TEST: JBL Reflect Aware In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling und Lightning-Anschluss

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Der In-Ear-Kopfhörer JBL Reflect Aware für 199 EUR bietet modernste Ausstattung inklusive aktivem, adaptivem Noise Cancelling und die Möglichkeit, den hochwertig verarbeiteten Kopfhörer auch bei sportlichen Aktivitäten zu verwenden.

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Lightning-Anschluss für Apple-Devices

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Sehr guter Sitz im Ohr

Der Reflect Aware ist aufgrund seines Lightning-Anschlusses ausschließlich für Apples iPhone konzipiert und eignet sich insbesondere für das aktuelle iPhone 7, das keinen konventionellen 3,5 mm Kopfhörerausgang mehr hat. Kleines Faktum, das zu bedenken ist: Da der Reflect Aware seinen Strom fürs adaptive Noise Cancelling über Lightning vom Akku des iPhones bezieht, ist dieser etwas zügiger leer. Und – an die Adresse von Apple gerichtet: Früher konnte man das iPhone aufladen und gleichzeitig per 3,5 mm Kopfhörerbuchse Musik hören – das geht leider nun nicht mehr. 

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Strom bezieht das adaptive Noise Cancelling des Reflect Aware direkt vom iPhone
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Ins Kabel integrierte Fernbedienung mit tadelloser Freisprecheinrichtung 

Der JBL Reflect Aware verfügt über ins robuste Kabel integrierte Fernbedienung mit Mikrofon sowie eingebaute Freisprecheinrichtung. Deren Klang ist als gut zu umschreiben. Man versteht den Gesprächsteilnehmer tadellos, es kommt zu nur geringer Rauschneigung. Der Gesprächsteilnehmer am anderen Ende der Leitung beschwert sich auch nicht, sondern lobt die gute Verständlichkeit und die geringe Neigung zum Rauschen. Man merkt daher insgesamt schon, dass Harman, in diesem Fall die Konzernmarke JBL, große Erfahrung mitbringt, wenn es um die Integration von Freisprecheinrichtungen und ähnlichem geht. 

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Sport-Kopfhörer aus Schweiß-resistentem Material

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Mitgelieferter Tragebeutel

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Ohr-Passstücke in drei Größen

Die schon eingangs erwähnte Geräuschunterdrückung ist im Übrigen per App anpassbar, entweder frei vom User oder in drei von JBL vorgegebenen Stufen. Einen Akku hat der Reflect Aware trotz Active Noise Cancelling nicht. Strom bezieht er vom iPhone/iPad über den Lightning-Port. Akustisch soll der Reflect Aware durch „JBL Signature Sound“ punkten. Laut JBL wird dadurch eine authentische, lebendige Wiedergabe erzielt. Mittels der App kann man ferner nicht nur auf vorgefertige DSP-EQ-Programme zugreifen, sondern auch selbst eigene EQ-Justagen durchführen und die gefundenen Set-Ups als Presets speichern. Das ist ungemein praktisch. Frequenzen von 10 Hz bis 22 kHz gibt der Reflect Aware wieder, die ergonomischen Ohrpassstücke sind in drei mitgelieferten Größen verfügbar. Ferner im Lieferumfang befindet sich ein Transportbeutel. Die laut JBL „reflektiven“ Kabel sind ein weiteres Kennzeichen des Reflect Aware. Ins Kabel ist auch eine Fernbedienung eingearbeitet. Die Ohrstücke sind schweißabweisend, wichtig für den Einsatz beim sportlichen Aktivitäten. 

Wir haben einige Screenshots der App angefertigt:

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Eigene App für JBL Headphones

JBL Reflect Aware App 2

Hinweis zur Verwendung der App

JBL Reflect Aware App 3

„Ambient Awareness“ in drei Stufen schaltbar

Die „Ambient Awareness“  (Intenstität des Noise Cancellings, sehr praktisch) ist in drei Schritten einstellbar. Der User kann auch individuell die L/R_Positionen  nach unten (schwächer) oder nach oben (stärker) verschieben. 

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Der User kann selbst eine Justage erstellen und diese speichern

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Verschiedene EQ-Modi und „Custom“ User-Settings

Die App bietet im Gegensatz zu manch anderer Kopfhörer-App sogar einen gewissen Sinn, indem der Anwender nicht nur die Intensität des Noise Cancellings steuern, sondern auch eigene EQ-Settings erstellen kann. 

Klang

Je nach Stellung der „Ambient Awareness“ bekommt man entweder noch einiges, kaum noch etwas oder fast gar nichts mehr von den Außengeräuschen mit. Die adaptive Geräuschunterdrückung arbeitet demnach gut. Es gibt aber Arten von Geräuschen, die selbst in der Schalterstellung „High“ noch hörbar sind. Aufgrund der Filterung, die auch bei anderen Devices nie alle Frequenzen erfasst, gibt es immer vereinzelt Teile von Geräuschen, die durchgelassen werden.

Insgesamt verdient sich das Noise Cancelling die Note gut bis sehr gut, auf jeden Fall prima für einen In-Ear-Hörer. Zu erwähnen ist noch, dass sich der Anwender keinesfalls an die von JBL vorgegebenen Steps halten muss. Man kann schlicht durch Verschieben der „L“ und „R“ Buttons mit dem Finger auf dem Touchscreen des iPhones den gewünschten Grad des adaptiven Noise Cancellings selber fein tunen – das bietet kaum ein anderer Kopfhörer.

Eine weibliche Stimme meldet übrigens auf Wunsch (kann deaktiviert werden in den App-Settings, „Enable Voice Prompt“ muss abgeschaltet sein, dann ist keine Stimme zu hören).

Akustisch präsentiert sich der Reflect Aware in der Grundstellung – also alle EQ-Regler auf mittiger Position beziehungsweise kein vorgefertigtes EQ-Setting aktiv – als überraschend neutral. Daher kann man den Sound recht überzeugend anpassen. Der erzielbare maximale Pegel geht in Ordnung – im Sinne der Gesundheit des Gehörs sollte man hier auch nicht übertreiben. Objektiv muss man aber feststellen, dass wir schon Headphones von JBL getestet haben, die deutlich mehr an Pegel zuwege gebracht haben. 

Mit eigenem EQ-Setting ist der Klang beim Trance-Klassiker „Final Fantasy“ von Extreme Trax (auf dem legendären Bonzai Label erschienen) ausgesprochen gelungen. Vor allem die Klarheit überzeugt, aber auch der harte, treffsichere Bass kann punkten. Enorm zu loben ist der Tragekomfort. Der JBL Reflect Aware sitzt sehr bequem, drückt nicht unangenehm, fällt aber, wie es sich für einen Sportkopfhörer gehört, auch bei regen Schütteln des Kopfes nicht aus dem Ohr. Und so ein Titel wie „Final Fantasy“ spornt natürlich bei sportlicher Aktivität enorm an – die dynamischen Unterschiede bringt der JBL In-Ear-Hörer sehr gut zur Geltung. Die ruhigeren Parts, als sich die akustischen Linien nach und nach aufbauen, gibt der Reflect Aware ebenfalls gekonnt wieder. 

Wir hören von Spotify „Poison 2K11“ im THK Radio-Edit von General Base. Auch hier manifestieren sich unsere Eindrücke. Im neutralen EQ-Setup ist der Klang ausgewogen, schon recht lebendig, wenn man dann das eigene Setup mit etwas optimiertem Bass und einer freien Hochtonwiedergabe aktiviert, kommen die Differenzen akkurat heraus. Die Akustik wirkt nun mitreißender, kraftvoller, ohne unschön zu verbiegen. Voraussetzung ist natürlich ein moderater Umgang mit dem Reglern des grafischen EQs. Der harte Bass des Dance 2 Trance Klassikers „The Power Of American Natives“ bringt die tieffrequenten Fähigkeiten des JBL Reflect Aware sehr gut heraus. Hier sind die Verzerrungen selbst bei bassorientiert ausgerichtetem EQ-Regler und erhöhtem Pegel nicht besonders groß. Die Belastbarkeit des Schallwandler-Systems im In-Ear-Hörer kann demnach überzeugen. 

Wie agiert der JBL bei anderen Musikstilen? Wir starten mit Celine Dions „Think Twice“ und stellen fest, dass der Reflect Aware die Stimme Celines sehr gut ins akustische Gesamtgefüge zu integrieren weiß. Man kann auch bei solchen ruhigeren Love-Songs, um das Fundament positiv zu beeinflussen, den Bass leicht boosten, ohne dass die tieffrequenten Klanganteile andere akustische Elemente unpassend verdecken. Das Noise Cancelling tut sein Übriges dazu: Man kann mit dem bequem sitzenden JBL-Hörer in aller Ruhe dem zuvor per EQ optimierten Song lauschen. Auch der klangliche Background wird ordentlich vom Reflect Aware herausgearbeitet.

Bei allen Feststellungen, dass sich der JBL in der EQ-Neutralstellung recht natürlich anhört, muss doch gesagt werden: Der Reflect Aware ist nicht optimal für den analytischen Hörer geeignet, sondern richtet sich an denjenigen Anwender, der gern mittels eigener EQ-Settings einen intensiven, kraftvollen Klang erzielen möchte. Enorme Detaillierung kleiner musikalischer Details wird nicht geboten. Der Reflect Aware schneidet hier keinesfalls schlecht ab, aber wer die Kontur sämtlicher akustischen Elemente, auch die hinterer Ebenen, genau hören möchte, landet mit dem Reflect Aware nicht den gewünschten Volltreffer. Sehr wohl aber der Erlebnishörer, der vielleicht auch noch Sport-Freak ist und Wert auf eine gelungene adaptive Geräuschunterdrückung legt.

Der kann sich bei Eros Ramazzottis „L’Aurora“ an der lebendigen, kräftigen, mitreißenden Wiedergabe erfreuen. Wir haben eben geschrieben, dass der JBL sehr wohl in den vorderen musikalischen Ebenen Details hervorheben kann – die Stimme von Eros gibt ein gutes Beispiel dafür ab. Sie klingt angenehm, gleichzeitig authentisch, und der räumliche Aufbau gibt keinen Anlass zur Klage,

Wenden wir uns verschiedenen Titelsongs von James Bond 007-Filmen zu. „Nobody Does It Better“ aus dem 007-Movie „Der Spion, Der Mich Liebte“ liegt dem Reflect Aware durchaus. Klar und fundiert, mit einer guten Trennung von Stimmen und Instrumenten, macht er sich ans akustische Werk. Der Bass weist eine tadellose Impulstreue auf, die Streicher sind ordentlich zu hören, hier schafft es der Reflect Aware sogar, einige feinere Konturen herauszustellen.

„The World Is Not Enough“ von Garbage aus dem gleichnamigen Bond-Film entwickelt von Beginn an viel Energie und Ausdruckskraft. Im Detail müssen wir hier allerdings feststellen, dass die Schärfe der vokalen Konturen noch etwas „nachgewürzt“ werden könnte. Sehr gut gefällt uns „Moonraker“, gesungen von Shirley Bassey. Hier schafft es der Reflect Aware, eine gelungene Atmosphäre zu schaffen, mit solidem Unterbau die tiefen und tieferen Frequenzen betreffend, und einer recht dynamischen, den Zuhörer durchaus fesselnden Stimmwiedergabe. 

Fazit

JBL Reflect Aware 3

Guter Klang, üppige Ausstattung

JBL Reflect Aware 4

Speziell für Apple-Devices

Der JBL In-Ear-Kopfhörer Reflect Aware ist mit rund 200 EUR fair kalkuliert, denn für diesen Preis bekommt man einen gut verarbeiteten Sport-Kopfhörer mit hochwertiger Materialqualität, der durch seinen ausgezeichneten Ausstattungsumfang viele Punkte sammeln kann. So ist das adaptive Noise Cancelling lobend zu erwähnen, das sehr gut abgestimmte Steps anbietet. So kann man schon mit den den drei ab Werk eingestellten Steps gut bestimmen, wie stark die akustische Isolation während des Hörens ausfallen soll. Wer lieber selbst den Grad des Noise Cancellings fein tunen möchte, kann dies auch tun.

Ein umfangreicher grafischer EQ, mit dessen Hilfe der Anwender eigene Presets erstellen und abspeichern kann, ist ebenfalls an Bord. Recht neutral in der Grundeinstellung klingend, macht es richtig Spaß, den Reflect Aware dann individuellen Hörgewohnheiten und verschiedenen Musikstilen klanglich anzupassen. Der sehr gute und überdies bequeme Sitz im Ohr spricht ebenfalls für den Reflect Aware. Die integrierte Freisprecheinrichtung gibt ebenfalls keinen Anlass zu einer schlechten Bewertung. Sie ermöglicht eine rauscharme, gut verständliche Kommunikation mit dem Teilnehmer am anderen Ende der Leitung. 

Reichhaltig und sinnvoll ausgestatteter, tadellos klingender und sehr gut sitzender In-Ear-Kopfhörer fürs iPhone
ueberragend
In-Ear-Kopfhörer Mittelklasse
Test 18. Oktober 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18. Oktober 2016 




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