TEST: Eversolo Play - kleiner, edler Streaming-Vollverstärker mit komplettem Ausstattungspaket

Klang

Canton GLE80 S2 beide ohne abdeckung schraeg

3-Wege Standlautsprecher Canton GLE 80 S2

In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir auf die klangliche Auslegung des Eversolo Play genauer eingehen. Nach einigen Hörversuchen haben wir uns als passenden Lautsprecher für die Canton GLE 80 S2 entschieden. Die Auswirkungen des evotune-Systems zur Raumeinmessung und Anpassung der Lautsprecher sind durchweg positiv. Störende Resonanzen werden gut unterdrückt, der Bassbereich tritt satter und trockener auf. Zugleich beschneidet evotune nicht den Hochtonbereich der Lautsprecher.

Nun starten wir unseren Klangcheck mit elektronischer Musik und wählen den Track "Let Me Take You There" von Volkan Kuday. Die sphärisch anmutenden Synthesizerklänge, die zu Beginn des Tracks erklingen, werden mit sauberen, dynamischen Konturen dargestellt. Bereits nach wenigen Momenten folgt Volkans vokaler Einsatz. Mit erstaunlichem Fingerspitzengefühl liefert der Eversolo Play eine gefühlvolle Präsentation der speziellen, für einen Mann recht hoch angesiedelte Stimmfarbe. Das dynamische Gefüge während der vokalen Präsentation fügt sich passend ins akustische Gesamtgeschehen ein. Zudem befeuert der Eversolo Play die Tief- und Mitteltöner unserer Canton GLE 80 S2 tatkräftig. Das Bassfundament ist präzise sowie durchaus voluminös, und selbst sehr nachdrükclich ausgeprägte tieffrequente Elemente kann der kompakte Streaming-Stereovollverstärker ohne Probleme umsetzen. 

Weiter geht es in unserer Klangwertung mit "Under Your Feet" von Lisá. Der Titel weist am Anfang bewusst verzerrte, elektronisch erzeugten Klänge auf, die der Eversolo Play klar und mit hervorragender Struktur umsetzen kann. Kurz darauf folgen die ersten vokalen Elemente, die charismatisch und differenziert vom Eversolo Play umsetzt werden können. Unser Testkandidat hat keine Probleme damit, die verschiedenen akustischen Grundebenen auf der einen Seite sauber auseinander zu halten, auf der anderen Seite schafft er stets ein harmonisches Ganzes. Auch das Zusammenspiel Stimme - Basseinsatz klappt tadellos, und beides fügt sich nahtlos zusammen, ohne dass ein akustische Element zu wenig Spielraum eingeräumt bekommt. Die Vielschichtigkeit des Gesangs der Künstlerin arbeitet der Eversolo Streaming-Vollverstärker treffend heraus, man merkt erst an der Ausformung kleiner Detals, dass der Play doch in einer eher günstigen Preisregion zu finden ist, hier lässt nämlich die Auflösung doch nach. Das Grundsätzlich bei der Prääsentation des Gesangs, der mal gefühlvoll oder auch mal fordernd wird, wird immer mit einer soliden Aussagekraft präsentiert. 

Wir wechseln das Genre und spielen unserer Eversolo/Canton Kombination "I Don't Care" von Apocalyptica feat. Adam Gontier zu. Zu Beginn des Titel erklingen drei Cellos, diese werden mit einer für die Preisklasse des Play ausgezeichneten Auflösung und zugleich homogen dargeboten. Als kurz darauf der kanadische Musiker Adam Gontier mit seinem sehr feinen, dennoch kraftvollen Gesang einsteigt, sind wir von der Gesamtperformance des Play wieder sehr angetan. Die Stimmfarbe wird fast punktgenau getroffen, und das Zusammenspiel aus den klassischen Instrumenten und den Gesangseinlagen gelingt auf einem sehr ansprechenden Niveau. Bereits nach wenigen Momenten erlebt der Titel einen deutlichen Dynamiksprung, aber auch bei diesem Facettenspiel ermöglicht unser Testkandidat eine ausgezeichnete Differenzierung der musikalischen Elemente.

Thorens Td 403 Dd Frontansicht1

Thorens TD 403 DD Plattenspieler

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Als nächstes möchten wir die Klangqualität des Eversolo Play bei der Wiedergabe von klassischem Vinyl eingehen. Auch in diesem Test verwenden wir unseren Thorens TD 403 DD Plattenspieler mit MM-Tonabnehmersystem. Als erstes Klangbeispiel haben wir uns den Song "Let The Hard Times Come" vom dänischen Songwriter Jacob Dinesen ausgesucht, vom gleichnamigen Vinyl-Album in der DALI Edition. Die Akustikgitarre zu Beginn des Titels ist ein Gradmesser, anhand dessen wir gleich überprüfen können, ob der Play zu einer authentischen Darstellung befähigt ist - der kleine Streaming-Vollverstärker meistert die Hürde ohne Probleme und erfreut uns mit seiner natürlichen Wiedergabe, die auch von der Detaillierung beim Griff in die Saiten überzeugen kann. Als die ersten vokalen Elemente von Jacob folgen, ermöglicht unser Testgerät eine feine Abzeichnung des Stimmcharakters. So kann der Play feine Nuancen, wie z.B. das leicht Rauchige und Kratzige, die Jacobs Stimmfarbe prägen und auszeichnen, wiederum in Bezug auf die Preisklasse hervorragend umsetzten. Die leichten Drums sowie die Klänge der Akustikgitarre werden im weiteren Verlauf nach wie vor sauber und mit einer lebendigen Struktur dargestellt, auch bei höherem Pegel. 

Weiter geht es mit dem dynamischen und explosiven Track "Lithium" von Nirvana. Die zu Beginn des Titel erklingende Gitarre und die kurz darauf folgenden Drums werden aussagekräftig und auch mit gutem Punch vom Eversolo Play präsentiert. Als kurz darauf Kurt Cobain mit seiner unverwechselbaren Stimme loslegt, trifft der Play diese richtig gut, was einen realistischen Klang zur Folge hat. Als der Titel dann deutlich an Fahrt zunimmt und sich die typischen Grunge-Elemente, wie z.B. verzerrte Gitarren, dröhnende Bässe sowie wechselnde Dynamiksprünge, bemerkbar machen, gelingt dem Play eine außerordentliche gute Inszenierung. So bleiben die vokalen Elemente auch bei höherem Pegel hinsichtlich der Konturen erhalten, und zudem liefert das Eversolo-Device einen lebendigen und knackigen Bassbereich.

Konkurrenzvergleich

Nubert nuConnect ampX Front Seitlich4

Nubert nuConnect ampX: Für 725 EUR bietet der kleine Nubert-Vollverstärker äußerst kraftvolle Endstufen mit 110 Watt pro Kanal und eine aufwändig gestaltete Phonovorstufe für MM- und MC-Systeme. Er klingt sehr detailreich sowie lebendig, die Verarbeitung überzeugt ebenso wie die Optik. Netzwerkfähigkeiten finden sich allerdings keine, lediglich Bluetooth (mit aptX HD) ist hier an Bord. Im Lieferumfang befindet sich eine kompakte, gut verarbeitete Fernbedienung. Ein dedizierter HDMI-Anschluss fehlt. Dafür sind zahlreiche klassische Anschlüsse vorhanden, wie jeweils zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge. Auch ein USB-B-Input ist vorhanden, hier kann man direkt den PC oder das Notebook anschließen und den nuConnect ampX für die Audiowiedergabe nutzen. Ebenso ist es möglich, den nuConnect ampX über Nuberts Bluetooth-basierte App zu steuern und damit auch die X-Room Calibration für eine wirkungsvolle Einmessung/Optimierung des Bassbereichs bis 160 Hz zu nutzen.

Bluesound Powernode Edge Frontansicht2

Bluesound Node Edge: Bereits ab rund 600 EUR gibt es den Bluesound Streaming-Vollverstärker Edge, sozusagen als "kleiner Bruder" des größeren Power Node, der bei 1.099 EUR liegt. Mit 2 x 40 Watt bietet er weniger Leistung, zumindest auf dem Papier, als der Rest des hier vorgestellten Teilnehmerfeldes. Für den kleineren Hörraum und im Verbindung mit Lautsprechern mit gutem Wirkungsgrad reicht das Gebotene aber. Der Node Edge besitzt weder Display noch Fernbedienung, sondern wird mittels der klar strukturierten BluOS-App gesteuert. Merkmale der Streaming-Fähigkeiten umfassen unter anderem Spotify Connect, TIDAL Connect und qobuz Connect, AirPlay 2 und die Kompatibilität zu MQA. Die Anschlussbestückung fällt eher sparsam aus, HDMI-eARC und ein Subwoofer Pre-Out sind vorhanden, ein weitere konventioneller digitaler Eingang oder ein Stereo-Analog-Cincheingang fehlen hingegen. Hier gibt es einen kombinierten 3,5 mm Eingang, der analog oder als Toslink-Digitaleingang verwendet werden kann. Klanglich erfreut uns der Node Edge mit einem überraschend kräftigen Klang, und im kleineren Hörraum erweisen sich die Endstufen als pegelfest. 

Marantz Model M1 Frontansicht2

Marantz M1: Der sehr schlichte, kompakte und elegante Marantz M1 ist für einen Marktpreis von 900 EUR erhältlich. Was sofort auffällt: Auf ein Display verzichtete das japanische Tradtionsunternehmen. Lediglich eine Lautstärkeregelung und eine Play-/Pause-Taste finden sich auf der Gerätefront. Da der M1 ein HEOS Streaming- und Multiroom-Modul eingebaut hat, erfolgt die Bedienung über die leicht verständliche sowie praktische HEOS-App. Spotify Connect, TIDAL Connect, qobuz Connect sowie Apple AirPlay 2 gehören selbstverständlich zu den serienmäßigen Features. Weitere Ausstattungsmerkmale umfassen einen Dolby Digital-Decoder, einen Subwoofer-Pre-Out sowie ein HDMI-eARC-Terminal. Marantz' hauseigenes "Marantz Musical Digital Filtering" (MMDF) ist eine hochentwickelte Technologie,die laut Hersteller den Klang facettenreuch und realistisch ausgestalten soll. Die beiden Endstufen liefern kräftige 100 Watt pro Kanal, damit steht der M1 dem ebenfalls sehr gut antretenden Eversolo Play in nichts nach. Was dem M1 allerdings fehlt, ist ein Phonoanschluss. Hier muss man entweder einen Plattenspieler mit direkt integriertem Phonovorverstärker oder aber einen separaten Phonovorverstärker einsetzen. Auch eine Fernbedienung wird nicht mitgeliefert, eine Einmessung gibt es nicht. 

Fazit 

EverSolo Play Frontansicht2

Der Eversolo Play bietet zum ausgesprochen fairen Kaufpreis ein überzeugendes "Rundum-Sorgloas-Paket". Er sieht extrem gut aus, präsentiert sich in einer für seine Liga exzellenten Material- und Verarbeitungsqualität und ist reichhaltig ausgestattet. Es fehlt wirklich an nichts, weder an einem Lautsprecher-Einmesssystem mit Room EQ, noch an einem praxisgerechten Anschlussangebot inklusive HDMI-ARC und sogar einem Phonoanschluss mit Phonovorstufe, die sich nicht nur für MM-, sondern auch für MC-Systeme eignet. Ein Vorverstärkerausgang für den direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers ist ebenfalls vorhanden. Das große 5,5 Zoll messende Touchscreen-Display, das tadellos anspricht, beweist ebenfalls, dass man für den Kaufpreis einen hervorragenden Gegenwert erhält. Der Play ist darüber hinaus zu nahezu allen Streaming-, Connect- und Cloud-Diensten kompatibel, die es derzeit gibt. Die am weitesten verbreiteten Merkmale, wie Spotify Connect, TIDAL Connect, qobuz Connect, Apple AirPlay 2, Roon ready, Amazon Music und Apple Music, werden allesamt unterstützt. Klanglich schlägt sich der kleine, edle Streamingverstärker auch überzeugend. Die Endstufen sind schnell zur Stelle, und die akustische Auslegung ist dynamisch und nachdrücklich, zugleich aber angenehm.

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Kompakter Streaming-Vollverstärker mit umfangreicher Ausstattung und erstaunlich feinem Klang

Überragend 2024

Stereo-Vollverstärker bis 1.000 EUR
Test 25. März 2026

 

 

 

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. März 2026

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