Test: beyerdynamic DT 240 Pro – überzeugender Over-Ear-Kopfhörer fürs Studio und das portable Endgerät?

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Für exakt 99 EUR kann man den Over-Ear-Kopfhörer beyerdynamic DT 240 PRO direkt beim Hersteller ordern. Der 34-Ohm-Kofhörer abreitet nach dem dynamischen, geschlossenen Prinzip und eignet sich, so die Heilbronner Klang-Experten, sowohl für den Studio-Einsatz als auch für mobile Zwecke an portablen Endgeräten. 

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Bequem gepolsterte Ohrmuscheln. Die Polster sind austauschbar

Die bequem gepolsterten Ohrmuscheln liegen gut auf, das Material ist angenehm und nicht zu schweißtreibend. Der Verstellmechanismus des Kopfbandes ist präzise genug, um den Over-Ear-Kopfhörer auch für Träger mit größerem Kopfumfang passend einzustellen. 

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Überzeugender Verstellmechanismus

Der DT 240 PRO besitzt ein gut gepolstertes Kopfband, das auch bei längerem Tragen nicht unangenehm drückt. Die Verarbeitung ist robust, die Optik kennzeichnet den DT 240 PRO als professionell angehauchtes Produkt. Irgendwelche „trendigen“ Style-Merkmale sucht man bei diesem Klassiker, der für kleines Geld großen Klang bieten möchte, vergeblich. 

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Kopfband

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„Professional Headphones“ und kein über-designtes Kinderspielzeug – das ist eine klare Ansage

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Gutes Finish

Ein Hardcase befindet sich nicht im Lieferumfang, sonst hätte beyerdynamic den Preis unter 100 EUR auch vermutlich kaum halten können. Es gibt nur eine einfache Stofftasche. Dafür findet sich ein abnehmbares Spiralkabel in Studio-Qualität, das 1,25 Meter lang ist (gestreckt 3 Meter). Ein 6,25 mm Adapter liegt ebenfalls bei. 

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Spiralkabel

Robust, mit einen Übertragungsbereich von 5 Hz bis 35 kHz versehen, mit einem maximalen Schalldruck von 119 dB (200 mV, 500 Hz) – der DT 240 PRO scheint sich optimal für den Alltagseinsatz und die Verwendung im Studio zu eigen. Doch klingt er auch so gut, wie wir hoffen? Die Antwort auf diese Frage folgt jetzt. 

Klang

Sony NW-ZX2 Front Seitlich1

Exzellenter Zuspieler: Sony Walkman Digital Music Player NW-ZX2 (1.199 EUR), Songs in CD-Qualität (44,1 kHz/16-Bit)

Wir starten mit „Offshore“ von Chicane, und der DT 240 PRO überzeugt von Beginn an mit einem vollem, aber gleichzeitig kontrollierten Bass, der für die Preisliga um 100 EUR wirklich sauber aufgebaut ist. Die zahlreichen elektronischen Effekte, die gleich zu Beginn hinzukommen, behandelt der DT 240 Pro mit untadeliger Impulstreue. Der Hersteller verspricht einen verzerrungsfreien Klang dank kraftvoller Treiber – das können wir nur bestätigen. Die Klangabstimmung ist angenehm und ausgewogen.

Derjenige, der den 34-Ohm-Over-Ear-Kopfhörer trägt, freut sich zudem über eine sehr dichte Räumlichkeit. Obwohl es kein aktives Noise Cancelling gibt, schirmt der bequeme DT 240 PRO seinen Träger ausgezeichnet gegen Außengeräusche ab. Die Polsterung der Ohrmuscheln innen und des Kopfbands kann überzeugen, auch bei langem Tragen erweist sich der DT 240 PRO als komfortabel, er stört nie. Der Anpressdruck wird von uns als nahezu ideal empfunden. 196 Gramm Gewicht sind ebenfalls nicht zu viel, daher können wir nach dem ersten Test-Beispiel resümieren: Viel Sound- und Trage-Qualität für wenig Geld. 

„The Rain“ von Calvin Harris macht richtig Spaß, weil der DT 240 PRO das Saxophon sehr gut und mit hervorragender Frische einarbeitet sowie dem Rhythmus durch Basskraft weitere Würze verleiht. Der beyerdynamic-Kopfhörer zeigt sich hier als „wahrer Clubber“ und beeindruckt durch die stabile, gelassene, aber gleichzeitig räumlich klare Wiedergabe. 

„Summertime“ von Annie Lennox steht als nächster Song auf dem Programm. Der tiefgründige Titel beginnt mit Piano-Klänge, welche natürlich von unserem Highend-Walkman erstklassig aufbereitet werden. Doch all das würde wenig bewirken, wenn der angeschlossene Kopfhörer unterdurchschnittlich wäre. Der preiswerte DT 240 PRO aber scheut sich keinesfalls, mit dem präzisen Sony zusammen zu arbeiten und serviert sogar Teile der Anschlagdynamik des Klaviers in sehr guter Form. Die Stimme von Annie arbeitet er souverän und fließend ein, vergisst dabei aber nicht, Stimme sowie Instrumente tadellos voneinander zu treffen. Sowohl die räumliche Weite als auch die räumliche Tiefe sind sehr ausgeprägt, so dass wir bilanzierend vor dieser Leistung nur den Hut ziehen können. Es gibt doppelt so teure Kopfhörer, die nicht diesen hohen Standard offerieren. 

Nun geht es um maximale Dynamik – beim Klassiker „Sabotage“ der legendären Beastie Boys. Und die Aggressivität im Song bringen die DT 240 PRO-Headphones gekonnt zur Geltung. Dynamische Wechsel im Rhythmus des Tracks bereiten dem beyerdynamic-Kopfhörer zu keiner Zeit Probleme. Stets ist er spontan zur Stelle, um eine  lebendiges, aber zugleich angenehmens Hörerlebnis bereitzustellen. Die Pegelfestigkeit überzeugt, auch bei hoher Lautstärke lenken die Treiber noch exakt aus. Der Tiefgang im Bassbereich verdient sich überdies Bestnoten. 

Dynamisch bleibt es: „For The Greater Good Of God“ von Iron Maiden muss der DT 240 PRO hier und heute in angemessener Form darbieten. Und das gelingt ihm sehr gut – die umfassende, lückenlose, homogene Wiedergabe bringt dem Heilbronner Kopfhörer ein weiteres Mal ein dickes Plus aufs Punktekonto. Alle akustischen Elemente, die Stimmen und Instrumente, werden zu einem atmosphärisch dichten Ganzen zusammengefügt, und das schnell und mit enormer Lebendigkeit. 

Und erneuter Wechsel der musikalischen Stilrichtung: „I Love You More Than You’ll Ever Know“ von Beth Hart & Joe Bonamassa wird nun wiedergegeben. Und den ganz speziellen Rhythmus, sehr gehaltvoll, sehr tiefgehend, sowie die Vocals präsentiert uns der DT 240 PRO ausgezeichnet: Klare Konturen, präzises Raumgefühl. Um keine falschen Hoffnungen zu wecken: Klar, dies ist ein 99 EUR-Kopfhörer. Wunder vollbringen kann auch beyerdynamic nicht. Aber dass man auch als Hörer mit gewissen Ansprüchen an Klarheit und Klangkultur mit einem so günstigen Headphone glücklich werden kann, das verdient wahrhaftig Respekt.

Andere Kopfhörer mögen fescher, modischer aussehen und edler wirken als der robust-schlichte DT 240 PRO, aber akustisch können ihm nur wenige das Wasser reichen – so wie der 20 EUR teurere Teufel REAL pure, der sich ebenfalls extrem gut in Szene setzen konnte. Der beyerdynamic klingt noch eine Idee angenehmer, der Teufel noch eine Spur dynamischer. Den Mehrpreis rechtfertigt der REAL durch die insgesamt schon beinahe nobel zu nennende Anmutung. Der mit rund 150 EUR Marktpreis deutlich teurere, optisch sehr hübsche Pioneer SE-MHR5 kann sich aus klanglicher Sicht nicht vom günstigen beyerdynamic absetzen – das spricht wahrhaftig für sich. 

Fazit

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Ganz gleich, welche Art von Musik, und auch der Hör-Pegel spielt fast keine Rolle: Der beyerdynamic DT 240 PRO weiß immer, rundherum zu überzeugen. Optisch unauffällig und schlicht, aber solide verarbeitet, sehr bequem zu tragen und preislich mit nicht einmal 100 EUR außergewöhnlich günstig: Hier kommt ein echter Kauftipp, denn Schwächen sucht man vergeblich. Das ergibt eine völlig verdiente Preisklassenreferenz in der Liga bis 100 EUR.

Akustisches Ass zum kleinen Preis: Der beyerdynamic DT 240 PRO schlägt auch teurere Konkurrenten aus klanglicher Sicht
preisklassenreferenz
Kopfhörer bis 100 EUR
Test 24. November 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. November 2017




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