TEST: JBL Bar Studio – Kompakte All-in-One Soundbar zum absoluten Einstiegspreis

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JBL hat neue Soundbars im Programm! Den Einstieg gibt es bereits für 179 Euro mit der JBL Bar Studio. Hierbei handelt es sich um eine Stereo-Stoundbar ohne separaten Subwoofer, die zum günstigen Preis einen klaren Mehrwert gegenüber einfachen TV-Lautsprechern bieten soll. Das JBL 2.0-System dekodiert Dolby Digital und liefert auch einen virtuellen Surround-Modus sowie Bluetooth-Funktionalität mit. HDMI mit ARC-Funktion ist für den unkomplizierten Anschluss an das TV-Gerät an Bord, auch die Bedienung kann mit der TV-Fernbedienung erfolgen.

JBL-BAR-Studio-Detail

Seite rechts

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Bedienelemente auf der Oberseite

Wie eingangs schon erwähnt, zählt die JBL Bar Studio zu den „All-in-One“-Soundbars. Auf einen zusätzlichen Subwoofer, der mittlerweile vorwiegend drahtlos angebunden wird, muss man daher verzichten. Damit die Soundbar dennoch bei der Basswiedergabe nicht einknickt, sind Dual-Bass-Ports integriert, die der Soundbar tiefe Frequenzen bis zu 60 Hz ermöglichen sollen. Die maximale Gesamtleistung des Klangriegels beträgt 30 W. Damit werden zwei 51mm Tieftöner und zwei 38mm Hochtöner bis zu einem maximalen Schalldruckpegel von 90 dB befeuert.

Beim Anschluss an das TV-Gerät greift man im besten Fall auf den HDMI-Slot (HDMI 1.4) mit Audio-Rückkanal zurück und kann die Soundbar dann auch direkt mit einer Vielzahl von TV-Fernbedienungen steuern. Außerdem steht noch ein optischer Digitaleingang sowie ein analoger Eingang zur Verfügung. Außerdem eine USB-Schnittstelle (Musikwiedergabe nur mit FAT-Dateisystem) und, wie bereits erwähnt, Bluetooth für drahtloses Audio-Streaming in der Version 4.2.

Die Bar Studio ist kein Schwergewicht und bringt gerade einmal 1,4 kg auf die Waage. Die Abmessungen betragen 61,4 x 5,8 x 8,6 cm (BxHxT).

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Rückseite

Die Soundbar kommt recht schlicht daher, zeigt sich aber mit den abgerundeten Kanten und den konkaven Seitenteilen durchaus in einem eigenständigen Design mit modernem Charakter. Das Gehäuse besteht an den Seiten und Teilen der Unter- und Rückseite aus Kunststoff. Die gesamte Front und der obere Bereich ist aber mit einem durchgängigen Lautsprechergitter aus Metall versehen, dass einen hochwertigen Eindruck erweckt und an allen Seiten bündig mit dem Gehäuse abschließt. Auch die Bedienelemente sind sauber integriert und fügen sich dezent im oberen Bereich ein. Die Tasten sind gummiert und bieten einen guten Druckpunkt.

Die Anschlüsse auf der Rückseite sind nach innen versetzt, damit es bei der Aufstellung keine Probleme gibt. Auch die Anschlüsse sind passgenau im Gerät untergebracht. Das Netzteil ist im Fall der JBL Bar Studio extern.

An der Unterseite sorgen zwei gummierte Füße für rutschfesten Halt. Bezüglich der Verarbeitungsqualität und der verwendeten Materialien gibt es kaum etwas auszusetzen. Bedenkt man den Preisbereich von unter 200 Euro, findet man hier sogar ein überdurschnittlich gutes Gesamtergebnis vor.

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Fernbedienung

Lediglich die Fernbedienung, die im Scheckkartenformat und mit Folientasten ausgeführt ist, ordnet sich im Durchschnitt ein. Sie wirkt, für so kleine Abmessungen, beinahe ein wenig überladen, was natürlich im Gegenzug für eine gute Ausstattung spricht. Die Lautstärke-Tasten und die Einstellungen für Bässe sind in hochglanzschwarz abgehoben. Die andere Oberfläche kann man auch gut mit dem Finger erfühlen, so dass man im Dunkeln einfacher die Lautstärke ändern kann.

Klang

Zunächst einmal wollen wir mit der JBL Bar Studio und unserem Smartphone eine Bluetooth-Verbindung herstellen. Dazu muss man lediglich die Soundbar einschalten und den Bluetooth-Eingang wählen. Mit einem akustischen Signal zeigt das Gerät an, dass es sich im sichtbaren Modus befindet und gefunden werden kann. Als „JBL Bar Studio“ wird es auch direkt im iPhone angezeigt und mit einem Klick sind beide Geräte gekoppelt – auch das wird mit einem akustischen Signal bestätigt.

Wir legen los mit Aretha Franklin und dem Royal Philharmonic Orchestra mit einer sehr schwungvollen Variante von „Respect“. Mit einer Lautstärke, die für kleine Räume bis hin zu mittelgroßen Wohnzimmern absolut respektabel ist, spielt die Bar Studio durchaus mitreißend und treibend auf. Besonders positiv fällt uns die Stimmwiedergabe des Klangriegels auf, hier kommt die schallende Stimme der US-amerikanischen Soul-Künstlerin richtig gut und charakteristisch an. Ohne Subwoofer in einem separaten Gehäuse darf man natürlich in den unteren Frequenzbereichen keine Wunder erwarten, ein wenig Punch und Volumen ist aber definitiv nachvollziehbar. Der Großteil von TV-Geräten bis hin zum mittleren Preissegment wird hier ausgestochen. Im oberen Preisbereich wird es mittlerweile schon enger, da auch die TV-Hersteller erkennen, dass der Anwender hier mehr erwartet. Die Kunden solcher TV-Geräte sind aber nicht unbedingt das Ziel-Klientel von JBL – man bedenke den günstigen Preis von 179 EUR UVP.

Passend zur Advents- und Weihnachtszeit liefern wir der JBL Soundbar „White Christmas“ von Beegie Adair an und erfreuen uns an einer sehr guten Räumlichkeit der kompakt bemessenen Soundbar, die auch das Klanggeschehen solide vom Lautsprecher löst. Zumindest bei der Musikwiedergabe können wir zudem schon mal einen recht breiten Sweet Spot attestieren. Die einzelnen Instrumente sind gut differenzierbar, selbst der Kontrabass erweckt einen stimmigen Eindruck mit gutem Subjektiv-Eindruck der Tiefe. Der authentische Piano-Sound fällt nicht ganz so leicht, bietet aber ein warmes, angenehmes Timbre und fügt sich hervorragend ins ausgewogene akustische Geschehen ein.

Die JBL Soundbar bietet über den virtuellen Surround-Modus hinaus noch weitere Sound-Modi, die per Fernbedienung angewählt werden können. Da das Gerät nicht über ein Display verfügt und nur per Status-LEDs Auskunft über den gewählten Modus gibt, hilft ein Blick ins Handbuch:

  • Nur die unterste LED leuchtet: Standard Sound-Modus
  • Die untersten beiden LEDs leuchten: Film
  • Drei LEDs leuchten: Musik
  • Vier LEDs leuchten: Sprache
  • Fünf LEDs leuchten: Sport

D-A-Ds „Laugh ’n‘ A1/2“ begeistert mit sehr guter Stimmenwiedergabe und klarer Zeichnung der Stahlsaiten der Gitarre. Das Gesamtgeschehen klingt sehr luftig und durchhörbar. Bei hohem Pegel neigt die Soundbar zwar zu einer etwas hellen Auslegung, wird aber nicht direkt aggressiv. Grundsätzlich ist der verwendete Klangmodus weitgehend Geschmackssache. Standard eignet sich für die meisten Anwendungen, beim Modus „Musik“ scheint sich das Geschehen etwas klarer auf das Zentrum zu konzentrieren. Im Film-Modus wird die Bühne in die Breite gezogen und soll einen weitläufigeren Eindruck machen – bei verschiedenen Filmen sicher sinnvoll, bei der Musikwiedergabe eher nicht. Sprache sollte man wohl wirklich nur, sofern man denn unbedingt möchte, bei Nachrichten oder Talk-Sendungen verwenden, da hier die Dynamik relativ stark eingeschränkt wird und der Sound insgesamt weniger räumlich wirkt. Sport klingt wieder voller und räumlicher und soll vermutlich etwas Stadion-Atmosphäre ins Wohnzimmer transportieren.

Bei der Wiedergabe von Filmton macht die JBL Soundbar ebenfalls eine gute Figur. Für nicht allzu riesige Wohnzimmer reicht der Pegel locker aus, ab mittelgroßen Räumen muss man sich aber schon im oberen Bereich der möglichen Lautstärke aufhalten, wenn ein mitreißendes Klangerlebnis realisiert werden soll. Im Praxisbetrieb kann der JBL Klangriegel bei „Star Wars: The Force Awakens“ mit einer sehr guten Atmosphäre und einer breiten, räumlichen Bühne punkten, die auch in den Randbereichen noch ausgezeichnete Ergebnisse liefert. Selbstverständlich muss man eingestehen, dass die Soundbar, als kompaktes Gerät und ohne zusätzlichen Subwoofer, keinesfalls ein ausgewachsenes System ersetzen kann. Bei einem Preis von 179 Euro darf man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, dennoch werden TV-Lautsprecher – abgesehen von den Komponenten wirklich hochwertiger Oberklasse-TVs, die stellenweise auch mit einer eigenen Soundbar daherkommen – übertrumpft. Besonders die hervorragende Sprach- und Dialogverständlichkeit bei komplexem Geschehen fällt auf, aber auch die gute Stimmcharakteristik, z.B. beim Aufeinandertreffen von Kylo Ren und Lor San Tekka in der ersten Szene des Kino-Hits, überzeugt.

Im unteren Teil des Frequenzspektrums würden wir uns etwas mehr Volumen und Nachdruck wünschen, aber man muss eben mit den vorhandenen, beengten Dimensionen haushalten, und dafür macht die Bar Studio schon entsprechend Spektakel. Der Film-Modus kann hier klar seine Stärken ausspielen und bietet eine sehr räumliche und dichte Bühne. Anders als bei den verschiedenen Modi, lässt sich der virtuelle Surround-Modus nur aktivieren bzw. deaktivieren. Hier bietet JBL einen klaren Benefit und lässt das Klanggeschehen immersiver erscheinen, ohne negativ in das Gesamtgeschehen einzugreifen. Bei Action-geladenen Titeln können wir den JBL Surround Sound in jedem Fall empfehlen. Trotz der weitläufigeren Kulisse bleiben Dialoge stets verständlich und Effekte können sauber geortet werden.

In diesem extrem günstigen Einstiegssegment bietet JBL eine enorm sauber verarbeitete und solide Soundbar mit HDMI-Bestückung und Bluetooth-Funktionalität an, die sogar mit einem ausgezeichnet funktionierenden virtuellen Surround-Modus ausgestattet ist. Wer hier noch mehr will, muss dann aber auch tiefer in die Tasche greifen. Ein ernsthafter Kandidat hierfür heißt Yamaha YAS-207 und kostet bereits 349 EUR. Diese ist mit einem separaten Subwooofer ausgestattet, kann dann auch DTS dekodieren und kommt mit einem HDMI-Eingang (HDMI 2.0 + HDCP 2.2) daher, kann per Bluetooth-App gesteuert werden und ist mit der DTS Virtual:X Technologie versehen.

Fazit

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JBL bietet für nicht einmal 180 Euro eine Soundbar an, die im unteren Preisbereich mächtig aufräumt. Hier wird trotz des niedrigen Preises eine sehr solide Verarbeitungs- und Materialqualität sowie eine Ausstattung geboten, die sich keinesfalls verstecken muss. Verschiedene Sound-Modi sind an Bord, zudem ein virtueller Surround-Modus, der auch in teureren Geräten keinen schlechten Eindruck erwecken würde. Als wichtigste Schnittstelle ist zwar nur ein HDMI-Eingang mit Audio Return Channel sowie zusätzliche digitale und analoge Eingänge integriert, manche bieten in dieser Preisregion oder sogar weit darüber überhaupt keine HDMI-Bestückung. Natürlich darf man aus akustischer Sicht auch nicht zuviel erwarten, aber bei der Unterstützung der immer noch schwachen TV-Lautsprecher bis hin zur Mittelklasse zeigt sich die JBL Bar Studio in ausgezeichneter Manier.

Enorm preisgünstiger Klangriegel mit HDMI, Bluetooth und virtuellem Surround-Modus
ueberragend
Soundbar-Systeme bis 200 EUR
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Test 14.12.2017

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14.12.2017




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