XXL-Test: 9.2-Kanal-Netzwerk-Receiver Marantz SR7013

Nun folgt endlich der finale Test des auf dem Markt für knapp 1.300 EUR erhältlichen Marantz SR7013. Der 9.2-Kanal AV-Receiver ist mit Apple AirPlay 2, IMAX Enhanced-Zertifizierung (per Update) und Heos-Modul ausgestattet. Er is kompatibel zu Apple Siri und Amazon Alexa, wahlweise kann man ihn in silbergoldener oder schwarzer Variante erwerben. Schwarz ist fürs dedizierte Heimkino vielleicht besser, weil unauffälliger, während Silbergold im schicken Wohnzimmer richtig gut aussieht. Bedingt durch die 11.2 Vorverstärkersektion, kann der SR7013, nimmt man eine zusätzliche Zweikanal-Endstufe zur Hand, auch ein noch größeres LS-Setup versorgen. 

Charakteristisch ist das "Bullauge"

Quellwahl

Lautstärke-Drehregler

Bedienelemente und Display hinter einer Klappe

Der SR7013 besitzt einen hohen Wiedererkennungswert, die Optik "entlarvt" den AV-Receiver sofort als Marantz-Familienmitglied. Was uns persönlich nach wie vor stört: Nur der mittlere Teil der Frontblende ist aus Aluminium, die Seitenteile bestehen aus Kunststoff. Die Spaltmaße fallen gleichmäßig und relativ gering aus, das ist positiv zu bewerten. Die Front wirkt sehr aufgeräumt, links und rechts befinden sich zwei Drehregler für Quellwahl und Lautstärke - denn weitere Bedienungselemente haben die Japaner unter einer gut, aber nicht überdurchschnittlich hochwertig verarbeiteten Klappe untergebracht. Dort gibt es auch ein großes, zweizeiliges Punktmatrix-Display, zusätzlich zum bekannten "Bullauge" zwischen den beiden Drehreglern. Unter dem SR7013 befinden sich große, solide Gerätestandfüße. Hier die Leistungsdaten:

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  • Ausgangsleistung (8 Ohm, 20 Hz bis 20 kHz, 0,05 % Klirrfaktor, 2 Kanäle: 125 W
  • Ausgangsleistung (6 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr, 2 Kanäle: 165 W
  • Ausgangsleistung (6 Ohm, 1 kHz, 1 % Klirr, 1 Kanal): 200 W

Gesamtübersicht innen

Platinenlayout

Kühlkörper

Trafo

Innen zeigt sich der Mehrkanal-Receiver als sauber aufgebaut. Hochwertige Aluminium-Kühlkörper und keine aus Blech setzen gleich einen entsprechenden Akzent. Der Trafo ist solide befestigt, liegt allerdings nicht im Zentrum des Gehäuses, sondern außen. Die Verkabelung ist übersichtlich, das Platinenlayout im Wesentlichen stringent. Was wir vermissen, sind Verstrebungen des Chassis, die der Stabilität der Gesamtkonstruktion dienlich wären.

Einmessmikrofon

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Das optisch und technisch hinlänglich bekannte Audyssey-Einmessmikrofon und eine aus qualitativer Sicht ordentliche, aber nicht sensationelle Tastenfernbedienung liefert Marantz mit. 

Für hohe Klangqualität und enorme Leistungsstärke setzt Marantz beim SR7013 auf die Current Feedback- und HDAM-Technologie. Für jeden Kanal finden sich separate DACs, was auf einen reinen, präzisen Klang hoffen lässt.

Akustisch herrscht kein Mangel an 3D-Sound-Decodern. Alle drei 3D-Soundformate sind ab Werk vorhanden, also Auro 3D, Dolby Atmos und DTS:X mit DTS Virtual:X. Hinzu kommt die bereits weiter oben angesprochene IMAX Enhanced-Zertifizierung (über kostenloses Firmware-Update; voraussichtlich im Verlauf des Januar 2019). Der SR7013 setzt, wie bei Marantz & Denon schon traditionell, auf ein Lautsprecher-Einmesssystem nebst Room EQ aus dem Hause Audyssey. MultEQ XT32, Dynamic Volume und Dynamic EQ sind vorhanden, und das Audyssey-System ist, wie wir es bereits kennen,  kompatibel zur optionalen Audyssey MultEQ Editor-App, die man sich in den jeweiligen App Stores kaufen kann.

Musikstreaming haben wir bereits angesprochen, was ist konkret möglich? Natürlich werden übliche Hi-Res-Audio-Formate wie Flac wiedergegeben. Auch DSD wird unterstützt bis 5,6 MHz (kein DSD 11,2 MHz/Quad-DSP), bei Heos kommen Musikdienste wie  Deezer, Spotify Connect, Amazon Music, Tidal und auch eine Internetradio-Plattform dazu. WLAN ist integriert mit 2,4 GHz/5 GHz, die Dual Band-Unterstützung steht für verbesserte Netzwerkstabilität, insbesondere bei hoher WLAN-Dichte.

Schon eingangs erwähnt haben wir die Amazon Alexa-Sprachsteuerung (Amazon Echo-Gerät erforderlich) über den Heos Home Entertainment Skill.  Hinzu kommen die Apple AirPlay 2-Audiostreaming-Funktion inklusive Siri-Sprachsteuerung.

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Rückseite komplett

Hochwertige Lautsprecherkabel-Anschlussterminals

Cinch-Sektion mit Pre-Outs

HDMI-Sektion hinten

Antenne für WLAN und Bluetooth

Wie gewohnt bei Marantz und Denon lässt die Anschlussbestückung kaum Wünsche offen. Es finden sich insgesamt acht HDMI-Eingänge mit voller HDCP 2.2 Unterstützung, sieben davon hinten und einer vorn. 4K/60 Hz Full-Rate-Passthrough, 4:4:4 Farbauflösung, HDR, BT.2020, Dolby Vision und Hybrid Log Gamma (HLG) sind 2018 nicht neu, das gab es bereits früher. Der Vollständigkeit halber zählen wir es trotzdem auf. Hinzu kommen drei HDMI-Ausgänge. Auf der Frontseite findet sich ein USB-Audioeingang, und Bluetooth fehlt natürlich auch nicht. Die Anschlussbestückung umfasst zudem auch einen Moving-Magnet- (MM) Phonoeingang. 

Auch die Video-Merkmale sind typisch für Marantz- und Denon-AVRs: Eine Analog zu HDMI-Konvertierung und ein Upscaling herkömmlicher SD/HD-Videoquellen auf 4K mit voller Bildrate. 

Fernbedienung

Unterer Bereich 

Oberer Bereich

Steuern kann man den SR7013 mittels der mitgelieferten, übersichtlichen Fernbedienung oder über die Marantz Remote App, fürs Heos-Modul und dessen Funktionen steht selbstverständlich die Heos-App bereit, die Hand in Hand mit der Remote App für die AV-Receiver-Funktionen arbeitet. 

Der SR7013 kann auch aus der Ferne über eine webbasierte Benutzeroberfläche gesteuert werden. Zu den weiteren benutzerdefinierten Installationsmöglichkeiten zählen Smart Remote Management, Domotz- und Ihiji-Unterstützung. HDMI Diagnostics analysiert und optimiert die Synchronisation zwischen der Quelle und dem Receiver.

Wie schon hinlänglich bekannt, findet sich ein Assistent, der mit Grafiken und Hilfe-Texten bei der Erstinstallation unterstützt. Dies hat bei uns wieder problemlos funktioniert, die Audyssey-Einmessung und die Netzwerk-Einbindung sind ebenfalls in den Einrichtungsassistenten integriert. 

Hier haben wir einige Screenshots vorbereitet und widmen uns zuerst dem Einrichtungsassistenten.

Übersicht beim Einrichtungsassistenten

Sprachwahl

Lautsprecher-Einstellungen

Vorhandene Lautsprecher in der Übersicht

Anschluss des Mess-Mikrofons

Einrichtung des Netzwerks, wahlweise drahtlos oder kabelgebunden

Der schon bestens bekannte und geschätzte Assistent für die Ersteinrichtung sorgt auch beim SR7013 wieder dafür, dass die Inbetriebnahme des AV-Receivers recht einfach und übersichtlich, Schritt für Schritt, vonstatten geht. 

Hauptmenü

Video-Menü

Manuelle Lautsprecher-Konfiguration

Menüpunkt "Allgemein"

Der Marantz SR7103 präsentiert sich als optisch unverwechselbar-elegant und als opulent sowie modern ausgestattet. Ganz gleich, ob es um zeitgemäße, zahlreiche HDMI-Anschlüsse, um eine vollwertige Videosektion mit Upscaling auf bis zu 4K oder um umfangreiche Multimedia- und Streaming-Eigenschaften geht: Den Marantz erwischt man nicht auf dem "falschen Fuß". Nun werden wir überprüfen, wie er sich aus akustischer und visueller Sicht schlägt. 

Klang a-ha, The Final Concert, DTS-HD Master Audio, plus DTS Neural:X/Auromatic

Wir hören in DTS-HD plus DTS Neural-X für die Mit-Einbeziehung der Top Firing-Module, die wir in den ersten Testreihen vorn auf den Standboxen aufgestellt haben. "The Sun Always Shines On TV" von a-ha (Blu-ray "a-ha - The Final Concert") startet, und gleich fällt akustisch auf, dass der SR7013 runder, angenehmer klingt als seine Vorgänger. Gleichzeitig wird der aktive Subwoofer, der bei uns nur selten zum Einsatz kommt (vorn Canton Reference 5 K auf "groß" eingestellt) präzise angesteuert, die Bassanteile, die von den Reference 5 K übernommen werden, klingen ebenfalls sehr präzise und sind wohl dosiert. Das ist gerade bei dieser Blu-ray nicht immer gegeben, öfters nehmen wir einen dünnen, wenig aussagekräftigen Bassbereich wahr.

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