XXL-SPECIAL: Die neuen JVC D-ILA 4K-Projektoren DLA-NZ700 und DLA-NZ500 - Alle Daten und erste Bildeindrücke

Die passende Umgebung: Das Kino "Orfeo's Erben" in Frankfurt am Main
Wir starten mit dem kleinsten Modell, dem DLA-NZ500. Der Film ist Avatar 2, also direkt 24p-Wiedergabe. Und wir nehmen es gleich vorweg: Wir können die gesamte FI-Diskussion kaum mehr nachvollziehen. Sicher, es wird Anwender geben, die vielleicht sogar auf den weniger Kino-ähnlichen Look einer Zwischenbildberechnung stehen und für die die kleinen Modelle von JVC somit nicht mehr in Frage kommen. Für alle Kino-Enthusiasten jedoch, die eine saubere und nahezu judderfreie Bewegungswiedergabe mit hoher Schärfe – ohne störende Artefakte, Nachzieheffekte oder Kantenzittern – bevorzugen, werden hier praktisch perfekt bedient. Wir waren komplett überzeugt. Sowohl die Wellenbewegungen des Wassers, die Drehbewegung, als das Wal-ähnliche Tier von dem Harpunen-artigen Geschoss befreit wird, der eher langsame Kameraschwenk unter Wasser – der DLA-NZ500 liefert eine enorm stabile und ruhige, kino-gerechte Darstellung. Natürlich wird hier nicht gezaubert. 24p bleibt 24p und bei langgezogenen Panorama-Schwenks oder besonders schnellen Bewegungen sind die typischen negativen Auswirkungen der geringen Bildwiederholrate, wenn auch in geringem Maße, für anfällige Gemüter sichtbar. Hier muss man aber wirklich sensibel dafür sein, um wirklich von störenden Kriterien zu sprechen.
Hinzu kommt, dass der Hersteller auch bei den übrigen wichtigen Bildparametern nicht zuviel versprochen hat. Eine außerordentlich detaillierte Abbildung und enorme Schärfe wird bis in die äußeren Bereiche geboten. Die Farben sind exzellent nuanciert, die fein unterschiedlichen Blautöne und Nuancen kommen klar heraus, Banding sehen wir nicht. Ein weiterer Faktor, der besonders auffällt, ist die nahezu greifbar plastische Wirkung des Bildes. Beinahe dreidimensional wirkt das Bild mit beeindruckender Tiefenstaffelung und solider Struktur auch in den hinteren Bildbereichen.
Bei der Helligkeit ist die Steigerung gegenüber dem Vorgänger eklatant. Auf der breiten Kino-Leinwand in Frankfurt werden helle Effekte strahlend abgebildet. Insbesondere in dunklen Szenen mit vielen hellen Elementen spielt der DLA-NZ500 sein volles Potential in dieser Beziehung aus. Leuchtend hell grüne Blätter vor dunklem Hintergrund werden sauber herausgearbeitet und auch bei der Szene in der Nacht unter dem Sternenhimmel wird ein tadelloser Kontrast geboten. Zumal die Abgrenzung von sehr hellen Elementen in benachbarte dunkle Bereiche spürbar verbessert wurde und nun sehr klar erfolgt. In dunklen Regionen arbeitet der JVC ebenso viele Details heraus, was sich auch in den folgenden Bildbeispielen bestätigen wird.
Wir bleiben beim DLA-NZ500, wechseln aber zu Gemini Man mit einer Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde. Will Smith rennt und schießt hier in urbaner Umgebung mit zahlreichen Autos und bunten Häusern. Das Color-Grading ist hier etwas gewöhnungsbedürftig, wofür der Projektor allerdings nichts kann. Dieser liefert ein farbintensives, helles Bild mit herausragender Schärfe. Ein ganz leichtes Nachziehen der Kanten bei besonders schnellen Bewegungen des Hauptdarstellers fällt uns hier auf. Die Detaillierung ist wieder tadellos. Die heruntergekommene Treppe und die abgenutzten Mauern wirken sehr authentisch und auch in der Nahaufnahme überzeugt die Darstellung von Smith’s Gesicht mit einzelnen Poren und glänzenden Schweißperlen auf der Stirn. Auch hier, besonders spürbar bei der Verfolgungsjagd in der Stadt, ist die ausgeprägte Plastizität und Tiefenstaffelung zu loben. Schon der NZ500 ist hier deutlich über dem Niveau des Vorgängermodells und bietet, wie auch bei der 24p-Sequenz von Avatar 2, ein wahrlich greifbar dynamisches Bild.

Die beiden JVC-Modelle waren im vorderen Drittel des Kinoraums platziert, hier bereits abgebaut
Wir wechseln auf den DLA-NZ700 und schauen uns Gran Turismo in 24p an. Hier werden an das Modell ohne Frame-Interpolation besonders hohe Anforderungen gestellt. Tatsächlich aber fühlt sich der Inhalt mit schwierigen Szenen auf dem Dubai Motodrome nochmals geringfügig stabiler an als vorhin bei Avatar 2. Sonst ist der NZ700 hier bei den hellen Aufnahmen nahe am NZ500, der uns in den ersten Sequenzen wirklich immens beeindruckt hat. Ein tadelloser Film-Look mit sehr natürlicher Farbgebung und hoher Detailschärfe wird geboten. Trotz der stellenweise sehr wackeligen Kamera kann man an den Helmen der Fahrer noch viele Einzelheiten erkennen. Es ist insgesamt erstaunlich, wie ruhig und stabil und dadurch sehr angenehm das Sehen mit dem JVC-Projektor ist. Trotz der rasanten Fahrt mit vielen verschiedenen Szenen und Einstellungen, bei denen sich auch die Kameraqualität häufiger ändert, ist das Bild völlig unanstrengend und wird vom typischen 24p-Judder kaum negativ beeinflusst. Zwischendurch gibt es eine kurze Pause vom Rennen mit einer Panorama-Aufnahme, bei der die Rennstrecke, die Zuschauertribüne, Gebäude im Hintergrund und ein klarer Himmel mit Sonnenschein sichtbar sind. Hier verdeutlicht der NZ700 nochmals seine Kontraststärke und eine saubere Strukturierung der einzelnen Bildebenen. Hier zeigt sich auch ein Vorteil gegenüber dem NZ500. Das größere Modell zeichnet vor allem in den hinteren Bereichen noch etwas feiner durch und wirkt bei einzelnen Highlights, zumindest subjektiv, etwas leuchtstärker.
Auch mit dem NZ700 betrachten wir Gemini Man in 60p, allerdings wird hier eine dunkle Nachtszene vorgeführt. Auch im dunklen Auto werden viele Details herausgearbeitet. Die beiden Hauptprotagonisten sind mit vielen Feinheiten im Gesicht versehen, aber auch an den beiden Personen auf den hinteren Sitzen werden noch Einzelheiten herausgearbeitet. Als Clay einen Anschlag auf den Van mit den vier Insassen verübt, wird die Struktur auf der schwarzen Lederjacke, trotz sonst auch sehr dunklen Bildes, gut sichtbar. Es folgen einige Szenen, in der immer wieder helle Effekte und Elemente im Bild mit benachbarten dunklen Bereichen sichtbar sind. Zum Beispiel eine Ampel, verschiedene beleuchtete Werbeschilder an der Straße, beides vor schwarzem Nachthimmel. Die Highlights erstrahlen hell, haben aber lediglich minimale Auswirkungen auf die dunklen Bereiche in nächster Nähe. Kurz haben wir hier mit NZ500 und NZ900 verglichen und zu unserem Erstaunen liegen hier alle Geräte unerwartet nahe beieinander. Selbst der NZ900 muss hier all sein Potential abrufen und hebt sich, selbst bei Kontrast und Detaillierung, nur nuanciert von den günstigen Modellen ab. Es gibt sicher Sequenzen, in denen die teuren Geräte ihre Stärken deutlicher ausspielen, für preisbewusste Käufer lohnt sich aber ein Vergleich in jedem Fall.
Das letzte Beispiel ist beinahe ein Klassiker. Top Gun: Maverick (24p-Wiedergabe) kommt zum Zug. Zunächst ist der NZ900 dran, Frame Interpolation auf „Low“. Wer den 900er schon kennt, weiß, wie flüssig und angenehm damit die Bewegungswiedergabe realisiert wird, gleichzeitig aber ein absolut authentischer Film-Look erhalten bleibt. Beeindruckende Detailschärfe an den Gesichtern der Protagonisten sind hier zu nennen und trotz der schnellen und unmittelbaren Bewegungen der Flugzeuge werden die Kanten scharf abgebildet.
Hier fällt der Unterschied zum neuen NZ500 dann doch etwas deutlicher aus. Das Bild ist nicht ganz so knackig scharf und nicht ganz so dreidimensional plastisch wie beim Topmodell. Trotzdem, und da waren wir auf der JVC-Veranstaltung mit unserer Meinung nicht alleine, wird hier eine Bildperformance geboten, die zu den besten in dieser Preisklasse zählt. Es fällt uns schwer, ein Gerät unter 10.000 Euro zu nennen, mit dem wir diesen Film in besserer Qualität gesehen haben. Die Kanten- und Detailschärfe ist beeindruckend, der ausgezeichnete Kontrast sorgt für eine plastische Abbildung mit toller Tiefenstaffelung und auch in der dunklen Einsatzzentrale werden Feinheiten herausgeholt. Geringes Rauschen und eine natürliche Farbgebung kann der DLA-NZ500 ebenfalls verbuchen. Und natürlich ganz wichtig: Die hohe 24p-Stabilität. Gegenüber dem NZ900 mit C.M.D. auf „Low“ wird der sensible Zuschauer Unterschiede erkennen. Die native 24p-Darstellung aber gelingt dem kleinsten JVC-Modell in exzellenter Manier. Kein Zittern bei den flinken Flugmanövern, kein störendes Ruckeln. Stabiles, angenehmes, Kino-gerechtes Sehen ohne Anstrengung und ohne Artefakte ist das Ergebnis. Wir wollen damit die Abwesenheit der FI-Technologie keinesfalls entschuldigen. Wir sind uns sicher, dass der ein oder andere Kunde daraus Konsequenzen ziehen wird. Wir schlagen aber allen Kritikern vor, sich die Geräte einmal live in der Praxis anzusehen.
- Auf der letzten Seite schließen wir mit einem ersten Fazit zu den neuen JVC DLA-NZ500 und DLA-NZ700 4K-Projektoren und dazu gibt es noch weitere Detailbilder beider Geräte
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Tags: 4K-Projektor • JVC • Projektoren






