XXL-SPECIAL: Die neuen JVC D-ILA 4K-Projektoren DLA-NZ700 und DLA-NZ500 - Alle Daten und erste Bildeindrücke

Erst vor kurzem hat JVC, nach der Einführung der größeren Modelle DLA-NZ800 und DLA-NZ900 im Frühjahr (wir berichteten in einem ausführlichen Special hier!), die beiden kleineren D-ILA-Projektoren DLA-NZ700 und DLA-NZ500 vorgestellt. Beide Geräte kommen in einem eleganten neuen Design daher, welches allem voran durch dessen kompakte Abmessungen besticht. Sowohl der DLA-NZ700 als auch der DLA-NZ500 weisen geringere Dimensionen auf als die Vorgänger DLA-NP7 und DLA-NP5.
Überarbeitet und verfeinert wurde, vertraut man dem Hersteller, praktisch alles. Von der Optik und Linse bis hin zum PCB waren hoher Entwicklungsaufwand und eine umfassende Optimierung nötig. Darüber wundert man sich kaum, wenn man die beiden 4K-Projektoren aus nächster Nähe betrachtet. Im Vergleich zu den bisherigen Modellen sind sie wirklich deutlich kleiner und somit auch einfacher zu handhaben und zu installieren. Um satte 35% konnte das Gehäusevolumen, bezogen auf den DLA-NZ7, reduziert werden. Damit einher geht auch die grundsätzliche Einsparung von Plastik bei der Konstruktion, was sich natürlich ebenso positiv auf das wichtige Thema Nachhaltigkeit auswirkt, wie geringere Transportkosten und weniger Verpackungsmaterial. Die präzisen Abmessungen lauten bei beiden Komponenten: 450 x 181 x 479 mm (BxHxT).
Bei den Features hingegen, sagt JVC, soll allerdings kaum eingespart worden sein. Die Diskussion bzgl. der fehlenden Frame-Interpolationstechnologie Clear Motion Drive (C.M.D.) ging natürlich auch an uns nicht vorbei. Allerdings sind wir zum einen ohnehin Fans einer nativen Wiedergabe und zum anderen sind wir der Meinung, dass man die Geräte nicht vorverurteilen sollte, bevor man sich nicht selbst einen Eindruck davon verschaffen konnte. Natürlich wirft das Fehlen einer Funktion, die bisher im identischen Preisrahmen vorhanden war, zunächst einmal Fragen auf und ist für Anwender, denen dieses Feature besonders wichtig ist, sehr unschön. Es war allerdings, so JVC, in dieser Generation schlichtweg nicht mit den anderen Überarbeitungen und Optimierungen vereinbar. Und diese wurden von den japanischen Ingenieuren als wichtiger und für den Kunden als vorteilhafter empfunden als die Integration der FI-Technologie. Zumal durch die Neugestaltung des gesamten Optik-Blocks samt Linse und Chips eklatante Verbesserungen im Bereich der Bewegungswiedergabe und 24p-Stabilität, aber auch der Bildschärfe, Tiefenstaffelung und Bilddynamik erreicht wurden. Das werden wir uns später in der Praxis natürlich genau ansehen.

JVC DLA-NZ500 (Weiß) oben, JVC DLA-NZ700 unten
Nicht nur einen Blick auf das Gehäuse, sondern auch auf die visuellen Qualitäten der Neuzugänge im exklusiven Sortiment konnten wir nämlich am 18. September in Frankfurt werfen. JVC lud hier zu einem interessanten Workshop, in dem wir die Neuheiten genau unter die Lupe nehmen konnten. Der Rahmen wurde passend gewählt und so konnten sowohl der ganz kleine als auch der nächstgrößere D-ILA 4K-Projektor im JVC-Portfolio auf einer über 3m breiten Leinwand im Programm-Kino „Orfeo’s Erben“ in der Hamburger Allee ihr Potential gänzlich ausschöpfen.
Auch der größere NZ900 kam nochmal zum Zug, um die Vorteile der luxuriöseren Geräte zu verdeutlichen, vorrangig ging es aber natürlich um die erst im September vorgestellten „Einstiegs“-Modelle. Einstieg steht hier bewusst in Anführungsstrichen, denn hier muss man den Kontext beachten. Lediglich innerhalb des JVC-Sortiments kann selbst der DLA-NZ500 als Einsteiger gelten. Das verrät bereits der Preis von stattlichen 5.999 Euro. Aber auch wer einem Blick in die technischen Daten wirft oder natürlich den Vorgänger kennt, der weiß, dass es sich hier nicht um Einsteigsgeräte handelt, sondern um äußerst leistungsfähige Bildwerfer mit nativer 4K-Auflösung, aufwändiger Konstruktion und, dies ganz besonders, innovativer, performanter Technologie.
Bevor wir uns den Eindrücken zur Bildqualität in der Praxis widmen, wollen wir daher die technischen Vorzüge der Modelle beleuchten.

Seitlich schräger Blick auf die neuen Projektoren - daneben der deutlich größere Vorgänger
Wie bereits erwähnt ist der kompaktere Formfaktor ein wichtiges Kriterium bei den beiden neuen Modellen. Eine einfachere Integration in jede Umgebung ist hier das Ziel. Das ist natürlich auch der Grund, weshalb JVC den DLA-NZ500 auch in einer weißen Variante anbietet. Für uns besonders wichtig sind aber die inneren Werte der neuen Projektoren. Zunächst einmal sind beide Geräte mit JVCs BLU-Escent-Laserlichtquelle (165W) ausgestattet. Der JVC DLA-NZ500 erreicht damit 2.000 Lumen und der JVC DLA-NZ700 erreicht 2.300 Lumen.
Die mit Abstand wichtigste und aufwändigste Verbesserung ist die neue optische Einheit, die beide Modelle mitbringen. Der 80mm große Optik-Block umfasst auch eine komplett neue Linsenkonstruktion. Hier sind insgesamt 15 Linsen verbaut, bei 14 davon handelt es sich um Echtglas, eine Linse besteht aus hochvergütetem Kunstharz. Die Optik ist weiterhin vollständig motorisiert, fünf Speicherplätze ermöglichen das Abspeichern sämtlicher Installationsparameter. 1,6x Zoom und Lens Shift (Vertikal +/- 70%, Horizontal +/- 28%) und eine Bilddiagonale von 150 – 500cm sind möglich.
Darüber hinaus wurde der Fertigungsprozess der LCD-Panels optimiert, was eine homogenere Abbildung bis in jede Ecke ermöglichen soll. Weitere Streulichtoptimierungen sowie eine präzisere Kontrolle der einzelnen Liquid Crystal-Moleküle ermöglichen, zusammen mit der neuen Optik, höheren Kontrast, höchste Detailauflösung und intensive Farben. Für die Bewegungswiedergabe sind insbesondere eine optimierte Ansteuerung und grundsätzlich reaktionsschnellere Treiber verantwortlich. Blitzschnelle Reaktionszeiten der Chips und Panels sind die Folge, um eine möglichst judderfreie 24p-Darstellung zu bieten. Hier sollte man definitiv erst die Geräte vergleichen, bevor man die Abwesenheit von FI gänzlich verurteilt.

Frontansicht beider Geräte

Blick auf die Rückseite
Die von JVC betitelten „weltweit kleinsten nativen 4K-Heimkino-Projektoren“ sind beide mit 3x 0,69“ großen D-ILA Panels mit nativer 4K-Auflösung (4.096 x 2.160 Pixel) ausgestattet. Beim NZ700 kommt hier die neueste 4K D-ILA-Generation (Gen3) zum Einsatz. Daher erreicht dieser auch einen Kontrastwert von 80.000:1 und damit einen 1,5x besseren Kontrast gegenüber der zweiten Generation. Im günstigeren DLA-NZ500 steckt noch die zweite Panel-Generation, in Verbindung mit der identischen, neuen Optik erreicht aber auch der NZ500 eine deutlich optimierte Darstellung. Das Kontrastverhältnis liegt hier bei 40.000:1.
Zwei HDMI-Slots sind integriert (4K60p/32 Gbps/HDCP 2.3). Außerdem gibt es eine Ethernet-Schnittstelle und einen USB-Slot. Dieser steht zum einen für Software-Updates zur Verfügung, zum anderen kann man Installations- und Kalibrierungsdaten extern abspeichern. Der NZ700 bildet sRGB zu 100% und DCI-P3 zu 98% ab. Beim NZ500 nennt JVC lediglich sRGB 100%. Der theoretisch mögliche Abbildungsbereich von DCI-P3 liegt somit beim kleinsten Modell bei rund 91%. Wenn wir schon bei den „negativen“ Aspekten sind: Wie erwähnt, beide bieten keine Frame-Interpolation und auch 1080i-Signale können nicht verarbeitet werden.
Durch die neue Gehäusekonstruktion hat sich auch die Luftführung im Gerät verändert. Während die Vorgänger die kalte Luft von hinten einsaugten und nach vorne hinaustransportierten, wird bei den neuen Modellen die kalte Luft vorne angesaugt und nach hinten hinausgepustet. JVC sieht hier einen Vorteil im Bereich einer einfacheren Installation und geringeren Lüftergeräuschen, was wir allerdings im Rahmen dieser Veranstaltung noch nicht prüfen konnten.
Die Menüstruktur wurde etwas optimiert und so sind nun alle Optionen in drei große Oberpunkte gegliedert. Dabei handelt es sich um „Picture Settings“, „HDMI Settings“ und „Installation Settings“, wovon sich der Hersteller mehr Übersicht und ein intuitiveres Handling verspricht. JVC Auto-Calibration werden die Neuzugänge wieder unterstützen und auch die bekannten Screen Tables für spezifische Leinwände sind wieder an Bord. Auch der ISF C3 Modus wird unterstützt.

Die neuen D-ILA Modelle von der Seite
Dass Gen2 Frame Adapt HDR mit dynamischer Farb- und Tonwertanpassung wieder an Bord ist, ist keine Überraschung. In Echtzeit wird hier jedes Einzelbild des HDR10-Inhalts auf seine maximale Helligkeit hin analysiert und der Dynamikbereich und die Farbdarstellung angepasst. In Zusammenarbeit mit der Deep Black Tone Control, DML (Display Mastering Luminance – passt den Dynamikbereich für eine bessere HDR-Darstellung an) oder dem Filmmaker Mode wird hier das Optimum aus dem HDR-Stream herausgeholt.
Deep Black Tone Control verhilft auf Wunsch zur optimalen Schwarzwert-Darstellung in dunklen Bereichen. JVC senkt hier in den dunkelsten Regionen des Bildes (weniger als 2% Helligkeit) die Tonwertkurve geringfügig ab. Diese Bereiche sind ohnehin derart dunkel, dass hier nur in den wenigsten aller Fälle überhaupt irgendwelche Informationen verborgen sind. Dafür erhält man optimierten Kontrast und eine gesteigerte Plastizität des gesamten Bildes.
Außerdem hat JVC bei beiden Modellen den „Vivid“-Bildmodus integriert. Hier können SDR-Inhalte mit mehr Farbsättigung und Farbdynamik wiedergegeben werden. Hier ist nicht zwingend die vielleicht authentischste Abbildung im Fokus, dafür aber eine knackige Farbdarstellung, die sich sehr gut für Animationsfilme oder auch Videospiele im SDR-Format eignen soll.
Doch genug der technischen Daten und der Theorie, sehen wir uns die beiden neuen JVC-Projektoren in der Praxis an. Es folgen Bildeindrücke verschiedener Sequenzen mit 24p und 60 Bildern pro Sekunde auf einer akustisch transparenten Leinwand (weiß, Gain 1.0 bzw. knapp unter 1).
- Auf der nächsten Seite schildern wir unsere Bildeindrücke in der Praxis
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