TEST: Samsung R5/R3/R1 – Samsung erweitert Wireless Multiroom-Portfolio

Samsung Wireless Audio-360 Gruppenbild1

Samsung erweitert mit den drei Wireless Audio 360 Lautsprechern ihr Multiroom Portfolio. Den bereits 2015 auf der CES vorgestellten R7 und R6 Lautsprechern im extravagenten „Ei“-Design folgt ein musikalisches Trio in, zumindest etwas, konventionellerer zylindrischer Formensprache. Der runden Form der Multiroom-Lautsprecher liegt durchaus ein nachvollziehbares Argument zugrunde: Die Samsung WAM-Modelle arbeiten mit der Ring-Radiator-Technologie, die unabhängig der Position des Lautsprechers den Klang in alle Richtungen verteilt. „Zeitgemäß hören“ nennt Samsung den raumfüllenden 360°-Sound, der kein traditionelles Stereo-Dreieck mehr voraussetzt. Sicher liegt hier wieder der Convenience-Faktor – und nicht audiophile Klangperformance – klar im Fokus, dennoch sollen Modelle R5, R3 und R1 auch den Ansprüchen versierter Hörer genügen.

Hinzu kommen soll eine problemlose Inbetriebnahme und komfortable Bedienung, die direkt an der Touch-Oberfläche am Gerät, oder per App über das Tablet bzw. Smartphone erfolgt. Smartwatch-Fans steuern die Produkte gar mit der Samsung  Gear S oder einer Apple Watch. Selbstverständlich stehen zusätzlich zum DLNA-Streaming verschiedene Musikdienste zur Verfügung. Neben Spotify, Deezer und TuneIn finden wir besonders die Kooperation zwischen Samsung und Qobuz interessant, der Anbieter bietet Audio-Streaming in vergleichsweise hoher Qualität an.

Die Samsung Wireless Audio 360 Systems, R5, R3 und R1 sind zur UVP von 399 EUR (R5), 299 EUR (R3) und 199 EUR (R1) erhältlich.

Samsung WAM5500 Front Seitlich

Samsung WAM5500/R5

Samsung WAM3500 Tieftoener

Multiroom-Lautsprecher mit Ring-Radiator-Technologie

Wie auch die anderen Komponenten der Wireless Audio-360-Serie wurden auch die drei neuen Modelle in Samsungs Audio-Labs in Kalifornien konzeptioniert und entwickelt. Die einzelnen Lautsprecher-Chassis der WAM-Modelle sind von außen gar nicht sichtbar. Der Klang tritt am horizontalen Spalt ringsum des Lautsprecherkorpus aus und verteilt sich gleichmäßig im Raum. Die innovative Konstruktion soll einen linearen Frequenzverlauf über das gesamte Spektrum ermöglichen sowie Verzerrungen minimieren. Abgesehen von ihrer Größe unterscheiden sich die Lautsprecher bezüglich ihrer gebotenen Leistung. Der große R5 wird mit 80 Watt versorgt, während der mittlere R3 von 60 Watt befeuert wird und der kleine R1 mit 45 Watt auskommt. An die beiden größeren wird ein Netzkabel direkt angeschlossen, dem R1 liegt ein zusätzliches, externes Netzteil bei. Die Kabel werden unten angesteckt und können dann durch einen kleinen Kabelkanal seitlich geführt werden.

Samsung WAM3500 Front Seitlich

Samsung WAM3500/R5

Wie bereits eingangs erwähnt, sind die Modelle R5, R3 und R3 etwas konventioneller ausgeführt und verkörpern eine klare, vertikale Linienführung in zylindrischer Bauform. Die Oberseite, auf der sich die Touch-Bedienelemente befinden, ist flach und – wie der Rest des Lautsprechers, abgesehen vom schwarzen Stoffgitter – in dunkelgrau gehalten. Die flexible Aufstellungsmöglichkeit offeriert eine unproblematische Integration ins Wohnambiente, wünschenswert wäre vielleicht noch eine etwas umfangreichere Farbauswahl. Auf der CES konnten wir hier ein größeres Portfolio bereits entdecken, es ist allerdings unklar, ob und welche Farben auch in Europa in den Handel kommen.

Beim Material handelt sich aus einer Kombination aus Kunststoff und der Korpusbespannung aus schwarzem Stoff, selbst der große R5 ist daher mit 2,7kg noch recht leicht. Die Verarbeitung erscheint sehr solide, Spalte zwischen den einzelnen Materialien treten nicht auf.

Samsung WAM5500 Anschluesse

Anschlüsse des R5

Samsung WAM3500 Anschluesse

Unterseite des R3

Samsung WAM1500 Anschluesse

Und der kleinste im Bunde: R1

Auch an der meist nicht sichtbaren Unterseite unterscheiden sich die Wireless Speakers nur geringfügig. Der R5 bietet zwei Service-Eingänge, während die anderen beiden nur mit einem ausgestattet sind. Hinzu kommt der Stromanschluss und ein kleiner Knopf zum Hinzufügen der Lautsprecher zum Heimnetzwerk. Durch die Kabelführung behindert das Kabel nirgends und das Gerät steht stabil auf sämtlichen Oberflächen.

Samsung WAM3500 Bedienelemente

Oberseite des R3

Die Samsung Wireless Lautsprecher wollen natürlich ins Netzwerk integriert werden. Die Bedienungsanleitung sieht dafür die Installation der „Samsung – Wireless Audio Multiroom“-Applikation vor, die es sowohl für Android als auch iPhone kostenlos zum Download gibt. Die App führt den Nutzer dann durch die einzelnen Schritte, die für eine erfolgreiche Installation notwendig sind.

Zunächst wird man gebeten, zusätzlich zur Wireless-Verbindung am Smartphone auch Bluetooth zu aktivieren. Danach wird das Netzwerk nach neuen Geräten durchsucht und in unserem Fall wurden die Samsung Lautsprecher auch direkt gefunden und man wird zur Eingabe des Netzwerkpassworts aufgefordert. Binnen weniger Sekunden nach der Passwort-Eingabe vermeldet unser R1: „The connection is complete.“ und etwa eine Minute später – ohne weiteres Zutun von unserer Seite – sind auch die beiden anderen Lautsprecher verbunden.

In der Mitte der Touch-Oberfläche sind bei allen drei Modellen weiße LEDs integriert. Bei R5 und R3 werden sogar Informationen in der Form von Ziffern (Lautstärkeanzeige 0-10) sowie Symbolen für die verschiedenen Modi Bluetooth, WiFi und TV Sound Connect. Bei allen dreien wird der aktuelle Modus nach der Auswahl per Sprachausgabe bestätigt. Die Mode- und Lautstärketasten reagieren flink und ohne Probleme. Die Touch-Oberfläche hat aber noch mehr zu bieten: Tippt man kurz im oberen Bereich unterhalb des Samsung-Logos agiert das Feld als Play/Pause, im unteren Bereich kann man mit einem Wisch nach links oder rechts das nächste bzw. vorherige Lied anwählen.

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Einrichtung der Lautsprecher via Samsung Multiroom App

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Nur die Passwort-Eingabe steht der Verbindung noch im Wege

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Binnen kurzer Zeit sind die Samsung Wireless-Lautsprecher im Netzwerk integriert

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Auswahl der verschiedenen Musikdienste

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Streaming von PC/DLNA-Server

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Typische DLNA-Ordnerstruktur

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Liederauswahl

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Übersicht TuneIn Internetradio

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Spotify Connect

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Wiedergabe in der Samsung App

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Auch die Warteschlange (Queue) kann editiert werden

Während der Bedienung mit der Samsung Multiroom App hatten wir keinerlei Probleme. Wir wählen mit der App die gewünschten Lautsprecher zur Wiedergabe aus und können dann von einer Vielzahl aus Musikdiensten wählen oder direkt Dateien von einem DLNA-Server im Netzwerk streamen. Im Auswahlbildschirm der Lautsprecher kann man außerdem noch eine Weckfunktion aktivieren, einen Sleep-Timer setzen und einen Equalizer mit verschiedenen Frequenzbändern nutzen. Per einfachem Tastendruck lassen sich die Lautsprecher zu einer Gruppe zusammenziehen und wieder auflösen, die Lautstärkeregelung erfolgt bei Gruppierung dann synchron. In den Einstellungen kann nach einem Software-Update gesucht werden und neben anderen elementaren Funktionen kann man die Front-LED und Bestätigungstöne aktivieren bzw. deaktivieren.

Klang

Wir spielen den Samsung-Komponenten hochauflösende Audio-Dateien von unserem Netzwerk-Server via WiFi zu. Die Lautsprecher unterstützen problemlos bis zu 192 kHz/24-Bit Dateien, darunter FLAC und AIFF, ALAC und WAV. Der Lautsprecher unterstützt selbstverständlich auch MP3-Dateien bis 320 kbps, WMA, AAC und OGG-Dateien. Wir beginnen mit dem R1, der von den hochwertigen 2L-Aufnahmen klassischer Natur dann doch – zumindest, was die Authentizität und Feindynamik betrifft – etwas überfordert wirkt. Keine Sorge, man kann auch Klassik gut hören mit dem kleinsten Samsung-Vertreter, muss aber Abstriche in Bezug auf Präzision und Details machen. Generell bietet der R1 eine Auslegung, die mehr auf Spaß und Volumen abzielt, als auf klarste Detaillierung und endgültige Instrumentaldifferenzierung. Grundsätzlich unterscheiden sich hier die einzelnen Wireless-Lautsprecher auch nur geringfügig: Untenrum sind sie recht kräftig und voluminös, die größeren R3 und R5 spielen aber differenzierter auf als der kleinste und lassen uns auch schon mal ein feindynamisches Detail entdecken. Die Räumlichkeit gelingt gut und die Präzision bleibt auch keinesfalls gänzlich außen vor, wirkliche Fans einer Stereo-Bühne werden aber mit der Ring-Radiator-Technologie vermutlich nie komplett zufriedengestellt. Besonders bei dieser anspruchsvollen Musik wünschen sich Audiophile hier eine bessere lokale Zuordnung der Instrumente auf der Bühne und klarere Struktur.

Bei den rockigen Klängen von Bad Religion fühlen sich die Samsung-Lautsprecher wohler. Hier wird bei „Changing Tide“ ein kraftvoller Punch und Nachdruck geboten, der von den kompakten Komponenten nicht unbedingt zu erwarten war. Etwas Kritik müssen wir an der Aktionsgeschwindigkeit üben, denn bei schnellem Double-Bass-Spiel kommen die Schläge nicht immer hundertprozentig auf den Punkt. Der Tieftonbereich spielt auch ein wenig in die unteren Mitten hinein, was dem gesamten Klangbild eine Betonung in den niedrigeren Frequenzbereichen verleiht. Obenrum spielen R5, R3 und R1 wiederum klar und direkt auf. Die tonale Auslegung ist allen dreien Lautsprechern gemein, der größte Unterschied liegt unserer Meinung nach im möglichen Maximalpegel. Allerdings müssen wir hier allen dreien ein Kompliment aussprechen: Selbst der R1 erreicht hier Werte, die problemlos für größere Wohnzimmer ausreichen – und bleibt dabei beinahe absolut souverän.

Wir wechseln wieder das Genre und spielen unseren Wireless-Lautsprechern Musik elektronischer Machart zu. Bei Goodbye von Feder verdeutlicht sich unser Eindruck des Soundings einer leichten Badewanne. Die Komponenten spielen untenrum extrem kräftig auf und bieten für ihre kompakte Größe auch einen sehr soliden Tiefgang, Bass-Fanatiker fühlen sich hier absolut wohl. Die Mitten sind etwas unterrepräsentiert, die Höhen wie bereits erwähnt sehr klar und prägnant. Bei einem Track wie diesem fällt das weniger negativ ins Gewicht, da hier die tiefen Frequenzen ohnehin stark betont sind und einen großen Part des Wiedererkennungswertes ausmachen, die Synthesizer-Elemente sind gut integriert und kommen auch klar zum Ausdruck. Bei differenzierteren Stücken kann dies aber natürlich bei Hörern, die Wert auf einen ausgewogenen Frequenzverlauf legen, zu Missgefallen führen. Die Multiroom-Komponenten verteilen die Musik solide im Raum, so dass man tatsächlich, weitgehend unabhängig der Sitzposition, eine identische Performance genießt. Dennoch finden wir, dass sich das Geschehen noch etwas besser von den Lautsprechern lösen könnte, um einen noch etwas immersiveren Raumeindruck zu generieren.

Die spaßige Auslegung der Wireless-Lautsprecher ist nicht wegzudiskutieren, dennoch gelingt die Stimmwiedergabe recht gut. Amy McDonalds‘ leicht näselnde und angenehm sanfte Stimme wird gut umgesetzt und bietet auch beim R1 Charakteristik. Dennoch werden Freunde der Balance im Frequenzspektrum nicht unbedingt Fans des ausdrucksstarken und stets präsent kräftigen Tieftonbereiches. Hier kann man mit dem Equalizer ruhig etwas nachbessern, völlig ausmerzen können wird man es aber nicht. Auch bei Jack White’s neuem Album „Lazaretto“ gefällt der R5 dank mitreißender Atmosphäre und lebendigem Spiel. Der erreichte Pegel ist für den immer noch kompakten Lautsprecher sehr hoch und trotz des kräftig ausgeprägten Tieftonbereichs bleibt der R5 souverän bis ans Limit. Ein leichtes Rauschen ist an den Komponenten ab einem gewissen Pegel wahrzunehmen, eklatant störend während der Wiedergabe ist es aber nicht. Die Mitten sind uns wieder etwas unterrepräsentiert und die atmosphärische Dichte leidet etwas. Sehr gut zeigt sich wiederum die Einbindung akustischer Elemente in die gebotene Bühne, die bei der Zusammenführung zweier Komponenten zu einem Stereo-Paar sehr gut zur Geltung kommt.

Fazit

Samsung Wireless Audio-360 Gruppenbild1

Die neuen Samsung Wireless-Lautsprecher R5, R3 und R1 erweitern das aktuelle Multiroom-Portfolio, bestehend aus den optisch extravaganten R6 und R7, um kompakter dimensionierte Komponenten, die optisch mit klarer strukturierter Linienführung in zylindrischer Form auftreten. Die neuen Modelle arbeiten ebenfalls mit Ring-Radiator-Technologie und können mit der Samsung Multiroom App recht einfach in Betrieb genommen und gesteuert werden. Wer gerne direkt am Gerät bedient, kann dort per Berührung die Lautstärke regeln, den Betriebsmodus wechseln sowie mit Play/Pause und Track vor/zurück die Wiedergabe beeinflussen. Bezüglich des Materials kommt Kunststoff und eine Stoffbespannung zum Einsatz, die Verarbeitungsqualität wirkt rundum solide. Akustisch bieten die drei Neuzugänge eine eher spaßige Auslegung mit sehr kraftvollem Tieftonbereich und klaren Höhen. Sie gliedern sich also nicht unbedingt direkt in den bisherigen Sound der Wireless-360 Lautsprecher ein. Unabhängig der Sitzposition bieten sie eine lebendige Kulisse, die sich für optimale Räumlichkeit noch etwas besser vom Lautsprecher lösen könnte. An Musikdiensten herrscht kein Mangel, kostenloses Internetradio, hochauflösendes Streaming per Qobuz, Spotify Connect und weitere Services sind an Bord. Außerdem bieten die Komponenten zuverlässiges DLNA-Streaming und Bluetooth-Konnektivität. In Verbindung mit einer Samsung Soundbar/TV finden die Lautsprecher einen weiteren Einsatzzweck.

Multiroom-Lautsprecher mit innovativer Ring-Radiator-Technologie und hoher Flexibilität
ausgezeichnet
24.02.2016

+ Problemlose Inbetriebnahme in Verbindung mit App+Bluetooth
+ Zahlreiche Musikdienste und Features
+ Spotify Connect
+ Unterstützt hochauflösendes Audio-Material
+ Bluetooth an Bord
+ TV Sound Connect
+ Souverän auch bei höherem Pegel

+/- Hörgenuß unabhängig der Sitzposition, aber Stereo-Bühne und Ortung nur im Stereo-Modus klar ausgeprägt
+/- Tonale Auslegung muss den Geschmack des Nutzers treffen

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24.02.2016




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