XXL-SPECIAL: Buchardt Audio SUB10 - aktiver Hochleistungs-Baslautsprecher für Anspruchsvolle

Integrierte Raumkorrektur

Weiteres Kennzeichen ist auch eine hochentwickelte Raumkorrektur, die sich in der Praxis als äußerst nützlich erweisen wird - denn nirgendwo schlagen Probleme der Raumakustik so  unschön durch wie bei der Basswiedergabe: Raummoden, Bass-Dröhnen und Auslöschungseffekte wären hier als wenig begeisternde Nebenwirkungen zu nennen. In aktive Subwoofer integrierte Raumkorrekturen sind nichts Neues, aber oftmals arbeiten diese nicht optimal und lösen entweder die zugrunde liegenden Probleme nicht oder aber es entstehen neue Hürden. Anders bei Buchardt Audio, hier werden Raummoden kompromisslos bekämpft, und zugleich schleichen sich keine neuen akustischen Nachteile ein.

Kontinuierliche Schallfeldabtastung, CSS

Wie funktioniert die Buchardt Audio-Raumoptimierung im Detail? Sie berücksichtigt alle oben genannten Effekte bei der Kalibrierung. Wenn der Anwender mit dem Mikrofon durch den Raum geht und dabei alle Positionen im Raum abdeckt, kann vom System jede einzelne Raummode identifiziert und präzise berechnet werden, um eine effektive Bekämpfung sicherzustellen. Buchardt Audio kann den durch die Lautsprecherpositionierung verursachten Randeffekt und die durch den Rand verursachten Störungen identifizieren. Buchardt Audio bezeichnet diese Methode als "Continuous Soundfield Sampling" (CSS). Der Vorteil dieser Methode ist, dass man mehr Daten zur Verfügung hat als in dem Fall, in dem nur diskrete Punktmessungen durchgeführt werden. Bei diskreten Punkten weiß man nicht, ob man sich in einem Minimum oder Maximum einer Raummode befindet - und das Risiko, auf dieser Grundlage falsche Korrekturen vorzunehmen, ist hoch.

Korrekturen nur dort, wo sie sinnvoll sind

Da sich die Raumakustik nur bei Frequenzen unterhalb der sogenannten "Schröderfrequenz" (die Schallwellen dieser Frequenzen breiten sich nach einem anderen Muster aus als diejenigen oberhalb der Schröderfrequenz) auswirkt, korrigiert unsere Kompensation nur Frequenzen unterhalb dieser Frequenz. Buchardt Audio erfasst jedoch Daten bis hinauf zum Hochtonbereich. Diese Daten werden verwendet, um die niederfrequente Ausgabe mit der hochfrequenten Ausgabe abzugleichen, im Sinne bestmöglicher akustischer Homogenität. Da die Korrekturen bei den niedrigen Frequenzen recht signifikant sind, kann es manchmal schwierig sein, zu erkennen, wo die "natürliche" Reaktion des Lautsprechers liegt - deshalb verwendet Buchardt Audio den Hochfrequenzteil, um die beiden Bänder perfekt aufeinander abzustimmen.

Die Implementierung der Korrektur

Die Mathematik und die Analysewerkzeuge, die zur Analyse der CSS-Daten verwendet werden, sind äußerst umfangreich. Aber die CPU eines Smartphones (bisher nur iPhones) wird diese Aufgabe für Buchardt Audio erledigen. Buchardt Audio hat zahlreiche Stunden damit verbracht, die Programmierung so zu optimieren, dass die Optimierungen von einem Smartphone in nur wenigen Sekunden berechnet werden können. Dies verdankt Buchardt Audio einer Menge kreativen Denkens und umfangreicher Forschung darüber, wie ein IIR-Filter berechnet werden kann und wie sichergestellt werden kann, dass er stabil ist - und trotzdem perfekt zum angestrebten Ziel-Raum-EQ-Verhalten passt. Nach der Berechnung durch die Telefon-CPU können die Daten an jeden DSP übertragen und ohne zusätzliche Systemlatenz ausgeführt werden.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Um die Raumkorrektur durchzuführen, benötigt der Anwender das spezielle Zen-Mikrofon oder entsprechend kalibrierte iPhones, d. h. die Modelle 6S bis 15. Die Raumkalibrierung ist nur einmal auszuführen. Das heißt, man muss selbst nicht zwingend ein iPhone besitzen. Solange es einen Freund oder ein Familienmitglied gibt, das ein iPhone (6S - 15) verwendet, reicht dies völlig aus. Nur, wenn sich die Aufstellung des aktiven Subwoofers ändert, muss erneut eingemessen werden. Nochmals: Nur iPhones (6S - 15) und Zen-Mikrofone sind für das System kalibriert, nicht iPads oder Android-Telefone! Hinweis: Mit dem Zen kann man sowohl iOS als auch Android verwenden.

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Die Raumkorrektur wurde für jedes iPhone-Modell seit dem iPhone 6S bis zum iPhone 15 kalibriert. Buchardt Audio hat sich bewusst für iPhones entschieden, weil Apples Smartphones bei den Mikrofonen eine sehr geringe Toleranz aufweisen. Das bedeutet, dass Buchardt Audio trotz den eigentlich eher einfachen Mikrofonen in den iPhones darauf vertrauen kann, dass sie die für die Messung benötigten Daten innerhalb einer sehr akzeptablen Toleranz für niedrige Frequenzen liefern. Um das Rauschen dieser Mikrofone zu umgehen, nimmt Buchardt Audio in der einen Minute, die der Messvorgang dauert, Tausende von Messungen auf. Mit dem neu erschienenen Zen-Mikrofon erhält man eine etwas bessere Auflösung der Messungen, insbesondere unterhalb von 40 Hz.

Um loszulegen, lädt man die Buchardt App aus dem App Store herunter. Wenn dann die Raumkorrektur über die Buchardt App gestartet wird, hört man den Subwoofer ein rosa Rauschen darstellen, und man sieht einen Countdown von 60 Sekunden. Während dieses Countdowns geht man mit dem Zen oder iPhone umher und solte versuchen, mit großen kreisförmigen Bewegungen so viel Raumluft wie möglich einzufangen, aber nicht näher als etwa circa 1 Meter (40") vom Subwoofer entfernt.

Wenn die Zeit abgelaufen ist, wird dem Anwender der Frequenzgang des jeweiligen Raumes angezeigt, damit man eine Vorstellung davon bekommt, wo die Raummoden innerhalb des Frequenzbandes zu finden sind. Das Smartphone nutzt dann die Prozessorleistung, um alle gesammelten Daten zusammenzustellen und den perfekten Bassfilter zu berechnen. Dieser ist direkt auf den Raum und die Aufstellung der Lautsprecher zugeschnitten. Man kann nach Abschluss des Vorgangs zwischen "korrigiert" und "unkorrigiert" umschalten und den Unterschied sofort hören.

Automatische ISO 226:2003 Kompensation = Low Level Enhancement - LLE

Ein weiteres Feature ist das "Low Level Enhancement", das die Leistung des Lautsprechers bei niedrigen Hörpegeln optimiert, um das menschliche nichtlineare Gehör zu kompensieren. Man kann die Intensität dieses Effekts mit einem Schieberegler in den App-Einstellungen aktivieren und nach Belieben anpassen.

Es ist hinlänglich bekannt und empirisch dokumentiert, dass die wahrgenommene Klangbalance von der Lautstärke abhängt, mit der der Ton wiedergegeben wird. Das beste Beispiel dafür ist, dass bei herkömmlichen Lautsprechern bei leiseren Lautstärken kaum Bässe und Höhen wahrgenommen werden, während bei lauteren Lautstärken die Bässe und Höhen deutlich, manchmal überpräsent, zu hören sind. Dieser Effekt ist hauptsächlich im Bassbereich zu finden und kann über den DSP-Prozessor des Subs eingestellt werden.

Der LLE ist so konzipiert, dass er nur bei leisem Musikhören aktiv ist, aber die Intensität dieses Effekts kann je nach Einstellung des Schiebereglers beliebig eingestellt werden. Buchardt Audio rät dazu, den Effekt so gut wie möglich an die Empfindlichkeit der Lautsprecher anzupassen. Der LLE-Effekt würde allmählich mehr Bässe anheben und dann die Lautstärke verringern. Die optimale Einstellung wäre, dass es ab etwa 70 dB keinen Effekt mehr gibt. Das Endergebnis sollte eine Klangwiedergabe sein, die voll und akustisch komplett klingt, selbst bei geringer Lautstärke, bei der man normalerweise Informationen im Bassbereich vermissen würde.

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Lossless Advanced Equalizer

Da der SUB10 über einen eingebauten DSP verfügt, kann Buchardt Audio über die App Zugang zu einem erweiterten Equalizer offerieren. Hier kann man die Leistung und den Frequenzgang des Subwoofers vollständig nach den eigenen Wünschen anpassen - und zwar komplett. Die Entzerrung findet im digitalen Bereich statt, demnach vor einer digital-analogen Wandlung. So wird sichergestellt, dass nichts durch minderwertige Klangregler oder analoge Equalizer verloren geht, was die meisten Audiophilen aus verständlichen Gründen strikt ablehnen.

App-basierte Steuerung

Die Buchardt-App, die für iOS und Android verfügbar ist, ist ein leistungsstarkes Tool mit einer Vielzahl von Funktionen wie Raumkorrektur, erweitertem manuellem EQ, LLE-Schieberegler und einem Subwoofer-Integrationstool.

Die Integration eines Subwoofers in einn HiFi- oder Mehrkanal-System war schon immer nicht einfach und verlief oftmals nicht reibungslos. Die übliche Phaseneinstellung reicht selten aus, um einen aktiven Bass richtig zu integrieren. Neben den standardmäßigen variablen Phasen- und Tiefpasseinstellungen gibt es auch eine Entfernungseinstellung, die die Verzögerung steuert und dem Anwender das Leben viel einfacher macht, weil man alles einstellen kann. Auch die Raumkorrektur ist eine gute Funktion, um die Phaseneinstellungen zu kontrollieren.

Zahlreiche Mastertunings

Das ist in der Branche einmalig, verspricht Buchardt Audio. Mit der Flexibilität eines solch leistungsstarken DSP hat man die vollständige Kontrolle darüber, wie der Subwoofer agieren soll. Das bedeutet, dass Buchardt Audio herunterladbare Mastertunings zur Verfügung stellt, um für nahezu jeden praktischen Use Case gerüstet zu sein. Das kennen Liebhaber der Marke Buchardt Audio auch schon von den Vollbereichs-Aktivlautsprechern A500 und A700.

Was bedeutet das genau?

Das serienmäßige Mastertuning des Subwoofers ist eine gute Allround-Auslegung, bei dem Buchardt Audio eine wirklich tiefe Basswiedergabe in Kombination mit der Fähigkeit, ziemlich laut zu spielen, angestrebt hat. Der Hersteller vertritt die Meinung, dass der Anwender damit einen sehr vielseitigen Subwoofer erhalten, der unter den meisten Umständen exzellent klingt.

Aber was ist, wenn die Bedürfnisse des Anwenders nicht dem Standard entsprechen und demnach anders sind? Was ist, wenn man selten laut hört und nur Wert auf einen maximalen Tiefgang legt? Was ist, wenn man einen Subwoofer sucht, bei dem der maximale Tiefgang nicht wichtig ist, dafür aber ein maximal hoher Schalldruck? Buchardt Audio ist bemüht, mit der Mastertunings-Auswahl, die sich im Laufe der Zeit auch weiterentwickelt, alle Bedürfnisse abzudecken.

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XLR oder WiSA®-Wireless

Verwenden kann man den aktiven Subwoofer kabelgebunden mit dem bestehenden Setup oder mit jedem WiSA-Sender über alle WiSA-zertifizierten Lautsprecher, wie z. B. die bereits erwähnten Buchardt Audio-Aktivlautsprecher!

Wird er mit Buchardt Audio-Aktivlautsprechern - entweder mit dem Platin-Hub oder dem Primare SC15 MKII  - gekoppelt, kann man bis zu 14 Subwoofer mit den Hauptlautsprechern verbinden. Das ist vielleicht ein bisschen verrückt, zeigt aber eindrucksvoll die Möglichkeiten auf. 

Zum Abschluss die technischen Daten:

Buchardt Audio Sub10 Rueckseite Detail

Anschlusssektion

  • Lautsprecher - Typ: 10" Aktivsubwoofer, geschlossen
  • Verstärker: Hypex 400W RMS, 1200W Peak Class-D
  • DSP-Einstellungsmöglichkeiten: App-basierte Einstellung von Delay, Raumkorrektur, etc.
  • Tieftöner: 1 x 250mm Langhub-Chassis
  • Frequenzgang (+/- 1dB):20 - 300 Hz
  • Wireless: WiSa 24 bit/96kHz lossless
  • Analog-Eingänge: 2 x XLR/Cinch
  • Satelliten-Ausgänge (Analog): 2 x XLR/Cinch
  • Einstellungsmöglichkeiten: Lautstärke, Phase, Lowpass 40 - 150 Hz, Flat bis 1.000 Hz
  • Abdeckung: magnetisch, schwarz
  • Stromversorgung: 230 V AC
  • Abmessungen (B x H x T): 320 x 490 x 160 mm
  • Gewicht: 14,0 kg
  • Herstellergarantie: Chassis: 5 Jahre; Elektronik: 2 Jahre
  • Einspielzeit: 50 - 100 Stunden
Fazit

Buchardt Audio Sub10 Weiss

Wir sind schon sehr gespannt auf unseren Test des Buchardt Audio SUB10. Denn das, was in diesem ausführlichen Special steht, könnte dafür sorgen, dass in der Preisklasse, in der besagter aktiver Subwoofer zu finden ist, eine neue Messlatte entstehen könnte. Warten wir also den Juni 2024 ab.

Special: Carsten Rampacher
Redaktion: Philipp Kind
Fotos: Buchardt Audio/HiFi Pilot
Datum: 26. Januar 2024

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