TEST: Teufel 5.1 Lautsprechersystem Cubycon 2 - Kühle Alu-Optik und brillanter Klang

09.02.2012 (cr/sw)

Cubycon 2 Set für 1299 EUR - im Set enthalten ist fünfmal der CUB 2 FCR und einmal der aktive Subwoofer US 5305/1

Kompakter aktiver Subwoofer mit drei Chassis

CUB 2 FCR

Einführung

Teufel verstärkt das Produkt-Portfolio designorientierter Lautsprecher-Systeme durch das brandneue Cubycon 2. Fünf identische Satelliten im doppelten Würfel-Format treffen auf einen aktive Subwoofer mit 3 x 130 mm Basschassis - die kleinen Chassis sprechen für ein schnelles Ansprechverhalten, dadurch, dass gleich drei davon verbaut sind, ist aber auch die Membranfläche nicht zu gering. Der Subwoofer verfügt über eine Class D Digitalendstufe mit Schaltnetzteil und verbraucht im Standbybetrieb nur 0,5 Watt. An 6 Ohm (Sinus, 1 % Gesamtklirrfaktor) leistet er 150 Watt. Der Frequenzgang reicht von 33 Hz bis 200 Hz, zudem weist der Woofer eine Automatikschaltung auf, mit Empfindlichkeit von -60 bis -40 dB. Der Bassist arbeitet nach dem Bassreflexprinzip, die beiden Bassreflexöffnungen sind lang und schmal. Die 2-Wege-Satelliten haben integrierte Wandhalterungen und weisen eine Dauerbelastbarkeit von 100 sowie eine kurzzeitige Impulsbelastbarkeit von 140 Watt auf. Die 4-Ohm-Konstruktionen haben 2 x 80 mm Tief-/Mitteltöner eingebaut, in einem sitzt der 20 mm Hochtöner mit kurzem Hornvorsatz. Dieses Waveguide genannte Prinzip hat die Aufgabe, das Abstrahlverhalten des Hochtöners an das des Mitteltieftöners anpassen, um die Präzision bei der Wiedergabe zu steigern. Kennzeichen der Konstruktion sind ein ausgewogener Frequenzgang und ein gutes Rundstrahlverhalten. Die Empfindlichkeit/den Wirkungsgrad gibt Teufel mit 89 dB (2,83 V/1m) an. 

Verarbeitung

Querschnitt durch den CUB 2 FCR

Treiber im Querschnitt

Doppelwürfel-Design, hier vorn mit Gitter

Offen

Tief-/Mitteltöner

Hochtöner

Detailverarbeitung

Nicht perfekte Passungen beim Gitter, sonst überzeugend, Alu-Gehäuse und geringe Spaltmaße

Sauber verschraubt, integrierte Wandhalterung

Hochwertige Anschlussterminals an den CUB 2 FCR

Abdeckgitter, Kunststoff mit Stoffbespannung

Rückseite komplett

Frequenzweiche im Lautsprecher

Ausgebautes Chassis

Aus seitlicher Perspektive

Robuste Oberfläche, gerundete Kanten und saubere Verarbeitung beim Subwoofer

Tieftöner eingebaut

Stabile Standfüße

Spärliche Bestückung mit Reglern und Anschlüssen

Sub von schräg hinten

Sub von schräg vorn

Ausgebauter Tieftöner - drei davon sind im Sub installiert

Aus seitlicher Perspektive

Subwoofer - Elektronik

Die sehr üppig verteilte Kontaktmasse sieht nicht besonders attraktiv aus, das kann Teufel besser

Ordentliche Verkabelung

Platinenlayout

Teufel trifft Bauhaus – was wir schon beim Columa 200 festgestellt haben, trifft auf das Cubycon mindestens genauso zu: Das minimalistische Design im Würfeldesign gefällt auch noch in 10 Jahren, und die hochwertigen Schraubanschlüsse auf der Rückseite überzeugen ebenfalls. Die Doppelwürfel bestehen aus edlem, kühlem Aluminium, was auch für eine ansprechende haptische Erfahrung sorgt. Die Teufel-Schilder auf den sauber aufgezogenen Abdeckungen werden magnetisch gehalten. Der aktive Subwoofer ist ebenfalls akkurat verarbeitet. Die mattschwarze, leicht strukturierte Oberfläche ist robust und wenig empfindlich gegen Staub oder Kratzer. Die Chassis sind ordentlich eingepasst. Das Innenleben der Lautsprecher fördert keine Schwächen zutage, besonders aufwändige Technik darf man aber nicht erwarten. Schraubt man den Subwoofer auf, punktet die akkurate Verkabelung, Punktabzug bringt die sehr großzügig verteilte Kontaktmasse. 

Testequipment
Klang

Bei der Tiesto-Blu-ray „Elements Of Life“ Copenhagen“ (Blu-ray 2, DTS-HD Master Audio) geht es bei „Traffic“ enorm voran. Besonders die Räumlichkeit begeistert, man traut den kleinen Boxen spontan nie und nimmer zu, einen so realistischen akustischen Raum zu schaffen. Dadurch, dass alle Lautsprecher identisch sind, ist eine sehr homogene Ausbreitung gewährleistet. Das Aufschaukeln der Effekte gelingt dem Teufel-Ensemble sehr glaubwürdig. Kleine dynamische Differenzen werden ausgezeichnet berücksichtigt. Der aktive Subwoofer mit seinen drei Chassis baut einen hervorragenden Nachdruck auf und scheut sich ebenso wie die passiven Komponenten nicht, auch hohe Pegel mit zu gehen. Der Klang bleibt stets angenehm und in der Nähe akustischer Neutralität –auch dann, wenn man wirklich kräftige Pegel anlegt, „schreit“ das Cubycon den Zuhörer nicht an. Auch blecherne oder verzerrte Untertöne sind kaum heraus zu hören. Bei „Back In Your Head“ begeistert schon der impulstreu vorgetragene Beginn. Das tieffrequente akustische Gefüge kommt mit enormer Wirkung heraus. Der Beat ist hart und treffsicher – Teufel kann einfach Subwoofer bauen. Der Bassist schafft eine präzise Kickbasswiedergabe, holt aber gleichzeitig auch die darunter liegenden tieferen Frequenzen tadellos heraus. Die Stimme der Sängerin ist ohne Fehler eingearbeitet und hat eine korrekt ausbalancierte Betonung. Effektwechsel von vorn nach hinten gehen enorm schnell und flüssig vonstatten. Die Anbindung der Satelliten an den aktiven Subwoofer ist Teufele auch beim Cubycon wieder sehr gut gelungen – es gibt nur ein wirklich kleines „Klangloch“. Als Trennfrequenz im Bassmanagement würden wir 90 oder 100 Hz empfehlen.

Auch mit ruhigeren, emotionalen Stücken geht das Cubycon sorgfältig um, wie uns bei der BD „Live in Tuscany“ (Andrea Bocelli, PCM 5.1) eindrucksvoll gezeigt wird. Bei „Romanza“ kommen die Beifallsbekundungen des Publikums zu Beginn mit erstaunlicher Klarheit heraus. Der sensible Beginn des Stücks und die Ausprägung der Stimme Andreas finden unsere volle Zustimmung. Das Cubycon ist kompakt, beinahe überall aufzustellen, aber vom Klangcharakter her vollwertig, kultiviert und erwachsen – bei Teufel-üblicher Tiefpreispolitik. Beeindruckend sind auch die Abstrahlwinkel der kleinen Schallwander und die Ausbreitung, die der querformatig platzierte Center produziert. Dadurch wird ein echter, authentischer Bühnencharakter geschaffen, der richtige Live-Atmosphäre vermittelt. Die Trennung der Stimme von den Instrumenten gelingt wirklich gut, und auch bei stark erhöhtem Pegel neigt das Cubycon kaum zum Rauschen. Der aktive Subwoofer schafft stets ein solides, aber nie unschön überbetontes Fundament. Die Streicher wirken agil und leichtfüßig, aber nie zu spitz oder zu grell. Die hinteren akustischen Ebenen können noch ordentlich detailliert werden, hier aber merkt der Kenner doch die Preisklasse, ebenso bei der genauen Ausformung des Grundtonbereiches – wobei man hier weniger die Preisklasse als das geringe Gehäusevolumen für die leichten Defizite verantwortlich machen muss. Bei „A Te“ mit dem berühmten amerikanischen Saxophonisten Kenny G setzt das Cubycon die Reihe positiver Höreindrücke nahtlos fort. Der leicht näselnde Klang des Saxophons kommt sehr gut heraus, gleichzeitig wird der Aufbau des gesamten Songs präzise erfasst und auch das Piano klingt realistisch. Die Stimme des blinden Sängers überrascht uns auch bei diesem Titel wieder: Vokale Einzelheiten holt das Cubycon erstaunlich geschliffen heraus und belässt es nicht bei einem oberflächlich gut erscheinenden Klang. Der Einsatz des aktiven Subwoofers ist begeisternd – nachdrücklich, impulstreu und mit enormer Räumlichkeit. Die Pegelfestigkeit aller Komponenten ist hervorragend, Verzerrungen oder ein Anschlagen des Chassis sind erst bei enormer, in der Praxis kaum relevanter Lautstärke festzustellen.

Bei der Blu-ray-Disc von „Star wars Episode III“ (DTS-HD Master Audio) gibt das Cubycon den legendären Film-Soundtrack sehr ausdrucksstark wieder und stellt klar heraus, dass es sich um ein gleichermaßen großes wie musikalisch begabtes Orchester handelt. Als dann der große Sternzerstörer gleich am Anfang durchs Bild gleitet, ist das ohrenbetäubende Donnern gut zu hören, der aktive Bass schlägt nur leicht an. Die heranzischenden Jäger von Obi-Wan und Anakin kommen mit ihren Fluggeräuschen hervorragend heraus, die erbitterten Kämpfe mit Schüssen aus Laserkanonen und mit abfeuerten Raketen sorgen für eine sehr bewegte Effektkulisse. Die wegfliegenden Trümmerteile getroffener Raumschiffe und Raumstationen holt das Cubycon sehr gekonnt als akustische Tageslicht, lediglich mancher kleinere Effekt könnte mit schärferer Kontur betont werden. Die Stimmen der Akteure wirken echt und sind fließend ins tonale Gesamtgefüge eingearbeitet. Bei allen Effektsalven vergisst das Cubycon nie die Einbindung des Music Scores. Sich schnell bewegende Objekte wie die Raketen, die auf die Raumjäger von Obi-Wan und Anakin abgefeuert werden, gibt das System impulstreu wieder. Manchmal allerdings vergisst der sonst überzeugende Woofer, kleineren, etwas entfernter stattfindenden Explosionen in allen Dimensionen genug Kontur mitzugeben, sie wirken dann ein wenig ausdruckslos – das ist allerdings „Meckern auf hohem Niveau“, denn die Pegel bei denen so etwas überhaupt auffällt, schaffen viele Konkurrenten gar nicht. Das Geräusch der öffnenden Türe, aus der der gefürchtete General Grievious tritt, kommt ebenso wie die Stimme des Bösewichts sauber heraus. Die kreisenden Laserschwerter lassen die Herzen von Star Wars-Fans höher schlagen, denn das Cubycon schafft hier eine sehr realistische akustische Untermalung. Die reibeisernen Stimmen der Droiden gibt das Teufel-Set ebenfalls gut wieder. Bei den Cubycon-Boxen darf man, wie oft bei relativ kleinvolumigen Satelliten, nicht mit einem immens hohen Wirkungsgrad rechnen, aber er ist besser, als wir es erwartet haben. Die Zusammenarbeit mit gängigen AV-Receivern wie dem Denon AVR-1912 oder dem Pioneer VXS-921 ist auf jeden Fall ohne Probleme möglich. 

Einiges los ist auch im 2. und im 3. Kapitel von „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ (DolbyTrue HD). Das große aufgehende Hangartor zu Beginn des zweiten Kapitels wird präzise wiedergegeben. Die Stimmen von Indy und seiner Widersacherin Irina Spalko wirken in der riesigen Halle authentisch – das Cubycon schafft es sehr gut, die spezielle Klangcharakteristik der Lokalität entsprechend zu berücksichtigen. Alle Dialogsequenzen kommen daher gut zum Ausdruck, und auch das hämische Lachen, nachdem Indy Schießpulver zur Ortung des stark magnetischen Materials gefordert hat, geben die kompakten Teufel-Würfel ausgezeichnet wieder. Als sich dann Mac als Doppelagent „outet“ und für Indy die Verhältnisse zur Flucht nochmals schlechter werden, beginnt kurze Zeit später ein ausgewachsenes Effektspektakel, dem das Cubycon problemlos Herr wird: Die Schusswechsel und Faustschläge sind kraftvoll und werden mit enormer Schnelligkeit vorgetragen. Die Fahrgeräusche der Armeefahrzeuge klingen ebenfalls authentisch. Die Schlägerei zwischen Indy und seinem Kontrahenten lässt den Zuhörer mitten ins Geschehen eintauchen, auch das Rasseln der Ketten wird korrekt dargestellt. Die rasante Fahrt auf dem Raketenschlitten, mit dem fauchenden und donnernden Treibsatz im Rücken, kommt dem Klangerlebnis in einem guten Kino schon recht nahe, vorausgesetzt, man verwendet das Cubycon in Räumen zwischen gut 12 und knapp 30 Quadratmeter. 

Konkurrenzvergleich

  • 5 x Nubert nuBox 101 plus aktiver Subwoofer nuBox AW-441: Das nuBox-Set klingt neutral und authentisch, der sehr kompakte, aber enorm leistungsstarke aktive Subwoofer bietet mehr Einstellmöglichkeiten als der Teufel-Woofer, der aber noch mehr Nachdruck erzeugt und einen noch besseren Tiefgang hat. Die nuBox 101 ist im Grundtonbereich aufgrund des etwas größeren Gehäusevolumens etwas stärker, die Räumlichkeit aber ist bei den kleinen Teufel-Würfeln erstaunlicherweise mindestens genauso gut. 

  • Teufel Columa 200: Das Columa 200 klingt ähnlich im Grundtonbereich. Es wendet sich wie das Cubycon besonders an den Design-orientierten Anwender, wobei das Columa 200 auch klanglich mit sattem Bass aus dem aktiven Subwoofer und mit neutraler, lebendiger Wiedergabe punkten kann. Der aktive Subwoofer des Cubycon aber produziert noch etwas mehr Nachdruck und Präzision. Die kompakten Satelliten des Cubycon wirken zudem hochwertiger und sind aus echtem Aluminium. 

  • Teufel Viton 71: Geht es um viel Klang für wenig Geld, ist und bleibt das Viton erste Wahl. Es liefert für eine geringe Investition einen kraftvollen, räumlichen Sound und bietet eine hohe Pegelfestigkeit. Was Optik und Verarbeitung sowie die Hochtonwiedergabe angeht, liegt das Cubycon in Führung und rechtfertigt dadurch auch den Mehrpreis. 

  • Mirage MX 5.1 Home Theater System: Sehr klein und dafür prima klingend - seine Mission erfüllt das MX 5.1 Set aus dem Hause Mirage überzeugend. Natürlich darf nicht erwartet werden, dass Nachdruck, Räumlichkeit und Pegelfestigkeit mit dem doch merklich größeren Cubycon mithalten können. 

  • Quadral Argentum New 5.1 Surroundset (Argentum 330, 320, 310 Base, Sub 63 DV Aktiv): Die Quadral-Kombination überzeugt durch angenehmen Klang und prima Grob- wie auch Feindynamik. Der aktive Subwoofer ist weniger leistungsfähig als der Teufel-Bassist vom Cubycon, zudem brauchen die Quadral-Lautsprecher mehr Platz. 

Fazit

Elegant, hochwertig verarbeitet, enorm dynamisch und nachdrücklich klingend – Teufel dringt mit dem Cubycon in ein Marktsegment vor, in dem eigentlich andere Anbieter beheimatet sind: In das Segment kompakter, designorientierter und enorm hochwertiger Lautsprechersysteme. Ein hübsches Design hatten schon andere Teufel-Systeme davor – damit hier keine Missverständnisse aufkommen. Aber ein so konsequent auf Hochwertigkeit und Stylefaktor getrimmtes System ist uns aus dem Hause Teufel bislang nicht untergekommen. Und Teufel wäre nicht Teufel, wenn die klanglichen Tugenden unter der Optik leiden würden: Das Cubycon ist akustisch brillant. Der aufwändige aktive Subwoofer mit seinen drei Chassis liefert ein solides, präzises Bassfundament, die identischen Lautsprecher sorgen für eine räumlich intensive, homogene und lebendige Vorstellung. 

Optisch minimalistische Noblesse, akustisch dynamisch kultivierter Auftritt - die Mischung trifft genau ins Schwarze

5.1 Lautsprecherset Mittelklasse
Test 09. Januar 2012

+ Pegelfest
+ Überraschend gute Feindynamik
+ Enorme Grobdynamik
+ Tolle Räumlichkeit
+ Angenehme Klangcharakteristik
+ Kräftig zupackender Subwoofer
+ Hochwertige Verarbeitung und elegantes Design

- Nur eine Farbvariante lieferbar

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 09.02.2012

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