XXL-TEST: LG XBOOM Go DXG7Q - heimlicher Star der kompakten Bluetooth-Lautsprecher Klasse ?
Klangtestreihen
In diesem Abschnitt möchten wir nun wissen, wie es um die klanglichen Eigenschaften des kompakten Lautsprechers bestellt ist. Zunächst möchten wir die Freisprecheinrichtung checken. Wir verstehen den Angerufenen tadellos und unsere Stimme nimmt der Gesprächspartner leider mit deutlichen Hall war. Das kann LG, wie wir wissen, noch besser. Insgesamt aber geht die Performance in Ordnung.
Nachdem wir die Freisprecheinrichtung gecheckt haben, beginnen wir mit den Musikbeispielen und aktivieren die Sound Boost Funktion des Lautsprechers. Wir spielen dem LG XBOOM Go DXG7Q zunächst "Nur für dich" vom Berliner Rapper Kontra K zu. Der Titel beginnt mit einem Klavier, dass der Bluetooth Lautsprecher für ein solches Device wirklich erstklassig darstellen kann, vor allem das Feingefühl des LG ist überragend - hier kann sich die Konkurrenz warm anziehen. Der Sprechgesang von Kontra K wird mit klar erkennbaren Konturen präsentiert und arbeitet vokale Charakteristika sehr gut heraus. Auch die langgezogene Basspassagen kann der XBOOM Go Lautsprecher sehr gut umsetzen, trotz der kompakten Abmessungen. Insgesamt auffällig ist die souverän vorgetragene Räumlichkeit und die erstaunlich gute Loslösung der klanglichen Elemente vom BT-Speaker.
Weiter geht es mit "Escapism" von Raye & 070 Shake. Der sehr Rap-lastige Titel mit harten Basspassagen und dem sehr schnellen Sprechgesang ist eine echte Herausforderung für jeden Lautsprecher, deswegen verwenden wir den Track sehr gerne. Nach wenigen Sekunden geht es in dem Titel gleich richtig zur Sache mit harten Bässen und Rayes Rap-Gesang. Die Stimmfarbe von Raye wird mit überraschend vielen Facetten präsentiert. Gerade bei mittleren Pegeln liefert der Track-Woofer überdies ein solides und ordentliches Bassfundament. Auch, als der Titel dann schneller wird und zahlreiche weitere Facetten einfließen, bleibt die Wiedergabe sehr sauber und in sich schlüssig. Die Pegelfestigkeit ist ausgezeichnet, lange bleibt der LG ohne größere Verzerrungen auf der "sicheren Seite".
Genre-Wechsel, hin zu "Contact" von Brooklyn Bounce & Vengaboys. Hier schiebt der kompakte LG-Speaker mit einer erstaunlichen Vehemenz nach vorne und lässt zwar bei hohem Pegel etwas Bassdruck vermissen, dafür verzerrt er kaum, und die absolut erzielbaren Pegel sind wirklich hoch und an der Spitze des Konkurrenzumfelds. Ist bei mittleren Pegeln das Differenzierungsvermögen noch ausgeprägt, nimmt dies ab ca. 75 Prozent der maximal möglichen Lautstärke doch ab. Prima ist die räumliche Wirkung, zudem lösen sich akustische Elemente relativ gut vom Speaker.
Wir wechseln das Genre und starten die Wiedergabe von "Show Me How to Live" von Audioslave. Los geht der Song mit einem Gitarrenriff sowie Drums - hier agiert der LG für einen BT-Speaker seiner Liga wirklich gut, absolut gesehen ist das Gebotene allerdings akustisch etwas dünn - trotz des durchaus kräftigen Basses. Überzeugen kann uns der XBOOM Go erneut mit einer erstklassigen Stimmwiedergabe des leider bereits verstorbenen Chris Cornell. Die unterschiedlichen Facetten der Stimme, die zwischen Schreigesang und tiefen Passagen wechselt, bringt der Bluetooth-Lautsprecher prima zur Geltung.
Nun spielen wir dem DXG7Q "Hurricane" von Thirty Seconds to Mars zu. Der Titel beginnt mit sphärischen Klängen und darauf folgt ein Klavier. Beides kann der Speaker realistisch und mit einer erstaunlichen Klarheit umsetzen. Kurz darauf gesellen sich Basseinsätze hinzu, und in Anbetracht der Lautstärke, werden die tiefen Frequenzen voluminös und kräftig umgesetzt, ohne sich dabei zu deutlich in den Vordergrund zu rücken. Tadellos kommt der Speaker mit der sehr fordernden Stimmfarbe von Frontmann Jared Leto zurecht. So wirkt diese zu keinster Zeit zu aggressiv oder durch unpassende tonale Verfärbungen störend, sondern wird glaubwürdig wiedergegeben. Als der Titel dann deutlich an Fahrt aufnimmt und wir die Lautstärke noch oben schrauben, fehlt es natürlich etwas an Durchschlagskraft, aber für die Baugröße nicht verwunderlich. Bei mittleren Pegel liefert aber der LG Speaker ein erstklassiges Klangbild.
Als letzten Titel für unsere Klangwertung haben wir uns für "Through Glass" von Stone Sour entschieden, in dem Corey Taylor unter Beweis stellt, dass er nicht nur das harte Genre von Slipknot grandios beherrscht. Los geht der Titel mit einer gefühlvollen Gesangseinlage von Corey sowie einer Akustikgitarre, beides kann der Speaker aus de Hause LG präzise und mit einem für ein solches Device überraschend breiten Spektrum an Facetten darstellen. Auch die gewisse Portion Rauchigkeit bei der Darstellung von Corey Taylor Stimmfarbe fehlt beim LG Lautsprecher nicht. Als die Facetten zunehmen und der Titel an Fahrt aufnimmt, liefert der DXG7Q eine überzeugende Leistung ab. Die verschiedenen Instrumente bleiben klar und deutlich und auch Coreys Stimmfarbe bleibt überzeugend erkennbar. Auch der Track Woofer liefert bei mittleren Pegeln ein hervorragendes Bassfundament, selbst bei komplexeren Bassgefügen.
Konkurrenzvergleich

- Lamax Sounder2: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit einem deutlich günstigeren Kontrahenten. Der Lamax Sounder2 ist für rund 65 EUR im Handel erhältlich. Der integrierte Lithium-Akku besitzt eine Gesamtkapazität von 4000 mAh und ermöglicht Wiedergabezeiten von bis zu 12 Stunden, natürlich bei moderaten Pegeln. Neben der 360° Soundarchitektur besitzt dieser eine Freisprecheinrichtung, die in unseren Testreihen keine guten Ergebnisse abliefern konnte. So konnte uns unser Gesprächspartner nur sehr hallend wahrnehmen und auch wir konnten den Angerufenen zwar einigermaßen verstehen, allerdings wirkte die Stimmfarbe unseres Gesprächspartners sehr dumpf. Bei der Musikwiedergabe überzeugte uns der kompakte Lautsprecher mit einer für die Preisklasse, sehr guten Stimmwiedergabe und einer ausgezeichneten Räumlichkeit. Ebenfalls tadellose Werte lieferte der Sounder2 bei der Basswiedergabe ab. Der nach unten abstrahlende Treiber bescherte ein gutes Bassfundament.

- Bang & Olufsen BEOSOUND A1 2. Generation: Weiter geht es in unserem Konkurrenzvergleich mit dem BEOSOUND A1 der 2. Generation aus dem Hause Bang & Olufsen. Der BEOSOUND A1 kann direkt im Onlineshop bei B&O für 299 EUR bestellt werden, ist online aber teilweise bereits für 195 EUR verfügbar und besitzt ebenfalls eine Freisprecheinrichtung sowie Sprachsteuerung. Der integrierte Hochleistungsakku mit 3.000 mAh Kapazität ermöglicht Wiedergabezeiten von bis zu 18 Stunden. Einen kompletten Ladevorgang gibt der Hersteller mit 2,75 Stunden an. Etwas schade findet wir, dass der BEOSOUND A1 über keine Powerbank-Funktion verfügt. Für das noble Design des B&O BEOSOUND A1 zeigt sich die Kopenhagener Designerin Cecilie Mann verantwortlich. Auf der Oberseite präsentiert uns der BEOSOUND A1 massives und perlgestrahltes Aluminium, was ihn dadurch sehr robust macht. Um den Speaker effektiv vor Umwelteinflüssen oder auch Spritzwasser aus dem Pool zu schützen, besitzt dieser eine IP67 Zertifizierung. In unseren Klangtestreihen konnte der Bluetooth-Speaker mit einer sehr räumlichen und facettenreichen Wiedergabe überzeugen. Gerade bei mittleren Lautstärkepegeln präsentierte uns der Speaker einen kräftigen und homogenen Klang. Bei höheren Pegeln fehlt es dann aber etwas an Gehäusevolumen. Auf der Zielgeraden kann der XBOOM Go DXG7Q aber knapp am B&O vorbeiziehen. Liefert dieser eine kraftvollere Wiedergabe und besitzt eine Powerbank-Funktion.

- LG XBOOM360 DX03: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem XBOOM360 DX03, ebenfalls von LG Electronics. Der DX03 ist für 299 EUR im Handel zu haben und ist transportabel, aber natürlich nicht so kompakt, wie der XBOOM DXG7Q. Der DX03 macht im heimischen Wohnzimmer auf einem Sideboard ebenso eine gute Figur wie auf der Terrasse oder auf dem Grillplatz. Der integrierte Hochleistungsakku mit 3.900 mAh Kapazität ermöglicht Wiedergabezeiten von bis zu 24 Stunden. Ein komplett leerer Akku ist in 5 Stunden wieder voll aufgeladen. Unser Meinung nach dauert der Ladevorgang etwas zu lange. Über eine Powerbank-Funktion, um etwa das Smartdevice zu laden, verfügt der XBOOM Lautsprecher nicht. Neben der Bluetooth 5.1 Konnektivität verfügt der Lautsprecher über eine 360° Soundcharakteristik, die eine intensive Räumlichkeit garantiert und dafür sorgt, dass man praktisch an jedem Punkt im Raum die identische Klangqualität wahrnehmen kann. Aufgrund der Baugröße und des Gehäusevolumen garantiert der DX03 eine deutlich kräftigere Gesamtwiedergabe.
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