TEST: Canton DM 5 - Exklusive Kompakt-Soundbar für unter 350 Euro

Canton DM 5 Front Seitlich2

Auch Canton kann kompakt und günstig! Das wollen die Lautsprecherspezialisten aus dem Taunus mit der neuen Einsteiger-Soundbar für 349 Euro demonstrieren, die mit Dolby Digital-Decoder und virtuellem Surround-Modus ausgestattet ist. Der für Canton typische hohe Anspruch an Ästhetik und Solidität soll trotz des günstigen Preises aber nicht aus den Augen verloren werden: Das Gehäuse besteht nicht aus Kunststoff, sondern ist aus HDF gefertigt. Schick und exklusiv wirkt die Glasoberfläche obenauf. Ebenfalls typisch für Canton: HDMI ist nicht grundsätzlich an Bord, der Anschluss erfolgt optisch/koaxial digital oder analog per Cinch. Per Bitstream wird Dolby Digital anstandslos dekodiert, DTS allerdings nicht. Mit der Möglichkeit, die Soundbar mit der TV-Fernbedienung zu steuern sowie integriertem Bluetooth inklusive aptX-Support zeigt die kompakte Soundbar Flexibilität. Drei Presets für eine EQ-Anpassung an den jeweiligen Aufstellort gibt es obenauf.

Canton DM 5 Verarbeitung2

Hochwertige Materialien rundum

Canton DM 5 Display

Display hinter dem Metallgitter

Canton DM 5 Verarbeitung

Saubere Übergänge

Das satte Gewicht von 3 kg erweckt direkt einen sehr massiven und soliden Eindruck, als wir die DM 5 zum ersten Mal in den Händen halten. Obenauf sitzt die sauber geschliffene Glasplatte, leichte Fertigungstoleranzen muss man bei dem Kaufpreis von 349 Euro freilich in Kauf nehmen. Diese manifestieren sich bei uns lediglich darin, dass die Glasplatte ein paar mm seitlich über den Rand steht. Die Gerätefront wird von einem Abdeckgitter aus Metall bestimmt, das sauber montiert ist und mit den Seitenteilen, ebenfalls aus Metall, nahtlos abschließt. An der Rück- und Unterseite zeigt sich dann das HDF-Gehäuse, das mit einer schwarzen Folierung versehen ist. Außerdem sind unten vier Gummifüßchen angebracht.

Mittig vorne ist ein Display sichtbar. An Chassis bietet die DM 5 insgesamt vier 51mm Breitbänder, unterstützend sind zwei ovale 87mm x 46mm Passivmembrane integriert. Die Systemleistung beträgt 120 Watt.

Canton DM 5 Rueckseite Seitlich

Rückseite komplett

Canton DM 5 Wandhalter

Praktische Schlüssellöcher für die Wandmontage

Canton DM 5 Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

Eine überladene Fernbedienung kann man der Canton Soundbar nicht nachsagen. Übersichtlich und ohne Schnickschnack präsentiert sich die Remote. Wichtige Taster für die Quellenwahl, Pegeleinstellung sowie Sound-Modi und Anpassung sind aber an Bord. Außerdem kann man direkt per einem Knopfdruck den Bluetooth-Kopplungsvorgang starten. Wir finden es gut, dass Canton auch beim Einstiegsgerät keine Folientasten-Fernbedienung beilegt. Haptisch ausgezeichnet liegt sie schwer in der Hand und vermittelt einen edlen Eindruck. Auch der Tastendruckpunkt geht absolut in Ordnung.

Canton DM 5 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse an der Rückseite

Die Anschlüsse  sind nach innen versetzt, um eine problemlose Wandmontage zu gewährleisten. Wie eingangs erwähnt, sucht man bei der Canton DM 5 den HDMI-Slot vergeblich. Das Audiosignal empfängt die Soundbar entweder analog über die beiden Cinch-Eingänge oder digital mit dem optischen TOSLINK-Eingang oder koaxial. Eine Einkabel-Verbindung mit dem TV-Gerät ist also gegeben, Dolby Digital als Bitstream kann natürlich nur digital übertragen werden. Zusätzlich zu den Eingängen ist noch ein Subwoofer Output an Bord, wenn man den Klangriegel untenrum akustisch unterstützen möchte.

Canton DM 5 Front Seitlich1

Was vermag die DM 5 akustisch zu leisten?

Bevor wir die klanglichen Eigenschaften der DM 5 näher beleuchten, schließen wir die Einrichtung ab. Zunächst verbinden wir die Soundbar mit unserem Smartphone per Bluetooth. Ein einfacher kurzer Klick auf die Taste "Bluetooth Pairing" der Fernbedienung genügt, um das Gerät in den Kopplungsmodus zu versetzen. Sogleich erscheint es auch unter den sichtbaren Geräten am Handy und die Verbindung ist binnen wenigen Sekunden hergestellt.

Jetzt stellen wir noch den EQ anhand der Platzierung der DM 5 im Raum ein. Bei einem Blick auf die spartanische Fernbedienung wundert man sich vielleicht zunächst - in Kombination mit dem Display ist die Einstellung aber recht problemlos zu bewerkstelligen. Zunächst drückt man mehrere Sekunden auf die "Sound"-Taste, um in die erweiterten Einstellungen zu gelangen. Hier können wir dann durch die verschiedenen Menüpunkte, die auch Einstellung für die Lippensynchronität, die "Dynamic Range Compression", den Subwoofer und weitere beinhalten, durchschalten. Unter EQ haben wir dann drei Möglichkeiten zur Auswahl. EQ1 ist für die Aufstellung direkt vor dem TV-Gerät vorgesehen und voreingestellt. EQ2 optimiert die Akustik bei der Wandmonate unter dem Fernseher und EQ3 ist für eine Aufstellung in einem Rack bzw. Regal vorgesehen. Ebenfalls praktisch: Die automatische Ein-/bzw. Abschaltautomatik. Das Gerät erkennt, ob an den digitalen Eingängen ein Signal anliegt und aktiviert bzw. deaktiviert automatisch die Soundbar.

Die Bluetooth-Verbindung steht also und wir können es nicht lassen, direkt einmal die Alt-Rocker von D-A-D an die DM 5 zu senden. Wir bleiben bei der Musikwiedergabe vorerst im Stereo-Modus und sind bereits hier von der Loslösung des Klanggeschehens von der Komponente begeistert. Ebenfalls erstaunlich empfinden wir, wie satt und voluminös die DM 5 uns bereits die ersten Sekunden von "Grow or Pay", von Schlagzeug und Gitarre geprägt, präsentiert. Die Stahlsaiten des Instrumentes sind klar erkennbar, etwas breiter und feiner gestaffelt könnte die Bühne sein. Auch die Stimme gefällt, so klar und brilliant hätten wir die oberen Frequenzbereiche von den Breitbändern nicht erwartet. Auch untenrum gibt die Soundbar Gas. Selbstverständlich ist es um den Tiefgang nicht ganz so hervorragend bestellt, dennoch wird ein knackiges und fülliges Fundament geboten. Selbst das Piano kann mit angenehmem Timbre aufwarten. Natürlich, souverän und erwachsen erklingt die Soundbar in den ersten Minuten. Akustisch sehr angenehm und ausgewogen fällt das Hören leicht, trotz der unanstrengenden Auslegung reißt der Canton-Lautsprecher mit und begeistert den Zuhörer.

Wir bleiben anspruchsvoll und spielen der Soundbar "Du scheinst" aus Mines erstem Album zu und sind von der entwickelten Kraft erstaunt. Satt und mit starkem Punch wird uns die Bassdrum gleich zu Beginn des Liedes um die Ohren gehauen. Mines Stimme wirkt authentisch, steht zentral vor der Bühne. Natürlich profitiert die erwachsen klingende Soundbar von der avantgardistischen und nicht allzu komplexen Klangkulisse. Sämtliche akustischen Elemente und Akzente werden aber sehr gut herausgearbeitet und sind in die räumliche Kulisse akkurat integriert. Wieder liefert die DM 5 einen raumfüllenden Sound im konventionellen Stereo-Modus und beschallt auch unser mittelgroßes Wohnzimmer ohne Probleme. Bei der kompakten Soundbar von Canton muss man auch nicht allzu sehr aufpassen, denn selbst in einem hellhörigen Raum spielt die DM 5 gutmütig und wird nicht aggressiv.

Von geringer Komplexität kann bei den ersten beiden Liedern des "Killers" Album von Iron Maiden nicht mehr die Rede sein. Selbst hier machen die Breitbänder aber einen ausgezeichneten Job und differenzieren die mit hoher Geschwindigkeit malträtierten Instrumente absolut solide. Gerade bei "Wrathchild" gefällt uns der saubere Sound der Rhythmus-Gitarre, aber auch die verzerrte Lead ist trotz typisch verschachteltem Metal-Sound exzellent auszumachen. Bis zum Pegel-Maximum spielt die DM 5 souverän und ohne Verzerrungen. Die Lautstärke ist dann im mittelgroßen Wohnzimmer nicht ohrenbetäubend, aber definitiv ausreichend und für sanfte Gemüter sicher zuviel. Eindeutig besser so, als noch mehr Pegel herauszukitzeln und dafür unschöne negative Aspekte in Kauf zu nehmen.

Natürlich spielen wir der Canton Soundbar auch über den optischen Digitaleingang von einem Blu-ray Player zu. Mozarts Violinkonzert erklingt von der 2L - The Nordic Sound Blu-ray, allerdings in PCM, denn die Canton DM 5 decodiert ausschließlich Dolby Digital. Erstaunlich differenziert gibt die Soundbar das Konzert no. 4 in D-Dur wieder und arbeitet feine Details der Streicher gut heraus. Auch die Anbindung des Bassbereiches gelingt sehr gut und so ensteht ein balanciertes und ausgewogenes Gesamtbild. Natürlich fehlt es an Feindynamik und Detaillierung, allerdings leistet das kompakte Gerät hervorragende Arbeit für seine Größe. Exzellent gefällt auch der virtuelle Surround-Modus von DTS. Ohne zuviel an Präzision einzubüßen wird eine dreidimensionale Bühne kreiiert, die von Luftigkeit und Transparenz geprägt ist. Die DM 5 bleibt stets angenehm und liefert mehr als ausreichenden Pegel. Nie hat man das Gefühl der Entstehung einer Lücke im Frequenzbereich, auch untenrum kann mal kräftig zugepackt werden. In einer passenden Räumlichkeit gelingt die räumliche Gestaltung des virtuellen Surround-Modus hervorragend und man kann, um eine höhere Immersion zu erreichen, durchaus auch bei Musik darauf zurückgreifen. Die Bühne wirkt etwas strukturierter im konventionellen Stereo-Modus, aber deutlich weniger breit und weitläufig.

Für unser Filmbeispiel haben wir uns "The Prestige" ausgesucht, der mit einer exzellenten Tonspur, die in Dolby Digital codiert wurde, daher kommt. Gleich zu Beginn gefällt uns die ausgezeichnete Darstellung der charakteristischen Stimme von Michael Caine. Auch im Surround-Modus wirkt sie absolut authentisch und nicht weniger tief und rauh als im direkten Stereo-Modus. Als sich der von Christian Bale gespielte Zauberkünstler mit Elektrizität befasst, lässt sich der sonst sehr ausgewogenen Soundbar durchaus etwas gewollte Aggressivität entlocken, wenn wir die Zischlaute sonst etwas klärer und schärfer in Erinnerung haben. Insgesamt wird eine exzellente räumliche Atmosphäre geboten, die trotz der kompakten Soundbar auch mit entsprechender Dichte daher kommt und den Zuschauer in den Bann zieht. Ein Hintergrundgrollen, wie es häufiger gegen Ende des Filmes, z.B. in den Laboren von Tesla, zu hören ist, gelingt voluminös und voll, auch kleinere Explosionen werden von der Canton Soundbar sehr gut gestaltet und kommen knackig beim Zuhörer an. Natürlich darf man kein spektakuläres Feuerwerk erwarten, der erwachsene, natürliche Sound der DM 5 kann aber absolut überzeugen und übertrifft den Klang konventioneller Flat-TVs in allen Belangen.

Akustisch macht der kompakten Soundbar von Canton so schnell keiner was vor. Sowohl die Teufel Cinebar One (ohne Subwoofer) als auch die JBL Bar Studio müssen bei Authentizität und Souveränität klein bei geben. Das bedeutet nicht, dass die beiden genannten Konkurrenten schwach klingen, die DM 5 wirkt einfach noch etwas ausgewogener und erwachsener. Allerdings ist der Preis auch deutlich höher - die Cinebar One kostet ohne Subwoofer nur um die 270 Euro und die JBL Bar Studio ist mit 179 Euro deutlich günstiger. Dafür muss die Canton bei der Ausstattung passen, denn beide Gegner bieten mit HDMI-Bestückung und Audio Return Channel Paroli. Hier kann der Kunde mit klaren Fakten entscheiden. Wer HDMI und besonders einfache Steuerung mit der TV-Fernbedienung möchte, oder auch wenn der Taler etwas knapper sitzt, schaut sich bei der Konkurrenz um. Für mehr Geld erhält man bei Canton neben ezellentem Sound auch eine sehr solide Material- und Verarbeitungsqualität.

Canton DM 5 Front Seitlich2

Solide, schick und erwachsen: Canton DM 5

Der kompakte Einsteiger-Bereich beginnt bei Canton bei einem Preis von rund 350 Euro. Dafür erhält man nicht nur eine sehr erwachsen und souverän klingende Soundbar mit sehr guter Pegelfestigkeit, sondern auch ein schick und elegant wirkendes Objekt aus HDF, Metall und Glas. Auf HDMI muss man erwartungsgemäß verzichten, hier muss man bei den Hessen schon zum deutlich teureren Modell greifen. Bei den Tonspuren macht man ebenfalls bei Dolby Digital Halt. Dafür begeistert der integrierte virtuelle Surround-Modus mit authentischer, weitläufiger Bühne und kaum Präzisionsverlust. Der flexible Bluetooth-Support wird von aptX begleitet und funktionierte sowohl bei der Installation als auch während des Betriebs tadellos.

Edel wirkende Soundbar aus hochwertigen Materialien und erwachsenem Sound
ueberragend
22.02.2018

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22.02.2018

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