TEST: Heco Bluetooth-LS Ascada 300 BTX

Das Produkt

Ultrakompakte Bluetooth-Lautsprecher gibt es viele – aber BT-Boxen, die etwas größer ausfallen und von den technischen Merkmalen für richtig hochwertige Audiowiedergabe ausgelegt sind, finden sich in deutlich geringerer Anzahl.  Daher sieht der deutsche Lautsprecherhersteller Heco hier seine Chance und offeriert für 399 EUR den in weiß oder schwarz lieferbaren Bluetooth 4.0 Lautsprecher Ascada 300 BTX.

Offen ohne LS-Schutzgitter

Natürlich wird bei der BT-Übertragung aptX unterstützt, somit kann man, wenn das Quellmaterial passt, sogar in CD-Qualität Musik hören. Der Lautsprecher ist ausgesprochen hochwertig verarbeitet, das im Falle unseres Testgerätes schwarze Hochglanz-Finish erscheint satt und tief. Leider sind auch die üblichen Nachteile der Hochglanzlackierung sichtbar: Staub oder auch Fingerabdrücke machen sich schnell breit, da hilft es, gleich ein Mikrofasertuch in der Nähe aufzubewahren.

Unterseite

Bassreflexrohr


Standfüße

Hochtöner

Mitteltöner

Recht großer Tieftöner mit 130 mm Durchmesser

Die Ecken des dickwandigen MDF-Gehäuses sind gerundet, was den Eindruck von Hochwertigkeit ebenso steigert wie die schmale Alu-Leiste oben auf dem Lautsprecher mit Heco-Schriftzug und Produktbezeichnung. Unter dem Ascada sind nicht nur vier hochwertige Standfüße in Chrom, sondern auch die Bassreflex-Öffnung untergebracht. Hinten ist ein kleines Alu-Anschlussterminal für Netzteil, USB und 3,5 mm Miniklinken-Audio solide verschraubt. Vorn sind auch die Chassis fest verschraubt, es finden sich zwei 20 mm Gewebekalotten, zweo 92 mm Mitteltöner und ein 130 mm Basschassis. Das mit Stoff faltenfrei bezogene Lautsprecher-Schutzgitter haftet leider nicht magnetisch, sondern wird in die dafür vorgesehenen Aussparungen eingesteckt.

Eingebaut ist ein leistungsfähiger Digitalverstärker, der satte 80 Watt RMS-Leistung und 160 Watt kurzzeitige Spitzenleistung bereitstellt.  Da bietet mancher Einsteiger-Stereoverstärker auch nicht mehr.  Verschiedene DSP-Programme (Vocal, Rock und Ambient) vervollständigen das Angebot. Wählt man „Linear“, erfolgt die Wiedergabe direkt und ohne DSP-Einfluss.

Fernbedienung

Rückseitige Anschlüsse

Gesteuert wird der BT-Lautsprecher auch über die recht hochwertige, mitgelieferte Fernbedienung. Lautstärkeregelung, EQ (DSP) Programm, Quelle und das BT-Pairing kann man mit ihr regeln. Ebenso ist der User in der Lage, Ascada 300 BTX mittels der Fernbedienung in den Standby-Zustand zu versetzen.

Für den Akkubetrieb ist der BT-Lautsprecher nicht vorgesehen, er präsentiert sich daher als nobler Bluetooth-Lautsprecher für zuhause. Praktisch ist die Auflade-Funktion für Smartphone oder Tablet. Bis zu 5V/2,1 A gibt das USB-Terminal aus. Im Test erwies sich die BT-Kopplung als absolut problemlos, einfach die Taste auf der Fernbedienung länger drücken. Dann blinkt die blaue Status-LED vorn schnell, und Ascada 300 BTX ist bereit zum Koppeln. Die Bluetooth-Signalübertragung ist ausgesprochen stabil, wir konnten keinerlei Störungen feststellen.

Klang

Überzeugt der im Vergleich zu Konkurrenten recht große Bluetooth-Lautsprecher akustisch?  Auf jeden Fall bei der üppigen Pegelfestigkeit, überprüft z.B. mit „Everybody“ von Mike Candys, einem der 2013er Sommerhits. Hart und kraftvoll kommt der Kickbass heraus, die Raumwirkung ist tadellos.  Der Ascada 300 BTX klingt im „Linear“ Betrieb so satt und nachdrücklich, da kommt der Wunsch nach den DSP-Programmen erst gar nicht auf.  Selbst beim sehr harten Bass von Sam Sbarros Sommerhit „Happyness“ kapituliert der Ascada 300 BTX nicht: Pegelfest und ohne Dynamikeinbußen geht es zur Sache. Die Stimme arbeitet der leistungsstarke BT-Lautsprecher solide heraus und differenziert sie sauber von den Instrumenten. Kleine dynamische Unterschiede werden gut berücksichtigt. Die Raumwirkung ist verblüffend – der Klang löst sich wirklich gut von den Chassis. Die angenehme, lebendige, aber nicht zu scharfe akustische Gesamtcharakteristik ist auch fürs längere Hören ausgezeichnet geeignet.

Wir reisen mit dem Ascada 300 BTX zurück in die 80er Jahre und hören uns „Building A Bridge To Your Heart“ an: Kräftig und nachdrücklich geht der BT-Lautsprecher auch hier zu Werke und liefert einen so satten Sound wie eine gute Micro Stereo-Anlage. Kurze Impulse werden akkurat erkannt und rasch eingearbeitet. Detaillierungs-Höhenflüge sollte man bei einem Bluetooth-Schallwandler nicht unbedingt suchen, ebenso keine enorme hochfrequente Brillanz. Das Gebotene ist aber prima und eignet sich fürs alltägliche Hören tadellos.

„Living On A Prayer“ war in den 80ern ein großer Bon Jovi Hit und macht heute noch Spaß beim Hören. Hier packt die digitale Endstufe wieder seine gesammelten Watt aus und arbeitet nicht als Pegel- und auch Spaßbremse. Die Stimme Jon Bon Jovis und die E-Gitarre kommen ordentlich heraus, wenngleich die E-Gitarre noch eine Spur fetziger klingen könnte. Beim One-Hit-Wonder „Living In A Box“ von Living In A Box herrscht dann wieder durch die Bank Sonnenschein. Dynamisch und mit Basskraft geht es hier voran, die kräftige Endstufe muss nicht Luft holen und auch die Chassis zeigen sich pegelfreudig. Hier haben die Heco-Entwickler offensichtlich ganze Arbeit geleistet.

„Oh Patty“ in der Extended Version beendet unseren Ausflug in die 80er Jahre. Der Hit von Scritti Politti zeigt die Qualitäten des  Ascada BT-Lautsprechers sehr gut auf: Effektstark, mit enormer räumlicher Dichte und einer Souveränität, die der einer kleinen, feinen Mini-HiFi-Anlage in nichts nachsteht, sind wird auch hier sehr angetan. Rhythmus- und Effekt-Wechseln bringt der Lautsprecher gelungen zur Geltung.

007-Fans halten Shirley Basseys Titelsong von „Goldfinger“ für einen der besten Titelsongs aller Zeiten – und trotz der alten Aufnahme ist es erstaunlich, wie gut und charismatisch der Ascada 300 BTX die Stimme Shirleys herausarbeitet. Zwar wirkt das Ergebnis bei hohem Pegel etwas schrill, dies liegt  hier aber am Quellmaterial, das trotz aller Restaurierungs-Bemühungen nicht mehr taufrisch erscheint. Lebendig und räumlich, erfüllt die Wiedergabe ansonsten durchaus gewisse Ansprüche.

Was uns auch sehr gut gefällt: Keinesfalls braucht der Heco BT-Lautsprecher hohe Pegel, um sich voll zu entfalten. Vielmehr macht auch leises Hören richtig Spaß, weil Räumlichkeit und Fülle des Klangbildes auch dann schon überzeugen.

Auch, wenn der Ascada BTX wie die Konkurrenz ebenso aus Fernost kommt, so tun sich doch erhebliche Unterschiede auf – zusammen mit dem Harman Kardon go+play wireless gefällt er uns besonders gut. Der Harman-Lautsprecher ist 50 EUR günstiger, aber nicht ganz so kraftvoll und pegelfest aufspielend. Dafür ist sen Design extravagant und ungemein edel. Hier ist es schlichtweg Geschmackssache, für welchen Lautsprecher man sich entscheidet. Eine gute Wahl ist auch der Samsung  BT-Lautsprecher DA-F60, der deutlich kompakter ist. Wie auch der Harman Kardon go+play wireless ist er ebenfalls für den mobilen Einsatz geeignet.  Während der go+play durch die erforderlichen Batterien recht schwer wird, ist der DA-F60 dank des eingebauten Akkus einfach mitzunehmen und verfügt überdies über ein  integriertes Cover. Klanglich kann er mit dem immensen Pegel iund der dichten Räumlichkeit des Ascada 300 BTX nicht mithalten, dafür kostet er auf dem Markt aber auch lediglich rund 240 EUR.

Fazit

Heco kann auch wireless – und wie: Der Ascada 300 BTX brilliert mit enormer Pegelfestigkeit und kräftiger, angenehmer Wiedergabe. Überzeugt hat uns auch die Räumlichkeit. Formal schlicht, zeigt sich der BT-Lautsprecher als sehr ordentlich verarbeitet. Bluetooth 4.0 mit aptX ist an Bord – die Signalübertragung ist stabil, die Kopplung einfach. Auch, wenn NFC fehlt – vermisst wird es nicht wirklich. Die DSP-Programme sind schmückendes Beiwert, wirklich nötig sind sie nicht.

Hochwertiger Bluetooth-Lautsprecher mit kräftigem und harmonischem Klang
Bluetooth-Lautsprecher bis 400 EUR
Test 16. Oktober 2013

+ Sehr pegelfest
+ Kraftvoller und angenehmer Klang
+ Stabile Bluetooth-Verbindung
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Aufladefunktion fürs Smartphone

– Nur für stationären Einsatz geeignet

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 16. Oktober 2013




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