TEST: Zweiwege-Lautsprecher ELAC Elegant BS312.2 - ultrakompakte Akustik-Artisten mit Premium-Treibern

Der ELAC Elegant BS312.2 Regallautsprecher sind extrem kompakt, extrem hochwertig, mit besten Komponenten wie zum Beispiel dem JET 6 Bändchen-Hochtöner bestückt und dabei preislich angenehm zurückhaltend: 899 EUR pro Stück ergeben einen Paarpreis von 1.798 EUR.
ELAC schlägt mit dem Elegant BS312.2 das nächste Kapitel eines Produktes auf, das beinahe so fest zu ELAC gehört wie die Firmenzentrale in der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins. Zudem ist diese Baureihe außergewöhnlich beliebt bei den Kunden und brachte viele HiFi-Fans zur Marke ELAC. Der aktuelle Elegant BS312.2 Schallwandler repräsentiert einen neuen Höhepunkt in einer 30-jährigen Modellhistorie und bringt im kleinen Format alles mit, wofür ELAC steht: Eine edle Optik, ein kultivierter Klang und eine Verarbeitungs- und Materialqualität, die bis ins Detail keine Wünsche offenlässt. Und das alles in Kombination mit äußerst kompakten Abmessungen.

JET 6 Hochtöner
Bei den Chassis kommt hochwertiges Material zum Einsatz: Im Hochtonbereich arbeitet der JET 6-Hochtöner. Bei diesem Bändchen-Treiber findet das innovative Prinzip der ungleichen bewegten Massen Anwendung. Störende, durch Resonanzen bedingte Effekte werden so auf das mögliche Minimum herabsetzt, was die Qualität der akustischen Präsentation deutlich steigert. Darüber hinaus setzt die für die aktuelle JET-Generation zur Serienreife gebrachte, charakteristische Geometrie der Frontplatte in dem Bereich an, in dem die Fähigkeiten des menschlichen Ohres zur Wahrnehmung diskreter Frequenzen in den Grenzbereich geraten. Akustische Signale im Hörbereich mit maximaler Präzision und feiner Auflösung zu präsentieren, ist die Mission des JET 6. Das ihm eigene Merkmal des Hochtöners, einen bis in den Ultraschallbereich linearen Amplitudengang aufzuweisen, ist die Basis, um dieses Ziel realisieren zu können.

AS-XR-Membran
Als optimale Ergänzung zum JET 6 wird ein aufwändig überarbeitetes Tiefmitteltonchassis mit der pegelfesten, impulstreuen AS-XR-Membran inklusive der für ELACs Tief-/Mitteltonchassis typischen diamantartigen Oberflächenstruktur verwendet. Das kraftvolle Neodym-Magnetsystem versahen die Kieler Ingenieure mit einer größeren Schwingspule für eine weiter erhöhte maximale Belastbarkeit. Das gesamte Chassis wurde mithilfe komplexer Simulationen im Sinne einer hervorragenden Akustik effektiv optimiert.

Unibody-Gehäuse

Extrem hochwertige Fertigungs- und Materialqualität

Bassreflexrohr hinten

Hervorragendes Finish auch hinten

Lautsprecherkabelanschlüsse im Detail
Das Finish der ELAC Elegant BS312.2 ist insgesamt auf Referenzniveau. Das komplett aus Aluminium gefertigte Bassreflex-Gehäuse im Unibody-Stil (keine separate Schallwand) ist extrem resonanzarm - auch bei enormem Pegel tauchen kaum Gehäusegeräusche oder Vibrationen/Resonanzen auf. Die schallreflektierende Fläche hielten die ELAC-Experten so klein wie irgend möglich. Diese Maßnahme ermöglicht eine völlig freie akustische Ausbreitung in sämtliche Richtungen. Man merkt dies auch in den Testreihen sofort, denn das Klangbild löst sich überzeugend vom Lautsprecher. Ein erstaunlich räumliches, räumlich überraschend intensives akustisches Erlebnis kann mit dem kleinen Lautsprecher Realität werden - besonders bei Hörrraumgrößen zwischen knapp 15 und knapp 25 Quadratmetern.
Der Elegant BS312.2 gibt Frequenzen zwischen 42 Hz und 50 kHz wieder. Der Wirkungsgerad liegt bei 87 dB (2,83V/1m). ELAC rät zu Verstärkerleistungen von 50 bis 150 Watt pro Kanal. Wir geben den Tipp: Etwas mehr Power kann nicht schaden, mit kröftigen Verstärkern ab 80 soliden Watt pro Kanal kann der ELAC-Lautsprecher bestens angesteuert werden. Die Impedanz beträgt 4 Ohm, die Minimalimpdanz 3,4 Ohm (bei 280 Hz).
Der ELAC Elegant BS312.2 ist in den Gehäuseausführungen Schwarz Hochglanz und Weiß Hochglanz erhältlich. Die Ausführung Schwarz Hochglanz wird mit schwarzem Bespannrahmen und schwarzem Stoffbezug offeriert. Die Ausführung Hochglanz Weiß wird mit weißem Bespannrahmen und grauem Stoffbezug angeboten.
Klang
Generell war es bei jedem Stück, das wir angehört haben, schlichtweg sensationell, was die ultrakompakten Zweiwege-Lautsprecher akustisch angeboten haben: Mit Substanz, enormer Klarheit, feiner Detaillierung und exzellenter Homogenität werden auch gehobene Ansprüche gelassen erfüllt. Hier folgen nun unsere Höreindrücke im Detail.
Till Brönner & Yello, Till Tomorrow: Als erstaunlich empfinden wir es, wie gut das Volumen im Bassbereich ist, der zudem überaus präzise und straff abgestimmt ist. Tills Trompete breitet sich frei im Raum aus und der Klang löst sich sehr gut von den sehr kompakten Elegant BS312.2. Der JET 6 Hochtöner überzeugt mit seiner Brillanz und sauberer Impulstreue. Insgesamt entsteht ein nahtloses, in sich geschlossenes Klangbild mit beweglichem dynamischen Gefüge. Die enorme Impulstreue auch bei sehr kurzen Einzelimpulsen hat uns tief beeindruckt.
Jan Lundgren, Jukks Perko, Dan Berglund, Morten Lund: Potsdamer Platz: Wir notieren hier im Protokoll sehr saubere akustische Linien und ein sehr schwungvoll auftretendes Saxophon - wieder ist es der souveräne Umgang mit der dynamischen Signatur des Titels, die uns erstaunt. Die im Song enthaltenen Klavierpassagen werden hinsichtlich Temperatur und dem Tastenanschlag sehr authentisch dargestellt, auch das ist wirklich erstaunlich - und zwar aufgrund der Mini-Abmessungen und auch aufgrund der Preisklasse. Die Räumlichkeit ist gerade dann, wenn man nicht zu weit von den kleinen Boxen entfernt sitzt, überraschend stark ausgeprägt. Klar, sitzt man weiter entfernt, nimmt die Intensität der dargebotenen Räumlichkeit ab, aber für große Hörräume ist die Elegant BS312.2 auch nicht vorgesehen.
Time To Say Goodbye, Andrea und Matteo Bocelli, arrangiert von Hans Zimmer: Eine besonders schöne, aber von der Wiedergabe her durchaus diffizile Version des Klassikers. Die Streicher sind ungemein fein arrangiert und hervorragend durchhörbar. Die vokale Präsenz beider Bocellis wird äußerst glaubwürdig in den Hörraum getragen. Beeindruckend ist, wie akkurat der kleine Lautsprecher eine Vielzahl von instrumentalen Details aufbereitet. Die räumliche Wirkung ist höchst beachtlich. Insgesamt glaubt man auch hier wieder kaum Auge und Ohr - dass zwei so kleine Boxen ein so komplexes Musikstück beinahe in weiten Zügen ohne wirklich auffällige Einschränkungen darstellen können, ist schon verblüffend. Natürlich ist ein zusätzlicher aktiver Subwoofer gerade in Räumen über 25 Quadratmetern schon empfehlenswert, aber in kleineren Lokalitäten schlagen sich die Elegant BS312.2 im Bassbereich richtig gut.
Adele, Skyfall: Das Piano gleich zu Beginn wird sehr sensibel und exakt vorgebracht - Piano/Klavier liegt den kleinen ELAC Boxen definitiv. Als Adele dann zu singen beginnt, steht ihre Stimme frei im Raum und präsentiert sich als lebendig sowie feindynamisch ausgezeichnet durchmodelliert. Der Bassbereich erstaunt auch bei diesem Titel wurdet durch seine Präsenz. Bei diesem Test-Titel hat uns besonders beeindruckt, wie solide hier eine klare akustische Gesamtpräsenz herausgestellt wird, zugleich aber kommen dynamische Differenzen und klangliche Eigenschaften feinfühlig heraus und ordnen sich nicht einfach einer gleichmäßigen Klangkulisse unter.
Danny Elfman, Main Theme, Mission Impossible: Fundiert und mit einer enormen Impulstreue auch bei den dynamischen Sprüngen wird hier eine intensive, mitreißende Atmosphäre erzielt, und auch bei deutlich gehobenen Pegel agiert der Elegant BS312.2 noch sehr gelassen sowie nachdrücklich. Der Rhythmus wird stets impulstreu präsentiert, und die gebotene Räumlichkeit ist hinsichtlich Weite und Tiefe ausgezeichnet, gerade dann, wenn man die schon oft angesprochenen kleinen Abmessungen berücksichtigt.
Antonio Vivaldi, Vier Jahreszeiten, der Frühling, erstes Allegro: Wir lauschen einer sehr homogenen, sehr gefühlvollen Wiedergabe. Die Streicher glänzen auch hier wieder mit Feingefühl und Transparenz. Der JET6 Hochtöner sorgt für viel Brillanz und eine überragende Balance aus räumlicher Sicht, zudem driftet er auch bei gehobener Lautstärke nie ins Metallisch-Harsche ab. Meisterlich wird das komplexe Cembalo dargestellt, und die Dynamik beim Einsatz des Orchesters ist hervorragend.
Jonas Kaufmann singt „Nessun Dorma“ aus Puccinis Turandot: Ein ungemein weiter Dynamikumfang kann bei der Wiedergabe von Jonas‘ Stimme wahrgenommen werden, und auch kleine vokale Details gehen nicht unter. Schon wieder begeistern uns die filigran und klar auftretenden Streicher, aber auch der Chor im Hintergrund und die Orchestereinsätze erzeugen Gänsehaut und erfreuen durch enorme Präzision.
Phil Collins, I Wish It Would Rain Down, 2016er Remaster: Das Remaster ist wegen der sehr dominanten Höhen und oberen Mitten kritisch. Der Elegant BS312.2 zieht sich aber bestens aus der Affäre, auch wenn das etwas zu Metallische, Spitze schon hörbar ist. Aber zu schrill und unangenehm wird es auch bei höherer Lautstärke nicht. Phils Stimme wird exakt getroffen, und auch die Background-Sängerinnen und die Instrumente kommen mit der richtigen Gewichtung heraus.
Land Of Confusion, Disturbed: Hier muss man schon etwas mit dem Pegel aufpassen. Trotz ihrer tadellosen Pegelfestigkeit darf man nicht die kleine Bauform der Elegant vergessen. Den Song meistern die Kieler Boxen wirklich gut und schaffen es, dass E-Gitarre und Stimme sehr lebendig auftreten, aber trotzdem nicht zu harsch werden. Hier raten wir zu moderateren Pegeln und, wenn der Bassbereich zu wenig Nachdruck für den persönlichen Geschmack bieten sollte, zum Einsatz eines zusätzlichen aktiven Subwoofers. ELAC hat hier mit Varro ein hervorragendes eigenes Sortiment bezüglich aktiver Basslautsprecher.
Faithless, Insomnia, Version vom Album Reverence: Die Kirchenglocken läuten sehr klar und mit richtig guter räumlicher Wirkung. Die Stimme besitzt viel Präsenz, und der harte Bass kommt erstaunlich gut heraus. Der gesamte Aufbau des legendären Tracks erscheint komplett, atmosphärisch dicht und auch bei deutlich gehobenem Pegel klar. Mit Wechseln bei der Ausgestaltung der akustischen Effekte und der Synthesizer-Passagen geht der Elegant BS312.2 souverän um.
Konkurrenzvergleich

Wharfedale EVO 5.2: Klar, die EVO 5.2 sind deutlich größer - aber manch einer möchte vielleicht gerne wissen, wie sich die beiden attraktiven Lautsprecher, die zudem noch für einen überraschend niedrigen Paarpreis von 949 EUR in zahlreichen schönen Farbvarianten angeboten werden, im Vergleich zu den extrem kompakten Elegant BS312.2 schlagen. Eines dürfte klar sein: Im Bassbereich bewegen die EVO 5.2 natürlich mehr, hier spürt man sofort das deutlich größere Gehäusevolumen. Die Elegant BS312.2 punkten mit ihrem enormen Feingefühl im Hochtonbereich - Bändchen gegen Bändchen, lautet hier die Umschreibung, denn auch der EVO 5.2 setzt einen AMT Hochtöner ein. ELACs Hightech-Teil JET 6C setzt auf das bereits enorme Niveau der Wharfedale-Konstruktion bei den Punkten Brillanz und Feindynamik nochmals eins drauf. Insgesamt ist der EVO 5.2 für diejenigen Anwender, die ein Optimum fürs Geld suchen, bestens geeignet, für Individualisten und Liebhaber einer unfassbar wertigen Verarbeitung, in Verbindung mit einer brillanten, feinfühligen Wiedergabe ist der ELAC Elegant BS312.2 perfekt geeignet.

Canton Townus 30: Ab 599 EUR/Stück gibt es die Townus 30, der Paarpreis lautet dann folgerichtig 1.198 EUR. Fürs investierte Geld offerieren die beiden sauber verarbeiteten Zweiwege-Lautsprecher aus dem Taunus einen homogenen, in sich schlüssigen Klang. Die Townus 30 ist ungemein unkritisch und weist einen ordentlichen Wirkungsgrad auf. Sollte man bei den Elegant BS312.2 ruhig etwas mehr in Verstärkerleistung investieren, stellt sich die Townus 30 als genügsame Regalbox dar, die mit sehr vielen, auch nicht allzu kräftigen Verstärkern mühelos zurechtkommt. Sie bringt einen Kalottenhochtöner mit, der aber, typisch für Canton, sehr gefällig abgestimmt ist. Höhere Pegel meistert die Townus 30 ohne größere Probleme.

KEF LS50 Meta: Für ebenfalls rund 1.200 EUR kann man die KEF LS50 Meta kaufen - mit modernem, koxialem Uni-Q-Chassis und der daraus resultierenden zeitgleichen Wiedergabe aller Frequenzbereiche. Die extrem attraktive Optik spricht auch für die LS50 Meta. Dass der Lautsprecher im Hochtonbereich so frei und ohne störende Einflüsse aufspielt, liegt an KEFs Meta-Absorptionstechnologie, kurz MAT. Der LS50 Meta Lautsprecher braucht, wie auch die Elegant BS312.2, durchaus etwas mehr Verstärkerleistung. Klanglich ist der LS50 Meta grandios, mit viel Lebendigkeit, gleichzeitig aber einer ausgezeichneten akustischen Harmonie, und einer tadellosen Pegelfestigkeit. Die teurere ELAC Box rechtfertigt den Mehrpreis durch nochmals bessere Materialqualität und die schlichtweg erstklassige Auflösung im Hochtonbereich.

Buchardt Audio S400 MK2: Mit Paarpreisen ab 2.100 EUR ist der aufwändig aufgebaute dänische Regallautsprecher teurer als die ELAC Elegant BS312.2. Mit der speziellen Chassisbestückung, der mit selektierten Bauteilen versehenen Frequenzweiche, dem belastbaren Tief-/Mitteltöner und dem Hochtöner mit großem Waveguide sichert sich die S400 MK2 eine hervorragende Ausgangsposition für akustische Leistungsfähigkeit - und die Praxis bestätigt die Theorie. Sauber, in sich schlüssig, sehr detailreich und raumfüllend - der dänische Schallwandler ist auch geeignet, um mit sehr hochwertigen Verstärkern zusammenspielen zu können. Die Verarbeitung ist ohne Fehl und Tadel, die optische Erscheinung nobel. Insgesamt also en harter Konkurrent - wobei sich die kleine Elegant BS312.2 noch besser integrieren lässt, das Finish der Kieler Box einfach unvergleichlich edel wirkt und die Hochtonauflösung selbst bei diesem Vergleich Maßstäbe setzt.
Fazit

Die Baureihe, aus der unser Testkandidat entstammt, gehört zu den beliebtesten überhaupt des Kieler Traditionsherstellers, und das nicht ohne Grund, wie die neueste Evolutionsstufe Elegant BS312.2 beweist. Mit einem Paarpreis von 1.798 EUR ist man in Anbetracht der gebotenen Qualitäten sehr gut bedient, und Verarbeitungsgüte sowie Materialbeschaffenheit sind auf absolutem Spitzen-Niveau. ELACs hochentwickelte JET 6- und AS-XR-Treiber sind, für akustische Top-Leistungen, in diesem sehr kompakten und daher beinahe überall platzierbaren Zweiwege-Lautsprecher verbaut. Mit einer verblüffenden Räumlichkeit, einer enormen Detailtreue und einer ebenfalls überraschenden Pegelfestigkeit hat uns das "kleine Nordlicht" im Test restlos begeistert.
ELACs Elegant BS312.2 besticht mit Top-Verarbeitungsqualität, maximaler akustische Performance und minimalen Abmessungen

Regallautsprecher bis 2.000 EUR Paarpreis
Test 02. Januar 2026
Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 02. Januar 2026
Tags: Elac • Elegance • Lautsprecher







