TEST: Nubert nuVero 70 – flexibles Lautsprecher-Multitalent von der Ostalb

Nubert nuVero 70 Gruppenbild2

Jetzt zuschlagen – noch bis zum 31. August 2015 gibt es den „nuJubiläumsrabatt“ auch auf die Vertreter der jüngst gründlich überarbeiteten nuVero-Baureihe des schwäbischen Lautsprecher-Experten Nubert. Wir hatten schon das Top-Modell nuVero 140 vor der diesjährigen High End im Test und waren praktisch restlos begeistert. Nun wollen wir der mit Rabatt pro Stück 1.095 EUR kostenden nuVero 70 (Normalpreis 1.135 EUR/Stück) auf den akustischen Zahn fühlen.

Nubert nuVero 70 Front Seitlich Center2

Auch als Center kann man nuVero 70 sehr gut verwenden 

Nubert nuVero 70 Bassreflexrohr

 Bassreflexöffnung

Da wir wissen, wie extrem anspruchsvoll die Nubert-Leserschaft, vertreten im nuForum, ist, haben wir uns diesmal zumindest bei der Wahl der Zuspieler nichts zuschulden kommen lassen. Da leider Nuberts eigene Elektronik, bestehend aus nuControl Vorverstärker und nuPower D Endstufe, noch nicht verfügbar war, haben wir uns vom renommierten Anbieter Quadral Aurum die Vorstufe P8 und die Endstufe M8 in die Redaktion geholt. Tests beider Hannoveraner Edel-Komponenten folgen. 

Nun aber konzentrieren wir uns voll auf die nuVero 70 mit fünf Jahren Garantie, die flexibel ist wie kaum eine andere Box. Man kann den exzellent verarbeiteten Lautsprecher, der wahlweise in Diamantschwarz, Kristallweiß oder Goldbraun verfügbar ist, horizontal als Center oder vertikal verwenden. Der Lautsprecher sieht mit und ohne Metall-Abdeckgitter hervorragend aus. Kennzeichen der nuVero-Serie ist die vorstehende Schallwand „Klangsegel“ in kontrastierender Materialwahl. Dieses Klangsegel ist in Metallic-Diamantschwarz ausgeführt, während der eigentliche Boxenkorpus aus haptisch angenehm samtigen Nextel besteht. Eine sehr gelungene Kombination, die bereits die erste nuVero-Generation auszeichnete.

Für den senkrechten Betrieb hat nubert auch die edlen Standfüße SF-7 im Portfolio – Edelstahl, made in Germany!

Nubert nuVero 70 Front Seitlich1

nuVero 70 – das Alllround-Talent

Nubert nuVero 70 Rueckseite Seitlich2

 Rückansicht

Extrem hochwertige Standfüße beweisen den Sinn für Noblesse im Detail, wie wir es von Nubert kennen, sind auch die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals in Bi-Wiring-Ausführung qualitativ auf höchstem Level. 

Nubert nuVero 70 Anschluesse Rueckseite

Besonderes Augenmerk verdient das Anschlussterminal, nicht nur aufgrund der hochwertigen Schraubterminals

Zwischen den Lautsprecherkabel-Schraubanschlüssen befinden sich drei Kippschalter. Der obere linke Schalter gestaltet die Mittenwiedergabe entweder prägnant oder neutral, je nach Gusto des Hörers und Raumakustisch. Der Schalter rechts daneben nimmt sich der passenden Darstellung des Hochtonbereiches an: Brillant, neutral oder sanft stehen zur Debatte. Gerade in akustisch sehr lebendigen Räumen empfiehlt sich die „Sanft“-Schalterposition durchaus, sonst kann der Klang zu harsch und fordernd selbst in neutraler Schalterstellung erscheinen. 

Nubert nuVero 70 Verarbeitung

nuVero-Architektur mit Klangsegel und unterschiedlichen Materialien – nach wie vor schön

 

Nubert nuVero 70 Tieftoener

 High-Tech pur bei der Chassisbestückung

„Made In Germany“ – das können nur noch wenige Produkte von sich behaupten. Der nuVero 70 gehört zu diesem elitären Kreis und wartet mit zahlreichen konstruktiven Merkmalen sowie einer Opulenz hinsichtlich des Materialeinsatzes auf. Selbst manche doppelt und dreifach so teuren Konkurrenzprodukte müssen sich hier vom nuVero 70 gnadenlos vorführen lassen.

Nubert nuVero 70 Hochtoener

Neu entwickelter Hochtöner. Achtung asymmetrisch – auf linke und rechte Box achten!

Der Dreiwege-Bassreflexlautsprecher trumpft beispielsweise mit einem komplett neu entwickelten Hochtöner mit Seidengewebe-Kalotte auf. Neue Bestwerte hinsichtlich Brillanz und Auflösungsvermögen zeigte er bereits im Test der nuVero 140. 

Nubert nuVero 70 Mitteltoener

Flachmembran-Mitteltöner, 52/112 mm

Der Mitteltöner ist ebenfalls neu und sehr speziell. Die kompakten Chassis haben nur 52 mm Membrandurchmesser. Das Flachmembranchassis kann sich als solide Basis auf einen Alu-Druckgusskorb verlassen. Thermische Probleme werden aufgrund der großzügig dimensionierten Belüftungsöffungen umgangen. Der besonders kraftvolle Neodym-Magnetantrieb garantiert ebenfalls eine überdurchschnittlich hohe Performance. Dazu passt die hochbelastbare Schwingspule. 

Die beiden 150 mm Tieftöner mit extra großem Hub sind wie geschaffen für das Verdauen auch heftiger anliegender Pegel. Auch hier setzen die Schwaben auf ein überdurchschnittlich dimensioniertes Magnetsystem, einen Aluminium-Druckgusskorb und eine besonders belastbare Schwingspule. 

Nubert nuVero 70 Innenleben2

Typisch Nubert – die hochwertige Frequenzweiche

Nubert nuVero 70 Innenleben1

 Mehrstöckiger Aufbau

Das Ganze schlägt sich in einer gigantischen Nennbelastbarkeit von 280 Watt (nach DIN EN 60268-5, 300-Stunden-Test) und einer hohen Musikbelastbarkeit von 370 Watt nieder.  Bei +/- 3 dB werden Frequenzen zwischen 38 Hz und 25 kHz wiedergegeben. Natürlich hat sich Nubert auch dem Filternetzwerk angenommen und eine neue Frequenzweiche mit langzeitstabilen Bauteilen für die nuVero 70 konstruiert. In der 19 kg wiegenden Box sind auch selbstrückstellende Sicherungen im Frequenzweichen-Layout enthalten, die Hoch-, Mittel- und Tieftöner sowie die Weiche selber gegen drohende Überlastung schützen. 

17,2 cm hoch ist der Korpus, 20,3 cm das Klangsegel, die Breite des Korpus liegt bei 70,5, das Klangsegel kommt auf 72 cm. Die Tiefe ohne Gitter liegt bei 28 cm, mit Gitter sind es 30 cm. 

Klang

Schlägt die nuVero 70 im Stereo-Aufbau auch akustisch voll zu? Wir belassen alle Schalter in neutraler Position und wählen die freie Aufstellung. Wir legen mit „Past Is Dead“ von Bad Religion los (FLAC 88,2 kHz) und freuen uns über die enorme Dynamik, die freigesetzt wird. Die nur durchschnittlichen 84 dB Wirkungsgrad der nuVero 70 macht die kraftvolle Aurum P8 Endstufe sofort vergessen. Hier wird Energie pur angeliefert, und die nuVero 70 schwingt sich zu einer Performance auf, die sehr deutlich über Preisklassen-Niveau liegt. Der Bass kommt impulstreu und druckvoll zum Ausdruck. Die Stimme des Sängers wird ausgezeichnet von den Instrumenten getrennt, auch bei kräftiger anliegender Lautstärke. 

Diana Kralls „Stop This World“ (96 kHz FLAC) beeindruckt uns der Tiefgang im Bassbereich, den die nuVero 70 zur Verfügung stellt. Hier gibt es doppelt so teure Standlautsprecher, die keine Chance haben gegen das schwäbische Multitalent. Das Piano inklusive Anschlagdynamik kommt so gut heraus, dass wir uns verdutzt die Augen reiben: Was packt Nubert hier für gut 1.000 EUR für ein Paket? Selbst erfahrene, anspruchsvolle HiFi-Freunde werden diesen Lautsprecher lieben, das prognostizieren wir.

Dazu passt, wie exzellent sich Dianas Stimme von den Lautsprecher-Chassis löst. Die räumliche Wirkung ist verblüffend und lässt auf eine viel größere Box schließen. Der Hörer taucht ein in ein intensives, umfassendes akustisches Gesamterlebnis mit überragender Grob- und für die Preisliga Maßstäbe setzender Feindynamik. 

„Desperado“ in 48 kHz FLAC von Diana Kralls Album „Wallflower Deluxe“ macht uns ebenfalls großes Hörvergnügen. Kennzeichnend ist erneut die vorzügliche Loslösung der Stimme von den Lautsprechern, gepaart mit großartiger, Maßstäbe setzender Pegelfestigkeit. Keinesfalls sind die Nubert-Lautsprecher unterdimensioniert für die erstklassige Vor-/Endstufen-Kombination aus dem Hause Quadral Aurum. Feindynamisch setzt die nuVero dank des Hochtöners mit exzellentem Auflösungsvermögens und Rundstrahl-Verhaltens Akzente, der Übergang vom Hochton- in den Mitteltonbereich überzeugt uns voll und ganz. Die Streicher und das Piano kommen richtig gut heraus. 

Mark Knopflers „Skydiver“ (FLAC 192 kHz) macht ebenso großen Spaß beim Anhören. Die Gitarre kommt authentisch heraus, und die Stimme der Legende erfreut durch eine beinahe schon fühlbare Aura. Wie intensiv die nuVero 70 spielt, ist sehr zu loben, vor allem auch der Mut der Schwaben, die zwar exzellente, aber akustisch streng neutrale, nüchterne nuVero-Serie durch etwas wohldosierte Emotion zu würzen. Man möchte richtig „mitgehen“ mit der Musik, so couragiert wirft sich die nuVero 70 ins Zeug. Der breite vertikale und horizontale Abstrahlwinkel stechen auch hervor, so dass man hier definitiv keinen typischen Monitor vor sich hat, sondern einen Lautsprecher mit praxistauglicher Wohnzimmer-Auslegung.

„Diamante“ (FLAC 96 kHz) von Sandra und Toni Alessi beweist uns einmal mehr, wie feindynamisch gelungen die nuVero 70 agiert. Klar und nuancenreich erfolgt die Präsentation der weiblichen und der männlichen Gesangsstimme. Filigran kommen musikalische Details ans Tageslicht, klar erfolgt auch hier die Trennung zwischen Stimmen und Instrumenten. Die nuVero 70 eignet sich aufgrund von Abstrahlverhalten und Pegelfestigkeit im Stereobetrieb problemlos für Räume bis knapp 30 Quadratmeter, vorausgesetzt, man verfügt über einen entsprechenden Verstärker, der genug Leistung garantiert, um die Boxen effektiv anzusteuern. 

Zu wenig kritische Punkte, zu blumige Sprache, das wird uns gern von den technisch versierten und anspruchsvollen Lesern des nuForums vorgeworfen. Nun, das geben wir hier gern zu, und wir nehmen diese Kritik auf unsere Kappe – denn es fällt schwer, bei einem so tollen Lautsprecher für so wenig Geld ernstzunehmende Kritik anzubringen, bis auf den Wirkungsgrad vielleicht und die Tatsache, dass es keinen Bassschalter hinten am Terminal gibt, mit der man die Bass-Intensität justieren kann. 

Gegenüber dem Vorgänger nuVero 7, uns auch bestens bekannt, kokettiert die nuVero 70 mit folgenden Pluspunkten:

  • Rundstrahlverhalten im Hochtonbereich verbessert
  • Brillanz noch ausgeprägter, ohne aggressiv zu werden
  • Klang emotionaler, weniger analytisch insgesamt
  • Übergang Hochton-/Mittenbereich noch fließender, unmerklicher
  • Mitteltöner löst Stimmen noch besser von der Box
  • Tieftöner bei der Impulstreue und beim Tiefgang optimiert

Der Ehrlichkeit halber müssen wir hier hinzufügen, dass auch die nuVero 7 nach wie vor eine hervorragende Box ist. Die Differenzen sind keinesfalls so gravierend, dass Besitzer der nuVero 7 sich nun grämen und zwingend einen Neukauf planen müssen. Es handelt sich um Nuancen, die erst nach ausgiebigem Testen auffallen. 

Konkurrenzvergleich
  • Klipsch Reference RP-280F für 650 EUR Street Price pro Stück: Die Klipsch ist enorm preiswert und dafür richtig gut, wenn es um maximal mögliche Pegel und Grobdynamik geht. Feindynamisch hat Klipsch massiv aufgeholt. Ein rundherum gelungenes, preiswertes Paar Lautsprecher für „richtige Männer“, solide und robust. Die Nubert nuVero 70 tritt geschliffener, kultivierter auf, bleibt gleichzeitig im Bassbereich in gefährlicher Nähe zur Klipsch – trotz der kompakten Abmessungen. Der Mehrpreis der nuVero 70 ist aufgrund der exzellenten Fertigungsqualität und den akustischen Meisterleistungen vollauf gerechtfertigt.
  • Dali Rubicon 6 – dänisches Klang-Ass für 1.799 EUR/Stück: Kultivierter Klang, bestmögliche Verarbeitung, konservativ-edle Optik: Dalis Rubicon-Serie ist nicht umsonst sehr beliebt. Die Rubicon 6 ist deutlich teurer als die nuVero 70 und rechtfertigt dies mit enorm aufwändigen Lösungen wie dem Hybrid-Hochtöner. Die Nubert-Frequenzweiche ist aber deutlich hochwertiger, überdies ist das Finish zwar anders, aber nicht minder edel aus bei der dänischen Konkurrenz. Im Bassbereich, das ist klar, bietet die deutlich größere dänische Box noch mehr, aber es verblüfft, wie nahe die nuVero 70 dran ist. Die sehr breite Auflösung, die die Rubicon 6 im Hochtonbereich bietet, sowie die sehr gute Anbindung dank Hybridtechnik an den Mitteltöner erreicht der neu entwickelte One-Way-Hochtöner der nuVero 70 ebenfalls fast. 
  • Teufel Definion 5S: Die große Berliner Regalbox ist preislich sehr gut mit der nuVero 70 vergleichbar, ist aber nicht so flexibel. Sie kann als klassischer Regallautsprecher, nicht aber als Cennter eingesetzt werden. Akustisch ist diese Alternative auch sehr aufwändig konstruiert. Koax-Treiber (Punktschallquellen-Prinzip, Hochtöner sitzt im Zentrum des Mitteltöners) und Flachmembran-Tieftöner beweisen, dass High Tech in Berlin groß geschrieben wird. Akustisch ist die Definion 5S ein harter Konkurrent, bietet einen sauber abgestimmten und kraftvollen Bass, fein gestaffelte Mitten und viel Transparenz in den Höhen. Eine Anpassungsmöglichkeit für Hoch- und Mitteltonwiedergabe, wie sie die nuVero 70 bietet, fehlt. 
Fazit

Nubert nuVero 70 Front Seitlich2

Wieder ein klarer Kandidat für die „Champions League“ – die Nubert nuVero 70 übertrifft alle Erwartungen deutlich und profiliert sich mit meisterhafter Pegelfestigkeit, herausragender Flexibilität und einer Maßstäbe setzenden Grob- und Feindynamik. Keine andere Box dieser Preisklasse ist derzeit so nahe an der Perfektion wie dieser Kandidat von der Ostalb.

Sensationelle akustische Performance, hohe Flexibilität und mustergültige Verarbeitung zum Sonderpreis
masterpiecelogo
Lautsprecher bis 1.500 EUR/Stück
Test 15. Juni 2015

+ Pegelfestigkeit setzt Maßstäbe
+ Brillantes Auflösungsvermögen des neuen Hochtöners
+ Breiter Abstrahlwinkel 
+ Grob- und Feindynamik überragend
+ Hoch flexibel
+ Exzellente Verarbeitung
+ Günstiger Preis, jetzt noch bis 31.8. mit Rabatt

– Wirkungsgrad von 84 dB verlangt nach kräftigem Verstärker

www.nubert.de

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 15. Juni 2015




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