XXL-TEST: Yamaha Stereo-Netzwerkreceiver R-N800A - das Universaltalent zum attraktiven Kaufpreis?

Klangtestreihen

Canton Vento 90 Nussbaum Dunkel

Kommen wir nun zu den klanglichen Eigenschaften des Yamaha Stereo-Netzwerkreceiver R-N800A. Als Schallwandler haben wir uns wieder für die geschätzten Canton Vento 90 entschieden. Zunächst möchten bei langsamen und gefühlvollen Titeln überprüfen, wie gut der RX-N800A agiert. Als ersten Track haben wir uns "Under Your Scars" von Godsmack entschieden. Los geht der Titel mit einem Klavier, welches von Sully Erna, Frontmann von Godsmack, bedient wird. Kurz darauf folgt der Klang einer Violine. Diese beiden Instrumente werden facettenreich und auch mit der nötigen Sensibilität vom RX-N800A abgebildet. Als Sully dann mit seiner prägnanten, einzigartigen Stimme einsteigt, kann der Netzwerk-Receiver ebenfalls überzeugen. Er bildet die vokalen Elemente des Sängers mit klar erkennbaren Konturen und mit passender Stimmfarbe ab. Was uns ebenfalls überzeugt: Die Stimme löst sich fantastisch von den Lautsprechern und wir bekommen eine breites sowie raumfüllendes Stereobühnenbild. Als die Wiedergabe dann bezüglich Facetten und Geschwindigkeit zulegt, gelingt die klare Differenzierung der verschiedenen Instrumente auf beachtlichem Niveau. Bei höheren Pegeln wird allerdings der Hochtonbereich etwas aggressiv und schroff.

Weite geht es mit "Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper. Dieser Titel beginnt mit einem Gitarrensolo von Bradley, welches der Yamaha R-N800A sehr plastisch und mit natürlicher Tonalität in Szene setzen kann. Überragend gefällt uns die Präsentation von Bradleys Stimmfarbe,  hier hören wir auch feine vokale Strukturen heraus. Als Lady Gaga dann mit ihrer sehr speziellen und entsprechend fordernden Stimme hinzukommt, sind wir erstaunt, wie akkurat und sensibel der Yamaha Netzwerk-Stereoreceiver agiert. Natürlich fehlen kleinste Nuancen bei der Stimmwiedergabe, aber in Anbetracht des Kaufpreises ist das eine sehr gute Performance. Selbst als die Lady dann zur Kopfstimme übergeht, bleibt die Wiedergabe facettenreich und aussagekräftig. Das Zusammenspiel der Instrumente und den beiden Stimmcharaktere gelingt ebenfalls hervorragend.

Etwas düster und mystisch geht unsere Klangwertung weiter. Wir spielen dem Yamaha R-N800A "Call Me Little Sunshine" von Ghost zu. Der Titel beginnt mit E-Gitarrenklängen, welche der Yamaha präzise und dynamisch zum Ausdruck bringt. Als sich dich harte Drums hinzugesellen, gelingt eine überragende Differenzierung der verschiedenen akustischen Elemente. Als Tobias Forge, Mastermind von Ghost, in den Titel einsteigt, beweist der R-N800A ein weiteres Mal, dass er in der Lage ist, vokale Elemente charismatisch zu präsenieren, was für die Preisklasse mit Sicherheit keine Selbstverständlichkeit darstellt. Als der Titel dann etwas an Fahrt und Gewicht zunimmt, gelingt eine grandiose Differenzierung zwischen den E-Gitarren, harten Drums sowie Gesang. Der Bassbereich tritt ebenfalls straff und ausgewogen auf. Die Pegelfestigkeit ist gut bis sehr gut. Bei zu hoher Belastung greift dann auch die interne Schutzschaltung.

Wir wechseln das Genre und starten die Wiedergabe von "Living In A Haze" von Milky Chance. Die Gitarren zu Beginn des Titels sind wieder tonal sehr natürlich und zudem lebendig ausgelegt. Die elektronisch verzerrte Stimme wird ebenfalls gekonnt umgesetzt. Selbst bei höheren Pegeln wird die Stimmfarbe nicht aufdringlich. Lediglich die elektronisch erzeugten Effekte könnte für einen empfindlichen Hörer als etwas schrill wahrgenommen werden. Der Bassbereich wird mit ordentlichem Nachruck umgesetzt, gleichzeitig ist die Präzision tadellos.

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Escapism." von Raye & 070 Shake. Der energiegeladene Titel explodiert förmlich nach wenigen Momenten mit harten Kickbässen sowie dem sehr schnellen und fordernden Sprechgesang von Raye. Dieser löst sich ausgezeichnet von unseren Canton Vento 90. Eindrucksvoll versorgt der R-A800N die Basschassis unserer Schallwandler. So bekommen wir einen staubtrockenen und tief herunterreichenden Bass präsentiert, selbst in unserem größeren Hörraum. Auch langgezogene, fundierte Basspassagen werden ausgezeichnet umgesetzt. 

Konkurrenzvergleich

Nad C700 Front Seitlich

NAD C700: Der sehr kompakte NAD kommt auf 1.499 EUR, ist aber auf dem Markt auch für 1.199 EUR schon zu finden. Er passt durch die geringen Abmessungen praktisch überall hin, die Front wird dominiert vom großen Display. Anschlussseitig wartet der C700 auch mit einem HDMI-Terminal auf, das bekommt man beim Yamaha erst beim R-N1000A. Der DAC fällt weniger aufwändig aus als beim Yamaha R-N800A. Der D/A-Wandler des C 700 verarbeitet nativ nur Dateien bis zu einem Datenformat von 24 Bit/192 kHz und nicht bis hoch auf 384 kHz/32-Bit. Ein extrem flexibles BluOS-Modul inklusive MQA-Support ist an Bord des C700, allerdings befindet sich keine Fernbedienung serienmäßig im Lieferumfang. Diese muss man gegen Aufpreis erwerben. Akustisch klingt der NAD klar und lebendig, und er erweist sich als überraschend pegelfest - an Leistung stehen beim C700 2 x 80 W Dauerausgangsleistung an 4 und 8 Ω, sowie 120 W Impulsleistung pro Kanal an 4 Ω bereit.

Dali Powernode Front

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Bluesound Powernode (Generation 2021): Der Powernode hat uns im damaligen Test begeistert. Man traut dem schlanken und kompakten Device gar keinen so hochwertigen, feinen und zugleich zupackenden Klang zu. An Leistung stehen 80 W pro Kanal (HybridDigital-Verstärkung) bereit. Sehr gute DACs sichern eine präzise Umwandliung des digitalen Signals in ein analoges Signal. Die Anschlussauswahl ist praxisgerecht, HDMi ist ebenfalls vorhanden. Das BluOS-Modul unterstützt unter anderem MQA und besticht durch die vielen unterstützten Dienste. Der im Powernode verbaute Chip (ARM Cortex A53 Quad-Core, 1.8 GHz pro Kern) bietet auch heute noch eine hervorragende Rechenleistung.

Arcam Radia A5 Frontansicht

Arcam Radia A5: Für 849 EUR steht der modern gestaltete und sauber verarbeitete Stereoverstärker mit Bluetooth in der Preisliste. Netzwerk-Streaming findet sich hier nicht, dafür liefert Arcam den Radia ST5 Streamer als eigene Komponente aus. Ansonsten ist der Radia A5 ein gelungenes Einstiegsmodell der Radia-Baureihe  und gefällt mit lebendiger, nachdrücklicher Akustik. Nur bei höheren Pegel neigt der A5 dazu, leicht aggressiv im Hochtonbereich zu werden.

Denon Pma 1700ne Front Seitlich

Denon PMA-1700NE: In eine gänzlich andere Richtung tendiert der Denon PMA-1700NE, den es zu Marktpreisen von rund 1.600 EUR gibt. Er ist überragend verarbeitet und innen hochwertig aufgebaut, bietet einen asynchronen USB-DAC und Bluetooth, aber kein Netzwerkstreaming. Dafür eine Top-Phonovorstufe. HDMI ist nicht an Bord. Der PMA-1700NE bringt es auf 140 Watt pro Kanal an 4 Ohm und beschallt durch das souveräne Leistungsvermögen auch größere Hörraume. Zum Ausstattungsumfang gehört auch das von Denon selbst entwickelte Advanced AL32 Processing Plus, das digitale Audioquellen mit hohen Auflösungen von bis zu 384 kHz/32-Bit optimiert. Die Algorithmen ersetzen Informationen, die während der digitalen Aufnahme unterschlagen wurden, und stellen auf diese Art eine präzise Gesamtwiedergabe sicher. Im Inneren ist er außergewöhnlich nobel aufgebaut und verfügt über eine extrem leistungsstarke Stromversorgung. Auch das Anschlussfeld auf der Rückseite erfüllt hohe Erwartungen souverän. Der Denon klingt sehr detailreich und natürlich, lässt es aber etwas ein einem eigenen, für Faszination sorgenden Klangprofil missen. Andere Denon Komponenten besitzen ein solches. 

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