TEST: Dali KUBIK Free plus KUBIK XTRA – First Class BT/USB-Lautsprecher

Dali Kubik Free Gruppenbild1

Aktive, multifunktionale Lautsprecher liegen derzeit voll im Fokus des Käufers. Da möchte auch der dänische Lautsprecherhersteller Dali, gerade in den letzten Jahren mit stetigem Aufwärtstrend für Schlagzeilen sorgend, nicht zurückstehen. Selbstverständlich aber sollte auch ein Bluetooth 3.0/USB-Lautsprecher dem enormen Qualitätsanspruch der Dänen standhalten. Daher sind schon in großer Vorfreude auf eine lebendige, harmonische Akustik, aber dazu später mehr.

Dali Kubik Free Oberseite2

Schön auch von oben

Dali Kubik Free Bedienelemente

 Bedienelemente wie Standby, Mute-Schalter und Eingangswahl am KUBIK FREE

Dali Kubik Free Rueckseite Seitlich1

 KUBIK XTRA von hinten – die passive Box

Dali Kubik Free Detail Front

 Statusanzeigen an der KUBIK FREE und elegantes Dali-Schild

Wenden wir uns erst einmal der Optik zu. Der KUBIK FREE für 769 EUR besteht aus Aluminium, von dem man allerdings nicht viel sieht – der schmucke, in schlichtem Bauhaus-Stil gehaltene Lautsprecher ist mit – im Falle unseres Testgerätes rotem – Stoff bezogen, faltenfrei und äußerst akkurat. An der KUBIk FREE ist seitlich ein Terminal mit Bedienelementen eingelassen. Hier kommt etwas Kritik von uns, denn die Eingangswahl erfolgt leicht verzögert. Dafür funktioniert das Koppeln per Bluetooth schnell und unspektakulär. 

Dali Kubik Free Hochtoener

Hochtöner

Dali Kubik Free Tieftoener

 Tiefmitteltöner mit Holzfasermembran

Dali Kubik Free Front Seitlich1

 Offen und „entkleidet“ ohne rotes Gewand

Bestückt ist KUBIK FREE mit einem 130 mm Tiefmitteltöner und einer 25 mm messenden Hochtonkalotte, es handelt sich also um ein ausgewachsenes 2-Wege-System. Die Dali-eigene Gewebekalotte, so verspricht der Hersteller, soll hohe Frequenzen detailreich und akustisch angenehm wiedergeben. Der Tiefmitteltöner weist, auch das eine Dali-Spezialität, eine lebendig, leicht warm und höchst homogen klingende Holzfasermembran auf. Der eingebaute Class D-Digitalverstärker liefert satte 4 x 25 Watt. Der Verstärker ist so ausgelegt, um auch einen passiven KUBIK XTRA im Stereobetrieb gleich mitzuversorgen. Die Verstärkereinheit ermöglicht die separate Ansteuerung jedes einzelnen Lautsprecherchassis bei KUBIK und KUBIK XTRA. Frequenzen zwischen 48 und 22.000 Hz gibt das KUBIK System wieder. 

Dali Kubik Free Bedienelemente Rueckseite

USB-Anschluss zum Aufladen eines Smartphones

Dali Kubik Free Anschluesse Standfuss

 Unter einem abnehmbaren Deckel verbergen sich der Anschluss für den KUBIK XTRA, MicroUSB-Input (für Nutzung als PC-USB-Soundsystem), AUX-In (Cinch) und Sub Out

Dali Kubik Free Fernbedienung

 Kompakte Fernbedienung

Als Anschlüsse stehen Micro USB,  Bluetooth 3.0 inklusive aptX, ein weiterer USB-Anschluss zum Laden z.B. eines Smartphones, ein Vorverstärkerausgang für den Anschluss eines aktiven Subwoofers, ein Cinch-Aux-Eingang und ein optischer Digitaleingang vorhanden. Ebenfalls gibt es einen Anschluss, an den ein KUBIK XTRA-Lautsprecher angeschlossen werden kann (10 Meter messendes Verbindungskabel/Systemkabel ist im Lieferumfang der KUBIK XTRA enthalten). Der KUBIK XTRA-Lautsprecher ist passiv, hat keine weiteren Anschlüsse außer der Möglichkeit zur Verbindung mit einem aktiven KUBIK FREE und ist dazu gedacht, aus KUBIK FREE ein richtiges Stereo-Set zu machen. Das Set aus KUBIK FREE und KUBIK XTRA kommt dann auf 1.099 EUR. In schwarz, rot, und weiß sind die Lautsprecher zu haben. Im Preis enthalten ist auch eine Fernbedienung mit Folientasten im Scheckkartenformat, die für den Kaufpreis allerdings deutlich hochwertiger ausfallen dürfte. Da greift man lieber zur TV- oder Universalfernbedienung, denn zumindest die Lautstärkeregelung des KUBIk FREE ist auch damit möglich – dank IR Learn-Funktion. 4,5 kg wiegt KUBIK Free, KUBIK FREE und KUBIK XTRA messen 305 mm in der Höhe, 145 mm in der Breite und 145 mm in der Tiefe. 3,8 kg wiegt der KUBIK XTRA. 

Zunächst haben wir KUBIK FREE im Einzelbetrieb angehört. 

Mit einem USB- auf MicroUSB-Kabel wird das KUBIK FREE mit dem PC verbunden, sofort wird der Lautsprecher erkannt und ohne zeitraubende separate Treiber-Installationen kann es losgehen. Beim Titelsong „The Living  Daylights“ von a-ha aus dem 007-Film „Der Hauch des Todes“ erfreut uns KUBIK FREE“ mit einem echten, direkten und lebendigen Klang, der voll und ganz einem DALI-Lautsprecher würdig ist. Die Stimme des Sängers erscheint frisch und natürlich, die Instrumente kommen sehr gut heraus. Und auch der Titelsong aus dem aktuellen Bond-Film „Skyfall“ wird in richtiger HiFi-Qualität wiedergegeben – jede Vordergründigkeit fehlt, jede Oberflächlichkeit ebenso. Ein tiefgehender, facettenreicher Sound, den man sonst von edlen Regallautsprechern her gewohnt ist, macht sich im Hörraum breit – wohlbemerkt, mit nur einem KUBIK FREE! Noch ist der KUBIK XTRA gar nicht angeschlossen, das werden wir in einem weiteren Durchgang machen. Nun haben wir uns, nur mit dem KUBIK FREE, „L’Attesa“ von Andrea Bocelli angehört. Die Stimme des Sängers löst sich ausgezeichnet vom kleinen Bluetooth-Lautsprecher und verteilt sich frei selbst im größeren Hörraum. Besonders beeindruckend finden wir die Auflösung im Hochtonbereich, die für viel Strahlkraft – ohne aggressiven Einschlag – sorgt. Zeit für HiRes – Diana Kralls „Garden In The Rain“ soll es sein. Und erneut ziehen wir den Hut vor dem KUBIK FREE – feine Stimmauflösung, hervorragende Raumwirkung – der edle dänische Multimedia-Lautsprecher beginnt nun, uns wirkungsvoll klar zu machen, wieso er deutlich teurer ist als die meisten Konkurrenten. Der Bass wirkt authentisch, nicht aufgesetzt, und breitet sich gleichmäßig sowie exakt im Hörraum aus. Für Raumgrößen von 10 bis gut 20 Quadratmeter kann man einen einzelnen KUBIK FREE verwenden. Die elektronischen Klänge von „Doin’It Right“ von Daft Punk (44,1 kHz) liegen dem KUBIK FREE ebenfalls. Im Bassbereich ist nur dann Anschlagen der Chassis herauszuhören, wenn man es mit dem Pegel deutlich übertreibt. Prinzipiell ist die Pegelfestigkeit überragend – hier merkt man doch, dass recht üppig Leistung vorhanden ist. 

Nun legen wir ein Kabel von KUBIK FREE zu KUBIK XTRA und hören, wie sich der Klang verändert. Eine drahtlose Verbindung zwischen beiden Boxen ist nicht vorgesehen. Also liegt dann doch – außer dem Stromkabel – ein Kabel im Hörraum, wenn man ein Dali-Pärchen einsetzen möchte. Wir starten wieder mit Daft Punk „Fragments Of Time“ (44,1 kHz) und sind wahrhaftig überrascht: HiFi-Klang, der selbst versierte Anwender glücklich machen dürfte, aus diesen kleinen Gehäusen! Tolle Detaillierung, akkurate Stimmwiedergabe ohne störende Verfärbungen – das ist meilenweit entfernt selbst vom guten BT-Durchschnittslautsprecher. Hier bewegt man sich eher in Dimensionen von manchen WiFi-Lösungen oder aktiven Monitoren (ohne WLAN/LAN und Bluetooth).  Bei „Dronning Fjellrose“ (FLAC 192 kHz)der Akustik-Jazzer des Hoff Ensemble liefern die drahtlosen Dänen eine herausragende Leistung ab – melancholisch, direkt, vielschichtig ertönt die Stimme. Das Klavier ist wohltemperiert und sehr feinfühlig eingearbeitet. Diana Kralls „Stop This World“ (96 kHz Flac) eignet sich vortrefflich, um zu belegen, dass die beiden Dali-Lautsprecher auch eine authentische Bar-Atmosphäre in den Hörraum zaubern können: Charismatisch ertönt die rauchige Stimme, Bass und Piano präsentieren sich lebendig und tonal stimmig.  

Richtig Druck machen können die KUBIK-Schallwandler auch – bei „Blinded By The Night“ von Jens O. beweisen uns die beiden Lautsprecher, dass sie eine äußerst ansprechende Pegelfestigkeit bieten und in der Lage sind, harte Kickbässe in den Hörraum zu schleudern. „Clubmaster“ sind ist das „nordische Duo“ also auch noch – echte Universalisten sind hier entstanden, die es fast jedem Recht machen dürften. 

Das gilt auch für die qualitativ exzellente Bluetooth-Zuspielung. Bei „Remember Me“ von A.I.D.A. genossen wir nochmals druckvolle Trance-Musik mit melodiösen Einlagen – wie geschaffen für die KUBIK FREE und die KUBIk XTRA, die lebendig, energiegeladen und impulstreu mit dem akustischen Geschehen umgehen können. Pegelfest sind die sturmerprobten dänischen Recken und lehren der Mehrzahl der Konkurrenten das Fürchten. 

Wenden wir uns Konkurrenzvergleichen zu und beginnen zunächst mit einem einzelnen KUBIK FREE. Dieser ist mit 769 EUR kostspielig und trifft auf den mit 499 EUR günstigeren Harman Kardon Onyx. Mit edler Optik und Leder-Elementen ist Onyx ein zeitgemäßes, edel erscheinendes Produkt. Zudem ist der Lautsprecher auch mit Apple AirPlay ausgestattet und DLNA-zertifiziert. Somit lässt sich Onyx sehr flexibel einsetzen. Akustisch kann sich der teurere Dali-Soundexperte durchsetzen und bietet bei hohen Pegeln mehr Souveränität und Harmonie.. Generell detailliert der KUBIK FREE besser – also ist der Mehrpreis gerechtfertigt. Für 499 EUR ist aber auch der Onyx eine Versuchung Wert. 

Mit 399 EUR preislich fair kalkuliert ist der Heco Ascada 300 BTX, ein reiner BT-Lautsprecher, den man nicht als externe USB-Soundlösung für den PC verwenden kann wie die KUBIk FREE. Dafür aber ist der „Preis heiß“, und mit Bassdruck, Lebendigkeit und Homogenität macht der gut verarbeitete Heco-Klangexperte einen tollen Eindruck. Klar, KUBIK FREE macht mit feinerer Detailauflösung, mehr Lebendigkeit und genau ausbalancierter Raumwirkung schon die elitären Ansprüche geltend – aber das will auch bezahlt werden. 

Wenn man die „Doppellösung“ bevorzugt, treten andere Konkurrenten auf den Plan. Zu nennen wären hier die KEF X300A Wireless, die sehr flexibel genutzt werden können. Die Lautsprecher haben kein Bluetoioth, können aber ins WLAN eingebunden werden, und wahlweise auch kabelgebunden per Ethernet-Buchse. Sie klingen ausgezeichnet, dank des UNI-Q Punktschallquellen-Treibers ist die Impulstreue hervorragend. Sie sehen blendend aus und sind eine wahrhaftige Alternative, die mit 999 EUR auch noch günstiger ist. Aber – das DALI KUBIK Ensemble spielt noch raumfüllender und die Pegelfestigkeit liegt praktisch ebenso hoch wie bei den KEFs, obwohl die KEFs sogar Endstufen pro Box haben und nicht, wie bei der KUBIK FREE, alle Endstufen nur in einem Lautsprecher. Zudem ist das Handling mit kabelloser BT-Zuspielung oder USB-Soundkartenfunktion einfacher. Brutal wird es, wenn man die brandneue Nubert nuPro A-300 mit ins Vergleichsfeld aufnimmt. Für 525 EUR/Stück ist hier ein Premium-Aktivmonitor entstanden, der bezüglich Pegelfestigkeit, Bassgewalt, Lebendigkeit, Rauscharmut und DSP-Power Maßstäbe setzt. Dafür ist der sauber verarbeitete Lautsprecher als sehr preiswert zu bezeichnen. Dalis KUBIK FREE-Set ist kompakter, stylischer und farbenfroher – und bietet Bluetooth, das haben die nuPros nicht an Bord. Und, Hand aufs Herz – mit feinem HiFi-Klang erfüllen auch die Dänen hohe Ansprüche. Wer selbst im großen Wohnzimmer aber enorm Druck machen möchte, wählt die nuPro 300.  Interessant – an KUBIK FREE und an die nuPro 300 kann noch ein aktiver Subwoofer angeschlossen werden. 

Fazit 

Dali Kubik Free Gruppenbild2

Multimedia auf Dänisch – das gefällt uns. Klarer, echter und atmosphärisch dichter Klang in typischer Dali-Qualität erfreut das Ohr. Pegelfest und räumlich agieren die schicken, in drei Farben lieferbaren Schallwandler auch. Schon ein einziger KUBIK FREE macht viel Freude, die dann ihre Vollendung findet, wenn ein passiver KUBIK FREE angeschlossen wird und nun die Lautsprecher in Stereo-Konfiguration ihrer Arbeit nachgehen. Der Preis für den Spaß ist zugegebenermaßen nicht eben niedrig, aber das Leistungspotential der KUBIK FREE liegt auch sehr hoch. 

Erstklassig klingendes, edles Bluetooth-Lautsprechersystem für anspruchsvolle Musikliebhaber
ueberragend
Bluetooth-Lautsprecher Luxusklasse
Test 07. Januar 2014

+ Natürlicher, authentischer HiFi-Klang
+ Weitläufige Wiedergabe
+ Tadellose Pegelfestigkeit
+ Sehr gute Feindynamik
+ Betriebssicher
+ Edle Verarbeitung

– Recht kostspielig

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. Januar 2014




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