XXL-TEST: Yamaha A-S1200 - rein analoger Stereo-Verstärker im nostalgischen HiFi-Gewand

Klangwertung

Dali Rubikore 8 Mit Und Ohne Abdeckung Schraeg

Dali RUBIKORE 8

Cambridge Audio Cxn100 Frontansicht

Cambridge Audio CXN100

In diesem Abschnitt möchten wir nun auf die klanglichen Eigenschaften des Yamaha A-S1200 genauer eingehen. Nach einigen Hörversuchen haben wir uns die für unseren Geschmack passende Testkette zusammengestellt. Als Ausgabeorgan entschieden wir uns für die Dali RUBIKORE 8. Für die Zuspielung und D/A-Wandlung unserer Audiosignale ist die Wahl auf den Netzwerkstreamer CXN100 von Cambridge Audio gefallen. 

Wir starten unsere Testreihen mit einer Coverversion des Titels "Stay" der schwedischen Heavy Metal Band Ghost, die zusammen mit Patrick Wilson aufgenommen wurde. Der Track beginnt mit einer gefühlvollen und ausdrucksstarken Gesangseinlage von Frontmann Tobias Forge, die vom Yamaha Vollverstärker grandios übermittelt wird. Daher ist das Gänsehaut-Feeling, das wir bei der Wiedergabe von akustisch ausgesprochen talentierten Devices bekommen, von Beginn an vorhanden. Die vokalen Elemente lösen sich überdies hervorragend von unseren Dali RUBIKORE 8 Lautsprechern und übermitteln uns ein breites Stereobühenbild. Als der Titel dann an Nachdruck zunimmt, ist eine klare Differenzierung der unterschiedlichen Facetten jederzeit möglich. Als Forge dann zum nasal wirkenden Gesang übergeht, wird die spezielle Stimmfarbe bei hohen Pegeln etwas harsch und aggressiv. Dank der Regler an der Front des Yamahas nehmen wir den Hochtonbereich etwas zurück. Als Tobias und Patrick dann zusammen in den Titel eingreifen, sind wir von der Performance des A-S1200 begeistert. So können die vokalen Facetten der beiden Künstler präzise und glaubwürdig herausgearbeitet werden. Der Bassbereich ist präsent, wirkt präzise und verfügt über eine klare Struktur. Der A-S1200 ist kein Blender und legt großen Wert auf einen sauberen und sehr gut strukturierten Bass.

Weiter geht es gefühlvoll mit "Under Your Scars" von Godsmack. Das zu Beginn des Titels erklingende Klavier, welches von Godsmack-Frontmann Sully Erna bedient wird, und die kurz darauf folgende Violine werden vom A-S1200 authentisch und detailreich dargestellt. Kurze Zeit später steigt Sully dann mit seinem charismatischen und feinfühligen Gesang ein, und auch hier kann der Stereovollverstärker uns begeistern. So wird die Stimme auch dieses Mal wieder exakt und mit der nötoigen Sensibilität dargestellt und löst sich ebenfalls ausgzeichnet von unseren Schallwandlern. Als Sully dann zur Kopfstimme übergeht und in die höher angesiedelten Passagen agiert, bleibt das Gebotene absolut aussagekräftig, klar und exakt. Nachdem der Titel dann etwas an Fahrt aufnimmt, bleibt der Yamaha seine Linie treu und bietet eine klare Differenzierung der unterschiedlichen Nuancen in hervorragender Qualität. 

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Als nächstes Stück haben wir uns "Untouchable" von Takida feat. Dea Norberg ausgesucht. Auch dieser Titel beginnt mit einem Klavier, welches eine klar definierte akustische Präsenz besitzt und mit akkuraten Konturen vom A-S1200 umgesetzt wird. Als Robert Petterson, Frontmann von Takida, mit seiner nicht alltäglichen Stimmefarbe in den Titel einsteigt, überzeugt das Yamaha Device erneut und gibt die Vokals mit realistischer Dynamik und klarer Struktur wieder. Nach einigen Momenten gesellt sich als Akteurin die schwedische Sängerin Dea  Norberg hinzu, und selbst bei höheren Pegeln werden die recht hoch angesiedelten Stimmfarben nie aggressiv oder aufdringlich. Als der Titel dann etwas schneller wird und beide Protagonisten gleichzeitig ihre Vocals abliefern, gelingt eine überragende Differenzierung. Das Bassbereich wird ebenfalls sauber und strukturiert bedient, dadurch entsteht ein stimmiges Klangerlebnis.

Wir wechseln das Genre und starten die Wiedergabe von "The Sound of Silence", allerdings in einem Cyril-Remix. Die zu Beginn des Titels elektronisch erzeugten Effekte setzt unsere Testkette hervorragend um. Als die elektronisch aufpolierte Stimme von Disturbed-Frontmann David Drainmann erklingt, sind wir ein weiteres Mal davon angetan, wie sauber der A-S1200 vokale Elemente auf den Punkt trifft. Als der Titel dann an Geschwindigkeit und Effekten zunimmt, zeigt uns der Yamaha A-S1200 auf, dass er definitiv ein potenter Stereoverstärker ist: Bei elektronischen Titeln liefert er einen satten und punktgenauen Punch, ohne die elektronische verzerrte Stimme zu vernachlässigen.

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Living In A Haze" von Milky Chance. Die zu Beginn des Titels erklingenden Gitarren werden authentisch und glaubwürdig umgesetzt. Die elektronische verzerrte Stimme kann der Yamaha A-S1200 ebenfalls akkurat strukturiert darstellen. Bei höheren Pegeln allerdings tritt der Vollverstärker hier nicht so fesselnd auf, das Gebotene wirkt etwas nüchterner, als wir es sonst vom A-S1200 gewohnt sind. Der Punch im Tieftonbereich überzeugt durch Nachdruck und Präzision.

Konkurrenzvergleich

Nad C399 Frontansicht

  • NAD C 399: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit dem C399 vom kanadischen Hersteller NAD, der in Deutschland von der Dali GmbH vertrieben wird. Das Device ist ausschließlich in der von uns getesteten dunklen Farbvariante zum Kaufpreis von derzeit rund 1.799 EUR im Handel erhältlich. Besonderer Clou des Vollverstärkers ist, dass er mit der neuesten Generation der Modular Design Construction (MDC) Technologie von NAD ausgestattet ist. Dieses nun MDC2 bezeichnete Konzept ermöglicht es, den Verstärker mit Hilfe rückseitig integrierter Steckplätze mit optionalen Modulen zu versehen, die den Funktionsumfang des Geräts beispielsweise um hochauflösendes BluOS Multiroom Musik-Streaming und die Dirac Live Raumkorrektur erweitern. Dieses MDC2 Modul steht für einen Aufpreis von 499 EUR zur Disposition. Der NAD C399 setzt auf HybridDigital nCore Endstufen, die hocheffizient und enorm leistungsstark sind. Sie mobilisieren eine Dauerausgangssleistung von 2 x 180 Watt und erreichen Impuls-Leistungsspitzen von bis zu 500 Watt an 2 Ω. Die großen Vorteile dieser Verstärkertechnolgie sind ein extrem gleichmäßiger Frequenzgang, ein sauberes Clipping-Verhalten, eine hohe Stromlieferfähigkeit und eine ausgezeichnete Stabilität bei anspruchsvollen niederohmigen Lautsprecherlasten. Rauschen und Verzerrungen bleiben unter allen Betriebsbedingungen gering. Aus der Masters-Serie von NAD wurde ebenfalls der hochauflösende D/A-Wandler vom Typ ESS Sabre 9028 übernommen. Das Bauteil bietet einen großen Dynamikbereich, extrem niedriges Rauschen sowie geringe Verzerrungen. Der NAD Stereovollverstärker verfügt über zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge sowie auch über einen HDMI eARC-Anschluss für die Wiedergabe der Audiosignale eines angeschlossenen Smart-TVs. Analog-Fans kommen mit zwei Cinch-Hochpegeleingängen und einer hochwertigen Phonostufe für Magnettonabnehmer voll auf ihre Kosten. Zusätzlich zu den Anschlüssen für zwei schaltbare Lautsprechergruppen bietet der C399 Vorverstärker-Ausgänge und zwei Subwooferausgänge. Das Streamen von Musik vom Smartphone oder Tablet ist kabellos und in 24 Bit-Auflösung per Bluetooth aptX HD möglich – zugleich lässt sich ein Bluetooth-Kopfhörer ansteuern. Außerdem verfügt der C399 über einen hochwertigen separaten Kopfhörerverstärker mit einer niedrigen Ausgangsimpedanz und hohen Ausgangsspannung, mit dem es möglich ist, auch sehr hochwertige hochohmige Studiomonitor-Kopfhörer zu betreiben. In unseren Klangwertung präsentierte sich der C399 mit einer sehr luftigen und stimmigen Gesamtwiedergabe. Die vokalen Elemente der Protagonisten lösten sich ausgezeichnet von unseren Schallwandlern und punkteten mit einem sehr natürlichen Klang. Zudem präsentierte sich der Vollverstärker äußert pegelfest und eignet sich auch für größere Hörräume. Dank der Dirac Live Einmessung konnten Raummoden effektiv eingebremst werden, das konnten wir in Direktvergleich mit Dirac On/Off feststellen. 

Buchardt Audio I150 Frontansicht1

  • Buchardt Audio I150: Fortführen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem Buchardt Audio i150, der ausschließlich in der von uns getesteten schwarzen Farbvariante für 2.500 EUR bei Hifi Pilot erhältlich. Der i150 setzt auf die Hypex Core Verstärkertechnologie. Diese kombiniert die Stabilität des Class-D Konzepts mit verbesserter Lastunabhängigkeit, geringerer Verzerrung und niedrigerer Ausgangsimpedanz. Der Hersteller verspricht durch die Hypex NCore Technologie neue akustische Höhenflüge: Klarheit, Auflösung und vor allem auch die Muskalität, früher ein großes Problem bei digitalen Endstufen, werden auf ein neues Niveau gehoben - zum Teil richtig, wie die Testreihen zeigen. Der Buchardt Audio I150 ist extrem pegelfest und gibt sehr viele Details mit ausgezeichneter Einarbeitung wieder. Der Bassbereich ist enorm präzise und trifft fast immer genau den richtigen Punkt. Der Vollverstärker wirkt allerdings stellenweise etwas nüchtern, was wir allerdings nicht dem Fakt zuschreiben, dass es sich um digitale Endstufen handelt - es ist einfach Auslegungssache. Die Vorzüge digitaler Endstufen bleiben ansonsten vollständig erhalten: Durch den geringeren Kühlbedarf müssen keine riesigen Kühlrippen installiert werden, das Gerät kann angenehm kompakt gehalten werden. Satte 300 Watt pro Kanal (4 Ohm, 2 Kanäle) stehen zur Verfügung und sind auch für größere Hörraume ab 25 bis 30 Quadratmeter üppig bemessen. Durch die Integration der Buchardt App erhält man Zugriff auf eine umfangreiche Raumeinmessung, die innerhalb von wenigen Minuten durchgeführt werden kann. Das System war in der Lage, Raummoden effektiv auszugleichen. Dadurch, dass man selbst per einfachem Knopfdruck zwischen EQ aktiv und EQ inaktiv hin- und herschalten kann, liesen sich die Resultate auch sehr gut vergleichen.

Hifi Rose Ra280 Frontansicht2

  • HiFi rose RA280: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem HiFi Rose RA280. Das optisch aus der Masse herausstechende Device präsentiert sich als äußerst kraftvoller (250 Watt pro Kanal), von den Anschlüssen her ebenfalls rein analog gehaltener Zweikanal-Vollverstärker für 3.299 EUR. Wahlweise ist er in einer silbernen oder in einer schwarzen Ausführung. Ein spezielles Class AD-Layout der Endstufen, welches die Vorteile der Digitalverstärkung mit der Class A- und Class AB-Technologie zusammenbringt, kommt beim RA280 zum Einsatz. Die Südkoreaner verbauen beim RA280 ein äußerst leistungsfähiges und aus hochwertigen Bauteilen bestehendes Netzteil, um die Basis für eine dauerhaft hohe und stets souveräne Ausgangsleistung zu schaffen. Eine penibel konstruierte Phono MM-Vorstufe gehört zum Ausstattungsumfang. Das Finish des RA280 ist exzellent. Hebt man den Vollvestärker aus der Verpackung, so fragt man sich zunächst, warum er relativ leicht ist. Zu begründen ist dies mit der speziellen Endstufentechnologie, bleischwere Zutaten, die für den zuverlässigen Betrieb klassischer analoger Endstufen zwingend notwendig sind, fehlen. Die Gerätefront erinnert uns etwas an das Cockpit eines klassischen kleinen Flugzeuges, und alles wurde mit großer Liebe zum Detail gestaltet, seien es die griffgünstigen, massiven Drehregler für die Eingangswahl oder auch die Skala der beiden kleinen beleuchteten VU-Meter. HiFi rose liefert eine kompakte Aluminiumfernbedienung mit wenigen Tasten mit. Standby-Schalter, Mute-Bedienelement und Lautstärkeregelung, das ist schon alles. In unserer Klangwertung spielt der Vollverstärker enorm kraftvoll auf, zugleich extrem angenehm, er detailliert exzellent und darüber hinaus setzt das rund 3.300 EUR kostende Gerät Maßstäbe hinsichtlich der Pegelfestigkeit. 

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