TEST: Aktiver Subwoofer SVS SB-2000

SVS SB-2000 Front Seitlich1

Direkt zu Jahresbeginn stellte die Lautsprecher-  und Subwoofer-Schmiede SVS neue Produkte vor – der SB-2000, derzeit im SV-Sound-Shop für 749 EUR angeboten, fand schnell den Weg in unsere Redaktion. Schon bislang erfreuten uns die SVS-Subwoofer durch enorme Bassgewalt, hohe Pegelfestigkeit, solide Konstruktion und sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. 

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30 cm Chassis, nach vorn abstrahlend

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 Gerundete Ecken, harmonische Optik

SVS sieht im neuen SB-2000 einen modernen, leistungsstarken und gleichzeitig kompakten aktiven Subwoofer. Um hohen Ansprüchen gerecht zu werden, kommt von einem neu entwickelten, besonders leistungsstarken DSP-Verstärker die erwünschte Kraft. Auch der 12-Zoll (30 cm) Treiber ist eine Neuentwicklung. Um eine hervorragende Präzision zu gewährleisten, arbeitet der SB-2000 nach dem geschlossenen Prinzip. Mit 500 Watt (nach RMS) Dauerleistung bietet der quadratische Power-Bassist (36,07 cm hoch/breit/tief) reichlich Reserven. Der 15,8 kg wiegende aktive Subwoofer besitzt ein MDF-Gehäuse und kommt in der Ausführung Black Ash (Matt) zum Kunden. Mit gerundeten Ecken und Metallschutzgitter vor dem nach vorn abstrahlenden 30 cm-Treiber präsentiert sich der SB-2000 als ansprechend verarbeitet. Die Optik erscheint überdies modern und gelungen, so dass der SVS-Woofer sich keinesfalls verschämt im Eck verstecken muss. 

SVS SB-2000 Halter LS Abdeckung

Solide verarbeitetes Metallschutzgitter

SVS SB-2000 Verarbeitung Aufnahme LS Abdeckung3

 Gute Verarbeitung, auch im Detail

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 Rückseite

Im technischen Detail möchte SVS erneut beweisen, dass man konstruktiv in die Vollen gegangen ist. Die Schwingspule ist besonders üppig dimensioniert, für höchstes Leistungsvermögen. Die Zentrierspinne wurde ebenfalls im Sinne bester akustischer Linearität weiterentwickelt. Für besonders gute Haltbarkeit, auch über einen längeren Zeitraum, steht die Langhub-Gummisicke. Die Membran aus Aluminium-Polypropylen ist gleichermaßen leicht wie steif und garantiert daher trotz des immensen Membrandurchmessers eine hohe Impulstreue. Der solide Aluminium-Druckgusskorb des Treibers ist pulverbeschichtet.  Die doppelt ausgeführten Ferritmagnete unter dem Korb garantieren ebenfalls hohe Performance. 

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Class D-Endstufe

SVS SB-2000 Innenleben1

 Schaltnetzteil

SVS SB-2000 Innenleben2

 Mit Schaumstoff verkleidete Kabel

Der Class D-Verstärker vom Typ New Sledge STA-500D liefert nicht nur die bereits angesprochenen 500 Watt RMS-Dauerleistung, sondern als kurzfristigen Peak, z.B. bei einer gigantischen Explosion im Actionfilm, sogar 1.100 Watt. Die Endstufe arbeitet digital nach dem Class D-Prinzip. Das hat den Vorteil, dass beim Verstärkungsprozess nur wenig Verlustwärme produziert wird.  So viel Leistung auch im Betrieb bereitgestellt wird, so wenig verbraucht der Verstärker im Standby-Modus: Weniger als 0,5 Watt. 

SVS SB-2000 Anschluesse Bedienelemente

Bedienelemente und Anschlüsse auf der Rückseite, inklusive Triggereingang und Auto-Schaltung

Die Endstufeneinheit nebst DSP-Elektronik ist auf der Rückseite des SB-2000 montiert. Es finden sich hinten Stereo-Cinch-Ein- sowie Ausgänge, ein stufenloser Lautstärkeregler, einen stufenlosen Phasenregler und eine von 50 bis 160 Hz einstellbare Übernahmefrequenz. Auf den Line-Level-Ausgängen ist der Hochpassfilter auf 80 Hz bei 12 dB/Oktave eingestellt. 

 Am wichtigsten, gerade bei einem aktiven Subwoofer, ist natürlich sein akustischer Nutzen. Und hier können wir sogleich attestieren: Es dürfte sehr schwer sein, noch mehr pure Basskraft zum vergleichbaren Preis zu finden. Die Neuentwicklung konnte sich auf verschiedene Weise in allen Testreihen profilieren: Zum einen durch eine weiter verbesserte Pegelfestigkeit. Selbst im 30 Quadratmeter messenden Hörraum kommt nie der Eindruck einer Unterdimensionierung auf. Für die kompakten Gehäuseabmessungen verblüffend ist der exzellente Tiefgang. Souverän dringt der SB-2000 bis tief in den Basskeller vor. SVS gibt 23 Hz als unterste Grenzfrequenz an, und der Praxiseindruck bestätigt, dass es kaum zu tief sein kann: Der SB-2000 bekommt selbst im annähernd subsonischen Bereich noch Struktur in den Bass. Das Thema Präzision beweist, dass die „Volksweisheit“ vom kraftvollen, aber „schwabbeligen Ami-Bass“ mittlerweile, zumindest bei SVS, Geschichte ist: Präzise und mit sauberen Konturen agiert der SB-2000 ausgesprochen überzeugend. Trotz des großen 30 cm Treibers bietet der geschlosseene aktive Subwoofer eine ausgezeichnete Impulstreue. Er gibt parallel stattfindende Bassereignisse ebenso gekonnt wieder wie harte Kickbässe oder andere,  kurze und trockene Bassimpulse. 

Nun zu einzelnen Höreindrücken. Ein exzellenter „Bass-Aktivist“ zeichnet sich nicht nur durch entsprechende Wucht bei tieffrequenten Filmtoneffekten aus, sondern auch durch uneingeschränkte Tauglichkeit für musikalische Einsatzzwecke. Genau die Möglichkeiten bei letzteren haben wir genau untersucht und mit dem „Alten Karmuffel“ des Berliner Top-DJs Paul Kalkbrenner (BD, DTS-HD Master Audio) gestartet. Hier liefert uns der SVS-Subwoofer gleich zu Beginn schon Kaufgründe: Tief, satt, schwarz, kräftig – genau so muss der Bass klingen. Zudem ist der SB-2000 staubtrocken und verbindet auf exzellente Weise Wucht mit untadeliger Impulstreue. Die Bass-Welle breitet sich gleichmäßig und dicht im Hörraum aus – ein richtiger Freude-Spender, der sich aber nicht nur für Effektsüchtige, sondern auch sehr gut für anspruchsvolle Hörer eignet. Bei „Dockyard““ legt sich der SB-2000 ebenfalls nachdrücklich „ins Zeug“ und holt nicht nur pure Basskraft, sondern auch klar nachvollziehbare Strukturen ans Tageslicht. 

Nun werden die Beats etwas schneller – bei „Back In Your Head“ von Tiesto (DTS-HD Master Audio, BD „Elements Of Life“) beweist der SB-2000 allerdings, dass er auch diese Gangart souverän beherrscht. Satt wird auch der Bass unterhalb des Beat-bestimmenden Kickbasses erfasst. Tief, klar, massiv – aber nie träge oder schwammig: Die Wiedergabe erfüllt auch hier wieder enorme Ansprüche. Man fragt sich tatsächlich, ob man noch mehr braucht für vollendeten Bass-Spaß. Sicher, mehr geht immer, und gerade SVS hat noch großformatige Basskraftwerke der 2.000 EUR-Liga im Portfolio, die natürlich noch mehr drücken, noch trockener und noch pegelfester sind – aber, Hand aufs Herz: Für beinahe alle Ansprüche in der Praxis reicht der SVS SB-2000 so souverän aus, dass man hier zum Niedrigpreis bedenkenlos zuschlagen kann. Und: Den kompakten und schnörkellosen SB-2000 kann man auch im Wohnzimmer aufstellen, ohne dass die erboste Gattin gleich die Scheidung einreicht. Mit einem größeren Exemplar ist ein drohender Ehekrieg schon deutlich wahrscheinlicher. 

Klären wir als nächstes die Frage, wie gut der SB-2000 mit dem Bass-gewaltigen Intro der Within Temptation Blu-ray „Black Symphony“ (DTS 96/24, 5.1) zurecht kommt. Kraft, Präzision und die Fähigkeit, im Frequenzkeller Struktur zu präsentieren, sind hier gefragt. Und anstatt vordergründig und mit nervendem Dröhnen ans Werk zu gehen, bleibt der SB-2000 authentisch und gibt genau das, was auf der Tonspur enthalten ist, akkurat wieder. Subtiler tieffrequenter Druck ist allzeit vorhanden, den Aufbau im Bassbereich gibt der Subwoofer geschlossen wieder und beeindruckt erneut durch Impulstreue.

Kapitel 15 „Der Krieg“ von der „Avengers“ BD soll nun darüber Auskunft geben, ob auch die Wünsche des Filmtonliebhabers vom SB-2000 zufriedengestellt werden. Der Einsatz der gepanzerten Riesenechse demonstriert auch hier ausgesprochen erfreuliche Qualitäten: Raumfüllend, energiegeladen, trotzdem mit Struktur – so macht der SVS-Subwoofer auch den Heimkinoabend zu einem Bass-Erlebnis, ohne aber sich störend in den Vordergrund zu schieben. Er lässt Stimmen und anderen Effekten stets genug Entfaltungsspielraum und ist immer genau dann zur Stelle, wenn er gefragt ist: Berstende Autos, in sich zusammenfallende Wolkenkratzer – all diese Effekt-Salven ordnet der SB-2000 präzise. Mehrere parallel stattfindende Basseffekte stellt der kompakte, aber extrem leistungsfähige Bassist problemlos dar. Nie wirkt der Bass oberflächlich oder schwammig – immer beweist uns der SB-2000, dass er sorgfältig konstruiert ist: Die Class D-Endstufe liefert Leistung satt. Das große 30 cm Chassis ist überdies langhubig ausgelegt, so dass es kaum zu einem Anschlagen der Membran kommt. Durch das geschlossene Arbeitsprinzip liegt die Präzision hoch. 

Was hat die Konkurrenz der SVS-Bassgewalt entgegen zu setzen? Zunächst schauen wir mal im eigenen Hause nach. Hier geht es auch noch günstiger: Der SVS SB-1000 kommt auf 500 EUR und liefert dafür auch schon sehr ansprechende Leistungen. Für Hörräume zwischen rund 15 und knapp 25 Quadratmeter ist er hervorragend geeignet und erfreut mit satten Bässen. Natürlich ist der SB-2000 noch pegelfester, zudem liegen Präzision und Tiefgang nochmals höher. 

Teurer, aber ebenfalls extrem gut: Der Quadral QUBE 12  präsentiert sich als extrem präziser Hochleistungssubwoofer mit gigantischen Leistungsreserven.  Gerade für Musik beweist er durch enorm subtiles, feinsinniges – bei Bedarf aber auch brutal zupackendes – Arbeiten außerordentliche Qualitäten. Für diese muss man aber auch nochmals 200 EUR mehr investieren. Bilanzierend sind beide aktive Subwoofer in ihren jeweiligen Preisklassen als hervorstechend zu bezeichnen. 

„Klein, aber oho!“ – auf kaum einen aktiven Subwoofer passt dieser Spruch besser als auf den Jamo SUB 800. Üppige 800 Watt Endstufenleistung, zusätzlicher Passiv-Radiator und ein langhubiges 16,5 cm Chassis sind die Zutaten für Bass-Power im Miniaturformat. Er hat Kraft ohne Ende – zieht aber verständlicherweise bei Tiefgang und Volumen den Kürzeren im Vergleich zum SB-2000. Mit rund 400 EUR aktuellem Marktpreis ist der SUB 800 aber dafür ein Hochleistungs-Schnäppchen. 

Fazit

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Rundherum hervorragend – der SVS SB-2000 präsentiert sich als erstklassige Neuentwicklung, die dem gerade in Fan-Kreisen schon legendären Ruf von SVS absolut gerecht wird. Doch nicht nur SVS-Liebhaber, die die Marke schon seit geraumer Zeit schätzen, dürften sich vom SB-2000 angesprochen fühlen, sondern auch Neukunden: Wer einen preislich fair kalkulierten, enorm leistungsstarken aktiven Subwoofer sucht, der überdies präzise und impulstreu auftritt, hat hier seinen Favoriten gefunden.

Hochleistung kompakt und preislich fair verpackt – das ist der SVS SB-2000
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer bis 1.000 EUR
Test 29. Januar 2014

+ Extreme Leistungsfähigkeit der eingebauten Endstufe
+ Hervorragender Tiefgang
+ Impulstreu
+ Kompakte Abmessungen
+ Günstiger Kaufpreis

– Keine Fernbedienung

Test: Carsten Rampacher
Datum: 29. Januar 2014




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