TEST: Wharfedale Diamond 12.2i - kompakte und attraktive Zweiwege-Regallautsprecher zum Paarpreis von 449 EUR

Klangwertung

Avm Evolution As 3.3 Frontansicht3

Streaming-Vollverstärker AVM Evolution AS 3.3

In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir auf die klangliche Auslegung der Wharfedale Diamond 12.2i eingehen. Als potenter und akustisch ausgezeichneter Streaming-Stereovollverstärker hat sich der AVM Evolution AS 3.3 schon häufig unter Beweis gestellt. 

Wir starten unseren Klangcheck zunächst mit Streaming, und spielen der AVM/Wharfedale Kombination die Coverversion von "Stand By Me - Live at The Print Shop" vom US-amerikanischen Country- und Rocksänger, Gitarristen und Songwriter Stephen Wilson Jr. via Spotify zu. Zu Beginn des Titels erklingt eine Akustikgitarre, die überraschend konturenreich und realistisch von den Diamond 12.2i präsentiert wird. Kurz darauf bringt sich eine weitere Gitarre mit ein und auch diese Facettenspiel klappt hervorragend. Als nach wenigen Momenten Stephen mit seiner außergewöhnlichen Stimme in den Track einsteigt, sind wir erstaunt, was die preisgünstigen Schallwandler hier leisten. Die markante, raue und Stimme besitzt eine sehr emotionale Wirkung und wird detailliert sowie klar von den britischen Schallwandlern umgesetzt. Selbst das Zupfen der Gitarrensaiten können wir teilweise wahrnehmen. Auch, als Stephen im Verlauf des Titels die Akustikgitarre etwas aggressiver und dynamischer spielt, gelingt eine sauber ausbalancierte, schwungvolle Gesamtwiedergabe, und die dynamischen Anteile werden mit tadellosem Nachdruck präsentiert. 

Weiter geht es mit "Let Me Take You There" von Volkan Kuday. Der Stil des Tracks wird in Verbindung mit Synthwave und "Dream Phonk"-Atmosphären gebracht. Der Titel startet mit elektronisch erzeugten Klängen, die stimmig, mit angenehmer, leicht warmer Note und zugleich klar von den Wharfedale Diamond 12.2i präsentiert werden. Als dann nach wenigen Momenten der Künstler mit den ersten vokalen Elementen loslegt, können sie sich erstaunlich gut von den Schallwandlern lösen. Auch das Spielen mit der Stimmfarbe, die in unterschiedlichen Ausprägungen erklingt, wird außerordentlich gut realisiert, wenn man bedenkt, welcher Preisklasse unsere Testkandidaten entstammen. Generell hören wir bei diesem Track ein richtig gutes Zusammenspiel der vokalen und musikalischen Elemente heraus. Zudem liefern die Lautsprecher ein angemessenes Bassfundament, das präzise umgesetzt wird.

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Als nächstes Klangbeispiel haben wir uns für "I Don't Care" von Apocalyptica feat. Adam Gontier entschieden. Die drei Cellos, die zu Beginn des Titels erklingen, werden erstaunlich sauber und differenziert dargeboten. Als kurz darauf der kanadische Rockmusiker Adam Gontier mit seinem sehr feinen, zugleich aussagekräftigen Gesang einsteigt, sind wir von der Gesamtwiedergabe begeistert. Die Stimmfarbe wird tadellos getroffen, und das Zusammenspiel aus Cellos und den vokalen Elementen gelingt auf einem beachtlichen Niveau. Als der Titel dann nach einigen Momenten an Dynamik zulegt, bleibt die Wiedergabe sehr gut gegliedert. In Anbetracht der günstigen Preisklasse notieren wir eine hervorragende Gesamtwiedergabe sowie eine lebendige Umsetzung aller dynamischen Gefüge. Natürlich fehlt es hier und da mal an einem kleinen Detail, was aber bei dem Kaufpreis auch nicht verwunderlich ist.   

Thorens Td 403 Dd Frontansicht3

Thorens TD 403 DD Plattenspieler

Als nächstes möchten wir die Klangqualität der Wharfedale Diamond 12.2i bei der Wiedergabe von klassischem Vinyl bewerten. Auch in diesem Test verwenden wir unseren Thorens TD 403 DD Plattenspieler mit MM-Tonabnehmersystem. Als Klangbeispiel haben wir uns den Song "Ordinary Guy" vom dänischen Songwriter Jacob Dinesen ausgesucht, vom Vinyl-Album "Let the Hard Times Comes" in der DALI Edition. Die zu Beginn des Titels zu hörende Akustikgitarre wird mit einer ausgezeichneten Klarheit und einer tadellosen Natürlichkeit präsentiert. Kurz darauf folgen die ersten vokalen Elemente von Jacob, die von den Diamond 12.2i sauber und sogar mit dem Anflug einer wirklich charismatischen Ausarbeitung wiedergegeben werden: Sehr feine Elemente und Nuancen, sowie das Rauchige, leicht Kratzige, das Jacobs Stimmfarbe prägt, sind herauszuhören. Die dynamischen Passagen kann unsere AVM/Thorens/Wharfedale Kombination mit gutem Volumen, kraftvoll und präzise zugleich umsetzen. 

Abschließen möchten unsere Klangwertung mit "West End Girls" von den Pet Shop Boys, wiederum von Vinyl und vom Album "Please". Auch bei diesem dynamischen Titel liefern die Wharfedale eine souveräne Gesamtwiedergabe ab. Die verwendeten Synthesizer werden zu keinster Zeit zu schrill oder fordernd dargestellt, sondern klingen stets in sich schlüssig und homgen. Die charakteristische Stimme von Neil Tennant kommt mit korrekter Stimmfarbe und akkuraten Konturen heraus. Zudem liefern die Diamond 12.2i eine kontrolliertes Basswiedergabe, die aber etwas mehr Volumen vertragen könnte. Gerade bei unserem Hörraum von rund 25 qm fällt doch auf, dass man für etwas gehobene Ansprüche hinsichtlich der Darstellung tiefer Frequenzen zusätzlich einen aktiven Subwoofer zur Rate ziehen sollte. Für kleiner Räume reicht die Bass-Performance aber definitiv aus. Als gelungen empfinden wir die Auslegung bei höheren Pegeln: Selbst bei höherer Lautstärke werden die Diamond 12.2i nicht zu schrill oder zu fordernd. 

Konkurrenzvergleich

Kef Q1 Meta Gruppenbild3

  • KEF Q1 Meta: Bei der KEF Q1 Meta handelt es sich um sehr kompakte 2-Wege Regallautsprecher, die für einen Paarpreis von 548 EUR im Handel erhältlich ist. Die Schallwandler sind in den Farben Satin White (Weiß), Walnut (Walnuss) und Satin Black (Schwarz) erhältlich. Unsere Testmuster sind in Satin Black ausgeführt. Als besonderes "Schmankerl" verfügt KEF Q Meta-Serie über die exklusive Metamaterial-Absorptionstechnologie (MAT). Das innovative Feature wird in den hochpreisigen Serien von KEF erfolgreich verwendet und sorgt nachweislich für höhere Präzision und Klarheit im Hochtonbereich. Die nach dem 2-Wege-Bassreflex-Prinzip konzipierte KEF Q1 Meta ist speziell für kleiner und mittelgroße Räume ausgelegt und verfügt über einen 13 cm-Uni-Q-Treibern der 12. Generation. Der Frequenzgang (+- 3dB) ist mit 51 Hz - 20 kHz angegeben, die Empfindlichkeit liegt bei 86 dB und die Nennimpedanz bei 4 Ohm. Der maximale Schalldruck kommt auf 108 dB und die empfohlene Verstärkerleistung liegt laut KEF zwischen 10 bis 150 Watt. In unserer Klangwertung überzeugten die KEF Q1 Meta mit einem differenzierten und ausgewogenen Klang. Selbst durchaus kritische Titel konnten die Lautsprecher nicht aus der Komfortzone locken. Für den aufgerufenen Paarpreis von günstigen 548 EUR bieten die KEF Q1 Meta bilanzierend einen rundherum überzeugenden, weil erstaunlich kompletten Klang, und sind gerade für kleinere Räume perfekt geeignet.

Elac Debut Reference Dbr62 Gruppenbild1

  • ELAC Debut Reference DBR62: Weiter geht es in unserem Konkurrenzvergleich mit der ELAC Debut Reference DBR62. Diese ist ebenfalls als kompakte Zweiwege-Bassreflex-Regalbox ausgelegt, die derzeit zum Paarpreis von 398 EUR im Handel erhältlich ist. Wahlweise gibt es den Schallwandler in der von uns getesteten Version mit weißer Schallwand, grauem Abdeckgitter und einem Korpus in Eiche-Folierung oder aber mit schwarzer Schallwand, Walnuss-foliertem MDF-Gehäuse und mit mittelgrauem Abdeckgitter als Kontrast vorne. Und auch in der Praxis erweist sich die Verarbeitung als ordentlich. Die vorn unten eingelassene Bassreflexöffnung sorgt zudem dafür, dass man die Box auch wandnah aufstellen kann. Die Bestückung setzt sich aus einem 25 mm Hochtöner mit Textilkalotte und einem Mittel-/Tieftöner mit Aluminium-Druckgusskorb zusammen. Die Membran des Tief-/Mitteltöners besteht aus leichter, zugleich steifer Aramidfaser. ELAC sieht im gewählten Material deutliche Vorteile gegenüber anderen Materialien wie Papier oder Polypropylen, gerade was Steifigkeit sowie Dämpfung angeht. Der bereits erwähnte doppelt konische Bassreflexkanal stellt eine dynamische Basswiedergabe sicher, gleichzeitig kommt es kaum zu störenden Strömungsgeräuschen. Der Lautsprecher gibt Frequenzen zwischen 44 Hz und 35 kHz wieder, dadurch eignet er sich theoretisch sogar für Hi-Res-Audio-Anwendungen. Die Nominalimpedanz beträgt 6 Ohm, und der Wirkungsgrad ist durchschnittlich: 86 dB bei 2,83V/1m. Insgesamt spielen die ELAC-Lautsprecher wirklich tadellos auf, erweisen sich als lebendig ausgelegt. Erst bei hohem Pegel wird die Wiedergabe in den oberen Mitten und den Höhen dann etwas scharf, der Bassbereich wirkt dann angestrengt. Das ist aber in diesen Preisklassen meist so. Unsere Testkandidaten aus diesem Bericht wirken etwas "milder" abgestimmt, dafür umreißen die ELAC manches Detail noch klarer, Insgesamt eine Frage des persönlichen Geschmacks. 

Canton Gle20 S2 Pair Front

  • Canton GLE 20 S2: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit der Canton GLE 20 S2. Die Weilroder Schallwandler sind wahlweise in Schwarz Dekor, Weiß Dekor oder Makassar lieferbar, mit einem Stückpreis von 319 EUR. Wichtigste Neuerungen bei der Canton GLE S2-Serie sind die Treiber und Schwingsysteme. Das heißt, die Treiber sind komplett überarbeitet und nutzen Technologie der größeren Vento-Lautsprecherserie. Die Canton GLE 20 S2 arbeitet nach dem 2-Wege Bassreflex-Prinzip, wobei sich die Bassreflexöffnung auf der Rückseite befindet. Die Nennbelastbarkeit liegt bei 70 Watt, die Musikbelastbarkeit: bei 130 Watt. Der Übertragungsbereich geht von 42 Hz bis hoch auf 40 kHz, die Impedanz geben die Hessen mit 4 bis 8 Ohm an. Fehlt noch der Wirkungsgrad, er beträgt 86,5 dB bei 2,83V/1m. In unserer Klangwertung überzeugten die Canton Schallwandler mit einem natürlichen sowie erstaunlich detailreichen Klang. Auch der Bassbereich und die Pegelfestigkeit konnten nahezu restlos überzeugen. In Anbetracht der wirklich kleinen Abmessungen mit dem daraus resultierenden geringen Gehäusevolumen sind die Ergebnisse als exzellent einzustufen. Vergleichen wir die Canton mit unseren günstigeren Testkandidaten, so wirken die teureren GLE 20 S2 noch etwas geschliffener und bereiten kleinere Details akkurater auf. Beide Boxen sind in ihrer jeweiligen Preisklasse aber als richtig gut einzuordnen. 

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