XXL-TEST: LG OLED65M49LA - Bildstarker 4K OLED evo-TV mit erstklassiger drahtloser Signalübertragung
Bild Baraka, Upscaling von 1080p Blu-ray Disc
Für das Upscaling von FullHD-Material, zugespielt via Baraka Blu-ray Disc, haben wir uns für den Bildmodus „Kino“ entschieden. Hier ist TruMotion mit „Filmische Bewegung“ aktiv, außerdem ist die Farbgebung sehr natürlich. Im Kapitel, als der indische Guru zunächst in der Totalaufnahme gezeigt wird, wird hier eine sehr authentische, nicht überzogene Schärfe geboten. Die Barthaare und auch die Dreadlocks sind enorm detailliert und fein nuanciert abgebildet. Hier könnte man fast meinen, man hätte es mit nativem 4K-Material zu tun. Auch im Gesicht sind die tiefen Falten klar erkennbar und zeigen das harte Leben, dass der Geistliche vermutlich hinter sich haben wird.
Überragend ist der räumliche Eindruck und die dreidimensionale Bildplastizität, die der OLED65M49LA zu leisten imstande ist. Obwohl es sich nicht um hochauflösendes 4K-Material handelt, sind die unterschiedlichen Bildebenen überragend differenziert. Das Bild wirkt fast greifbar und auch in den hinteren Regionen werden noch Strukturen und feine Details sichtbar. In der Szene, in der zahlreiche Stammesmitglieder, auf dem Boden sitzend, tanzende Handbewegungen vorführen, liefert der M4 zudem ein absolut ruhiges und stabiles Bild. Bei der Blu-ray Wiedergabe ist TruMotion mit filmischer Bewegung eine sehr gute Wahl. Trotz der vielen bewegten Objekte und die schnellen „Fingertänze“ gibt es keine zitternden Linien, Nachzieheffekte oder sonstige Artefakte an den Objektkanten. Was die Farbdarstellung betrifft, macht dem M4 ebenfalls niemand etwas vor. Intensiv wirkt die Farbgebung und auch sehr dynamisch, aber stets im Rahmen des natürlichen Farbspektrums. Auch Hauttöne gelingen authentisch und fein nuanciert. Bandenbildung sehen wir hier erfreulicherweise keine. Weitläufige Panorama-Aufnahmen bieten wieder eine klare Staffelung der einzelnen Ebenen. In den Szenen, wo man die vielen Wolken am Himmel sieht, unter denen immer wieder einige Bergspitzen nach oben herauslugen, gelingt dem M4 wieder ein exzellentes, kontrastreiches Bild. Auch in den hohen Helligkeitsbereichen wird sauber durchgezeichnet. Drastische Abstufungen, wenn ein Bereich des Bildes sehr hell und der benachbarte Bereich sehr dunkel ist, bereiten ebenfalls keine Probleme. Helle Bereiche strahlen nicht in das dunkle Segment hinein und so bleibt das Bild auch bei diesen schwierigen Szenen sehr lebendig und authentisch.
Genauso werden natürlich auch dunkle Bildbereiche praktisch perfekt durchzeichnet und in allen Details erfasst. Der endlos tiefe Schwarzwert muss aufgrund der OLED-Technologie kaum erwähnt werden. Dadurch, dass der M4 aber auch enorm hell strahlen kann, gelingt das extrem plastische, dreidimensionale und schlichtweg mitreißend faszinierende Bild.
Bild Jumanji 2017, Ultra HD Blu-ray, Kapitel 1+2
Bei nativem 4K-Material darf sich der OLED65M49LA an der 2017er des Klassikers „Jumanji“ versuchen. Wir spielen hier von UHD Blu-ray zu, der Film liegt hier in Dolby Vision vor. Beim Bildmodus wechseln wir allerdings auf den „Filmmaker Mode“, der ja in den LG OLEDs seit 2024 auch mit DV-Inhalten verwendet werden kann. Der Filmmaker Mode weist bezüglich der Farbdarstellung praktisch identische Werte auf wie der „Kino“-Modus, dafür sind aber jegliche zusätzlichen Bildoptimierer, die bei 4K HDR-Inhalten in der Regel ohnehin nicht sinnvoll bzw. der Bildqualität zuträglich sind, komplett deaktiviert. Das schließt natürlich die Zwischenbildberechnung mit ein, die jetzt komplett ausgeschaltet ist.
Der OLED65M49LA zeigt bei Jumanji ein wirklich hervorragendes, absolut Kino-gerechtes Bild. Satte und lebendige, aber sehr natürliche Farben und eine tadellose Schärfe bilden die Basis. Feine Details und Nuancen werden in Perfektion erfasst, nirgends wirkt das Bild aber überschärft oder unnatürlich. Das gilt sowohl für Feinheiten in den Gesichtern der Protagonisten als auch für die einzelnen Kleidungsstücke oder auch bei kleineren Objekten im Bild, wie z.B. die Oberflächenstruktur eines American Footballs.
Die 24p-Darstellung, das haben wir kaum anders erwartet, steht dem Topmodell der 2024er Generation in nichts nach. Ruhig, ruckelfrei und mit lediglich sehr geringem, typischem Judder gelingen sämtliche Bewegungen im Bild. Weitläufige Aufnahmen mit etwas flinkeren Kamerafahrten oder explosiv schnelle Fluchtbewegungen sind natürlich etwas schwieriger und für 24p-Judder anfällige Gemüter werden die Mikro-Ruckler entdecken können, die den Filmgenuss aber nicht wirklich stören. Wir als native Film-Enthusiasten lassen die Zwischenbildberechnung hier deaktiviert. Allerdings kann man auch im Filmmaker Mode TruMotion aktivieren und, auf Wunsch, die Frame-Interpolation zuschalten. Je stärker man den Eingriff zulässt, desto flüssiger werden zwar die Bewegungen, aber dann prägen sich auch einige Artefakte und Ghosting-Nachzieheffekte aus. Wirklich problematisch ist dies nicht, aber bei schnellen Bewegungen an Objektkanten ist es durchaus nachvollziehbar. Hier kann man nach persönlicher Vorliebe entscheiden.
Plastizität und Räumlichkeit inklusive der Staffelung der einzelnen Bildebenen sind allesamt auf Referenz-Niveau. Hier möchte man ins Bild hineingreifen und die Objekte im Hintergrund hervorholen. Die Kombination aus Helligkeitsstarkem Panel, enorm tiefsitzenden Schwarzwert und einem überdurchschnittlich guten Kontrast bringt dieses Ergebnis hervor. Man meint, es ginge kaum besser. Insbesondere hier darf man allerdings auf die 2025er Geräte gespannt sein. Die Topmodelle haben hier im Bereich der Maximalhelligkeit nochmals drastisch zugelegt.
Das breite Farbspektrum wird dann nochmal bei den Szenen im Dschungel deutlich, als das „Spiel“ sozusagen wirklich beginnt. Die vielen unterschiedlichen Grüntöne kommen exzellent heraus, wirken sehr natürlich und auch die Darstellung der Hauttöne ist hervorragend. Auch hier begeistert die Bildplastizität. Wenn Dwayne Johnson und Kevin Hart sich gegenüberstehen und unterhalten, wirkt das Bild nahezu so, als würde man es mit der 3D-Brille betrachten. „The Rock“ steht leicht nach hinten versetzt hinter einer Fächerpalme und diese räumliche Platzierung lässt sich mühelos nachvollziehen.
Wireless-Signalübertragung mit der Zero Connect Box
Zu keinem Zeitpunkt, das gilt sowohl für die Zuspielung von UHD-Material von einem Oppo Ultra HD Blu-ray Player als auch die Zuspielung von FullHD-Material von einem Datenserver im Netzwerk, gab es bezüglich der Wireless-Bildsignalübertragung irgendwelche Probleme. Absolut stabil und zuverlässig, ohne zeitliche Verzögerung, gelang die qualitativ hochwertige Bilddarstellung am OLED65M49LA.
Hier kann man dazu erwähnen, dass die komplette Signalverarbeitung und Generierung der Bildinformationsdaten in der Zero Connect Box erfolgt. Es werden ausschließlich Steuersignale drahtlos an den TV übertragen. Das Display des M4 erhält also die Informationen, wie er jeden einzelnen Subpixel ansteuern soll. Es werden also nur Dateninformationen übertragen, was wiederum bedeutet, dass keine riesigen Datenmengen kabellos übertragen werden müssen, sondern lediglich Steuerungsinformationen, also Metadaten. Der Fernseher generiert daraus das Bild. Die Übertragung ist damit extrem schnell und die Latenz sehr gering, laut eigenen Angaben von LG sogar schneller als beim „kabelgebundenen“ G4.
Gaming - Game Optimizer/Spiele-Optimierer

Bei Aufruf wird der Spiele-Optimierer im unteren Bildbereich angezeigt und liefert Infos

Spieleinstellungen innerhalb des Game Optimizers

Bildeinstellungen

Auch auf Toneinstellungen kann man zugreifen
Wir haben es uns nicht nehmen lassen, bei der Wireless-Übertragung mit 4K-Auflösung und bis zu 144Hz auch einmal verschiedene Spiele auszuprobieren. Darunter das neue Indiana Jones and the Great Circle, aber auch schnelle Jump n' Runs wie Ori and the Will of the Wisps sowie das Racing-Game Trackmania. Was Latenz und Eingabeverzögerung betrifft, scheint LG die Drahtlosübertragung komplett im Griff zu haben. Wir konnten hier subjektiv nicht den Hauch eines Unterschieds z.B. zum LG OLED G4 feststellen. Das Signal war flink aufgebaut und Befehle wurden stets praktisch augenblicklich umgesetzt. Die korrekte Bildwiederholrate wurde uns dann auch direkt vom Game Optimizer bestätigt. Drückt man während dem Zocken die Menü-Taste, wird direkt dieses speziell für Gaming optimierte Menü aufgerufen und spezifische Einstellungen können vorgenommen werden. Visuell profitiert die Darstellung von allen Vorteilen, die wir bereits genannt haben, zu 100%. Besonders Ori and the Will of the Wisps verdeutlicht die erstklassigen HDR-Qualitäten und zeigt sehr starke Kontraste und tolle Farben. Aber auch der klassische "Film"-Look, besonders in den allerersten Szenen von Indiana Jones and the Great Circle, kommt hervorragend und authentisch heraus. Satte, intensive Farben, die erstaunliche Dreidimensionalität des Bildes und die hohe Helligkeit machen sich für den Spiel-Fan bezahlt.
Bild Live-TV
Natürlich haben wir uns auch das Live-TV-Bild des OLED65M49LA angesehen. Hier haben wir dem OLED-Fernseher die Bedingungen etwas schwerer gemacht und ein wenig externen Lichteinfall zugelassen. Der TV stand direkt gegenüber einem großen Fenster, allerdings war es draußen eher regnerisch, direkte Sonneneinstrahlung gab es nicht. Unter diesen Umständen liefert der M4 ein tadellos helles, absolut kontraststarkes und farbechtes Bild. Bei sehr dunklen Bildinhalten muss man natürlich mit der ein oder anderen Reflektion leben, wirklich problematisch ist das aber nur in seltenen Fällen. Zudem ist dann die Spiegelung kurzzeitig vielleicht störend, dramatischen negativen Einfluss auf die Bildparameter, wie z.B. die natürliche Farbgebung, nimmt dies aber nicht.
Wir haben hier den Modus Kino gewählt und belassen es für die TV-Wiedergabe mit den Standard-Einstellungen dieses Bild-Presets. Es sind also Rauschunterdrückung, Super Resolution sowie auch TruMotion mit dem Parameter „Filmische Bewegung“ aktiv. Bei alltäglichen TV-Sendungen, wie z.B. dem Mittagsmagazin auf ZDF HD, wird ein sehr ansprechendes, farblich harmonisches Bild geboten. Eine scharfe, nicht überzogene Darstellung mit sehr guter Kanten- sowie Detailschärfe überzeugt beim 65-Zoll-Gerät. Unterschiede in der Produktion, wenn z.B. vom Studio auf Vor-Ort-Interviews geschaltet wird, kann man natürlich direkt nachvollziehen. Das Bild wirkt dann insgesamt etwas weicher, aber immer noch detailliert. Auch Schriften im Bild gelingen sauber und mit nur geringfügiger Treppenstufenbildung. Insgesamt ist das Upscaling beim 720p-Bild praktisch tadellos. Der OLED realisiert auch hier eine ausgezeichnete Bildplastizität und einen tollen dreidimensionalen Bildeindruck. Die unterschiedlichen Ebenen im Bild, eine Person sitzt im Vordergrund vor Möbelstücken dahinter, kommen sehr gut heraus und auch in hinteren Bereichen ist das Bild gut durchzeichnet.
Bei schnelleren Schnitten oder viel Bewegung auf dem Bildschirm, z.B. bei Sportereignissen, schafft der OLED M4 ebenfalls eine tadellose Abbildung. Schnelle Pässe oder Läufe der Sportler werden ohne Kantenzittern oder ausgeprägte Artefakte dargestellt. „Filmische Bewegung“ verrichtet hier gute Dienste und greift nicht zu stark ein. Hier steht es einem natürlich frei, unter Inkaufnahme von ein paar negativen Aspekten (z.B. Ghosting) eine noch flüssigere Darstellung zu erzielen. Immer mal, besonders bei flinken Schüssen, sieht man aber den ein oder anderen Nachzieheffekt, so dass wir hier auf die Frame-Interpolation eher komplett verzichten würden.
Insgesamt eine sehr saubere, angenehme, natürliche und detailscharfe Präsentation beim alltäglichen TV-Genuss.
- Auf der letzten Seite schildern wir unsere Klangeindrücke und ziehen ein Fazit
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