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DVB-T2 HD: Privatsender in HDTV nur für 69 EUR im Jahr (Update)

Freenet TV CI+ Modul 

Das „Freenet TV“-Senderpaket, in dem ab Frühjahr 2017 zahlreiche HDTV-Programme der Privatsender in 1080p verbreitet werden, wird vorerst nur komplett für ein Jahr buchbar sein. Das DVB-T2 HD-Angebot der Privatsender soll 69 EUR kosten, was monatlich 5,75 EUR entspricht. Ein monatliches Abrechnungsmodell, wie es z.B. HD+ via Satellit bietet, ist bislang noch nicht vorgesehen. Bis der Empfang tatsächlich nur noch kostenpflichtig möglich ist, wird aber noch fast ein Jahr vergehen.

Bereits während der Ende Mai gestarteten Einführungsphase von DVB-T2 HD werden die ersten HD-Programme von RTL und Sat.1 zwar mit Irdeto verschlüsselt ausgestrahlt und benötigen für die Freischaltung entweder das Freenet CI+ Modul für rund 80 EUR oder einen „Freenet TV“-tauglichen DVB-T2 HD-Receiver. Wer das Modul oder einen solchen Receiver jetzt bereits nutzt, erhält die privaten HD-Sender nach dem Start des gesamten Angebots Ende März 2017 aber zunächst noch bis Ende Juni 2017 gratis. Zum weiteren Empfang ist eine Registrierung des Receivers oder Moduls mit der 11-stelligen „Freenet TV ID“ unter www.freenet.tv erforderlich. Im Unterschied zu bisherigen Pay TV-Angeboten wird bei Freenet TV keine Smartcard genutzt. Die Freischaltung des Empfangs erfolgt über die interne Serien-Nummer des Moduls oder Receivers.

DVB-T2 HD soll am 29. März 2017 in zahlreichen Ballungsräumen starten und über 80 Prozent der Bevölkerung erreichen. Mit dem Beginn des DVB-T2 HD-Regelbetriebs endet zeitgleich in den jeweiligen Regionen die DVB-T-Ausstrahlung.

Das bislang für den Start im März bekannte HDTV-Senderangebot wird vor allem von den Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL kommen.

  • ProSieben HD
  • Sat.1 HD
  • ProSieben MAXX HD
  • Kabel Eins HD
  • SIXX HD
  • Sat.1 Gold HD
  • RTL HD
  • RTL II HD
  • VOX HD
  • n-tv HD
  • RTL Nitro HD
  • Super RTL HD

Bereits im Juni wurde ausserdem eine grundsätzliche Vereinbarung mit den Sendern SPORT1 und QVC bekannt gegeben. Ob diese direkt zum Start 2017 mit dabei sein werden, ist noch nicht bekannt. QVC könnte zu einem der wenigen privaten Programme werden, die auch unverschlüsselt verbreitet werden, da der Homeshopping-Sender vor allem auf Reichweite setzt. Insgesamt sind bis zu 20 private Sender geplant.

Darüber hinaus sollen neben den kostenpflichtigen Privatsendern voraussichtlich noch folgende Öffentlich-Rechtliche Sender unverschlüsselt empfangbar sein:

  • Das Erste HD
  • ZDF HD
  • arte HD
  • Phoenix HD
  • EinsFestival HD
  • Tagesschau 24 HD
  • BR HD
  • NDR HD
  • MDR HD
  • WDR HD
  • KIKA HD
  • 3sat HD
  • ZDFinfo HD
  • ZDFneo HD

Dabei handelt es sich bislang noch um eine unverbindliche Liste. Die einzelnen ARD-Anstalten entscheiden in ihrem Sendegebiet jeweils selbst darüber, welche Programme verbreitet werden. So sollten natürlich in den Sendegebieten von RBB, SWR und HR auch deren regionale „Dritte Programme“ empfangbar sein. Die Öffentlich-Rechtlichen HDTV-Programme sind auch mit einfacheren DVB-T2-Receiver mit HEVC/H.265-Unterstützung empfangbar, die ab ca. 40 EUR angeboten werden.

Update: Nachdem das Preismodell für „Freenet TV“ in den letzten Tagen bereits auf einige Kritik gestoßen ist, deutet sich an, dass Media Broadcast eventuell noch etwas günstigere Optionen in der Reserve hat. Zunächst ist zum Preis von 69 EUR ein Modell vorgesehen, bei dem man sich im Handel einen Gutschein kauft, der für eine Freischaltung für ein Jahr sorgt. Der Sendernetzbetreiber hat aber bereits angedeutet, dass es eventuell noch alternative Bezahlmodelle geben könnte, die dem Nutzer einen etwas günstigeren Empfang ermöglichen. Wie diese im Detail aussehen sollen, ist allerdings noch offen. Da ohnehin erst ab Juli 2017 der Empfang kostenpflichtig wird, hat Media Broadcast noch einige Zeit für die Entwicklung des Preismodells. Dann allerdings erfolgt der Sprung ins kalte Wasser, der zeigen wird, ob deutsche TV-Zuschauer überhaupt bereit sind, für werbefinanziertes Fernsehen in HDTV zu zahlen. Denn während via Satellit und Kabel derzeit noch das frei empfangbare Fernsehen in Standard-Auflösung als Alternative bereit steht, wird es diese aufgrund der DVB-T-Abschaltung im Rahmen der DVB-T2 HD-Einführung für Zuschauer des „Überallfernsehens“ nicht geben.

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