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TEST: ELAC Vela FS 408 - erstklassiger, modern gestalteter Standlautsprecher mit JET5 Hochtöner für knapp 5.200 EUR Paarpreis

Mit einem Paarpreis von 5.180 EUR geht die mittlere der drei Standlautsprecher aus der Vela-Serie von Elac an den Start. Wie auch die kleinere FS 407 ist die FS 408, die als letzte Vela-Ergänzung hinzukam, ein 2,5 Wege-Standlautsprecher. Bestückt ist die Vela FS 408 mit dem schon jetzt legendären JET5 Bändchen-Hochtöner, der beste Impulstreue auch bei kleinen, kurzen Impulsen garantiert.

JET5 Hochtöner

2 x 180 mm Tief/Mitteltöner

Hinzu kommen zwei 180 mm messende AS-XR-Tief-/Mitteltonchassis. Mit einem darstellbaren Frequenzbereich von 28 Hz bis hoch auf 50 kHz eignen sich die schicken Kieler Schallwandler auch exzellent für die Wiedergabe von Hi-Res-Audio-Dateien. Den Wirkungsgrad gibt die Manufaktur aus Deutschlands hohem Norden mit 88,5 dB an (bei 1W/2,83V), das ist ein durchschnittlicher Wert. Man sollte schon einen leistungsfähigen Verstärker an die beiden Vela-Boxen anschließen. Dass dieser auch über extrem viel Power verfügen kann, belegt, dass Elac eine Verstärkerleistung von 40 (deutlich zu wenig) bis 400 Watt für empfehlenswert hält. Verwendbar ist die Vela FS 408 an Verstärkern von 4 bis 8 Ohm einzusetzen. 

Verarbeitung 

Exzellente Verarbeitung, hier im oberen Bereich

Blick auf die Vela FS 408 von oben

Auch unten kann sich das Finish sehen lassen

Ansicht von hinten

Das Finish von Elac-Lautsprechern ist bei uns immer als extrem hochwertig bekannt, bis auf die Einstiegsserie Debut 2.0 wird durchweg ein sehr hohes Niveau erreicht. Auch die preislich sehr attraktive Debut Reference DFR52 präsentiert sich bereits mit richtig guter Verarbeitung. Auch die kürzlich getestete Elac Solano FS 287 hat uns begeistert. Da erscheint es eigentlich als logische Konsequenz, dass die nochmals exklusivere Vela-Serie mit einem weiter optimierten Finish aufwarten kann - und mit einem besonders hochwertigen Industriedesign. Die leicht nach hinten geneigte Form, der edle Alu-Deckel in schwarzer Kontrastfarbe (wir hatten die weißen Vela zum Test) und der ebenfalls äußerst solide Metall-Sockel sprechen für sich. Alle Spaltmaße fallen sehr gering und gleichmäßig aus, sodass man ruhig sehr genau hinschauen und trotzdem keine Unregelmäßigkeiten entdecken kann.

Detailaufnahme der Umgebung des JET5 Hochtöners

Makelloses Finish

Was wir anders machen würden: Keine sichtbare Verschraubung rund um die Chassis 

Ausgebauter Tiefmitteltöner mit großem Magneten und solidem Korb

Die Treiber sind auf der Schallwand des Unibody-Gehäuses exakt eingelassen. Allerdings hielten wir es bei einem modernen, edlen Produkt wie der Vela FS 408 für sinnvoller, wenn es keine sichtbaren Schrauben rund um die Chassis gäbe. Die Diamant-artige Oberflächenstruktur der AS-XR-Membran sieht schick aus, hat allerdings in erster Linie technische Gründe. Wegen dieser speziellen Oberfläche arbeitet die Membran besonders effektiv, ist sehr belastbar, zugleich leicht und impulstreu.


Anschlussterminals in der Übersicht

Und hier im Detail. Wie es sich gehört, sind die Terminals ausreichend groß und mit Acryl ummantelt

Die hervorragenden Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind leichtgängig und nehmen ohne Probleme auch große Kabelquerschnitte oder Bananenstecker auf. Insgesamt kosten die Vela FS 408 zwar eine Stange Geld, zumindest hinsichtlich der Verarbeitungsqualität sind sie den Kaufpreis aber auch wert.

Klang

Mit einem unheimlich stark ausgeprägtem Facettenreichtum präsentieren die Vela F 408 die weibliche Vokalstimme der talentierten amerikanischen Sängerin und Gitarristin Eva Cassidy. Die Stimme und auch die Gitarre löst sich tadellos von den beiden Schallwandlern aus dem hohen Norden und es wird eine dramatische, authentische Bühne präsentiert. Bei „Time after Time“ kann man die Sängerin nahezu visualisieren, wie sie vor einem steht. Die Kombination mit den zart gezupften Gitarrensaiten, die klar und ebenso detailliert wiedergegeben werden, ist beeindruckend. Die nicht allzu komplexe Kulisse entwickelt mit der starken Stimme eine tolle, dichte Bühnenatmosphäre. Auch die Akustikgitarre gelingt hier exzellent, der Korpusklang ist nicht nur hör- sondern auch spürbar. Ohne zu übertreiben liefern die Vela FS 408 einen sehr satten, greifbaren Sound, der dynamische Spritzigkeit mit Authentizität verbindet.
 
Typisch audiophil geht es mit dem Evergreen „Sultans of Swing“ der Dire Straits weiter. Flott und mitreißend geht es weiter, dennoch bleiben die FS 408 auf dem Boden und neigen nicht zu übertriebenem Spektakel. Überragend wird die leicht verzerrte E-Gitarre erfasst und begleitet die erneut beeindruckende Stimme, diesmal männlichen Geschlechts. Schon bei moderater Lautstärke wird der Zuhörer hier mitgenommen. Makellos der Bühnenaufbau, der Instrumenten und Stimme einen eindeutigen Platz zuweist und eine klare Differenzierung ermöglicht. Der direkte Sound begeistert mit einer überdurchschnittlich feinen Auflösung und sehr transparenten Höhen. Tonal sind diese eher angenehm und nicht schneidend, die Souveränität bleibt auch bei hohem Pegel erhalten. Hi-Hat und auch die übrigen Percussion-Elemente sind nahezu perfekt in die Kulisse integriert und erscheinen klar und ausdrucksstark. Kraftvoll, aber sehr präzise und akkurat geht es untenrum zu. Flink sind die Tiefen da und ziehen sich ebenso schnell wieder zurück. Eine wirklich tolle Demonstration dieses Pflicht-Titels im Test-Portfolio.
 
Die ELAC Vela FS-Serie ist uns keinesfalls unbekannt und wir haben sie besonders wegen ihrer Pegelfestigkeit, Souveränität und Kraft schätzen gelernt, natürlich in Kombination mit der bereits angesprochenen ausgezeichneten Auflösung, die sich hier bei der Vela FS 408 nochmal mit überdurchschnittlicher Detaillierung und einer besonders angenehmen Abbildung präsentiert. Um die ersten drei genannten Punkte soll es aber beim jetzigen Beispiel gehen, dass nicht unbedingt Teil der Playlist des typischen Audio-Enthusiasten ist. Der niederländische DJ Noisecontroller versucht sich am Remix des Techno-Klassikers „Das Boot“ und liefert eine mitreißende Dynamik-Explosion mit ebenso aggressiven wie tiefen Bässen, die den Nordlichtern viel abverlangen. Der Start ist jedoch sehr atmosphärisch und auch hier spielen die Vela FS 408 ihre Vorteile aus. Bei der Räumlichkeit wachsen die Komponenten zwar nicht über sich hinaus, liefern aber eine tolle dreidimensionale Kulisse, die sich mit jedem Konkurrenten in der Preisklasse messen kann. Die exzellente Lösung des Klanggeschehenes vom Lautsprecher trägt hierzu klar bei.
 
Unsere hohen Erwartungen bestätigt sie allerdings, als das Intro endet und der eigentlich treibende, Boot-typische Sound erklingt. Und hier spielt man zweifellos nicht in der eigenen Preisklasse – hier kann der versierte Hörer nur staunen. Aufgrund unserer Erfahrungen haben wir den Pegel hier bereits zu Beginn des Liedes in Richtung Maximalstellung bewegt. Das juckt die Vela FS 408 kein bisschen. Sie schiebt unbändig, massiv und nachdrücklich nach vorne. Die Kombination der Kickbässe und der extremen Tiefen arbeiten die Standlautsprecher schlichtweg ab. Es ist uns kaum möglich, ihnen einen Faux-Pas, ein Anschlagen oder eine Verzerrung zu entlocken. Schlichtweg brutal ist die Tiefton-Performance, die die ELAC Vela FS 408 scheinbar unbeeindruckt abliefern. Der Bass ist extrem trocken und hart, im Volumen hält er sich im Vergleich zu Konkurrenten ein wenig zurück. Hier geht es nicht nur um reine Performance, das sind Nuancen, Geschmackssache. Insgesamt schlicht eine sensationelle Demonstration von Kraft und Präzision. Jetzt sind die übrigen akustischen Elemente nahezu in Vergessenheit geraten, aber auch Mitten und Höhen gelingen bei hohem Pegel ausgezeichnet. Besonders die angenehme Gefälligkeit der einzelnen Effekte bereitet Freude, auch die verzerrte Stimme gelingt sehr gut.
 
Dass ELAC hier das volle Package bietet, beweisen die Vela FS 408 abschließend bei „Far From Any Road“ der Handsome Family. Eine hochpräzise Einarbeitung der zahlreichen unterschiedlichen Percussion-Elemente direkt zu Beginn des Liedes in der breiten, räumlich auch tiefen Bühne ermöglicht, dass sich der Zuhörer in der Kulisse verliert. Gleichzeitig wird wieder ein sehr dichtes Fundament mit zupackenden, tiefen Bässen geboten. Trotz der hohen Komplexität werden sämtliche Einzelheiten mit der notwendigen Aufmerksamkeit versehen, nichts scheint den ELAC Standlautsprechern zu entgehen. Auch bei „Weightless Again“, bei der sich eine Mundharmonika zum Gesamtgeschehen gesellt, stellt sich dies in identischer Manier dar. Die Stimmen gelingen exzellent. Eine leichte Schärfe ist hier häufig nachzuvollziehen, bei den Vela FS 408 scheint dies auch bei hohem Pegel sehr gering ausgeprägt zu sein, ohne spürbar an Detaillierung einzubüßen. Nicht, dass wir dies dauerhaft empfehlen würden, aber wer gerne längere Hör-Sessions in hoher Lautstärke genießt, findet in diesen Schallwandlern vielleicht den perfekten Spielpartner.

Konkurrenzvergleich

Elac FS 407: Die kleinere Elac FS 407 für 4.000 EUR Paarpreis ist ideal für kleinere Räumlichkeiten bis rund 25 Quadratmeter. Schon sie spielt trotz der schlanken, ranken Optik richtig kraftvoll im Bassbereich auf. Gerade in größeren Hörräumen und bei hohem Pegel zieht die FS 408 dann aber davon und kann die Kombination aus mehr Gehäusevolumen und größerer Membranfläche gewinnbringend ausspielen. Beiden Elac Boxen gemein ist der überaus feinsinnige, zugleich angenehm ausgelegte Hoch- und Mitteltonbereich. Wer den perfekten Gegenwert fürs Geld sucht, dem legen wir nach wie vor die FS 407 ans Herz, denn was da für 4.000 EUR an zurückhaltender Edel-Optik und überragender Akustik geboten wird, ist nach wie vor sensationell.

Dali Rubicon 6 Black Edition: Nur 444 Paare gibt es von der exklusiven Black Edition, die nicht nur optisch komplett in schwarz inklusive passend eingefärbten Holzfasermembranen auftritt, sondern auch technisch optimiert wurde. Für knapp 4.000 EUR Kaufpreis werden hier noble, akustisch absolut überzeugende Lautsprecher angeboten, die sich zum kleinen Mehrpreis akustisch deutlicher als erwartet von der "normalen" Rubicon 6 abheben. Die teurere Vela FS 408 wirkt hinsichtlich der Verarbeitung noch edler und tritt im Bass noch wuchtiger, zugleich strukturierter an. Erstaunlich ist, wie exzellent sich das Hybrid-Hochtonmodul in der Rubicon gegen die elitären JET5 Hochtöner der Vela FS 408 schlägt. Auch Dalis  Lösung für die Präsentation hoher Frequenzen löst enorm fein auf und agiert absolut impulstreu.

Nubert nuVero 140: Der Paarpreis für die extrem hoch belastbare, neutral und dynamisch klingende schwäbische Box liegt bei 4.790 EUR. Wer es gern mag, wenn jede Art von Quellmaterial ohne jede Umschweife sofort und direkt auf den Punkt gebracht wird, der freundet sich mit der nuVero 140 in der Optik mit hohem Wiedererkennungswert umgehend an. Technisch mit sehr hochwertigen, sorgfältig konstruierten baugruppen bestückt und mit zahlreichen Schaltern für die akustische Anpassung versehen, sollte die nuVero 140 auch bald 6 Jahre nach ihrer Markteinführung (High End 2015) niemand unterschätzen. 

KEF R11: Noch nicht im Test hatten wir die KEF R11, die wir aber schon ausgiebig Probe hören konnten. Das Paar der überragend verarbeiteten, schicken Standlautsprecher kommt auf 5.000 EUR. Dafür gibt es eine clean, moderne Optik und einen äußerst homogenen, in sich schlüssigen Klang. Die Bassgewalt der schlanken R11 ist immens, zudem passen die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen sowie die Gruppenlaufzeiten optimal, was auch Verdienst des Uni-Q-Koaxialtreibers ist. Die Vela FS 408 löst noch etwas sensibler im Hochtonbereich auf, steckt aber bei der akustischen Gesamtharmonie minimal zurück. Insgesamt bieten beide Boxen ein überwältigendes Niveau für einen vertretbaren Kaufpreis. 

Quadral Aurum Vulkan 9: Nehmen wir noch etwas richtig Teures, aber auch verdammt Gutes mit auf in den Konkurrenzvergleich und gehen der Frage nach, was man an Leistung bekommt, wenn man nahezu das Doppelte investiert. Im Fall der Quadral Aurum Vulkan 9 einen erstklassigen Tiefgang, einen enorm druckvollen, zugleich plastischen und präzisen Bass, fein umrissene Mitten und einen hoch belastbaren, auch im Grenzbereich souverän agierenden quSENSE Bändchenhochtöner. Ganz klar, die Vulkan 9 sind nochmals in einer anderen Liga, da muss aber auch die gesamte Elektronik-Kette mitziehen, um die Vorzüge auch ausschöpfen zu können. Bereits mit der Vela FS 408 wird ein akustischer Standard erreicht, den die meisten Anwender lediglich vom Hörensagen kennen dürften, und auch der Kieler Edel-Lautsprecher erzielt schon ausgezeichnete Ergebnisse. 

Fazit 

Die Elac Vela FS 408 markieren innerhalb der Standlautsprecher der designorientierten Vela-Serie die goldene Mitte. Das gilt auch für ihre gesamten Eigenschaften. Schon imposant, aber eben nicht ganz so groß wie eine FS 409, passen sie perfekt ins edle Wohnambiente. Die erlesene Fertigungs- und Materialqualität ist man von den Produkten aus der Kieler Manufaktur schon gewohnt, es erstaunt aber immer wieder, wie praktisch völlig fehlerlos das Finish bei jedem einzelnen Testkandidaten ausfällt. Die moderne Optik, die mit maritimen Anleihen geschickt den Standort des Unternehmens mit einbringt, wird mit einer fesselnden, dynamischen und zugleich sehr gefälligen Akustik vortrefflich kombiniert: Feine Auflösung im Hochtonbereich, tolle Brillanz, aber nie zu dominant, klar strukturierte Mitten und ein knackiger Bass, der auch bei Volumen und Tiefgang glänzt. Insgesamt unterfüttert die Vela FS 408 unsere These, dass Elac zu den derzeit besten Boxenbauern weltweit gehört und keinen Konkurrenten ernsthaft fütchten muss.

Äußerst edler, weit überdurchschnittlich leistungsfähiger Standlautsprecher aus der Kieler Traditionsmanufaktur

Gesamtreferenz Standlautsprecher Oberklasse
Test 15. März 2021

 

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 15. März 2021

 

 

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