt, wünscht man sich etwas mehr Wucht und Tiefgang. Aber, großes Lob: Während andere Kopfhörer bei diesem Song gnadenlos verzerren, sind keinerlei Verzerrungen beim Mute BT herauszuhören. Das ist wirklich hervorragend – die große Souveränität, die den Mute BT auszeichnet, verlässt ihn auch in Extremsituationen nicht.

„Tell It To My Heart“ von Filatov & Karas klingt im positiven Sinn entspannt und gelassen. Klar, lebendig, und wieder – wir wiederholen uns, das ist uns sehr wohl bewusst – enorm souverän, sorgt der Mute BT für enorme Hörfreude. Sicher, manche möchten vielleicht ein noch prägnanteres Spiel, mehr „Punch“ – wer aber so denkt, hat das Konzept des Mute BT nicht ganz verstanden – dieses Konzept sieht nämlich vor, dass der Klang des Berliner Kopfhörers auch nach Stunden des Hörens während einem Interkontinental-Flug noch nicht störend wird. 

Fazit

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Darauf haben viele Teufel-Fans gewartet – nun gibt es den Mute auch als Mute BT mit Bluetooth. Mit knapp 200 EUR fällt der Kaufpreis sehr moderat und fair aus. Die Performance ist in Anbetracht des investierten Geldes sehr zu loben. Der Mute klingt enorm kultiviert und klar, überdies gibt er Stimmen gekonnt wieder und generiert eine natürliche Räumlichkeit. Er ist äußerst bequem und beeindruckt mit seiner enorm hohen Akkulaufzeit. 28 Stunden sind wahrhaftig ein Wort. Vorteilhaft ist auch, dass der Akku einfach ausgetauscht werden kann. Die schicke und zugleich hochwertige Transportbox ist zu loben, natürlich lässt sich der Mute BT auch mit Kabel betreiben – z.B., wenn man im Flugzeug auf das Bordentertainment zurückgreifen möchte. Gut gefällt uns auch die eingebaute Freisprecheinrichtung. Einige Kritikpunkte finden sich auch. Die Materialqualität ist nur durchschnittlich, und der Druckpunkt der Bedienelemente an der Ohrmuschel ist nicht der beste. Der erzielbare Maximalpegel geht in Ordnung, setzt jedoch keine Maßstäbe. 

Preisgünstiger und leistungsfähiger Bluetooth-Kopfhörer mit wirkungsvollem aktiven Noise Cancelling
ueberragend
Bluetooth-Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling Mittelklasse
Test 24. Januar 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. Januar 2017




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