XXL-TEST: Cambridge Audio EXA100 - brandneuer Stereo-Vollverstärker in Premium-Qualität

Klang

Wir starten durch mit dem "Imperial March" des legendären John Williams. Es spielen die Wiener Philharmoniker, und der EXA100 kann schon beim ersten Stück zeigen, wie er mit enormen Dynamiksprüngen und purer akustischer Kraft umgehen kann. Dies gelingt an unseren DALI RUBIKORE 8 auch überzeugend, vor allem das ansatzlose Management der eben erwähnten Dynamiksprünge sticht hervor. Hier stellt der britische Vollverstärker souverän die erforderliche Leistung bereit. Der EXA100 ist sehr direkt ausgelegt und unterscheidet sich dadurch von manchem früheren Cambridge Audio-Verstärkern, die wir kennen. Er stellt auch die oberen Mitten und den Hochtonbereich recht prägnant dar, bis zu deutlich erhöhten Lautstärken wird er aber nicht zu spitz oder zu harsch. Aus räumlicher Sicht liefert der EXA100 voll ab, er entfaltet einen dichten, gleichmäßigen virtuellen Raum, in dem einzelne Instrumente impulstreu und mit sorgfältigemn Aufbau platziert werden. 

Es folgt "Resonance" von Boris Blank. Dieses akustische Effektspektakel soll helfen, die Qualität des Bassbereichs und die Schnelligkeit des EXA100 einordnen zu können. Der Track beginnt mit einem enorm tiefen, raumfüllenden Bass, der sehr sauber und mit vehementer Wirkung in den Hörraum getragen wird. Als sich immer mehr Effekte hinzugesellen, bleibt der Cambridge Audio-Verstärker seinem Credo einer frischen, zugleich exakten Präsentation treu. Er ordnet sämtliche Klang-Elemente mit authentischer Balance und schafft eine großzügige, immer realistische Räumlichkeit. Die bezüglich Auflösung und Bassbereich überragenden RUBIKORE 8 sind die ideale Ergänzung für die Trümpfe des EXA100. Die Pegelfestigkeit ist auf sehr hohem Level, und wir notieren einen deutlichen Unterschied zum CXA81 MK2, der hier definitiv nicht mithalten kann. Der EXA100 konkurriert hier problemlos mit den Klassenbesten und klopft auch schon an die Tür höherer Preisklassen an.

Wenden wir uns der Jungle Cruise-Version von "Nothing Else Matters" zu - auch hier sind wieder zahlreiche Talente gefragt, soll die Wiedergabe emotional und fesselnd ausfallen. Der EXA100 bedient sich ein weiteres Mal seines enormen Auflösungsvermögens, und wie gut er mit kräftigen Dynamiksprüngen klarkommt, hat der edle Vollverstärker zuvor bereits bewiesen - hier macht ihm so schnell keiner etwas vor. Der gesamte orchestrale Aufbau geht dem Briten leicht von der Hand, er beeindruckt auch bei komplexeren Gefügen stets mit einem stringenten Aufbau, kurze, heftige Impulse setzt er zudem mit der nötigen Energie um. Er blüht da auf, wo andere schlappmachen: Wenn viele akustische Linien parallel mit der richtigen Balance verfolgt werden müssen. Es scheint ein Leichtes für den EXA100 zu sein, hier Ordnung und Homogenität einzubringen - was für ein kultiviertes, klares sowie kraftvolles Hörerlebnis sorgt. 

Es folgt "Gravestone" von Dave McKendry - ausgewählt auch wegen der überragenden Aufnahmequalität. Die Stimme entfaltet ein hohes Maß an Authenitizität, und sie löst sich hervorragend von den Lautsprechern. Kräftig und kontrolliert agiert der EXA100, der die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen auch bei hohem Pegel ohne jedes Problem handhabt. Diesen Track kann man wunderbar richtig laut hören, man genießt puren Klang ohne störende Einflüsse, und freut sich an der erstklassigen Aufbereitung von Details über den gesamten darstellbaren Frequenzbereich. Dass die Akustik als so gut gelungen wahrgenommen wird, liegt auch diesmal wieder an der ausgeprägten Räumlichkeit, innerhalb der man eine reichhaltige, emotional berührende klangliche Entfaltung genießen kann. Jedes einzelne Instrumente ist mit einer unverwechselbaren Signatur versehen, was dazu führt, dass man den Song gleichermaßen kultiviert wie intensiv wahrnimmt. 

Nun wechseln wir die musikalische Stilrichtung komplett und hören uns "Free Your Mind" von Moguai, Pizzata & Klein und Salvatore Mancuso an. Keinerlei Berührungsängste beim EXA100, von den DALI RUBIKORE sind wir dies bereits gewöhnt. Mit knallhartem, den Punkt präzise treffenden Bass schiebt der Cambridge Audio-Vollverstärker an, und dies auch bei Lautstärken, die untertrieben als "deftig" zu bezeichnen sind. Auch wegen des guten Wirkungsgrades der DALI-Boxen reicht es, den EXA100 halb aufzudrehen, und im knapp 30 Quadratmeter messenden Hörraum geht es richtig zur Sache. Die einzelnen, sehr prägnanten akustischen Effekte arbeitet der Verstärker glasklar und plastisch heraus.

Konkurrenzvergleich

Der Cambridge Audio EXA100 stößt auf harte Konkurrenz, die sogar teils merklich günstiger ist, setzt sich aber sehr gut in Szene.

Denon Pma 1700ne Front Seitlich

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Denon PMA-1700NE (derzeitiger Marktpreis: knapp 1.330 EUR): Der hochwertig verarbeitete Denon ist unter anderem mit Display, UBS-DAC und Denon-eigenen Aufpolier-Algorithmen für optimierte Klangqualität ausgestattet. Er präsentiert sich  mit einem konsequenten Aufbau und spielt detailreich, dynamisch und klar auf. Auch beim Denon liegt eine Systemfernbedienung bei, die ein einfaches Handling zulässt. Im direkten Hörvergleich wirkt der EXA100 von der akustischen Darstellung her noch plastischer ud holt das Auditorium durch seine fesselnde Spielweise noch mehr ab als der nüchterner wirkende Denon. 

Cambridge Audio Cxa81 Mkii Frontansicht

Cambridge Audio CXA81 MK2: Obwohl für sich betrachtet durchaus überzeugend, hat der - zugegebermaßen viel günstigere CXA81 MK2 nicht den Hauch einer Chance gegen den EXA100. Der große Bruder kann alles sehr deutlich besser: Mehr Grobdynamik, mehr Feindynamik, ein hörbares Plus an Basskraft, an Plastizität und an räumlicher Klarheit. Hier lohnt es sich vielleicht, weiter zu sparen und dann lieber gleich zum größeren Modell greifen. 

Yamaha R N800a Frontansicht1

Yamaha R-N800A: Der mit 1.099 EUR eingepreiste Netzwerk-Stereoreceiver ist ein wahres Multitalent. Nicht nur, dass er dank eines eingebauten MusicCast-Moduls, DAB+ Tuner und Bluetooth eine enorme Flexibilität offenbar, er ist überdies mit Yamahas talentierter Lautsprechereinmessung YPAO ausgestattet. Er sieht richtig gut aus und ist ausgezeichnet verarbeitet. Die mitgelieferte Fernbedienung ist praktisch und schick. In Anbetracht des fairen Kaufpreises überzeugt das layout innen voll und ganz. Der R-N800A besitzt im Gegensatz zu den beiden größeren Moeellen R-N1000A und R-N2000A leider keine HDMI-ARC-Schnittstelle, weiß aber in seiner Preisklasse klanglich absolut zu überzeugen und treibt mit seinen pegelfesten Endstufen auch Lautsprecher problemlos an, die eigentlich gar nicht in seinen preislichen Einflussbereich gehören. 

Nad C399 Frontansicht

NAD C 399: Der exakt gleich teure NAD bietet sehr leistungsstarke Endstufen. Besonderheit des im typischen NAD-Design gehaltenen Gerätes ist der modulare Aufbau, sodass man für 499 EUR ein passendes MDC2-Modul mit BluOS-Streaming/Mulitroom-Plattform und Dirac Live Lautsprechereinmesssystem ergänzend einkaufen kann. Der mit einem Farbdisplay versehen C 399 setzt auf aufwändige, hochmoderne HybridDigital nCore-Endstufen, die eine satte Dauerausgangsleistung von 2 x 180 Watt bereitstellen. Die Anschlussvielfalt ist ausgezeichnet, auch HDMI-ARC, ein Subwoofer-Pre-Out und ein Phono-Eingang gehören zum Sortiment. Akustisch erweist sich der C 399 als der kompromisslose Dynamiker, der unglaublich pegelfest ist. Der EXA100 agiert bei sehr differenzierter Musik eine Idee charmanter, sensibler - obwohl man es kaum glauben mag, langt der C 399 z.B. bei Heavy Metal - oder Club-Musik noch heftiger hin. Schon der EXA100 ist hier auf hohem Level, aber der C 399 schießt in dieser Liga den sprichwörtlichen Vogel ab. 

Buchardt Audio I150 Frontansicht1

Buchardt Audio I150: Erhältlich für 2.500 EUR, steckt der vollverstärkende Däne voller innovativer Technik. Die bärenstarken Endstufen mit Hype Core-Verstärkertechnologie setzen Kraft ohne Ende ein, mit 300 Watt pro Kanal (4 Ohm) sind Leistungsreserven vorhanden, die viele gar nicht in der Praxis nutzen dürften. Mit an Bord ist ein sehr leistungsfähiges Lautsprechereinmesssystem, und auch eine praxisgerechte Anschlussbestpckung, unrer anderem mit USB-B sowie zwei Subwoofer-Vorverstärkerausgängen. Bluetooth 5.0 ist ebenfalls vorhanden. Der innere Aufbau ist zwar ordentlich gemacht, wirkt aber nicht so opulent wie beim EXA100. Klanglich mimt der I150 den akustischen Analysten, der zudem über viel Kontrolle und Nachdruck verfügt, aber nicht so emotional aufspielt wie manche anderen Modelle. 

Fazit 

Cambridge Audio Exa100 Frontansicht1

Cambridge Audio hat mit dem EXA100 einen äußerst potenten, von der klanglichen Auslegung her absolut gelungenen Stereovollverstärker auf den Markt gebracht. Er ist im Inneren sehr sorgfältig und durchdacht aufgebaut, selbst in der durchaus gehobenen Preisklasse, in der sich der EXA100 befindet, nicht selbstverständlich. Die flexible, moderne Anschlussbestückung inklusive HDMI und Subwoofer Pre-Out überzeugt uns ebenfalls. Akustisch bietet der EXA100 eine exzellente Mischung aus Klarheit, Kontrolle, Dynamik und Auflösung, zudem spielt er nicht klinisch-emotionslos, sondern kann das Auditorium durch den räumlich dichten, intensiven Klang fesseln. Das Design halten wir für durchschnittlich geglpückt, man vermutet im Acrylglas-Mittelteil ein Display, das ist aber nicht vorhanden, was die Optik etwas "leer" wirken lässt. Aber hier sind Geschmäcker bekanntermaßen verschieden, an der technischen Qualität des EXA100 gibt es jedenfalls gar nichts auszusetzen, und klanglich ist der neue Cambridge Audio-Vollverstärker eine Wucht. 

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Klanglich extrem starker Vollverstärker mit hervorragendem Aufbau innen und moderner Anschlussbestückung
Preisklassenreferenz Neu
Test 04. November 2024

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. November 2024

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