XXL-TEST: LG TONE Free FN7 - Earbuds mit aktivem Noise Cancelling und Meridian Klangtechnologie

Brandneu im Handel erhältlich ist die Neuauflage von LGs Tone Free In-Ear Kopfhörer. Der True Wireless In-Ear-Kopfhörer mit der Bezeichnung Tone Free FN7 Earbuds kostet in der weißen Ausführung 199 EUR. Damit sich das gute Stück bei einem leichten Regenschauer nicht gleich in die "ewigen Jagdgründe" verabschiedet, besitzen die Tone Free FN7 eine IPX4 Zertifizierung und sind dadurch resistent gegen Spritzwasser.

Wie beim Vorgängermodell auch, besitzen die neuen Tru Wireless Kopfhörer von LG ein besonderes Ladecase. Im Case integriert ist die UVnano Technologie, die  bis 99,9% der Alltags-Bakterien beim Ladevorgang abtötet. Wichtig aber, die UV-LED-Anzeige funktioniert nur, wenn das Lade-Etui am Stromkabel angeschlossen ist.

Wie bei den großen Soundbars von LG, haben die kleinen In-Ear Hörer im Inneren die Meridian-Klangtechnologie spendiert bekommen. Durch präzises, dynamisches digitales Signal Processing soll ein deutlich besserer Klang entstehen. Ob dem wirklich so ist, dazu später gerne mehr.

Die FN7 Earbuds besitzen zudem ein aktives Noise Cancelling (ANC) und dadurch lassen sich störende Geräusche ausblenden. Die Akkulaufzeit ist mit bis zu 5 Stunden angeben (bei aktiven ANC). Zieht man das Ladecase hinzu, sind bis 15 Stunden möglich, bevor das Case wieder aufgeladen werden muss. Die Apple Airpods Pro haben im Vergleich eine Laufzeit von rund 4 Stunden pro Ladung.

Kopfhörer beim Ladevorgang im Case

Um die Umgebungsgeräusche auch effektiv zu unterdrücken, besitzen die Earbuds drei paar MEMS-Mikrofone (analog/digital). Über die Sensorbedienelemente auf der Außenseite der Ohrhörer lassen sich die im Smartphone integrierten Sprachassistenten wie Siri oder Google Assistant aufrufen. Eine Sprachansage ist ebenfalls( in englischer Sprache) integriert.

Unterschiedliche Ohreinsätze aus Silikon

Damit die Earbuds optimal im Gehörgang sitzen und damit die bestmöglichen Ergebnisse bei der Geräuschunterdrückung und beim Klang zu bekommen, liefert LG drei unterschiedliche Größen an Ohreinsätze mit. Diese bestehen aus Silikon und sitzen sehr gut im Ohr, wenn man das richtige Passstück für sich ermittelt hat.

Weiterhin befindet sich im Lieferumfang das Ladecase, das in weißem Hochglanz-Kunststoff ausgeführt ist. Auf der Oberseite ist das LG Tone Logo zu sehen. Weiterhin befindet sich im Lieferumfang ein USB Ladekabel, das zum Laden des Cases gedacht ist. 

Lieferumfang in der Übersicht

Ladecase im geschlossenen Zustand

USB Typ-C Anschluss zum Laden des Case

Das Ladecase ist in einem hochglänzenden Weiß gehalten und macht auf den Tester einen soliden Eindruck. Da es nicht viel Platz benötigt, lässt es sich problemlos in der Hosen- oder Jackentasche verstauen. Entnimmt man die In-Ear Hörer, fällt der Blick gleich auf die Ladekontakte, mit der die In-Ears aufgeladen werden. An vorderen Rand informiert eine LED über den Ladezustand des Cases. Darunter befindet sich eine LED für die UVnano Technologie. Leider müssen wir bei diesem Protagonisten anmerken, dass der Klappmechanismus des Case nicht besonders hochwertig erscheint und nur aus Kunststoff gefertigt ist. Ein Klappmechanismus mit Metallelementen wäre hier wünschenswert - in Bezug auf Haltbarkeit und Langlebigkeit. Der Ladestand der Kopfhörer wird in der "LG Tone Free" App angezeigt, dazu aber später mehr. Auf der Rückseite des Cases befindet sich der USB-C-Case Anschluß, mit der das Case aufgeladen werden kann. Das Laden des Cases mit Kopfhörer ist innerhalb einer Stunde erledigt.

Zentrales Bedienelement, um die Kopfhörer einzuschalten


Ladekontakte im Case

Mood Lighting beim öffnen des Case

Ohrhörer in der Übersicht 1

Ohrhörer in der Übersicht 2

Betrachtet man die Oberseite, Richtung Earpad, sieht man die ersten beiden MEMS Mikrofone. Seitlich auf den beiden Ohrhörern sitzen die Berührungssensoren, welche Funktionen möglich sind, darauf möchten wir in diesem Punkt etwas genauer erläutern. Da man die LG Earbuds auch auf die eigenen Wünsche eingestellen kann, möchten wir zunächst die Werkseinstellung erläutern. Wir beginnen mit dem Berührungssensor vom linken In-Ear. Bei einmaligen Berühren wird die Wiedergabe gestartet bzw. pausiert. Durch zweimaliges Berühren des linken In-Ears wir die Lautstärke verringert und dreimaliges Berühren wird zum nächsten Titel gesprungen. Da die Tone Free FN7 über eine Freisprecheinrichtung verfügen, wird bei einem eingehenden Anruf durch einmaliges Betätigen das Telefonat angenommen und durch zweimaliges Betätigen, dass Telefonat beendet.

Widmen wir uns nun den rechten Ohrhörer, da dieser natürlich auch einige Aufgaben übernehmen muss. Berührt der Nutzer diesen einmal, wird die Wiedergabe gestartet oder gestoppt. Bei zweimaligen Betätigen wird die Lautstärke erhöht und bei dreimaliger Betätigung wird der nächste Titel ausgewählt. Der Sprachassistent kann frei konfiguriert werden. Da wir diesen natürlich auch testen möchten, legen wir diesen einmaliger Berührung vom rechten In-Ear fest.

Um das Noise Cancelling oder auch das Durchlassen von Umgebungsgeräuschen zu aktivieren oder auch zu deaktivieren, muss zwingend die App verwendet werden. Ein direktes Aktivieren über die In-Ears durch Berührung ist nicht möglich.

In-Ear ohne Ohreinsatz

Einrichtung und App

In diesem Abschnitt möchten wir die Ersteinrichtung und die Tone Free App von LG etwas genauer betrachten und haben davon wieder einige Screenshots erstellt.

Um die Ersteinrichtung zu starten, muss auf dem Smartdevice Bluetooth aktiv sein und die LG Tone Free App heruntergeladen sein. Nach drücken des Bedienelementes am Ladecase, wird das Bluetooth-Pairing gestartet und das Smartdevice kann gekoppelt werden. Nun starten wir die App und eine Kopplungsanforderung erscheint. Nun können die LG Earbuds mit der App verwendet werden :

Unsere LG Tone Free FN7 in der Übersich.

Die App informiert über den Ladestand des Case sowie über den Ladezustand bei beiden In-Ears. Darunter befinden sich die Meridian Klangkurven. "Immersive" bietet einen erweiterten Raumklang. Bei "Bass Boost" wird er Tiefgang etwas verstärkt, allerdings leidet darunter etwas die Stimmwiedergabe. Bei "Natural" rückt eine natürliche Wiedergabe in den Vordergrund und bei "Treble Boost" werden die Höhen angehoben.

Grafischer EQ

Wer aber Wert auf seine eigenen Einstellungen legt, für den hält die Tone Free App einen Equalizer bereit, mit dem die eigenen Vorlieben eingestellt und gespeichert werden können.

Darunter befindet sich der Punkt Software-Update, mit dem neueste Software auf die In-Ears geladen werden können.

Unser Testgerät befindet sich auf dem aktuellen Softwarestand

Ein Benutzerhandbuch ist ebenfalls in der App abrufbar. Darunter befinden sich die Einstellungen für das aktive Noise Cancelling sowie die Lautstärkeregler

Wie weiter oben erwähnt, kann die Belegung der Sensortasten nach den eigenen Wünschen erfolgen

"Meine Ohrhörer suchen"

Was auch sehr praktisch bei unserem LG Testgerät ist, dass in der App "Meine Ohrhörer suchen" ausgewählt werden kann. Wer kennt es nicht, dass böse schwarze Loch, was gerade kleinere Sachen gerne mal verschwinden lässt. So sind die In-Ears jederzeit wieder ortbar und werden durch laute Töne auffindbar gemacht.

Suchmodus der In-Ears

Klang

Nachdem wir die optischen und technischen Finessen der LG Tone Free FN7 genauer unter die Lupe genommen haben, möchten wir in diesem Abschnitt wissen, ob die Earbuds nur Blender sind oder auch richtig gut klingen.

Wir starten unsere Klangtestreihen mit "Feuer frei" von Rammstein. Wir wählen die Equalizer-Einstellung "Immersive", da wir Wert auf einen räumlich dichten Klang legen. Die Stimmwiedergabe von Till Lindemann gefällt uns sehr gut. Die Effekt bringen die Earbuds auch gut in den Hörkanal. Allerding fehlt uns hier etwas die Durchschlagskraft - dafür ist die Räumlichkeit wirklich gut, gerade wenn man bedenkt, dass das sonst definitiv nicht die Domäne von In-Ear-Kopfhörern ist. Tonal sind keine größeren Verfärbungen hörbar, und das gesamte Auflösungsvermögen ist nicht zu kritisieren. 

Nun widmen wir uns einem Titel, der die FN7 definitiv herausfordern wird - eine sehr gute Stimmwiedergabe, ein hohes Maß an Detaillierung und Plastizität sind hier gefragt. Wir starten die Wiedergabe von "Shallow", eingespielt von Bradley Cooper und Lady Gaga, und die FN7 schlagen sich richtig gut. Die akustische Gitarre von Bradley klingt recht fein, zudem ist die räumliche Integration erneut auf einem tadellosen Level. Die Stimme Bradleys wirkt aufgeräumt und überzeugt mit einer soliden Darstellung der vokalen Konturen. Als dann Lady Gagas Stimme einsetzt, managt der LG TWS diese Herausforderung erstaunlich souverän. Klar - dass man hier jedes Detail hört, darf man nicht erwarten. Dazu sind die LG FN7 auch nicht geschaffen. Aber für Gerätegattung und Preisklasse sind die Ergebnisse prima. 

Als Nächstes starten wir die Wiedergabe von "Mama Said" von Metallica. Der sehr gefühlvolle Song symbolisiert die Aufarbeitung von James Hetfields Kindheit. Hier können unsere LG Testmuster nahezu voll punkten. Die akustische Gitarre, auch in diesem Song wieder enthalten, wirkt feinfühlig und klar. Die Stimmwiedergabe ist authentisch und auch bei gehobenem Pegel sauber. Stets verstehen es die LG-In-Ears, die vokalen Konturen klar zu definieren. Als beim plötzlichen Dynamiksprung weitere Instrumente einsetzen, klingen diese natürlich und können gut im virtuellen Raum geortet werden. Die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen gelingt ohne Probleme. Tonal präsentieren sich die True Wireless In-Ears erneut als homogen und recht unverfälscht. 

Nun wechseln wir das Genre und möchten wissen, wie klingen die Tone Free In-Ears bei elektronischer Musik und starten die Wiedergabe von "The Business" von Tiesto. Auch hier können die FN7 wertvolle Punkte für die Gesamtbeurteilung sammeln - denn sie zeigen, dass sie auch sehr gut mit elektronischer Club-Musik umgehen können. Die recht dunkle männliche Stimme zu Beginn arbeiten sie sauber heraus. Als sich weitere elektronische Elemente dazu gesellen, werden diese impulstreu eingearbeitet. Der Bass hat Kraft, wirkt aber nicht zu dominant. Dynamische Differenzen kommen direkt zum Ausdruck, sodass sich der Edie Eindruck weiter stärkt, es mit einem tadellos abgestimmten TWS zu tun zu haben. 

Wir raten entweder zum Modus "Immersive" mit einem weitläufigen, zugleich aber klaren Eindruck, oder zu "Natural" mit einem sehr direkt wirkenden, tonal authentischen Eindruck. Bass oder Höhen weiter anzuheben, sehen wir als wenig überzeugende Variante - letzten Endes muss das aber natürlich jeder für sich entscheiden. 

Konkurrenzvergleich

Apple AirPods Pro: Die AirPods Pro waren einst knapp 280 EUR teuer, mittlerweile kann man sie für rund 200 EUR erwerben. Damit stehen sie in direkter Konkurrenz zu den LG-TWS, die ganz neu sind und ebenfalls für 200 EUR in der Preisliste stehen. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Marktpreise bei LG relativ schnell auf einem günstigeren Niveau einpendeln. Was die Ausstattung inklusive UV-Reinigung des Cases angeht, liegen die Tone Free klar vorne. Auch die App bietet mehr Funktionen. Bei Apple gibt es keine direkte App für die AirPods Pro, die Funktionen, die die TWS Earbuds bieten, sind direkt ins Apple iOS Betriebssystem integriert und werden beim absolut problemlosen Verbinden der AirPods Pro aktiviert. Vom Handling her sind die AirPods Pro unserer Meinung nach nach wie vor unübertroffen - moderner und feiner klingend sind aber die Tone Free. Bei der Verarbeitung herrscht nahezu Gleichstand. Die Scharniere des Gehäuses wirken bei Apple aber haltbarer. 

Teufel Airy True Wireless: Mager ausgestattet, auch ohne ANC, aber akustisch ganz stark. So kann man die Teufel TWS in aller Kürze charakterisieren. Solide verarbeitet, ohne luxuriös zu wirken, beeindrucken sie mit einem vollen kräftigen, doch zugleich plastischen und klaren Klang. Pegelfest und bequem sitzend, machen sie das exzellent, was wirklich wichtig ist: Hervorragend zu klingen. Der Preis beläuft sich auf absolut faire 116 EUR (Stand: 23.12.2020). 

Sony WF-1000XM3: Die Sony TWS sind wahre Ausstattungswunder - allerdings braucht man die App, um all die Technologie, die in den kleinen Earbuds steckt, auch nutzen zu können. Sehr gut verarbeitet und mit einem luxuriösen Case ausgestattet, sind die schmucken Kopfhörer derzeit für gut 180 EUR Marktpreis zu finden - kein Wunder, sie sind schon länger auf dem Markt. Der Klang ist klar und detailreich, im Bassbereich fehlt es etwas an Fülle. Zudem dürfte die Freisprecheinrichtung optimiert werden, sie überzeugt nicht auf der ganzen Linie. 

Fazit

Für 199 EUR Kaufpreis erhält der Käufer einer sauber und ordentlich verarbeiteten In-Ear Kopfhörer, der über die Meridian Klangtechnologie verfügt und zudem aktives Noise Cancelling on Board hat. Zu erwähnen ist die UV-Reinungstechnologie, die einen echten Mehrwert darstellt. Wie bei anderen Mitbewerbern auch, liefert LG unterschiedliche Ohreinsätze mit, damit die Earbuds fast jedem passen. Das Ladecase macht einen soliden Eindruck, auch wenn der Klappmechanismus nur aus Kunststoff besteht. Durch die kompakten Abmessungen des Case, finden diese auch Platz in der Hosentasche von Skinny Jeans. Die Ersteinrichtung funktionierte ohne Probleme und die spezielle Tone Free App ist sehr übersichtlich und dennoch funktional gestaltet. Die Meridian Equalizer Einstellungen sind auch hervorzuheben, gerade die Presets für besonders natürlichen Klang und für eine dichte Räumlichkeit überzeugen. Wem dies nicht genügt, der kann zwei eigenen Presets von Equalizer Einstellungen vornehmen und abspeichern. Die integrierte Freisprecheinrichtung funktionierte in unserem Test hervorragend. Der andere Gesprächsteilnehmer konnte überragend verstanden werden, Rauschen trat praktisch gar nicht auf. Auch das Noise Cancelling funktionierte hervorragend, nur ist leider ein gewisses Grundrauschen bei aktivierten Noise Cancelling wahrnehmbar. Bei den Klangtestreihen konnten die Tone Free FN7 mit einer angenehmen und lebendigen Wiedergabe punkten.

Vollausstattung trifft auf angenehmen, homogenen Klang

True Wireless In-Ears bis 200 EUR
Test 07. Januar 2021

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum:

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