TEST: Panasonic ALL Connected Wireless Speaker SC-ALL6 – rundes Angebot für knapp 300 EUR?

Panasonic SC-ALL6 Front Seitlich1

Schon zwei Produkte aus der 2016 auf der Panasonic Convention erstmals präsentierten neuen ALL Connected Wireless Speakern haben wir im Test unter die Lupe genommen: Den sehr kompakten, transportablen (dank Akku) und wasserresistenten SC-ALL05 und den größten ALL-Speaker, den SC-ALL9. Nun folgt der SC-ALL6, mit einem Preis von 299 EUR 50 EUR unter dem SC-ALL9. Deutlich kompakter, lässt sich der SC-ALL6 sehr gut unterbringen. Lieferbar in weißer und schwarzer Variante, sieht dieser ALL-Speaker unserer Meinung nach besonders in der weißen Variante sehr gelungen aus. Man kann den schicken Lautsprecher wahlweise vertikal oder horizontal positionieren.

Panasonic SC-ALL6 Front Seitlich3

Vertikale Aufstellung, so kann der SC-ALL6 auch als Rear-Speaker in einem Multichannel-Setup verwendet werden

Panasonic SC-ALL6 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Panasonic SC-ALL6 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse

Panasonic SC-ALL6 Bassreflexoeffnung

Bassreflexöffnung

Panasonic SC-ALL6 Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente auf der Oberseite, links die zwei Favoriten-Tasten

Panasonic SC-ALL6 Verarbeitung

Spaltmaße

Die Materialgüte geht für den Kaufpreis in Ordnung, das, was nach Aluminium aussieht, ist allerdings Kunststoff. Der Stoffbezug, hinter dem sich die Lautsprecherchassis verbergen, ist nicht hundertprozentig perfekt verarbeitet. Der Kunststoff mit Struktur, aus dem das Gehäuse besteht, würde sich besser machen, wenn es kein reines Hartplastik wäre, sondern mit Softlack überzogen wäre. 

Der SC-ALL6 mit Bassreflex-Gehäuse bringt es auf eine Gesamtleistung von 40 Watt (1 kHz, 8 Ohm, 10 Prozent Klirrfaktor), die von einem LincsD-Amplifier der dritten Generation zuverlässig und mit tadelloser Pegelfestigkeit erzeugt wird. „XBS Master“ soll als spezielle Panasonic-Technologie die Basskraft verbessern. Die Leistung wird weitergereicht an zwei Doppelschicht-Konuslautsprecher mit Bambusmembran und Nanostruktur. Der SC-ALL6 gibt MP3, AAC, AIFF, ALAC (bis 192 kHz/24-Bit), FLAC (bis 192 kHz/24-Bit) und WAV (bis 192 kHz/24-Bit) wieder. 

WLAN wird in 2,4 und in 5 GHz unterstützt. Mit an Bord ist auch ein Party-Modus. Dieser sagt aus, dass das identische Signal auf verschiedenen ALL Connected Lautsprechern im Heimnetzwerk wiedergegeben werden kann. In der Praxis, wir haben es schlicht mit zwei Zonen und dem SC-ALL05 sowie dem SC-ALL6 getestet, funktioniert das einwandfrei. Zum Ausstattungsufang gehört auch die Re-Streaming-Funktion für Bluetooth, CD, Speicher, Radio, USB und AUX. Praktisch ist, dass man den SC-ALL6 in einem Mehrkanal-ALL-Setup als Rear-Speaker verwenden kann, wenn man vorn z.B. die ALL Connected Soundbar SC-ALL70T verwendet. So kann man, wenn benötigt, für den Filmabend ein echtes Mehrkanal-Setup zusammenstellen, während die beiden SC-ALL6 für den Surroundbereich ansonsten z.B. in der Küche und im Arbeitszimmer ihrer streamenden Arbeit nachgehen. 

Die Panasonic Music Stream App haben wir in den anderen Tests schon beleuchtet, diesmal möchten wir uns der AllPlay Internet Radio-Funktion widmen. Hinter der gesamten ALL-Technologie steht Qualcomm, bekannt geworden z.B. durch leistungsfähige Chipsätze für Smartphones. Das AllPlay Internetradio basiert auf Tune In als Plattform, zunächst muss man sich die AllPlay Internet Radio App aus dem App Store herunterladen. Dann wird, wählt man in der Music Stream App die Internet Radio-Option, direkt auf die AllPlay App zugegriffen, die sehr komfortabel zu bedienen ist.

Panasonic Music Streaming App 1

Suche vorhandener AllPlay-Lautsprecher

Panasonic Music Streaming App 2

Vorbereitung zur Inbetriebnahme

Panasonic Music Streaming App 3

Wie üblich, baut der AllPlay-Lautsprecher zuerst sein eigenes Netzwerk auf

Panasonic Music Streaming App 4

Zwei AllPlay-Speaker im Netzwerk

Panasonic Music Streaming App 5

Erweiterte Lautsprecher-Auswahl mit weiteren wiedergabefähigen Devices im Netzwerk

Panasonic Music Streaming App 6

Musikwiedergabe vom Server mit Cover-Anzeige

Panasonic Music Streaming App 7

Einstellungen

Panasonic Music Streaming App 8

Quellen

Panasonic Music Streaming App 9

Separate AllPlay Radio-App

Panasonic Music Streaming App 10

Möchte man aufs Internet Radio zugreifen, öffnet sich die AllPlay Radio-App

Panasonic Music Streaming App 11

Powered by Tune In

Panasonic Music Streaming App 12

Suche wiedergabefähiger Devices

Panasonic Music Streaming App 13

Beide Panasonic ALL Connected Speaker werden rasch gefunden

Panasonic Music Streaming App 14

Übersicht

Panasonic Music Streaming App 15

Musikrichtungen

Panasonic Music Streaming App 16

Vorgestellte und lokale Sender

Panasonic Music Streaming App 17

Weitere Sender in übersichtlicher Anordnung

Panasonic Music Streaming App 18

Wiedergabe eines All Play Radio-Senders

Panasonic Music Streaming App 19

Leicht ist es, einen Sender zu den Favoriten hinzuzufügen

Der Panasonic SC-ALL6 bereitet ebenso wenig Sorgen wie die anderen schon getesteten Vertreter der ALL-Serie. Schnell ist er ins Heimnetzwerk eingebunden, die Wiedergabe ist unterbrechungsfrei. Zusätzlich ist noch Bluetooth vorhanden, wenn z.B. der Freund schnell präsentieren möchte, was er an neuer Musik auf dem Smartphone hat, das ist sehr praktisch. Zusätzlich muss, möchte man diese Funktion nutzen, die App fürs Qualcomm AllPlay Radio aus dem jeweiligen App Store heruntergeladen werden, das geschieht aber zügig, und man kann auf eine Vielzahl an Internet Tadio Stationen komfortabel zugreifen. Zügig ist der Stream gespeichert, und die Wiedergabe erfolgt auch hier ohne Störungen. 

Klang

Wir beginnen mit Diana Kralls „All Or Nothing At All“ in FLAC 96/24. Hier fällt aus akustischer Sicht direkt die volle Basswiedergabe auf. Die XBS Master-Schaltung leistet hier ganze Arbeit. Tiefgang und Volumen sind höchst beachtlich. Und wie gut sich die Stimme Dianas löst, ist ebenfalls erstaunlich. Die erzielbaren Pegel sind hoch, trotzdem kommt es auch bei gehobener Lautstärke kaum zu Verzerrungen. Hörer mit hohem Anspruch werden schon bemerken, dass die Auflösung noch Verbesserungsmöglichkeiten zeigt, aber wir haben hier einen Multiroom Wireless Audio-Aktivlautsprecher vor uns und kein ausgewachsenes Stereo-Setup. Wie gut vom SC-ALL6 auch instrumentale Soli im Song präsentiert werden, verdient Respekt. Lebendig und mit sehr guter Raumwirkung macht sich der ALL-Speaker ans Werk. 

In FLAC 192 kHz/24-Bit folgt nun Mark Knopflers „Basil“, und bereits das Intro kommt facettenreich heraus. Marks Stimme ertönt charismatisch, und die vokalen Elemente lösen sich gut vom Lautsprecher: Die Raumwirkung ist auch hier auf hohem Level. Der Hochtonbereich klingt sehr angenehm und bietet eine gute Präzision. Der erfahrene Hörer wird bemängeln, dass es durchaus noch etwas mehr als Brillanz sein dürfte. Doch Panasonic bleibt hier lieber auf der „sicheren Seite“ und offeriert eine  harmonische Klangcharakteristik, die auch beim langen Hören und bei größerem Pegel nie störend wird. 

„Diamante“ von Alessi liegt wieder in 96/24 FLAC vor, und dieser Track bereitet manchem Device Probleme. Leicht schrill erfolgt nicht selten die Stimmwiedergabe, was durchaus störend sein kann, gerade bei höherem Pegel. Bislang agierte der SC-ALL6 sehr rund, wie schlägt er sich hier? Als Tony Alessi die Stimme erhebt, bleibt der Panasonic-Speaker souverän und integriert die Stimme ruhig und sicher. Keine Aggressivität, kein schriller Unterton – lieber verzichtet man auf das letzte Bisschen Transparenz, kann aber dafür entspannt hören. Fein dosiert und passend ist wiederum die räumliche Präsentation.

„Freedom Every Day“ (FLAC 96 kHz/24-Bit) von Torsten Goods ist ein relaxter Track, der sehr gut zum Sommer passt. Und die Spielweise des SC-ALL6 ist eine sehr gute Ergänzung für einen homogenen, trotzdem sommerlich-frischen akustischen Eindruck. Der Bass ist stets spürbar, drängt sich aber nicht zu weit in den Vordergrund. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt dem Panasonic-Lautsprecher tadellos. 

Jonas Kaufmann singt „Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“ (FLAC 96/24). Keine einfache Aufgabe für den SC-ALL6. Doch mit der für ihn typischen Souveränität nimmt er sich auch hier der Wiedergabe an, und trifft die faszinierende Stimme Kaufmanns überraschend gut. Sicher, der Opern-Fan wird die Differenzierung im vokalen Detail kritisieren – aber es ist auch keinen aufwändige HiFi-Box, die hier spielt, sondern ein kompakter Aktivlautsprecher für den Multiroom Wireless-Audiobetrieb. Und hier bietet der SC-ALL6 weitaus mehr als nur eine ausreichende Performance. Vielmehr schafft er es, sogar den Chorgesang ansprechend wiederzugeben, und die orchestralen Elemente homogen einzuarbeiten. Kaufmanns Stimme löst sich prima vom Lautsprecher und verteilt sich gut ausbalanciert. 

In CD-Qualität (44,1 kHz/16-Bit) bringt uns jetzt der Duran Duran-Klassiker „A View To A Kill“ auf akustische Touren. Der SC-ALL6 liefert, wie wir es auch aus den anderen Beispielen kennen, einen soliden, standfesten Bass und eine ausgezeichnete Gesamtdynamik. Die gebotene Räumlichkeit ist ein weiteres Mal überraschend ausgeprägt. Und wie sieht es mit basstarker Trance-Musik aus? „Remember Me“ von AIDA liegt dem SC-ALL6 offensichtlich, denn es geht mit Nachdruck und weitläufiger Effektwirkung voran. Die zahlreichem melodiösen Parts des Tracks bringt der Panasonic ALL Connected-Lautsprecher gelungen zur Geltung, so dass auch hier echte Hörfreude entsteht. Daran beteiligt ist auch die erneut sehr gute Grobdynamik des SC-ALL6. 

Konkurrenzvergleich
  • Panasonic SC-ALL05: Für 249 EUR bietet der SC-ALL05 dank Spritzwasserfestigkeit und Akkubetrieb mehr Flexibilität. Dafür kontert der SC-ALL6 für 50 EUR mehr mit deutlich ausgeprägterer akustischer Leistungsfähigkeit. Mehr Tiefgang und Volumen im Bassbereich, insgesamt mehr Räumlichkeit und besseres Differenzierungsvermögen qualifizieren den SC-ALL6 sogar als vollwertigen „Erstlautsprecher“ für kleinere Lokalitäten bis knapp 20 Quadratmeter.
  • Samsung R5: Optisch polarisiert der Samsung Multiroom Audio-Lautsprecher stärker als der SC-ALL6. Mit 299 EUR ist er gleich teuer, die von Samsung entwickelte „Ring Radiator“ Technologie für 360 Grad raumfüllendes Audio erweist sich als Garant für solide verteilte und glaubwürdige Räumlichkeit. Auch die Samsung-App funktioniert mittlerweile sehr gut, so dass der R5 durchaus ein ernstzunehmender Konkurrent ist. Mit üppigerem Bass bei gleich guter Präzision und mehr Homogenität im Klangbild setzt sich der SC-ALL6 aber als mindestens ebenbürtig in Szene.
  • Clint Freya: Schick im Design, sehr gut in der Verarbeitung – bei Betriebssicherheit und Klangqualität hat der dänische Wireless Multiroom Lautsprecher für 249 EUR aber wenig Chancen gegen den SC-ALL6. 
Fazit

Panasonic SC-ALL6 Front Seitlich2

Der Panasonic SC-ALL6 ist tatsächlich so etwas wie die „goldene Mitte“: Mit 248 mm Breite, 131 mm Höhe und 155 mm Tiefe noch sehr kompakt und nicht so groß wie der akustisch erstklassige SC-ALL9, liefert er einen erstaunlich satten und klaren Klang. Das Design gefällt uns ebenfalls gut. Flexibel sind die Eisnatzmöglichkeiten, denn der SC-ALL6 kann horizontal und vertikal aufgestellt und auch als Rear-Speaker in einem ALL Connected Multichannel-Setup verwendet werden. Die Music Stream App zur Steuerung bereitet, wie gewohnt, keine Probleme, der SC-ALL6 ist äußerst betriebssicher und leistet sich keinen Fauxpas. 

Kompakt, klangstark, flexibel, elegant: Der Panasonic SC-ALL6 trumpft mit vielen Assen auf
ueberragend
Wireless Multiroom Audio-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 30. Juni 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30. Juni 2016




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