XXL-TEST: Yamaha Stereo-Netzwerkreceiver R-N800A - das Universaltalent zum attraktiven Kaufpreis?
Yamaha hat mittlerweile eine durchaus beachtliche Palette an Stereo-Netzwerkreceivern. "Familienoberhaupt" ist der R-N200A (3.699 EUR), der mit enorm aufwändigem Aufbau, üppiger Ausstattung und exzellentem Klang in unserem Test auftrumpfen konnte. Es folgt der R-N1000A (1.499 EUR), der ebenso wie der R-N2000A ein HDMI-ARC-Terminal besitzt. Dieses fehlt unserem Testkandidaten, dem R-N800A (1.099 EUR), der das Feld der Liga um 1.000 EUR besetzt. Neuestes Familienmitglied ist der R-N600A (799 EUR) als Einstieg. Alle Modelle besitzen unter anderem ein MusicCast Streaming-/Multiroom-Modul, Ethernet & WLAN sowie Bluetooth. Zu den Preisen ist noch anzumerken, dass man die Modelle teilweise günstiger auf dem Markt findet.

Frontansicht des Yamaha R-N800A
Nun ist es aber an der Zeit, sich genau mit dem R-N800A zu befassen, der mit 2 x 120 Watt Leistung (an 6 Ohm) beziehungsweise 2 x 100 Watt Leistung (an 8 Ohm, jeweils bei 20 Hz bis 20 kHz. 0,07 Porzent Gesamt-Klirrfaktor) gute Kraftreserven besitzt. Er folgt Yamahas "True Sound" Konzept - dahinter verbirgt sich Yamahas Weg, Klang präzise zu reproduzieren - und nicht nur das: Es ist ein Weg, der von der Aufnahme eines Musikstücks durch den Musiker bis zum Anhören zuhause reicht. Da Yamaha auch Musikinstrumente und anderes Profi-Equipment herstellt, eignet sich die Brand bestens, um für hochwertigen Musikgenuss zu Hause sorgen zu können. Ob der R-N800A diesen Ansprüchen gerecht wird, zeigen später unsere Klangtestreihen.
Verarbeitung außen & Bedienelemente

On/Off Button sowie Kopfhöreranschluss und Anschluss für die Raumeinmessung

Drehregler für die Lautstärkeregulierung ohne Rasterung und leichter Unwucht
Der R-N800A ist, wie wir es von Yamaha Produkten kennen, ausgezeichnet verarbeitet. Unter dem Netzwerk-Receiver sind hochwertige Standfüße verbaut, die Vibrationen sowie Resonanzen effektiv verringern. Die Frontblende ist präzise eingepasst, unten ist ein Zierstreifen in Hochglanz angebracht, in dem sich auch das relativ kleine OLED-Display befindet, und rechts sind Symbole für aktive drahtlose Verbindungen (WLAN plus Bluetooth). Ansonsten strahlt das Design gewolltes Retro-Flair aus, sodass man sich an die glorreichen 70er Jahre erinnert fühlt. Ganz rechts angeordnet ist ein Lautstärkedrehregler, dann kommt ein kleiner Taster für die Aktivierung der Pure Direct-Funktion.

Drehregler für den Bass, die Höhen, Balance sowie Loudness im Detail
Hier werden alle störenden Schaltkreise deaktiviert, die eine möglichst reine Klangqualität schmälern könnten. Es folgt das Select-Drehrad, darunter wiederum sind kleine Taster für Preset und Return. Dann gibt es die formschönen Retro-Regler für (von rechts nach links) Loudness, Balance, Höhen und Bass. Dann, weit links, der Regler für die Eingangswahl. Eine Speaker-Umschalttaste, der Standby-Button, darunter ein 6,25mm Kopfhöreranschluss und wiederum darunter die kleine Buchse fürs YPAO-Mikrofon vervollständigen das Angebot.

OLED-Display, relativ klein, aber mit tadelloser Auflösung

Drehregler für die Eingangswahl, mit Rasterung sowie leichter Unwucht

Status-LED für eine erfolgreiche Netzwerk- und Bluetooth-Verbindung
Innenleben

Die inneren Werte des R-N800A
Im aufgeräumten und gut verarbeiteten Inneren ist der R-N800A getreut dem Yamaha ToP-ART-Konzept aufgebaut. Die Abkürzung steht für "Total Purity Audio Reproduction Technology". Hier ist es das Ziel, durch bestimmte konstruktive Maßnahmen und ein genau definiertes Layout der Signalwege eine maximale akustische Reinheit zu erhalten. Dies geschieht durch die Kombination eines symmetrisch ausgelegten Links-/Rechts-Schaltkreises mit maximal kurzen Signalwegen und mit einem besonders steifen, schwingungsarmen Chassis. Besagtes Chassis verfügt über einen "Art Base"-Rahmen, der störende Vibrationen absorbiert und dämpft.

Der Trafo in der Detailansicht
Die schon weiter oben erwähnten soliden Gerätestandfüße folgen ebenfalls dem Grundsatz, keine Resonanzen aufkommen zu lassen. Sie wurden nach dem Konzept der Schwingungsdämpfung entwickelt. Durch die Anordung von dünnen, gebogenen Verstärkungsstreben am äußeren Rand und dicken, gerade Verstärkungsstäben in der Mitte wird die von der Außenseite des Fußes kommende Schwingungsenergie effektiv abgeleitet sowie herabgesetzt, während gleichzeitig die enorme Steifigkeit in der Mitte bestehen bleibt. Zum hochwertigen Gesamtkonzept des R-N800A passt auch der ESS-D/A-Wandler SABRE ES9080Q, der bis 384 kHz/32-Bit (PCM) nativ verarbeitet.

Sauberes Platinenlayout
Zusammen mit Yamahas Original-Netzwerkmodul sorgt der R-N800A bei Hi-Res-Material für einen enorm dynamischen sowie facettenreichen Sound, verspricht der Hersteller. Yamaha verfolgt bei diesem Modell ein sogenanntes Niederimpedanz-Konzept, welches Energieverlust sowie eine daraus resultierende Verschlechterung der Audio-Signalqualität effektiv zu verhindern weiß. Der R-N800A ist mit dicken Drähten für die Masseverbindung ausgestattet. Des Weiteren setzt Yamaha auf eine Schraubverbindung für den Ausgang der Endstufe, damit die für eine hochwertige Klanggüte wichtige Erdung verstärkt wird. Das Ergebnis der Bemühungen ist ein besonders gutes Signal-Rauschverhältnis.

Weitere Detailaufnahme des Aufbaus

Kühlrippen im Gehäusedeckel sorgen für die thermische Entlastung
Fernbedienung

Im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung
Im Lieferumfang enthalten ist eine recht elegant wirkende stabförmige Fernbedienung, die qualitativ gut verarbeitet ist. Auch die Materialqualität geht für die Preisklasse in Ordnung. Auf ihrer Vorderseite ist eine Vielzahl an relative kleinen, aber immerhin griffigen Knöpfen untergebracht. Es beginnt oben mit der Speaker A/B-Umschaltung und dme Standby-Knopf. Darunter dann gibt es rechts den Button für den Sleep-Timer, während links mit der Quelle "Phono" schon die direkten Wahltasten für die unterschiedlichen Eingänge beginnen.
Unter dem Sortiment an Eingangswahltasten befinden sich dann die Bedienelemente Memory und Preset, gefolgt von drei Nummerntasten (1 bis 3). Dann ist das, wie das Gehäuse der Fernbedienung, silberne Navigationskreuz an der Reihe. In der Mitte des multifunktionalen Bedienelements ist die Enter-Taste zu finden. Unterm Navigationskreuz sind dann die Tasten Home sowie Return. Unter Home folgen Setup und "Now Playing", unter Return Option und Mute. Zwischen den beiden Blöcken mit den kleinen runden Tasten sind ebenfalls runde, aber etwas größere Knöpfe für die Regelung der Lautstärke. Ganz unten lokalisieren wir die Tasten für den Spielbetrieb (Repeat, Play/Pause, Shuffle, Titelsprung vorwärts/rückwärts, Stop, Vor- und Zurückspulen im Titel).

Taster Remote, Teil 1

Taster Remote, Teil 2
YPAO

YPAO-Messmikrofon im Detail
Unser Testkadidat ist mit Yamahas YPAO-Lautsprechereinmess- und Room EQ-System ausgestattet. Manch einer fragt sich, ob ein solches System für die Stereowiedergabe überhaupt notwendig ist. Aber wie umfangreiche Testreihen mit dem R-N2000A unter Beweis stellten, ist der Klang deutlich klare bezüglich der Konturen, es werden mehr Details gezeigt und die gesamte akustische Kulisse ist satter und definierter. Interessanterweise lässt sich dies auch beim R-N800A wieder nachvollziehen. Gerade in akustisch hellhörigen Lokalitäten erzielt die Einmessung mittels YPAO eine deutlich verbesserte Akustik, und zwar unabhängig von den verwendeten Boxen.
Natürlich gilt: Hochwertige Lautsprecher wie unsere zum Test verwendeten Canton Vento 90 sind immer die beste Option - aber das dürfte klar sein, denn nur dann, wenn ihm hochwertigen Schallwandler zur Seite gestellt werden, kann der R-N800A seine vollen Qualitäten ausspielen. Warum ermöglicht YPAO solche akustischen Erfolge? Zunächst liegt dies daran, dass sich die Yamaha-Ingenieure die Mühe gemacht haben, das System optimal auf die Bedürfnisse des Stereo-Hörers abzustimmen.
YPAO besteht aus einem höchst exakt arbeitenden EQ, der eine sehr genaue Entzerrung mit einer Präzision von bis zu 192 kHz/24-Bit durchführt. YPAO R.S.C. (Reflected Sound Control) übernimmt die aktive Steuerung der wichtigen frühen Reflexionselemente und passt die Klangcharakteristik im Raum, je nach Wandmaterial und Lautsprecheraufstellung, automatisch an.
Streaming- und Netzwerkmerkmale
Der Yamaha R-N800A verfügt über einen DAB/DAB+ Digitalradiotuner und über ein MusicCast Multiroom-/Streaming-Modul. Dieses bietet Support unter anderem für Spotify Connect, Tidal, Deezer, Amazon Music, Napster und Qobuz. Zudem unterstützt der R-N800A Apple AirPlay 2 und besitzt das Roon tested-Zertifikat.
Auch verfügt der R-N800A über einen USB-B-Eingang, um einen PC oder ein Notebook direkt zu verbinden. Die native Wiedergabe von DSD 11,2 MHz und PCM 384 kHz/32-Bit wird unterstützt - dass die Wiedergabe sehr geschliffen ausfällt, dafür sorgt ein besonders präzise arbeitender Quartz-Taktgeber.
Anschlüsse

Die Rückseite unseres Testprobanden
Beginnen wir hinten links mit der analogen Anschlusssektion. CD-Eingang, Line 1 und Line 2 sowie ein Phono-Eingang sind hier zu finden. Ein Stück weiter rechts ist noch ein Cinch-Stereo-Pre-Out untergebracht, möchte man stärkere Endstufen verbinden. Es folgen oben zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge und ein USB-B-Eingang plus eine RJ45 Ethernet-Buchse. Darunter sind die Antennenanschlüsse (FM/AM), darunter ist ein Trigger-Out und, etwas versetzt, ein analoger Single-Cinch-Subwoofer-Pre-Out für den Anschluss eines aktiven Basslautsprechers. Die Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse sind gut verarbeitet und stehen für die Lautsprecher-Paare A und B zur Verfügung. Zwei für Servicearbeiten vorgesehene Buchsen runden das Angebot ab. Frontseitig zu finden sind der Kopfhöreranschluss und der Anschluss fürs YPAO-Mikrofon.

Die Lautsprecherschraubanschlüsse im Detail

.... sowie die weiteren Anschlüsse
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Tags: Netzwerkreceiver • Receiver • Stereo-Receiver • Yamaha






