TEST: KEF LS50 Meta - übertrifft die Neuauflage unsere hohen akustischen Erwartungen?

Die KEF LS50 startet als LS50 Meta in die zweite Generation. Der Paarpreis beläuft sich auf 1.198 EUR. Dafür gibt es eine äußerst kompakte 2-Wege-Bassreflex-Box, die mit der 12. Generation des KEF Uni-Q Koaxialchassis ausgestattet ist. Erstmals kommt Meta-Absorptionsmaterial zum Einsatz, welches wir im Verlauf des Tests genauer vorstellen. Der Tiefmitteltöner im Uni-Q-Chassis misst 130 mm, darin eingelassen ist ein 25 mm Hochtöner. Dank des darstellbaren Frequenzbereiches von 47 Hz bis 45 kHz eignet sich die LS50 Meta auch exzellent für die Wiedergabe von hochauflösenden Audiodateien mit erweitertem Dynamikumfang. KEF empfiehlt eine Verstärkerleistung von 40 bis 100 Watt. Wir raten, eher einen kräftigen Verstärker zu verwenden, denn 40 Watt/Kanal ist definitiv etwas dürftig. 

Der Uni-Q-Treiber ist ohne sichtbare Schrauben eingelassen

Finish oben mit Logo

Schon von der ersten Generation bekannte, geschwungene Formgebung. Präzise Passung bei der Schallwand

Material- und Verarbeitungsgüte sind erstklassig für die Preisklasse

Die Verarbeitung der LS50 Meta weiß zu überzeugen. Ohne sichtbare Schrauben ist das Uni-Q Chassis eingepasst. Der bronzefarbene Treiber sieht auch noch schick aus. Die Rückseite der LS50 Meta ist durchgestylt. Die elegante Formgebung mit geschwungener Schallwand aus seitlicher Perspektive bringt auch akustische Vorteile. Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind von ausgezeichneter Qualität. 

Was lässt sich zur Technologie der LS50 Meta sagen?

Uni-Q-Treiber

Hochtöner

Die 12.Generation des Uni-Q-Treibers hat natürlich nach wie vor den großen Vorteil eines koaxialen Chassis: Der Schall (Punktschallquelle) geht genau von einem Punkt aus, alle Klanganteile treffen zur gleichen Zeit beim Hörer ein.

Nun beschäftigen wir uns zunächst mit der Frage: Was genau ist MAT, das erstmalig eingesetzte Meta-Absorptionsmaterial? KEF hat hier ein synthetisches Material entwickelt, das die Fähigkeit besitzt, alle unerwünschte Frequenzen, die von der Rückseite des Lautsprechers abgestrahlt werden, zu absorbieren, Verzerrungen zu reduzieren und Audio-Ablekungseffekte zu verhindern.Kurz gesagt, auf kleinstem Raum wird ein Maximum an Schall absorbiert.

Uni-Q-Treiber mit MAT

Explosionszeichnung

MAT gibt sich in Form einer extrem komplexen labyrinthartige Struktur zu erkennen, bei der jeder der Kanäle einen Bereich spezifischer Frequenzen effizient absorbiert. Wenn sie kombiniert werden, wirken die Kanäle wie ein "akustisches schwarzes Loch", das 99% des unerwünschten Schalls absorbiert. Andere herkömmliche Ansätze haben nur eine Absorption von etwa 60 % ermöglicht, so dass die resultierende akustische Qualität unvergleichlich ist. Dieser Unterschied ist deutlich hörbar.


Was wurde außer dem neuen Absorptionsmaterial noch verändert? Ein neuer Konushals-Entkoppler und ein neues Antriebssystem wären hier zu nennen, für eine homogene Schallverteilung und enorme Belastbarkeit. Zu den weiteren Verbesserungen der LS50 gehören ein versetzter flexibler Bass-Port, eine beugungsarm gewölbte Schallwand und eine starre Querverstrebung mit "Constrained-Layer"-Dämpfung.

Innerer Aufbau

Optimierter Bassreflexkanal

Damit möchte KEF einen nochmals authentischeren Klang mit geringeren tonalen Verfärbungen erzielen. Zudem sollen Räumlichkeit und Auflösungsvermögen neue Klassen-Maßstäbe setzen.

Die LS50 Meta auf dem neuen Standfuß

Sehr solide verarbeitete Standfüße einzeln

Eingeprägtes KEF-Logo unten

Hier wird die LS50 befestigt

Solide Verarbeitung 

Hinzu kommt ein neuer Standfuß. Der in Verbindung mit der LS 50 Meta und der LS 50 Wireless II entwickelte Standfuß S2 verfügt über eine Oberplatte, die sichere Befestigungspunkte für den Lautsprecher ermöglicht, dämpfende Grundplatten und eine hohle Mittelsäule, die mit Füllmaterial bestückt werden kann, um einen wirklich unverfälschten Klang zu erzielen. Ein integriertes Kabelmanagementsystem sorgt für eine formschöne und elegante Präsentation. Wir haben den Standfuß auch in der Redaktion, und er hat uns mit seiner hervorragenden Verarbeitungsqualität überzeugt. 

Das Wichtigste zur LS50 Meta in der Übersicht:

  • Metamaterial-Absorptionstechnologie (MAT): Die Metamaterial-Absorptionstechnologie eliminiert 99 % der Hochfrequenz-Verzerrungen von der Rückseite des Lautsprechers für einen reinen, natürlichen Klang
  • Uni-Q-Chassis der 12. Generation mit MAT-Treiber für hohe akustische Präzision.
  • Optimierung der Treiberleistung für verbesserte Klangperformance, weniger Verzerrung und geringere Klangverfärbung.
  • Patentierter, versetzter, flexibler Anschluss für reduzierte Mittelton-Färbung mit enormer Tiefe und Detailgenauigkeit
  • Die Finite-Elemente-Analyse (FEA) ermöglichte die Konstruktion eines Gehäuses mit Constained-Layer-Dämpfung, um ein vollkommen unnachgiebiges und inertes Gehäuse zu erhalten.
  • Optimiertes Gehäusedesign für beste akustische Performance.

Insgesamt bleibt sich die LS50 auch in der zweiten Generation treu: Erstklassiges Design, hervorragende Verarbeitung und innovative Technologie zu einem absolut fairen Kaufpreis.

Klang

Es ist schon faszinierend und zweifellos sensationell, wie sauber und präzise die kompakten LS50 Meta klingen. Besonders in Kombination mit einer hochwertigen Kette arbeiten die Kompaktlautsprecher eine unheimliche Detailfülle und ein überdurchschnittlich klar strukturiertes Bühnenabbild heraus, und dass selbst bei Quellmaterial von nur durchschnittlicher Qualität. Ebenso beeindruckend, und dass kann man bedenkenlos von den ursprünglichen LS50 ableiten, ist der satte und nachdrückliche Basbereich der kleinen Kraftwerke. Wer die Lautsprecher nicht kennt, wird ihnen diese Performance in den unteren Regionen auf keinen Fall zutrauen. Die LS50 Meta spielen darüber hinaus noch einen Touch sauberer, reiner und mit einer beachtlichen Definition der verschiedenen Tiefbass-Ebenen. Hohe Geschwindigkeiten mit Doppelbässen, wie sie z.B. im Hard Rock und Metal häufig vorkommen, stecken die LS50 Meta unbeeindruckt weg und liefern stets höchste Impulstreue. Auch das komplexe Geschehen wird vom Uni-Q-Treiber exzellent umgesetzt, einzelne Instrumente kann man mühelos differenzieren und die gesamte Bühnenstruktur bleibt selbst bei hohem Pegel erhalten.

Ob harte, trockene Kickbässe, atmosphärische Hymnen, blitzschneller Punk oder feinfühliger Jazz. Man schafft es schlichtweg nicht, die LS50 Meta aus der Reserve zu locken. Mit einer unglaublichen Souveränität weisen sie jeden Makel von sich und liefern von sehr weit unten bis in die höchsten Frequenzbereiche kompromisslos ab. Mit einer überdurchschnittlichen Detailtreue umschmeichelt das Duo uns beim Violinkonzert in G-Dur der "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi die Ohren. Die weitläufige und sehr räumlich erscheinenden Bühne ist absolut transparent und die einzelne Instrumente völlig problemlos in Ort und Klang zu erkennen. Highlight ist auch die Brillanz und Klarheit in den höheren Frequenzbereichen, die auf äußerst hohem Niveau liegt, aber nicht auch nur im Ansatz anstrengend wirkt. Dies gilt auch bei extremen Lautstärken, hier ist also eine absolute Souveränität gegeben, das Klangbild scheint sich nicht im geringsten zu ändern, unabhängig von der Einstellung des Pegelreglers. Gleichzeitig wirkt die Kulisse dicht und massiv, auch die unteren Mitten und das Fundament wird also entsprechend berücksichtigt. Eine blitzschnelle Umsetzung von Impulsen zeichnet die LS50 Meta ebenfalls aus, trotz der Geschwindigkeit steht der reine Klang klar im Fokus.

Unsere Begeisterung ebbt auch beim Country-Folk-Blues Titel der Handsome Family nicht ab. Von der Klarheit und sauberen Abbildung der Percussion-Elemente bis hin zum satten Tieftonbereich lassen diese kompakten Schallwandler nahezu keine Wünsche offen. In die dichte Atmosphäre taucht der Zuhöher von der ersten Sekunde an ein und wird darüber hinaus noch mit einer höchst authentischen Stimmwiedergabe, sowohl männlicher als auch weiblicher Natur, belohnt. Wir sprachen bisher immer nur von der Souveränität und Exzellenz bei extremem Pegel. Mindestens genauso erwähnenswert ist die Performance bei niedriger Lautstärke, denn auch hier liefern die LS50 Meta eine hohe Immersion am Hörplatz und ein vollwertiges Stereo-Erlebnis mit hoher Räumlichkeit. Das akustische Geschehen wirkt auch vollkommen losgelöst von den Lautsprechern, was die persönliche Verbindung zur Musik vervöllständigt und Emotionen nochmals verstärkt. Bei "Weightless Again" demonstrieren die LS50 Meta auch nochmal ihr Können im Tieftonbereich. Trotz des geringen Gehäuesvolumens wird eklatant Luft bewegt, was uns die eigene Magengrube bestätigt. Tief wirken die Bass-Schläge, trocken, impulstreu und präzise sind sie ohnehin.

Die mittelamerikanischen Punk-Rocker von Billy Talent wollen wir uns auf den KEF-Lautsprechern natürlich ebenfalls nicht entgehen lassen. Auch wenn wir uns mittlerweile daran gewöhnt haben müssten, ist es immer aufs Neue überraschend, welche Atmosphäre, welche geschlossene und authentische Bühnenkulisse die LS50 Meta bieten. Dynamisch, spritzig, mit hoher Lebendigkeit und kompromisslos wird das komplexe Geschehen präsentiert. Und natürlich wie sie in der Lage sind, mit dieser Gehäusegröße einen mehr als soliden Tieftonbereich zu realisieren. Sicher, wir haben hier auch Standlautsprecher, die mehr als doppelt soviel kosten und das dreifache Gehäusevolumen aufweisen. Natürlich bieten diese noch ein paar mehr dB in durchaus relevanten Bereichen des Tiefbasses. Was die Regallautsprecher hier aufbieten, ist dennoch sensationell. Kein anderer Kompaktlautsprecher kommt in dieser Preisklasse hier ansatzweise mit. Darüber hinaus stimmt schlichtweg auch alles andere. Sehr angenehm klingend, aber mit höchster Brillanz und Klarheit wird ein mitreißendes, dynamisches Spektakel geboten. Authentische Gitarrenriffs, die absolut natürliche raue Stimme der Punkröhre und einem insgesamt schlichtweg stimmige Gesamtbild auch den emotionslosesten Zuhörer in Staunen versetzt.

Electro, Trance und Techo lebt natürlich von einem ausgeprägten Bassbereich. Großvolumige Standlautsprecher mit ordentlich Membranfläche haben hier natürlich einen eklatanten Vorteil, die LS50 Meta aber müssen sich selbst hier nicht vor "großer" Konkurrenz verstecken, denn die hohe Präzision und blitzschnelle Umsetzung sämtlicher Impulse sind ebenfalls Grundvoraussetzung für einen mitreißenden Sound. Und davon haben die LS50 Meta im Übermaß zu bieten, zumal es untenrum ja keinesfalls mau zugeht. Satt und kraftvoll landen die Punches, die nur in den untersten Regionen ein wenig Nachdruck vermissen lassen. Dafür liefern die LS50 Meta eine überragende räumliche Atmosphäre ab, bei dem insbesondere der Trance-Hörer ins Schwärmen geraten dürfte. Eintauchen kann man hier in die weitläufige, den Zuhörer umfassende Kulisse. Bei BiXX - Yes I Can zeigen die Regallautsprecher zudem erneut, wie viel Volumen sie zu leisten imstande sind und dass durchaus ein mehr als solider Tiefgang in ihnen steckt. Über die ausgezeichnete Detaillierung und Reinheit der oberen Mitten und Höhen haben wir bereits genug Worte verloren, auch hier kommen diese positiven Aspekte voll zum Tragen.

Konkurrenzvergleich

KEF LS50 erste Generation: Zu Stückpreisen von phänomenalen 333 EUR gibt es die erste Generation der LS50 z.B. bei HiFi im Hinterhof in Berlin. Wer also ein klanglich nach wie vor ausgezeichnetes Schnäppchen kaufen möchte, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Die LS50 Meta bringt aber einen echten akustischen Gewinn: Mehr Transparenz, mehr Brillanz, und das bei nach wie vor hoch liegender akustischer Homogenität. Der Bass agiert präziser und zugleich kräfiger - es wurde demnach an vielen Stellschrauben gedreht, um die LS50 Meta noch besser zu machen. 

Heco Tresor: Für Marktpreise um die 800 EUR gibt es die optisch spezielle Heco-Box, deren Name nicht von ungefähr kommt. Sie klingt lebendig, entfaltet eine gute Räumlichkeit für ihre Größe. Die LS50 Meta ist pegelfester, und bringt im Bass mehr Wucht zustande. Wer das Besondere liebt, ist mit der Heco Tresor aber gut bedient. 

Quadral Aurum Galan 9: Größer und teurer (Paarpreis 2.000 EUR) präsentiert sich der Edel-Schallwandler aus Hannover. Mit quSENSE Bändchen-Hochtöner und ALTIMA Chassis für den Mittel- und Tieftonbereich zeigt sich der exzellent verarbeitete Regallautsprecher bestens gerüstet und ist seinen Mehrpreis auch Wert. Wegen des größeren Gehäuses bietet die Galan 9 natürlich mehr Tiefgang und einen umfassenderen räumlichen Eindruck. Auffällig ist das überragende Auflösungsvermögen des Bändchenhochtöners. 

Fazit

Die zweite Generation der LS50 verfolgt eine konsequente Optimierung des gesamten Systems - mit großem akustischem Erfolg: Mehr Details werden hörbar, zudem steigen Basskraft, Pegelfestigkeit und Räumlichkeit. War es schon bei der LS50 der ersten Serie verblüffend, wie lebendig, klar und kräftig ein so kompakter Lautsprecher aufspielt, setzt die Meta in allen Belangen nochmals "eins drauf". Für knapp 1.200 EUR erhält der Käufer somit einen feinen, edlen und klangstarken Lautsprecher, der sich souverän auch gegen starke Konkurrenz durchsetzt.

Erneut setzt KEF mit der LS50 Meta Maßstäbe im Segment kompakter Boxen bis 1.500 EUR Paarpreis

Gesamtreferenz Regallautsprecher 
Test 21.12.2020

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 21.12.2020

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