TEST mit XXL-DSD-Klangwertung: Sony 7.2 AV-Netzwerk-Receiver STR-DN1070 mit DSD-nativer Wiedergabe

Sony STR-DN1070 Front Seitlich1

Mit nativer DSD-Wiedergabe, Decodern für Dolby TrueHD/DTS-HD, 4K/HDR/HDCP 2.2-HDMI-Terminals für die Ultra HD-Ära und sieben jeweils 165 Watt starken Endstufen möchte sich der auf dem Markt für rund 545 EUR (UVP 699 EUR) erhältliche Sony AV-Receiver STR-DN1070 in Szene setzen. Leider verzichtet Sony trotz dem aktuellen Trend auf Decoder für Dolby Atmos und DTS:X. Dafür sind an multimedialen Merkmalen Apple AirPlay und auch Google Cast an Bord, ebenso Spotify Connect. Natürlich fehlt auch Bluetooth inklusive NFC nicht. Außer DSD gibt der STR-DN1070 an HiRes-Audio-Formaten auch AIFF, ALAC, FLAC sowie WAV wieder.

Der Sony ist des Weiteren in der Lage, Full HD-Quellen auf 4K hochzuskalieren. Die „Digital Cinema Automatic Calibration“ kommt als Lautsprecher-Einmesssystem mit Room EQ zum Einsatz. Allerdings wird nur an einer Haupt-Hörposition eingemessen. Eine integrierte „Klangoptimierungsfunktion“ übernimmt die Rolle der modernen Loudness-Schaltung und soll bei jeder Lautstärke einen vollen Klang garantieren. Dazu misst der AV-Receiver automatisch die Lautsprecherleistung und passt den Frequenzgang an die Hörbarkeit an. Die Sony SongPal-App ist zudem für die Zusammenarbeit mit dem STR-DN1070 geeignet. 

Sony STR-DN1070 Display

Display 

Sony STR-DN1070 Bedienelemente Front3

Bedienelemente

Sony STR-DN1070 Bedienelemente Front1

Drehregler für Quellwahl und Lautstärke

Sony STR-DN1070 Fernbedienung

Fernbedienung

Sony STR-DN1070 Mikro

Einmessmikrofon

Optisch tritt der STR-DN1070 in der mittlerweile bekannten Sony-Designsprache auf. Rechts sind Lautstärkedrehregler, und, weiter innen, der Drehregler für die Quellwahl auf der Gerätefront zu finden. Die drei Anschlüsse vorn (Einmessmikrofon, USB, HDMI) sind nicht unter einer Abdeckung, auch der Kopfhörer-Ausgang, ganz links, nicht. Das Display löst befriedigend auf und ist einzeilig. Unter dem AV-Receiver befinden sich solide Gerätestandfüße. Die mitgelieferte Fernbedienung ist recht übersichtlich und ähnelt leicht den Remotes, die Pioneer und Onkyo 2016 in der 600 bis 700 EUR-Liga mitliefern. Die Tasten sind angenehm gummiert, leider fehlt eine Beleuchtungsmöglichkeit.

Sony STR-DN1070 Innenleben Gesamt

Innenleben komplett

Sony STR-DN1070 Innenleben2

Transformator

Sony STR-DN1070 Innenleben4

Layout im Detail

Sony STR-DN1070 Innenleben3

Solides Finish

Sony STR-DN1070 Innenleben1

Blech-Kühlkörper

Das Innenleben des AV-Receivers ist gut verarbeitet und preisklassengemäß aufgebaut. Auch Sony setzt nur einen Blech-Kühlkörper ein, wie auch die Konkurrenz. Die Verkabelung im Geräteinneren hinterlässt einen ordentlichen Eindruck. 

Der STR-DN1070 verfügt über eine Reihe spezieller qualitativer Merkmale:

Hochwertige D/A-Wandler, nicht nur für PCM, sondern auch für die native DSD-Wiedergabe, PCM Signale werden mit 32-Bit Genauigkeit verarbeitet
Kondensatoren mit hoher Audioqualität: Neu entwickelte Elektrolyt-Kondensatoren kommen zusammen mit einer robusten DAC-Stromversorgung zum Einsatz
Widerstände mit Elektroden aus reinem Kupfer mit hoher Datenleitfähigkeit
Aufwändiger Vorverstärker, optimiert für HiRes-Audiowiedergabe. Nur ein einziger Massepunkt plus separate Stromversorgung
Leistungsverstärker mit diskretem Aufbau und gleichen Arbeitsbedingungen für alle sieben Endstufen, die Einheit befindet sich auf einer Glas-Epoxidharz-Platte für bestmögliche Qualität
Präziser vakuumversiegelter Quarzoszillator mit vergoldeten Elektroden für perfekte Signalverarbeitung von per HDMI angeschlossenen Quellen
Transformator für hohe Stromlieferfähigkeit und ausgezeichnete Störungsarmut für optimale Audioqualität
Leiterplatte für die digitale Stufe ist zum Schutz der Platte bei etwaigen Vibrationen in einen stabilen Metallrahmen integriert

Der STR-DN1070 bringt folgende Anschlüsse mit:

Sony STR-DN1070 Rueckseite Seitlich

Komplette Rückseite

Sony STR-DN1070 Antennen

Antennen für Drahtlos-Verbindungen

Sony STR-DN1070 Anschluesse Rueckseite3

HDMI-Sektion hinten

Sony STR-DN1070 Anschluesse Rueckseite2

Analoge Audio- und Videosektion

Sony STR-DN1070 Anschluesse Rueckseite1

Lautsprecherkabel-Anschlüsse

Sony STR-DN1070 Bedienelemente Front2

Anschlüsse vorn mit HDMI und USB sowie Anschluss fürs Mikrofon für die Lautsprecher-Kalibrierung

  • HDMI Videoein-/ausgang (6/2); alle mit HDCP 2.2
  • Composite Videoeingänge (2)
  • Composite-Monitorausgang (1)
  • Koaxialer Audioeingang (1)
  • Zone 2-Cinch-Analog-Audioausgang (1)
  • Optischer Audioeingang (1)
  • Analoger Audioeingang (4)
  • Kopfhörerausgang(1)
  • Subwoofer-Vorverstärkerausgang (2)
  • USB (1 vorne)
  • Ethernet-Anschluss (1)

Der STR-DN1070 hat mit insgesamt sechs HDMI-Terminals ein bis zwei HDMI-Eingänge weniger als die Konkurrenz, die mit sieben bis acht HDMI-Inputs aufwarten kann. Aber Hand aufs Herz: Wer braucht wirklich mehr HDMI-Eingänge als die sechs des Sony STR-DN1070?

Die grafischen Bildschirmmenüs sind im Wesentlichen einfach zu bedienen und sehen gut aus. Wir haben verschiedene Screenshots erstellt.

Sony STR-DN1070 Screenshot 1

Hinter „Easy Setup“ verbirgt sich ein On-Board-Einrichtungsassistent

Sony STR-DN1070 Screenshot 2

Nicht alles konsequent in deutscher Sprache

Sony STR-DN1070 Screenshot 3

Mit „Deckenlautsprecher“ sind keine Atmos-Speaker gemeint

Sony STR-DN1070 Screenshot 4

Automatische Kalibrierung der Lautsprecher

Sony STR-DN1070 Screenshot 5

Zuweisung

Sony STR-DN1070 Screenshot 6

Gute grafische Darstellung, der virtuelle Hörraum hat sogar Parkettboden

Sony STR-DN1070 Screenshot 7

Schön veranschaulicht

Sony STR-DN1070 Screenshot 8

Messergebnisse speichern, Messung wiederholen oder nur die Ergebnisse verwerfen steht zur Auswahl nach Messende

Sony STR-DN1070 Screenshot 9

Automatische Kalibrierung ist abgeschlossen

Sony STR-DN1070 Screenshot 10

Es folgen beim „Easy Setup“ die Netzwerkeinstellungen

Sony STR-DN1070 Screenshot 11

Wie üblich wahlweise drahtlos oder kabelgebunden

Sony STR-DN1070 Screenshot 12

Konfigurationsübersicht

Sony STR-DN1070 Screenshot 13

Menügestaltung anders als bei der Konkurrenz

Sony STR-DN1070 Screenshot 14

Bei „Listen“ finden sich Quellen, bei denen es nur ums Hören geht

Sony STR-DN1070 Screenshot 15

Medienserverliste

Sony STR-DN1070 Screenshot 16

Google Cast und Spotify dabei

Sony STR-DN1070 Screenshot 17

Custom Presets fassen verschiedene einzelne Einstellungen in einen Macro zusammen – muss man nicht unbedingt haben

Sony STR-DN1070 Screenshot 18

Übersicht „Sound Effects“

Sony STR-DN1070 Screenshot 19

Speaker Settings

Sony STR-DN1070 Screenshot 20

Audio Settings mit verschiedenen „Digital Legato Linear“ Betriebsarten

Sony STR-DN1070 Screenshot 21

Screen Settings

Sony STR-DN1070 Screenshot 22

Hier kann man das Upscaling von FullHD auf 4K aktivieren

Sony STR-DN1070 Screenshot 23

Network Settings

Sony STR-DN1070 Screenshot 24

System Settings

Das Menü des STR-DN1070 sieht anders aus als bei den Konkurrenten. Gerade das Home-Menü mit Unterteilung in „Watch“ und „Listen“ und einzelnen, gut erkennbaren Reitern ist anders gestaltet. Leider hält man sich auch dann, wenn man Deutsch als Sprache wählt, nicht konsequent an die deutsche Sprache, sondern ein „Mischmasch“ aus deutscher und englischer Sprache erscheint auf dem OSD. Das ist einer Firma wie Sony nicht würdig. 

Wenden wir uns nun der bereits oben erwähnten SongPal-App zu. Diese wird zunächst aus den entsprechenden Stores von Apple oder Google heruntergeladen. Dann verbindet sich die App via Bluetooth mit dem entsprechenden Sony-Device. In unserem Falle wurde der STR-DN1070 direkt erkannt.

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In der aktuellen SongPal-Version ist die Kompatibilität zu Wireless-Stereo und Wireless-Surround gegeben

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Der STR-DN1070 muss an sein

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Nun wird der STR-DN1070 hinzugefügt

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Schnell ist die Einrichtung abgeschlossen

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Attraktive Menügestaltung

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Z.B. Zugriff auf die Musik auf dem Smartphone und auf Spotify

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Übersichtlich gehalten: Die Einstellungen

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Submenü „Sound“

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Wenn der STR-DN1070 automatisch eingemessen und kalibriert wird, gibt es danach drei Kurven, wir halten „Engineer“ für recht gelungen

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„Equalizer“ ist etwas übertrieben

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Denn es finden sich nur Regler für Bässe und Höhen

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Die verschiedenen Decoder-Modi und DSP-Programme

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Filmton-Modi

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Betriebsarten für Musikmaterial

Die SongPal-App sieht grafisch recht gut aus, ist in unseren Testreihen betriebssicher gewesen und ist einfach im Handling. Extrem viele Funktionen wie bei manch anderen Apps, z.B. von Pioneer oder Yamaha, finden sich aber nicht. 

Klang

Wer rasch etwas justieren möchte, drückt auf der Fernbedienung die Taste „Options“. Dann tauchen die folgenden Parameter auf:

  • Pure Direct
  • Sound Optimizer (Normal, Low, Off)
  • Sound Field (Filmton: HD-Digital Cinema Sound, kurz HD D.C.S., mit den Unter-Betriebsarten Dynamic, Theater, Studio. Für Musik gibt es folgende Modi: Concert Hall A, der die Akustik des „Weinberg“ (wegen des terrassenförmigen Aufbaus) Konzertsaals der Berliner Philharmoniker in Berlin reproduziert, das Concert Hall B-DSP reproduziert die Akustik eines schuhkartonförmigen Konzertsaals in Amsterdam (Concertgebouw?), das Concert Hall C-Programm imitiert die Akustik eines mit Holz verkleideten, schuhkartonförmigen Kontertsaals in Wien (Haus des Wiener Musikvereins?), Jazz Club reproduziert die Akustik eines typischen, nicht zu großen Jazz-Clubs, Live Club imitiert einen Live-Saal mit ca. 300 Sitzplätzen, Stadium soll Stadion-Atmosphäre schaffen. Für Sport-Livesendungen gibt es dazu noch einen „Sports Modus)
  • Dual Mono
  • A/V Sync

Am Sony STR-DA1070 läuft ein sehr hochwertiges Lautsprechersystem. Vorn zweimal die Nubert nuLine 286, als Center agiert der nuLine CS-174, als aktiver Subwoofer der nuLine AW-1100 und für den Rearbereich laufen zwei nuLine 34. Demnach ein hochwertiges, klassisches 5.1 Setup. 

DTS-HD/Dolby TrueHD

Ultra HD-Blu-ray „Der Marsianer“, DTS-HD Master Audio,ab Filmbeginn

Der Sony, soviel sei angemerkt, schleift das Ultra HD Blu-ray-Signal, von unserem Samsung UBD-K8500 kommend, stabil und ohne Schwierigkeiten durch. Gleich der Beginn mit subtilen Soundeffekten und langsamer Steigerung wird treffend erfasst. Der Music Score kommt in angemessen feiner Auflösung heraus. Neue akustische Elemente, die hinzukommen, werden impulstreu eingearbeitet. Die Zusammenarbeit mit dem nuLine AW-1100 Aktiv-Subwoofer funktioniert ausgezeichnet. Die Stimme per Funkübertragung sowie die Fahrgeräusche des Mars-Fahrzeugs kommen facettenreich heraus.

Das sich immer weiter entwickelnde Unwetter auf dem roten Planeten und der Music Score, der den Spannungsbogen mit prägt, verarbeitet der Sony zu einem explosiven Cocktail. Die Front-Surround-Übergänge sind ausgezeichnet, und Sonys spezielles DSP namens „HD-D.C.S“ (Digital Cinema Sound, Modus „Theater“, es gibt noch „Studio“ und „Dynamic“ als HD-D.C.S Modis) stellt eine homogene und gleichzeitig sehr dynamische Effektwiedergabe sicher. Auch, als das Unwetter voll um sich greift, behält der STR-DN1070 den akustischen Überblick und stellt auch kleine Effekte überzeugend dar.

Der niederprasselnde Regen wird sehr räumlich wiedergegeben, wenngleich wir uns bei solchen Effekten wünschen würden, dass der Sony mit Dolby Atmos sowie DTS:X ausgestattet ist. Aktiviert man die sehr guten Upmixer Dolby Surround beziehungsweise DTS Neural:X, werden die Height-Lautsprecher mit ins Geschehen integriert, was ein dreidimensionales, sehr räumliches Klangbild zur Folge hat. Den Nachfolger des STR-DN1070 sollte Sony unbedingt mit diesen Decodern für die Wiedergabe von objektbasiertem Audio ausstatten. 

Blu-ray Celine Dion „A New Day“, Dolby True HD, „The Power Of Love“

Wir hören im „Direct“ Modus, also ohne DSP, und sind überrascht, wie fein der Sony Celines Stimme auflöst.  Die Beifallsbekundungen des Publikums kommen hervorragend heraus, die Ortung des Klatsches gelingt präzise. Die Trennung von Stimme und Instrumenten gelingt dem STR-DN1070 ebenfalls überzeugend. Exzellent funktioniert die Zusammenarbeit mit dem nuLine AW-1100, der kraftvolle aktive Subwoofer fügt sich ausgezeichnet ins tonale Gesamtbild ein.

Die Räumlichkeit von Natürlichkeit geprägt, die Stimme ertönt insgesamt sehr klar, zu aggressiv wird sie aber auch bei beachtlich hohem Pegel nicht. Die Endstufen scheinen, so die Eindrücke bei diesem Stück, geschmeidig anzusprechen und stellen spontan ihre Leistung zur Verfügung. Bei „Because You Loved Me“ ist der präzise Bassbereich, zu dem natürlich auch der AW-1100 wieder seinen Teil beträgt, sehr zu loben. Aber der Sony schafft es auch, wirklich gut mit dem hochwertigen Nubert-Ensemble zusammen zu arbeiten. Schade, dass es Sony einfach nicht schafft, den aktuellen AV-Receivern modernste Decoder wie Dolby Atmos oder DTS:X mit auf den Weg zu geben – so geraten sie unberechtigterweise ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz von D&M, Yamaha, Pioneer und Onkyo.

Klanglich präsentiert sich der STR-DN1070 als sauber und stimmig abgestimmt. Auch beim 2. Song von Celine entfaltet die Stimme der Sängerin wieder sehr viel Charisma, die Instrumente sind lebendig und detailreich eingearbeitet. Der kraftvolle Bass auf der einen Seite und die tadellose Auflösung im Hochtonbereich auf der anderen Seite: „To Love You More“ fängt vielversprechend an. Ein weiteres Mal entfacht der STR-DN1070 viel emotionales Feuer und bringt dieses durch Räumlichkeit und Schnelligkeit zum Zuhörer. Die homogene Gesamt-Klangkulisse und die auch beim dritten Titel sehr gelungene Stimmwiedergabe runden den eindrucksvollen Auftritt des 1070ers ab.

DSD-XXL-Hörcheck

Natürlich haben wir dem STR-DN1070 auch DSD-Files zugeführt. So „Cloe“ (DSD 2,8 MHz) von Joe Pass mittels USB-Stick. Sehr detailreich und stark im Bassbereich gibt der AV-Receiver diesen Stereo-Track wieder. Besonderheit des STR-DN1070 ist nämlich, dass der STR-DN1070 die DSD-native Wiedergabe bis zu 5.1 Channels unterstützt. Was heißt das? Normalerweise werden, von einigen wenigen Ausnahmen bei sehr hochwertigen Devices, DSD-Streams nach der Entgegennahme in PCM umgewandelt. Laut Sony macht dies der STR-DN1070 nicht. Vielmehr gibt der AV-Receiver Direct Stream Digital nativ wieder. Bei „I Love You“, ebenfalls von Joe Pass, agiert der STR-DN1070 ebenfalls recht dynamisch und mit einer guten, klaren und räumlich differenzierten Wiedergabe des Hochtonbereiches. 

Weiter geht es mit SACD-Stereo: „Almost Paradise“, das „Love Theme“ des Film-Klassikers „Footloose“ (Mike Reno & Ann Wilson) kommt sehr feinfühlig heraus, obwohl das Quellmaterial aufgrund der leicht spitzen Aufnahme durchaus kritisch ist. Mit Substanz und Kraft managt der Sony die E-Gitarre sowie den gesamten Bassbereich. Schwungvoller zur Sache geht es bei Bonnie Tylers „Holding Out For A Hero“. Der Rhythmus wird mit Verve wiedergegeben, Bonnies charakteristische Stimme kommt gut heraus und wird passend von dem instrumentalen Teil getrennt. Der Sony stellt bei der Darstellung dieses Stücks auch seine ausgezeichnete Pegelfestigkeit unter Beweis, wenngleich er hier nur 2 seiner insgesamt 7 Kanäle einsetzen muss. 

Von einer Deutsche Grammophon 5.1 DSD-SACD haben wir Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert A-dur KV 622, Erstes Allegro, angehört, und natürlich auch hier den nativen DSD-Wiedergabemodus angewählt. Mit sehr guter Detaillierung, aber einer leicht zu forschen Wiedergabe der Streicher bei deutlich gehobenem Pegel tritt der STR-DN1070 hier auf. Wir haben einen Denon DBP-1611UD angeschlossen, der neben Blu-rays und DVDs bekanntermaßen auch SACDs wiedergibt. Wichtig ist es nur, die Ausgabe über HDMI auf „Bitstream“ zu stellen, nicht nur wegen Dolby TrueHD und DTS-HD Master, sondern auch wegen SACD. Steht die Ausgabe auf „PCM“, so wird DSD schon im DBP-1611UD in PCM gewandelt. Frisch und mit authentischer Räumlichkeit nimmt sich der STR-DN1070 auf jeden Fall der DSD-direkten Wiedergabe an und stellt die Klarinette gekonnt in den Fokus des akustischen Geschehens.

Nun schwingt sich der STR-DN1070 zu Großtaten auf – diese vollbringt er bei der Wiedergabe von Multichannel-DSD-Tracks von der SACD „James Bond Themes“, gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra, rein instrumental. Hier hören wir uns „You Only Live Twice“ an und sind erneut angetan vom Auflösungsvermögen. Sicher kann niemand von einem AV-Receiver dieser Preisklasse erwarten, dass akustisch ernsthaft der volle Bonus der immensen Auflösung eines DSD-Streams präsentiert wird. Aber das, was der Sony aus dieser SACD herausholt, verdient unsere Hochachtung. Klar, fundiert und mit sehr fein gestaffelter Räumlichkeit sorgt er, zusammen mit der frischen, zugleich hier gar nicht aggressiven Auslegung im Hochtonbereich, für enorme Freude beim Hören. Auch die instrumentale Version von „For Your Eyes Only“ kommt mit einer exzellenten Dynamik und einer ausgezeichneten Herausarbeitung der Streicher in den Hörraum, der auch gern gut 25 Quadratmeter messen kann. Die Endstufen des Sony stellen genug Leistung auch für diese Raumgröße zur Verfügung. Was der AV-Receiver mit diesem emotionalen Stück anstellt, ist nicht anders als mit dem Wort „großartig“ zu umschreiben. Die Blechbläser erscheinen auch sehr charismatisch, die Trennung der einzelnen Instrumente voneinander gelingt überragend. Was die pure Klanggüte angeht, so misst sich der Sony klar mit den Besten, umso bedauerlicher ist es, dies sei ein weiteres Mal erwähnt, dass die Ausstattung des Gerätes lückenhaft ist.

Das neu aufgenommene Bon Jovi-Album „This Left Feels Right“, mit mehr Tiefgang und weniger Speed hält sehr interessante Abmischnungen bekannter Hits bereit. Die SACD mit DSD Multichannel gefällt mit tadelloser Qualität und ist uns bestens bekannt. Da möchten wir natürlich gleich wissen, was der STR-DA1070 aus dem Klassiker „It’s My Life“ macht. Sehr gut wird die Stimme Jon Bon Jovis festgehalten. Sie steht stabil im Raum und punktet durch die klaren Konturen. Die Instrumente ergänzen das vokale Spektrum durch außergewöhnliche Feinfühligkeit. Wir können nach dieser erneut eindrucksvollen Vorstellung des STR-DN1070 nur dazu raten, dem AV-Receiver als Begleitung angemessen hochwertige Lautsprecher wie die von uns zum Test verwendeten Nubert-Komponenten zur Verfügung zu stellen. Dann kann der talentierte AVR seine Qualitäten voll ausspielen und begeistert mit Dynamik und Klarheit, die sich auch in höheren Preisklassen bestens machen würden. Auch „Living On A Prayer“, Chartstürmer der 80er Jahre, wurde neu interpretiert. Und der Sony STR-DN1070 gibt diese für Fans und Kenner der 80er Jahre zunächst ungewöhnliche Variante enorm lebendig und mit straffem, solidem Bass wieder. Das Auflösungsvermögen des Sony AV-Receivers ist ein weiteres Mal hervorragend für die Preisklasse. 

Wir beenden unseren SACD-Reigen mit zwei Tracks in DSD-Multichannel von der Schiller-SACD „Leben“. Hier hören wir „Liebe“ sowie „Leben – I Feel You“. Der STR-DN1070 baut hier auch bei hoher Lautstärke viel Atmosphäre auf und serviert die teils sphärischen Klänge mit toller Raumwirkung. Der Aufbau des Stückes „Liebe“ wird mit dichter Räumlichkeit und einer guten Herausarbeitung dynamischer Differenzen präsentiert. Der Bass ist präzise und hart. Bei der Version von „Leben“ muss man zu Beginn etwas aufpassen, denn die Stimme wird schnell ziemlich schrill Das ist hier nicht „Schuld“ des Sony, sondern der recht aggressiv auftretenden Abmischung. Der Beat wird dann, wie gewohnt, treffsicher und mit Substanz wiedergegeben, ebenso die männliche Gesangsstimme. Die Räumlichkeit wird auch bei „Leben“ als umfassend und stimmig empfunden.  

Video: Upscaling von Full-HD auf 4K

Hier gibt der Sony bei „Stirb Langsam 4.0“ und bei „Mission Impossible: Phantom Protocol“  keinen Anlass zur Kritik. Er skaliert mit stabilem Bildstand, geringer Rauschneigung und einer sauberen Einarbeitung auch von Details. Muster im Hintergrund stellt der STR-DN1070 recht scharf dar, hier liegt er auf dem Level des überzeugenden Pioneer VSX-1131. Der Denon AVR-X2300W sticht hier beide aus, denn nicht nur, dass er auch von 480/576i/p und von 720p auf bis zu 4K hochskaliert, auch seine sehr guten ISF-Bildprogramme (Day/Night) bescheren ihm gute Zensuren. Mit ausgewogenem Kontrast und authentischen Farben stellt aber auch der Sony STR-DN1070 ein tadelloses Ergebnis sicher. Hautfarben in den Gesichtern der Akteure wirken facettenreich, die gesamte visuelle Dynamik hat uns überzeugt. 

Konkurrenzvergleich
  • Denon AVR-X2300W: Der Denon ist noch neu auf dem Markt und daher kaum unter der UVP von 699 EUR zu finden. Fürs investierte Geld gibt es eine saubere Verarbeitung, eine tolle Ausstattung inklusive Dolby Atmos-Decoder (DTS:X per Firmware-Update), Videoscaler, der 480/576/720/1080-Signale auf bis zu 4K hochrechnet, zwei sehr gute ISF-Bildmodi (Day/Night), ein Audyssey-Einmessystem, das an bis zu 8 Positionen sehr gekonnt einmisst, und tadellose HiRes-Fähigkeiten (inklusive Gapless und DSD 2,8/5,6 MHz). Akustisch klingt der 2300 sehr homogen und enorm kräftig. Der Sony agiert jedoch filigraner, löst etwas feiner auf und ist gerade für HiRes-Medien ein toller Partner in seiner Preisklasse. Leider fehlen dem 1070 Decoder für Atmos und DTS:X, und das Einmesssystem ist im Vergleich zum Denon eher schlicht. Die native DSD-Kompatibilität ist der große Trumpf des STR-DN1070.
  • Pioneer VSX-1131: Der „Leader“ für 649 EUR UVP und rund 585 EUR Marktpreis gibt sich nirgendwo eine Blöße. Zwar misst sein MCACC Einmesssystem auch, wie beim Sony, nur an einer Position ein, macht dies aber exzellent. Der Pioneer bietet eine sehr gute Feinauflösung, eine enorme Grobdynamik und zudem einen ausgewogenen Sound. Der Sony aber trumpft auch hier mit der nochmals minimal feineren Auflösung auf. Wie auch der Sony kann der Pioneer nur von Full HD auf 4K hochskalieren. Beide AV-Receiver erledigen dies sehr gut. Der Pioneer hat umfangreichen HiRes-Fähigkeiten und natürlich auch einen Atmos-Decoder. DTS:X kommt per Update. 
Fazit

Sony STR-DN1070 Front Seitlich3

Sony hat beim STR-DN1070 vieles richtig gemacht. Aufgrund der Tatsache, dass Decoder für Dolby Atmos und DTS:X fehlen, hat man aber leider verpasst, dem gut verarbeiteten AV-Receiver einen modernen Anstrich mit auf dem Weg zum Kunden zu geben. Das ist ungemein schade, denn der STR-DN1070 überzeugt sonst mit vielen Qualitäten. Akustisch ist er ein großer Wurf. Mit erstaunlichem Auflösungsvermögen, nativer DSD-Wiedergabe, hervorragender Dynamik und authentisch wirkender Räumlichkeit zaubert er eine Menge Trümpfe aus seinem Ärmel. Das Video-Upscaling von Full-HD auf 4K erledigt der Sony souverän, und die Steuerung des AV-Receivers funktioniert mit Fernbedienung und OSD oder über die SongPal-App problemlos. Insgesamt ein hervorragender AV-Receiver, besonders für Mehrkanal-Musikliebhaber, und für Anwender, die auf die allerneueste Decoder-Technologie hinsichtlich objektbasiertem Audio verzichten können. Die aufgerufenen Marktpreise gehen in Ordnung. 

Enorm fein auflösender, sehr dynamisch antretender AV-Receiver mit nativer DSD-Wiedergabe
ueberragend
AV-Receiver Mittelklasse
Test 18. Juli 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18. Juli 2016

 

 

 




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