TEST: Panasonic SC-ALL05 – wasserfester Wireless-Lautsprecher mit WLAN, Bluetooth und Akkubetrieb

Panasonic SC-ALL05 Front Seitlich1

Das für manche vielleicht interessanteste Mitglied der Panasonic ALL Connected Wireless-Speaker-Familie könnte der SC-ALL05 für 249 EUR sein. Wie wir zu dieser Einschätzung kommen? Nun, der SC-ALL05 ist nicht nur kompakt und verfügt über WLAN und Bluetooth, sondern ist überdies noch als erster ALL Lautsprecher wasserfest und mit einem eingebauten Akku (bis zu 9 Stunden Laufzeit bei BT, 8,5 Stunden bei WLAN-Betrieb, das ist guter Durchschnitt) ausgestattet. Somit ist man unabhängig und enorm flexibel. Praktische Details wie sechs Tasten für voreingestellte Lieblingsdienste (z.B. favorisierte Internet Radio-Stationen) erweitern die Ausstattung. Zudem ist der SC-ALL05 zum Stereo- oder Multiroom-System erweiterbar. Dann kann man auch den Party-Modus nutzen und die gleiche Tonquelle über verschiedene ALL-Lautsprecher wiedergeben. Das alles ist Grund genug für uns, den optisch elegant und hochwertig ausgestatteten aktiven Multiroom Audio-Lautsprecher einem Test zu unterziehen.

Panasonic SC-ALL05 Verarbeitung

Sehr gute Detailverarbeitung, auch wenn der „Chromrand“ nur aus Kunststoff besteht

Panasonic SC-ALL05 Bedienelemente Oberseite

Beleuchtete Touch-Bedienelemente mit gutem Ansprechverhalten

Panasonic SC-ALL05 Rueckseite Seitlich

Rückseite.  Im Sinne der Wasserfestigkeit wird die Abdeckung über den Anschlüssen per „Lock“ Schalter verriegelt

Panasonic SC-ALL05 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse: Netzwerk und Netzteil

Der Lautsprecher verfügt über eine Gesamtleistung von 20 Watt beim Betrieb über das Stromnetz, verwendet man den eingebauten Akku, bleiben im Sinne ausreichend langer Betriebszeiten 8 Watt übrig. Der SC-ALL05 ist in der Lage, zahlreiche Audioformate MP3, AIFF, AAC, FLAC (bis 192 kHz/24-Bit), ALAC (bis 192 kHz/24-Bit) sowie WAV (bis 192/24). Direct Stream Digital (DSD) wird derzeit nicht verarbeitet. 

Zwei 6,5 cm Fullrange-Lautsprecher sind verbaut, mit 170 mm Breite, 179 mm Höhe und 77 mm Tiefe ist der Lautsprecher recht kompakt. Er wiegt 1,5 kg und ist nach IPX7 und IPX5 hinsichtlich der Wasserfestigkeit zertifiziert. 

Die Einbindung ins Heimnetzwerk und die Inbetriebnahme gestaltet sich einfach. Wir erläutern alles anhand unseres Apple iPhone 6S Plus. Öffnet man die Einstellungen und dort die verfügbaren WLAN-Netzwerke, taucht nach dem Einschalten und dem Drücken der „NET“ Taste (wie die anderen Bedienelemente auch beleuchtete, gut reagierende Touch-Taste) der SC-ALL05 direkt als eigenes WLAN-Netzwerk auf.

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Der SC-ALL05 taucht sogleich auf

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Ein Name für das Device – also in welchem Raum der SC-ALL05 aktiv ist – wird nun eingegeben

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Jetzt erfolgt die Verbindung mit dem korrekten Heimnetzwerk

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Die Verbindung wird aufgebaut

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Der Lautsprecher ist nun mit dem Netzwerk verbunden, alles andere erfolgt nun mit der „Panasonic Music Stream“ App

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Panasonic „Music Stream“ App: Einfaches Hinzufügen weiterer Lautsprecher

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Klar aufgebaute, zuverlässige App. Der SC-ALL05 reagiert flott auf Eingabebefehle. Hier der erste Teil der verfügbaren Quellen

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Diese vier Online-Musikdienste stehen derzeit bereit

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Hier kann man Musikdienste hinzufügen – wir haben alle angewählt

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Wiedergabe über Spotify Connect – völlig problemlos

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Auch HiRes-Audio-Dateien gibt der SC-ALL05 wieder

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Tracks in einem 48 kHz/24-Bit Album („Wallflower“ von Diana Krall)

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Wiedergabe eines Titels

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Sind Cover prinzipiell vorhanden, werden diese auch angezeigt

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Wiedergabe eines MP3-Files

Insgesamt präsentiert sich der SC-ALL05 bislang als schicker, sehr gut verarbeiteter Wireless-Speaker mit schneller Einbindung ins Netzwerk und zuverlässiger App-Steuerung. Die angegebenen Watt-Zahlen sind nicht überragend, reichen für ein so kompaktes Device aber aus. Was uns fehlt: Es findet sich kein EQ für verschiedene Einsatzzwecke (z.B. Pop, Klassik, Dance, Jazz etc.) und auch kein virtueller Surround-Aufpolierer. Hier fällt die Ausstattung etwas spärlich aus.

Klang

Wie klingt der SC-ALL05? Aufgrund der relativ kleinen Abmessungen haben wir hier unsere Erwartungen herunter geschraubt. Mit „Desperado“ in der Adaption von Diana Krall beginnen wir und lauschen dem Track in FLAC 48 kHz/24-Bit. Und siehe, oder besser höre, da: Der kleine SC-ALL05 schwingt sich zu einer überraschend guten Leistungsstärke auf. Dianas Stimme kommt ordentlich heraus und wird sauber von den Instrumenten getrennt. Prima ist auch die Räumlichkeit. Sicher, man darf sich nicht zu weit vom SC-ALL05 entfernen, dann nimmt die empfundene Räumlichkeit schon merklich ab. Hier muss aber auch die Abmessungen bedenken. Wer sich in der Nähe des Wireless-Speakers aufhält, freut sich jedenfalls über ein ausgeprägtes räumliches Gefühl, sowohl was die Weite, als auch was die Tiefe angeht. Bei „Don’t dream, It’s Over“, ebenfalls vom „Wallflower“ Album von Diana Krall, wird selbst die Harfe zu Beginn ordentlich präsentiert. Natürlich dürfen keine HiFi-Maßstäbe angelegt werden, aber das, was aus der ALL-Box herauskommt, ist deutlich besser, als man es sonst oft von kleinen Multiroom- oder Bluetooth-Lautsprecher für den mobilen Einsatz hört. Auch die orchestralen Einsätze überzeugen, denn sie fügen sich harmonisch und gelungen in die Gesamtakustik ein. 

Und es wird nicht einfacher für den SC-ALL05: „Nessun Dorma“ aus Puccinis Oper „Turandot“ in FLAC 96/24, gesungen von Tenor Jonas Kaufmann, steht auf der Liste. Hier muss man sagen: Opernliebhaber werden bestimmt nicht voll angesprochen. Dafür fehlt es einem so kleinen Lautsprecher einfach an Volumen und Feindynamik. Was aber im systembedingten Rahmen an Wiedergabequalität realisiert wird, ist richtig gut. Die Stimme Kaufmanns wird klar fokussiert,  ohne dass die Instrumente völlig in den Hintergrund gedrängt werden. Die Räumlichkeit gefällt auch hier, und selbst der Chorgesang wird glaubwürdig dargeboten. Eine reife Leistung für einen kleinen, transportablen Wireless-Lautsprecher. Aus Puccinis „Madama Butterfly“ folgt jetzt „Addio, Fiorito Asil“ – und ein Nachteil bei der App wird deutlich: Es wird nicht der komplette Titel angezeigt, bei anderen Apps ist es so, dass der Titel durchläuft, hier nicht. Zudem wäre es hilfreich, wenn Samplingfrequenz und Bittiefe angezeigt würden. Akustisch lässt sich der SC-ALL05 ein weiteres Mal nichts vorwerfen. Recht differenziert und angenehm erfolgt die Wiedergabe. Beim Akkubetrieb sind die Reserven aufgrund der Beschränkung der Leistung auf 8 Watt schon beschränkt, während die 20 Watt im Netzbetrieb auch für etwas gehobene Pegel problemlos ausreichen. Die Dynamiksprünge kommen im Netzbetrieb gut heraus, die Loslösung der Stimme vom Lautsprecher gelingt gut. 

Wechseln wir zur Spotify Connect-Wiedergabe und lauschen Mediterias „Dreamer Trance“ im Mix von General Base. Verblüffend ist auch hier wieder die gebotene Räumlichkeit. Doch ein weiteres Merkmal überrascht: Wer es mit dem Pegel nicht übertreibt, kann sogar mit der Basswiedergabe zufrieden sein. Insgesamt kann man hier sogar sagen, dass der SC-ALL05 wirkliche Hörfreude bringt – und das bei kompakten Abmessungen, mit hoher Flexibilität und für wenig Geld. „Back Again“ von General Base, ebenfalls ein Trance-Stück aus den 90er Jahren enttäuscht uns nicht. Die angenehme, homogene und räumliche Auslegung hält auch höherem Pegel Stand. Und bei diesem Track gilt ebenfalls: Im Bassbereich tut sich mehr, als wir dem SC-ALL05 zugetraut hätten. Die verschiedenen elektronischen Effekte entfalten überdies eine gute Raumwirkung.

Wichtig für den Einsatz unterwegs ist natürlich eine zuverlässig arbeitende Bluetooth-Funktion. Wenn man die Touch-Taste mit dem Bluetooth-Symbol längere Zeit berührt, wechselt der SC-ALL05 in den Kopplungsmodus und wird alsbald vom suchenden Smartphone entdeckt. Dann kann der Betrieb umgehend beginnen. Beim 007-Titelsong „The World Is Not Enough“ von Garbage schlägt sich der Panasonic ALL-Speaker ein weiteres Mal gut. Die Stimme kommt recht authentisch heraus, und die gesamte Dynamik ist voll befriedigend. Selbst komplexe Elemente wie die Streicher arbeitet der SC-ALL05 mit Sorgfalt heraus. Sheena Eastons „For Your Eyes Only“, James Bond-Fans bestens aus dem gleichnamigen Film aus den 80er Jahren bekannt, gefällt uns sogar noch besser, da der SC-ALL05 hier die Dynamik-Unterschiede noch besser herausarbeitet. Sheenas Stimme kommt überdies relativ facettenreich zur Geltung und löst sich gut vom Lautsprecher. Die Bluetooth-Wiedergabe ist von einer stabilen BT-Verbindung geprägt, es kommt nicht zu Aussetzern oder anderen Störungen. Auch bei Entfernungen von mehr als 5 Metern zwischen Smartphone und SC-ALL05 bleibt die Verbindung tadellos. 

Konkurrenzvergleich
  • Denon HEOS 1 mit GoPack: 249 EUR kostet der Denon HEOS 1, mittlerweile in der 2. Edition (HS2). Unsere Erfahrungen beziehen sich auf die erste Edition. Zu den 249 EUR müssen aber noch weitere 99 EUR für den sogenannten „GoPack“ gerechnet werden.  Dann erst ist ein Akku an Bord, zusätzlich ist der Heos 1 mitGoPack spritzwassergeschützt (nach IPX4). Kauft man derzeit den HEOS 1, erhält man 50 % Rabatt aufs GoPack, bleiben also noch rund 350 EUR Kaufpreis übrig. Der HEOS 1 ist ein echter 2-Wege-Lautsprecher mit getrennter Verstärkung für Hoch- und Mittel-/Tieftonbereich. Mit Spotify, Tidal, Deezer, Napster oder TuneIn ist das Angebot an Online-Musikdiensten etwas höher als beim SC-ALL05. Für die Integration des HEOS 1 ins Heimnetzwerk benötigt man ein 3,5 mm Klinkenkabel, welches mit dem Smartphone für die Erstinstallation verbunden wird. Nach lediglich 2 Minuten ist der HEOS 1 dann im Netzwerk, also ebenso einfach wie der SC-ALL05. Akustisch hält der 50 EUR günstigere SC-ALL05 sehr gut mit. Der HEOS 1 löst feiner auf, dafür ist der Klang des SC-ALL05 noch räumlicher. Somit kann man mit dem Kauf beider Lautsprecher wenig falsch machen, der günstigere Preis bei praktisch identischer Qualität spricht für den SC-ALL05. 
  • Samsung WAM3500: Ohne Akku, dafür mit mehr Power (satte 60 Watt) präsentiert sich Samsungs Multiroom-Beitrag, der zusätzlich ebenfalls Bluetooth an Bord hat. Für 299 EUR bekommt man einen gut verarbeiteten Wireless Audio-Multiroom-Lautsprecher mit 360 Grad-Klang dank Ring-Radiator-Technologie. Mit TuneIn, Spotify, Deezer, Napster, 8tracks, Rdio, Murfie und Qobuz bietet Samsung eine nahezu optimale Auswahl an Streamingdiensten, wir vermissen nur TIDAL. Qobuz offeriert, ebenso wie TIDAL, aber auch HiRes-Musik. Akustisch überzeugt der Samsung-Speaker mit differenzierter Wiedergabe und sehr schöner, breit gestaffelter Räumlichkeit. Von der Flexibilität des SC-ALL05 ist der anders aufgestellte Samsung WAM3500 aber ein gutes Stück entfernt. Trotz deutlich mehr Watt und aufwändiger Technik kann der WAM3500 dem kleinen SC-ALL05 akustisch nicht besonders weit enteilen. 
  • Panasonic SC-ALL2: Mit 199 EUR ist der SC-ALL2 noch günstiger – doch wir empfehlen: Gleich zum SC-ALL05 greifen. Mit eingebautem Akku, der Wasserfestigkeit, dem schöneren Design und dem räumlicheren, facettenreicheren Klang ist er die 50 EUR Mehrpreis absolut Wert.
Fazit

Panasonic SC-ALL05 Front Seitlich2

Der Panasonic SC-ALL05 begeistert vor allem durch zwei Dinge: Die enorme Flexibilität und den absolut fairen Preis. Akustisch lässt sich der schick gestaltete und gut verarbeitete Lautsprecher ebenfalls nichts vorwerfen. Sicherlich, Tiefbass-Eskapaden kann man vergessen, aber für eine angenehme Beschallung, selbst bei leicht gehobener Lautstärke, reicht das Gebotene bestens aus. Homogen, klar und mit ordentlicher Räumlichkeit, kann man praktisch jeden Musikstil über den SC-ALL05 genießen. Die Einbindung ins Netzwerk ist einfach, die App funktioniert im Betrieb sehr zuverlässig. Bilanzierend ein toller Wireless-Audio-Lautsprecher für wenig Geld.

Universell einsetzbar, schick und klangstark – der Panasonic SC-ALL05 bietet viel Potential zum kleinen Kaufpreis
ueberragend
Wireless Audio-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 14. Juni 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14. Juni 2016




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