XXL-TEST: Canton Reference GS - das Meisterwerk aus dem Taunus

Klang

Die Kette besteht aus hochwertiger Audionet Vorstufe (Pre G 3) plus passenden Audionet Monoblöcken (AMP). Fürs Streaming verwendet wurde ein Cambridge Audio Edge 150.

Canton Reference Gs Gesamt Aufbau

Unser Setup

Canton Reference Gs Audionet Elektronik

Audionet-Elektronik, neutral ausgelegt

Canton Reference Gs Audionet Endstufe

Audionet-Monoblöcke

Diana Krall, Desperado, aus dem Album „Wallflower“:

Hier tritt das 50.000 EUR-Boxenpaar ungemein kultiviert und sensibel auf. Natürlich muss man stets bedenken: Für den Preis gibt es, sogar in der heutigen Zeit noch, einen ordentlichen Neuwagen, Verbrenner sowieso, aber auch E-Fans können sich hier bedienen. Da muss die Reference GS schon eine außergewöhnliche Leistungbereitschaft zeigen, um diesen Preis zu rechtfertigen. Diese Mission gelingt allerdings durch das faszinierende Raumgefühl, das mit einer Leichtigkeit aufgebaut wird, die ihresgleichen sucht. Sehr fein werden alle unterschiedlichen musikalischen Ebenen durchzeichnet, und die Impulstreue ist grandios. Jede Facette in der Stimme von Diana ist exakt dort, wo sie sein soll, und direkt vor dem Zuhörer entsteht eine präzise definierte, enorm klar modellierte virtuelle Bühne.

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Nessun Dorma, aus Puccinis Turandot, gesungen von Jonas Kaufmann:

Bei diesem legendären Stück tut sich die Canton Reference GS so leicht, als gäbe es nichts einfacheres. Jonas‘ Stimme steht frei im Raum, wer die Augen schließt, wähnt den Tenor direkt vor sich. Jede noch so kleine Vibration, jeder noch so feine oder auch noch so gewaltige dynamische Sprung wird sofort und vollumfänglich erfasst. Mit einer unglaublichen Liebe zum Detail, einer unglaublich nahtlosen, filigranen Einbindung ins akustische Gesamtgeschehen. Der Chor im Hintergrund agiert mit glasklaren, jedoch nicht unschön überscharfen Konturen, und die Präzision bei den Instrumenten ist ungemein hoch, sodass jedes einzelne Instrument praktisch alle denkbaren charismatischen Merkmale aufweist.

Time To Say Goodbye, Andrea Bocelli & Sarah Brightman

Hier übertrifft sich die Canton Reference GS einmal mehr selbst. Sehr fundiert, schafft sie eine ideale Basis für eine ungemein weitläufige Darbietung, in der aber die vokalen Komponenten allzeit präzise eingeschlossen sind. Die feinen vokalen Details arbeitet die Reference GS plastisch heraus, am meisten aber beeindruckt die extrem hohe atmosphärische Dichte. Es scheint so, als käme von überall her sauber aufgelöster Klang mit großem Volumen. Die Reference GS nimmt für sich ein - sie ist die "Diva" im positiven Sinne. Wo sie steht, zieht sie schon optisch alle Aufmerksamkeit auf sich, und genau das setzt sich akustisch fort. 

Phil Collins, I Wish It Would Rain Down

Mit einer extrem dichten räumlichen Wirkung und einem auf höchste Präzision sowie Nachdrücklichkeit getrimmten Bassbereich macht sich die Reference GS bei diesem Stück ans Werk. Der gesamte Dynamikumfang ist exzellent, und hier wird ein deutlicher Unterschied zu Lautsprecherpaaren der Preisliga 15.000 bis 30.000 EUR Paarpreis offensichtlich. Wer nie die Reference GS gehört hat, das möchten wir gar nicht verschweigen, wird auch z.B. mit der Canton Reference 1 K, mittlerweile abgelöst von der neuen Reference-Baureihe, nach wie vor extrem glücklich sein. Hat man aber, wie wir, das große Glück, diese Urgewalt von einer Lautsprecherbox live erleben zu können, dann fällt auf, wieviel mehr „live“ das Hörgefühl nun ist, wieviel fesselnder und intensiver. Phils Stimme gliedert sich überwältigend kraftvoll und ausdrucksstark ein, und der diamantklare, reine Hochtonbereich entfaltet zudem eine ungemein breite, dadurch sehr einhüllende Wirkung.

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Chris Isaac, Wicked Game

Schon den Beginn managen die großen Canton-Lautsprecher überragend. Sehr klar definiert, mit einer exzellenten Dynamik. Die Stimme von Chris brilliert mit einem außergewöhnlich großen Spektrum, das jede Einzelheit berücksichtigt. Die hessische Standbox zeigt ihre Klasse darin, dass auch dann, als die Stimme recht hoch wird, enorme Pegel ohne auch nur 1 Prozent Einschränkung hinsichtlich der maximal möglichen Klanggüre erzielt werden können. Die Trennung der Stimme von den instrumentalen Anteilen gelingt immer zu 100 Prozent, zugleich aber schafft es die Reference GS sehr gut, ein homogenes, räumlich dichtes Ganzes zu formen. 

Nothing Else Matters, Jungle Cruise Version Part 1

Nur sehr kurz, aber dafür enorm eindrucksvoll gestaltet sich dieser Titel. Der ganze Facettenreichtum wird übertragen, und man hört Zwischentöne, die einem von anderen, selbst hochklassigen Boxen verschwiegen wurden. Sehr eindringlich, trotzdem nie überzogen, nähert sich der Titel dem Auditorium, mit aller räumlichen Intensität, die dazu gehört. Klar dürfte sein, dass man dieses Stück auch mit beträchtlichem Pegel hören kann, ohne dass auch nur minimale Einbußen bei akustischer Reinheit und tonaler Präzision zu befürchten sind. Der ganze Reigen kleiner musikalischer Details bleibt ebenfalls komplett erhalten.

007 Spectre, Titelsong “Writings On The Wall”

Und eine erneute Glanzleistung der Reference GS – es ist wieder diese Mischung aus absoluter Detailverliebtheit und extremer Grobdynamik, die hier einfach ein anderes Niveau, zu hören, eröffnet. Es ist ein präzise definiertes Feuerwerk an räumlich dichter Musikalität, das auch bei eher nüchternen Zeitgenossen plötzliche Emotionen weckt, und selbst der vermeintliche „Buchhalter-Typ“ bekommt hier eine Gänsehaut. Die vokale Präsenz des Sängers ist allgegenwärtig, die enorme vokale Breite seiner Darbietung erfüllt den gesamten Hörraum und hüllt die Zuhörerschaft in einer Art und Weise an, dass man kaum glauben mag, dass „nur“ ein 2.0 Setup arbeitet.

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Land Of Confusion - Disturbed

Dass die Reference GS hier massiv anschiebt, haben wir natürlich erwartet. Aber dass es so kompromisslos vorangeht, das war dann doch überraschend. Hier lauern Reserven, die kaum jemand in der Praxis jemals ausnutzen dürfte. Über Pegel, die die ganze Nachbarnschaft aufschrecken dürften, lächelt die riesige Hessin nur. Sie schüttelt, vorausgesetzt, die Endstufen der Kette können liefern, praktisch jede auch nur denkbare Lautstärke aus ihren Membranen. Dabei ist aber ebenso begeisternd, wie präzise jede Kontur auch bei extrem hoher Lautstärke erhalten bleibt, und wie die E-Gitarre den schmalen Grat zwischen zu aggressiver Wiedergabe und doch einem hohen Maß an konturenreicher Erträglichkeit trifft, ist meisterlich. Gerade solche Tracks liegen der Reference GS über alle Maßen - sie erzielt hier Pegel, die mit kaum einer anderen Box möglich sind. 

Universal Nation, Push

Die legendäre Trance-Hymne „ersparen“ wir auch den edlen Reference GS nicht. Und es wäre, wie sich schnell herausstellt, auch zutiefst schade gewesen, diesen Track, der den Redakteur an seine bewegte Jugend erinnert, nicht gehört zu haben. Mit einer unglaublichen Wucht, gepaart mit einer Präzision auf absolutem Referenzniveau, schiebt die Reference GS hier voran. Das, was diese Box auszeichnet, macht sich ein weiteres Mal bemerkbar: Kraft, massiv, aber immer bis in den letzten Winkel exakt, kultiviert, und mit einer Räumlichkeit versehen, die einfach keine Wünsche mehr offen lässt. Alle elektronischen Effekte verteilen die beiden Luxus-Schallwandler mit traumwandlerischer Sicherheit im Hörraum, wohl dosiert, immer mit einer Plastizität, die dem, der solche Schallwandler noch nie gehört hat, die Augen oder besser die Ohren öffnet: Der Klang steht dreidimensional im Raum, und man hat das Gefühl, ihn „anfassen“ zu können.

Middle Of Nowhere, Adan Hujens

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Und nochmals erbebt der Hörraum in seinen Grundfesten. Das Bass-Spektakel dieses Titels, das auch ausgewachsene aktive Subwoofer gern überfordert, wenn es laut zugehen soll, meistern die Audionet Monoblöcke und die Reference GS überals gelassen. Mit einem Punch und einer Wucht, die ängstlichen Zeitgenossen die Flucht an einen weit entferten Ort nahelegt, schiebt die Kombination voran, ohne es aber zu vergessen, jede Kontur auch bei Monster-Pegeln exakt am richtigen Platz zu lassen. Die enorm weite räumliche Ausbreitung ist ebenfalls ein Ausnahme-Merkmal. 

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