TEST mit Display Basic Check: Samsung Ultra HD-Fernseher UE55F8590

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In der Unterhaltungselektronikwelt scheint sich aktuell alles um UltraHD zu drehen. Wir möchten nicht abstreiten, dass es sich dabei um ein hochaktuelles und sehr interessantes Thema handelt. Wenn es um nativen Content geht, sieht es bei der Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln aber noch mager aus. Gerade für Film- und TV-Enthusiasten, die sich nicht unbedingt zu den „Early Adopters“ zählen, ist FullHD-Content also immer noch brandaktuell. Diese Inhalte in exzellenter Qualität zu reproduzieren ist das Ziel des FullHD-Topmodells von Samsung, der mit 2.999 EUR UVP in 55 Zoll auch nicht gerade ein Schnäppchen ist.

Dass hier beste Bildqualität höchste Maxime ist, beweisen hochwertige Video Processing-Technologien wie Micro Dimming Ultimate, ein ausgeklügeltes LED-Dimming-System, aktuellste Zwischenbildberechnung sowie ein leistungsfähiger QuadCore-Prozessor. Samsung spezielle Intelligent Viewing Technologie soll dank der Analyse des aktuellen Bildinhalts und der automatischen Anpassung aktueller Parameter für ein besonders angenehmes und authentisches Bild sorgen. Natürlich sind auch sämtliche multimediale Features wie der Samsung Smart Hub 2013 und innovative Steuerungsmöglichkeiten an Bord.

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Sehr moderne Optik

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Nicht nur schick sondern auch solide verarbeitet

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Frei nach dem Motto: Auch ein Rücken kann entzücken

Spätestens seit dem UHD-TV Timeless S9 ist jedem klar, dass Samsung nicht nur auf innere Werte setzt sondern auch die Optik und Integration der immer größer werdenden TV-Geräte in den Wohnraum eine zentrale Rolle spielen. Denn wer möchte einen großen schwarzen Klotz im Wohnzimmer stehen haben, nur weil der TV mal ausgeschaltet ist? Bei der aktuellen 8er Serie rückt sich der TV mit einem futuristischen Look in den Fokus, besonders der Standfuß  zieht Blicke auf sich. Genauso schick aber die Rückseite. Dank der Anschluss-Abdeckung wirkt der Fernseher absolut clean an der Rückseite und kann so auch problemlos frei im Raum platziert werden. Auch die Materialqualität und Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Saubere und vor allem nahtlose Materialübergänge und das stimmige Gesamtzkonzept mit Acht aufs Detail attestieren dies.

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Integrierte Kamera

Die integrierte Kamera ist im ausgefahrenen Zustand recht dezent und stört den schicken Look des Samsungs nicht, kann aber auch bei Nichtbenutzung einfach wieder in das Gehäuse eingefahren werden. Zusätzlich zu Skype-Telefonie wird die Kamera bei Samsung auch für Gestensteuerung verwendet.

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Stationäre Bedienelemente

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Konventionelle Fernbedienung

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Smart Touch-Fernbedienung

Dem Samsung F8590 liegen zwei Fernbedienungen bei. Zum einen die konventionelle, schwarze Fernbedienung mit groß dimensionierten Lautstärke- und Programmwechseltasten sowie ein praktisches, mittig platziertes Navigationskreuz und Zifferntasten. Eben wie man sich eine komfortable Fernbedienung für die alltägliche Nutzung des TV-Gerätes als solches vorstellt. Aufgrund der umfangreichen Multimedia-Features der aktuellen Displays liegt auch die Smart Touch-Fernbedienung bei, die über ein großes Touchpad und Schnellzugriffs-Tasten für den Smart Hub und Sprachsteuerung verfügt. Aber auch Lautstärke, Programmwechsel, Quelle, etc. sind hier zu finden.

Sollte einmal die Steuerung über Fernbedienungen oder Smartphone/Tablet nicht möglich sein, gibt es stationäre Bedienelemente auf der Rückseite für elementare Funktionen.

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Aktive Shutterbrille

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Connect-Button

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Recht flexibles Kunststoffgestell

Die Brillen müssen vor der ersten Verwendung zusammengesteckt werden, die beiden Kunststoffbügel werden dabei mittig über dem Steg zusammengeführt. Die aktiven Shutterbrillen sind leicht und recht bequem zu tragen. An der Unterseite des rechten Bügels ist ein Micro-USB-Slot zum Laden integriert, der mit einer Gummiabdeckung geschützt ist. Die Bügel sind recht flexibel, strahlen aber nicht unbedingt enorme Robustheit aus. Schick ist der Rand um das Glas und die Stegstütze im geschliffenen Alu-Look.

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Anschlussübersicht ohne Abdeckung

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Seitliche Slots

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weitere Anschlüsse

Der Samsung UE55F8590 bietet vier direkt zugängliche HDMI-Anschlüsse, einer davon ist seitlich untergebracht und bietet MHL-Support. Wer Quellgeräte via Komponente oder FBAS+Stereo Cinch sowie Scart AV anschließen möchte, muss auf Adapter zurückgreifen. Außerdem gibt es noch einen Kopfhörerausgang, digitalen optischen Audio-Ausgang, 3 USB-Eingänge und eine Ethernet-Schnittstelle.

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Automatischer Installationsassistent

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Essentielle Einstellungen werden vorgenommen

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Präzise Einstellungen beim Sendersuchlauf

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Nach dem Sendersuchlauf kann ein Software-Update durchgeführt werden

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Die Einstellung essentieller Parameter ist abgeschlossen

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Tutorial für die Bewegungs- und Sprachsteuerung

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In wenigen Schritten wird die Funktionsweise genau erklärt

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Spracherkennung für problemlose Sprachsteuerung

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Abschluss der Anleitung

Bei der ersten Inbetriebnahme unterstützt der Samsung TV den Anwender zunächst bei den essentiellen Einstellungen wie Sprache, Uhrzeit und dem Sendersuchlauf. Zwischen Kabel, Satellit oder Terrestrisch hat man hier natürlich die Auswahl, auch ob nur HD-Sender, Pay-TV-Sender oder ähnliches gesucht werden sollen, kann man einstellen. Nach dem Sendersuchlauf überprüft der TV automatisch, ob ein aktuelles Sotware-Update vorliegt. Ist dies der Fall, kann das Update direkt darauf oder eben zu einem späteren Zeitpunkt aufgespielt werden.

Nach dem Abschluss der Erstinstallation kann man ein kurzes Tutorial zur Sprach- und Gestensteuerung starten, dass in wenigen Schritten die genaue Funktionsweise erklärt und Vorbereitungen zu einem reibungslosen Ablauf der Features trifft. So wird zum Beispiel die eigene Stimme erkannt, damit der TV den Nutzer bei Sprachbefehlen auch problemlos versteht.

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Hauptmenü – Bildeinstellungen

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Weitere Einstellungsmöglichkeiten unter Erweiterte Einstellungen und Bildoptionen

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Auszug der Erweiterten Einstellungen

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Ton-Menü

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Netzwerk-Parameter konfigurieren

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Konfiguration der Smart-Funktionen

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Systemeinstellungen

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Support inklusive Benutzerhandbuch und Software-Update

 Das eigentliche Menü ist, für denjenigen der bereits mit Samsung TV-Geräten vertraut ist, hinlänglich bekannt. Recht farbenfroh bietet die 8er Serie ein übersichtliches und durchschaubares Menü, das auch ohne längere Eingewöhnungszeit problemlos bedienbar ist. Sämtliche Bildeinstellungen inklusive Bildoptimierer und Kalibrierungsmöglichkeiten sind im ersten Menüpunkt zu finden. Direkt im Anschluss sind die Toneinstellungen zu finden. Neben den Einstellungen zum TV-Empfang und Netzwerk kann man auch spezifische Smart TV-Einstellungen vornehmen. Unterstützung gibt es durch ein Bedienungsanleitung im elektronischen Format.

Wie bereits erwähnt ist die grafische Benutzeroberfläche des Samsung TVs sehr übersichtlich, auch die flinke Reaktion des Flachbildschirms auf jegliche Eingabebefehle trägt zum komfortablen Bedienkonzept bei. Selbst bei Smart Hub-Anwendungen reagiert der F8590 nie träge.

Der Samsung TV kann auch per Sprach- und Gestensteuerung gesteuert werden. Mit „Hi TV“ oder der Voice-Taste auf der Smart Touch-Fernbedienung wird die Spracherkennung gestartet. Dann können einerseits simple Befehle wie „Lauter“, „Leiser“, „Quelle 1“, etc. oder aber auch ganze Sätze wie „Suche nach Tatort“ oder „Wo läuft heute Abend ein Film mit Brad Pitt“. Die sogenannte Voice Interaction ist lernfähig, je mehr sich der Anwender also mit der Funktion beschäftigt und diese nutzt, desto präziser und schneller kommen die Antworten vom Samsung TV.  Die Gestensteuerung wird mit einem Winken der Hand gestartet. Beide Features sind funktionstüchtig, die Sprachsteuerung aber scheint uns etwas ausgereifter und sinnvoller einsetzbar.

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Soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook, etc.

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TV-Apps

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Zugriff auf Video-On-Demand-Services und Mediatheken

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Aufgenommene Inhalte, DLNA & USB

Samsungs Smart TV Plattform teilt die Vielzahl von Multimedia-Features in fünf Kategorien ein. So kann man direkt auf VoD-Services und Mediatheken, auf Serverinhalte via DLNA, soziale Netzwerke oder die vielen Applikationen zugreifen.

Installierte Apps umfassen neben Youtube, Browser, Facebook, Twitter, Skype auch verschiedene Fitness-Apps sowie TV-Zeitschriften und News-Portal. Eine enorm große Auswahl von weiteren Internetinhalten gibt es unter Weitere Apps.

Unter Meine Fotos, Videos & Musik greift man auf USB-Inhalte und Dateien auf einem Netzwerk-Server via DLNA zu. Es ist möglich, die verschiedenen Kategorien einzeln aufzurufen oder mit dem Reiter „Alle Inhalte“ sämtliche Dateitypen zu betrachten. Nach der Auswahl der Kategorien zeigt der Samsung TV eine Übersicht der im Netzwerk befindlichen Server an.

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DLNA Server-Auswahl 

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Musik-Wiedergabe vom DLNA-Server

Bei Video-Dateien hat man beim F8590 absolut freie Wahl und spielt sämtliche Dateitypen kompromisslos ab, darunter MKV, DiVX, TS-Aufnahmen, AVCHD, WMV, MPEG und MP4. Ebenso verhält es sich bei Musik: AAC-Dateien, MP3s und sogar FLAC-Dateien gibt der Samsung wieder. Bei Bildern gibt der Samsung JPEGs, Bitmaps und PNG-Dateien wieder.

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Verbindung zwischen Smartphone und TV herstellen

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Der TV wird erkannt, nun muss die App-Steuerung am Gerät bestätigt werden

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Smartphone-Fernbedienung

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Smart Hub Funktionen können ebenfalls problemlos gesteuert werden

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Aufnahmen mit der SmartView-App steuern

Der Samsung F8590 kann mit der Samsung SmartView App komplett bedient und gesteuert werden. Ob im alltäglichen TV-Gebrauch oder zu Konfigurationszwecken, die App bietet stets hohen Bedienkomfort. Auch die Smart Hub Features wie Streaming oder Nutzung von Internet-Apps gehen leicht von der Hand, selbst PVR-Aufnahmen können programmiert werden.

Die Smart View App ist für iOS- und Android-Geräte kostenlos erhältlich.

Bild

Display Basic Check powered by

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Wir starten beim Samsung FullHD TV mit unserer DVE HD Basics Test-Scheibe und wählen zunächst einmal den Bildmodus aus, der uns am authentischsten erscheint. Bei Samsung ist die Auswahl der Einfachheit halber prinzipiell ja nicht so groß, und auch bei diesem Modell fällt die Wahl auf Film. Natürlich, Standard & Dynamisch sind allesamt zu kalt. Im Film-Modus wird die Farbtemperatur automatisch auf Warm2 gesetzt, dynamische Bildoptimierer inklusive Motion Plus deaktivieren wir manuell.

Mit dem ersten Testbild „PLUGE“ überprüfen wir unter anderem die korrekte Einstellung der Helligkeit des Samsungs. Der Wert 45 erscheint sehr solide und der Unterschwarzbalken ist nicht sichtbar. Bei keinerlei Umgebungslicht sollte man bei 45 bleiben, bei etwas Lichteinfall kann man hier auf 46 anheben. Der Schritt auf 47 ist dann aber relativ deutlich, hier wird der Unterschwarzbalken klar sichtbar. Beim F8590 handelt es sich um ein EDGE-Gerät. Die Leuchtdioden sitzen also im Randbereich des Gerätes, was häufig zu einer ungleichmäßigen Ausleuchtung des Displays führt. Beim Samsung zeigt sich aber eine recht homogene Helligkeitsverteilung, auch wenn die Ränder geringfügig heller erscheinen als der Rest des Bildes. Eklatante Hot Spots gibt es aber nicht.

Bei den Reverse Gray Ramps & Steps macht der Samsung auch einen hervorragenden Eindruck und eine gleichmäßige Grautreppe ohne Clipping. Selbst beim Überweiß kann man hier klar differenzieren, Unterschwarz bietet noch etwas Potential.

Da der Samsung über einen RGB-Only Modus verfügt, können wir an dieser Stelle bereits schon mal ein Wort über das Farbdecoding verlieren. Einen exzellenten Eindruck macht der F8590 bei Grün, ein wenig schwächer, aber immer noch exzellent fällt Blau und Rot aus.

Beim Overscan-Testbild erkennen wir zunächst, dass auch im Film-Modus des Samsung noch Overscan aktiv und keine native Pixeldarstellung gegeben ist. Das Bildformat steht standardmäßig auf 16:9 und muss für native Darstellung auf „Bildanpassung“ gestellt werden. Die Bildschärfe ist mit dem Wert 20 zu hoch eingestellt und sollte drastisch zurückgenommen werden. Zwischen 0 und 2 ist dann kein Ringing mehr um die Kanten im Bild zu sehen, aber immer noch eine solide Bildschärfe gegeben.

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Übersicht 1

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Gamut und Weißpunkt der einzelnen IRE-Bereiche 10-100

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Gamut Luminanz

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Gamma-Übersicht

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Gammakurve

gammapunkt

Gammapunkt

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Übersicht 3

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RGB Balance

farbtemperatur

Farbtemperatur

Der Samsung F8590 in 55 Zoll wartet mit exzellenten Ergebnissen im Display Basic Check auf. Die Sekundärfarben Cyan und Gelb werden zwar nicht absolut exakt getroffen, sämtliche anderen liegen aber satt im Toleranzbereich. Auch der Weißpunkt in verschiedenen Helligkeiten macht einen ausgezeichneten Eindruck, die einzelnen Messwerte liegen hier nah beieinander. Bei der Farbhelligkeit in Abhängigkeit zum Referenz-Weiß zeigt Rot die größte Abweichung, alles spielt sich aber im Rahmen ab. Das Gamma ist zu unserer Überraschung bereits auf 2.4 getrimmt und macht ebenfalls einen sehr sauberen Eindruck. Bei der RGB Balance erkennt man, dass Rot etwas überrepräsentiert ist, was auch seinen Beitrag zur leicht zu warmen Farbtemperatur leistet. Hier kann man noch etwas nachkorrigieren, insgesamt aber ein exzellentes Ergebnis out-of-the-box.

Praxiseindrücke

Blu-ray Casino Royale, 1080p24, Motion Plus an/aus, 2D & Wandlung 3D

Der 55-Zöller von Samsung startet mit einem sehr plastischen Eindruck in das zweite Kapitel des James Bond-Thrillers. Die verschiedenen Ebenen der Zuschauer in der Mitte des Bildes werden ebenso ausgezeichnet differenziert dargestellt wie Objekte an den Bildschirmrändern. Auch beim Kameraschwenk bietet der Samsung ein angenehmes Bild, etwas Potential gibt es aber noch bei der nativen 24p-Darstellung. Kanten und Linien wirken stellenweise etwas unruhig bei schnellen Kameraschwenks. Detail- und Kantenschärfe machen im nativen FullHD-Betrieb einen hervorragenden Eindruck. Ob Nahaufnahmen bei Gesichtern mit ausgeprägter Struktur oder Panorama-Einstellungen, der Samsung zeichnet sauber durch. Die Bewegungsschärfe ist ebenfalls gut, kann aber bei schnellen Bewegungen wie z.B. der Zuschauer, die mit Winken und Wedeln der Arme ihre Wetteinsätze tätigen, nicht ganz mithalten. Als James am verkohlten Holzbalken lehnt, bietet sich auch hier in den dunklen Bereichen ein detailreiches Bild. Saubere Schwarz-/Graudifferenzierung und ein ausgezeichneter Schwarzwert begeistert. Auch im dunklen Bereich des Nackens von Bond und den Holzlatten zwischen dem Balken und Bonds Kopf können auch bei geringem externen Lichteinfall noch gut erkannt werden. Die etwas zu warme Farbtemperatur des Samsungs im Bildmodus Film fällt im Praxisbetrieb hauptsächlich bei Hauttönen auf. Wer hier empfindlich ist, sollte mithilfe professioneller Kalibration nachhelfen, der Samsung bietet hierzu einen 2-Punkte und 10-Punkte Weißabgleich.

Schalten wir mit Motion Plus die Zwischenbildberechnung des Samsungs zu, werden die kleinen Schwächen im 24p-Betrieb gekonnt ausgebügelt. Kameraschwenks verlaufen sehr geschmeidig und währenddessen ist kein Zittern an Kanten mehr erkennbar. Allerdings ist die Frame Interpolation nicht absolut frei von Fehlern, schnell fällt dies bei Schriften im Bild auf, die besonders bei bewegtem Bild leichtes Pixelrauschen hervorrufen. Zudem macht sich, auch wenn das Bild jetzt nicht unbedingt sehr unnatürlich wirkt, ein Video-Look bemerkbar, der dem Filmenthusiasten nicht unbedingt zusagen wird. Vorteil von Motion Plus ist die hohe Detailschärfe, die trotz der Bildberechnung auch im hochfrequenten Bereich sehr stark bleibt.

Mit der 3D-Taste auf der Fernbedienung aktivieren wir die Wandlung von 2D in 3D. Wir können dem F8590 bereits bei der Wandlung einen ausgeprägten Plastizitätseffekt attestieren. Nicht nur die einzelnen Bildschirmebenen sind hier klar auseinander differenziert, auch die Objektplastizität macht hier einen enormen Schritt nach vorne. Dabei bleibt die hohe Kanten- und Detailschärfe des 2D-Betriebes weitgehend erhalten. Allerdings treten auch negative Aspekte der Wandlung in Erscheinung. Bei schnellen Bewegungen kommt das Processing nicht ganz hinterher, Objektkanten wirken dann verpixelt. Zu beobachten ist dies bereits zu Beginn des zweiten Kapitels in der provisorischen Kampfarena, aber auch besonders bei der flotten Verfolgungsjagd im Dschungel. Interessanterweise tritt dieser Effekt nur auf, wenn die Zwischenbildberechnung deaktiviert ist. Wer gerne seine 2D-Inhalte in 3D wandelt, sollte dann auch Motion Plus zuschalten.

Blu-ray Avatar, nativ 3D

Stellt der Samsung F8590 zum ersten mal auf dem jeweiligen Eingang 3D-Inhalte dar, stellt der TV automatisch den Bildmodus auf Standard um. Der Anwender muss also manuell wieder zurück in den Bildmodus Film wechseln. Absolute Stärke des Samsung ist ein exzellenter und deutlich ausgeprägter 3D-Effekt. Damit meinen wir nicht überzogene Pop-Out-Effekte sondern klar definierte und gestaffelte Ebenen sowie eine hohe Objektplastizität. Allerdings macht sich die nicht hundertprozentige 24p-Stabilität dann auch im 3D-Betrieb bemerkbar und so ist bei schnellen Kameraschwenks mit einer gewissen Disharmonie zu rechnen, beispielsweise kann man das im ersten Kapitel beim Überflug über den Dschungel von Pandora erkennen. Sehr schön gelingen aber die einzelnen Äste, hier verschwimmt nichts zu einem grünen Einheitsbrei. Ghosting kann man beim Samsung an vereinzelten Stellen schon erkennen, allerdings wird es im normalen Praxisbetrieb nur den wenigsten auffallen. Anfällig gegenüber Kopfbewegungen ist das aktive Shutterbrillensystem des F8590 nur bedingt. Bei starker Neigung des Kopfes schwindet die Bildhelligkeit zunehmend stark, Farbverfälschungen gibt es nicht.

Mit aktiviertem Motion Plus sind, wie in 2D, die kleinen 24p-Ruckler dann sehr gut ausgemerzt. Allerdings zeigen sich hier bei Bewegungen Ghostingartefakte etwas ausgeprägter. Da hier, im Gegensatz zur Wandlung, keine Pixelwolken ohne Motion Plus auftreten, kann man Filme ruhig in nativem 24p genießen.

DVD Star Wars Episode III, Upconversion 576i Filmmaterial auf 1080p

Die dritte Episode der Star Wars-Saga startet mit der bekannten gelben Laufschrift, die in hoher Qualität nach hinten am Bildschirm abläuft. Der Schwarzwert ist recht solide und die geringfügig inhomogene Helligkeitsverteilung fällt hier im Praxisbetrieb kaum auf. Auch der Sternenhimmel ist üppig bestückt, Halos um die kleinen Sternpunkte fallen uns nicht übermäßig auf. Die Schrift bleibt bis zum hinteren Bilddrittel scharf und weitgehend artefaktefrei, selbst Treppenstufen fallen kaum auf, lediglich leichtes Zittern tritt ab und an auf. Ab dem hinteren Drittel wirkt die Schrift etwas unscharf, wirkt aber nicht deutlich unruhiger, zeigt keine Wellenbewegungen und bleicht nicht aus. Beim Kameraschwenk auf den Zerstörer zittert die obere diagonale Linie und die Kommandobrücke nur geringfügig. Insgesamt wirkt das Bild sehr ruhig und angenehm und zeigt kaum Rauschen. Der Samsung bietet ohne jegliche Bildoptimierer ein sehr harmonisches Filmerlebnis, bei der DVD-Wiedergabe kann man aber die MPEG-Rauschunterdrückung sowie Digital Aufbereiten ohne schlechtes Gewissen bzw. ausgeprägten Video-Look zuschalten. Recht detailreich wird uns auch das im Schatten liegende Heck präsentiert, kleine Strukturen sind hier um die Turbinen noch zu entdecken. Als die kleinen Raumjäger darüber und über den Sternzerstörer hinwegjagen, bleiben auch sie ihren Objektkanten treu und zittern nicht. Beim Abknicken zeigt uns der Samsung seine Stärke bezüglich Plastizität und sauber gestaffelten Ebenen. Die einzelnen Kampfschiffe stehen schnell stabil im Raum und liegen nicht auf der Planetenoberfläche Coruscants auf. Im folgenden Kampfgeschehen mit flink umherfliegenden Geschossen bietet der F8590 weiterhin ein stabiles Bild. Detailschärfe kommt dann besonders gut bei den Nahaufnahmen der Protagonisten Anakin und Obi-Wan heraus. Hier bietet der Samsung hohe, aber nicht überzogene Schärfe, sofern man unserer Einstellungsempfehlung aus dem Display Basic Check folgt.

DVD AVEC Professional Test DVD, Upconversion 576i Videomaterial auf 1080p

Die Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten vor verschieden farbigem Hintergrund laufen die Schriften zwar sauber und ohne extreme Nachzieheffekte und Artefakte auf, wirken aber leicht unscharf und zittern etwas. Bei Videomaterial bietet sich die Zwischenbildberechnung Motion Plus definitiv an und sorgt für eine höhere Lesbarkeit. Die Farbtrennung gelingt recht gut, wir konnten hier aber schon bessere Ergebnisse sehen. Das Pendel zeigt leichte Nachzieheffekte, die Balken können aber bei zugeschalteter Frame-Interpolation aber stets absolut sauber differenziert werden, dafür steht dann die schwarze Linie, über die das Pendel gleitet, nicht ganz stabil. Beim Realtestbild Esslingen bietet der TV ebenfalls ein angenehm ruhiges Bild, wirkt allerdings auch hier etwas unscharf. Artefakte prägen sich dafür nur geringfügig aus, selbst an den Hausdächern hält sich Scalingrauschen dezent zurück.

Tuner DVB-S/DVB-C

Das Tuner-Bild des Samsung sollte selbst Gewohnheitskritiker überzeugen können. Hier wird extreme Kanten- und Detailschärfe und ein sehr stabiles HD-Bild geboten. Die öffentlich-rechtlichen Sender, die in 720p50 ausstrahlen überzeugen besonders durch ein harmonisches und angenehm ruhiges Bild. Auch bei flinken Bewegungen gibt es hier weder Unschärfen noch Artefakte an Objektkanten im Bild. Die Plastizität ist ebenfalls ausgeprägt, der solide Kontrast des Samsungs trägt hier stark dazu bei.

Auch die privaten, via HD+ empfangbaren, HD-Sender machen einen guten Eindruck, allerdings schleicht sich hier ab und zu ein Pixelwölkchen ein. Dennoch ist hier auch hohe Schärfe, ausgeprägte Plastizität und hohe Farbnatürlichkeit geboten. Bildrauschen kann man beim F8590 beinahe komplett ausschließen. Bei SD-Programmen ist dieses zwar zu sehen, hält sich aber ebenfalls zurück. Dafür bleibt die exzellente Stabilität aus dem HD-Betrieb erhalten und auch die Kanten- und Detailschärfe ist trotz der geringen Auflösung auf hohem Niveau. Die Farben sind auch hier recht natürlich, wirken aber nicht ganz so lebendig wie bei den HD-Sendern.

Samsung UE55F8590 Menuebild 35

Unterschiedliche Ton-Modi

Der Samsung TV bietet akustisch alles, was für den alltäglichen TV-Gebrauch nötig ist. Die Sprachverständlichkeit ist exzellent und auch in höherem Pegelbereich für größere Wohnräume gibt es kaum Probleme. Lediglich beim Maximalpegel können die Höhen etwas spitz und metallisch werden. Die einzelnen Ton-Modi verändern die Klangcharakteristik geringfügig, eine stete Anpassung an das jeweilige Material ist aber nicht notwendig. Für ein grobdynamisches und packendes Filmspektaktel reicht die Performance des Flachbildschirms aber dann nur im Notfall aus. 3D-Audio und Virtual Surround sorgen zwar für einen etwas räumlicheren Klang,  objektiv betrachtet baut der TV aber immer noch eine recht eindimensionale Bühne auf. Für den gelegentlichen Filmgenuss aus dem TV am Abend ist der F8590 im Ton-Modus Film absolut praxistauglich, der Heimkino-Fan wird auch vom Samsung TV akustisch nicht überzeugt.

Konkurrenzvergleich

Sowohl der F8590 als auch der Sony KDL-55W905 in identischer Größe haben sich modernes Design auf die Fahnen geschrieben und kommen sehr schick daher. Der Samsung wirkt aufgrund des Standfußes ein wenig futuristischer und bietet eine absolut cleane Rückseite. Visuell bieten beide Höchstleistungen im Display Basic Check, der Sony aber ein stabileres 24p-Verhalten und eine exzellente 3D-Wandlung. Die Helligkeitsverteilung ist bei beiden Geräten, trotz EDGE LEDs sehr homogen. Bezüglich innovativen Features bei der Bedienung liegt der Samsung mit Sprach- und Gestensteuerung und der Smart Touch Fernbedienung vorne, auch das Menü ist intuitiver handzuhaben. Der erstklassige Tuner des Sonys punktet, aber auch der Samsung bietet ein ausgezeichnetes TV-Bild und kann sogar – wenn auch keine Signalmischung möglich ist – mit einem Twin Tuner aufwarten.

Auch im Panasonic TX-P55VTW60 findet der Samsung einen enorm starken Konkurrenten. Besonders die visuellen Kapazitäten des Plasmas sind beinahe konkurrenzlos, sowohl in 3D als auch 2D setzt der Panasonic bei FullHD-Material Maßstäbe, aber auch die Upconversion ist erstklassig. Im Handling sind beide Geräte absolut problemlos, der Samsung bietet einige weiterführende Tutorials bzgl. der Sprach- und Gestensteuerung. Der TV-Empfang brilliert bei beiden Geräten, der VTW60 bietet als Benefit einen kompletten Twin HD Triple Tuner. Optisch macht auch der Panasonic keine schlechte Figur, kann aber mit dem modernen Alu-Look und der sauber gehaltenen Rückseite des Samsungs nicht mithalten.

Nachdem die 55-Zoll Variante des Samsung UHD-TVs UE65F9090 im Preis auf 3.599 EUR gesunken und damit nur um knapp 600 EUR teurer ist als der F8590, muss sich der FullHD-TV mit der neuen UHD-Generation messen. Klar gibt es noch keinen nativen UHD-Content, allerdings bietet der F9090 auch bei 1080p-Material ein hervorragendes Bild, dass dem FullHD-Topmodell in keinster Weise nachsteht. Im Display Basic Check schneidet er sogar einen Tick besser ab. Dank der One-Connect-Box, die sämtliche Anschlüsse vereint, ist er auch zukunftssicher und könnte vergleichsweise problemlos mit HDMI 2.0 ausgestattet werden. Features und multimediale Ausstattung der beiden Samsung-Vertreter ist weitgehend identisch, trotz „noch“ FullHD-Auflösung wirkt der F8590 dank des schicken Standfußes noch einen Tick eleganter.

Fazit

Samsung UE55F8590 Front Seitlich1

Modern, elegant, schnörkellos – Wer behauptet, der Samsung UE55F8590 passt nicht wie angegossen in eine moderne Wohnumgebung und wird dabei noch zum Hingucker, ist schlichtweg ein Lügner. Natürlich liegt Geschmack im Auge des Betrachters, unserer Meinung nach trifft Samsung beim FullHD-Topmodell voll ins Schwarze und beglückt mit der sauberen Rückseite auch Anwender, die das TV-Gerät frei im Raum aufstellen möchten. Der sehr schmale Rahmen und der geschliffene Alu-Look tun ihr übriges. Visuell überzeugt der F8590 mit enormer Plastizität, ausgezeichnetem Kontrast und einer für einen EDGE LED-LCD sehr guten Helligkeitsverteilung. Die sich nicht ganz auf identischem Level wie die vorangegangenen Parameter befindliche 24p-Stabilität könnte von Enthusiasten kritisch gesehen werden, ebenso wie die 3D-Wandlung, die nur mit aktiver Zwischenbildberechnung genossen werden sollte. Maßstäbe setzt Samsung schon seit der letzten Geräte-Generation bei multimedialer Ausstattung und dem Handling. Sprach- und Gestensteuerung funktionieren gut, die gelungene Menüstruktur und das Layout sowie eine schnelle Reaktion auf Eingabebefehle sorgen aber bereits für exzellenten Bedienkomfort.

FullHD-Flaggschiff in höchst eleganter Optik überzeugt mit opulenter Ausstattung und solider visueller Performance
ueberragend
Flachbildschirme Oberklasse

+ Edles, elegantes Design
+ Solide Verarbeitung
+ „Cleane“ Rückseite
+ Exzellenter Bedienkomfort
+ Innovative Steuerungsmöglichkeiten
+ Enorme Plastizität bei 2D & 3D-Material
+ Hohe Kanten- und Detailschärfe
+ Kräftige, lebendige und weitgehend authentische Farbdarstellung

– Recht hoher Kaufpreis
– Artefaktebildung bei der 3D-Wandlung ohne Motion Plus

Test & Messung: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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