TEST: DALI SONIK 9 - stattlicher Standlautsprecher mit hochentwickelter Technoloige für 2.398 EUR Paarpreis

Klang

Clearaudio Concept Signature Frontansicht2

clearaudio concept Signature

Avm Evolution As 3.3 Frontansicht1

AVM Evolution AS 3.3

Hier griffen wir zunächst auf den clearaudio concept Signature zurück, als Verstärker für alle Testreihen arbeitet der AVM Evolution 3.3. Die edle Streaming-Maschine besitzt auch eine leistungsstarke, per App bedienbare Phonovorstufe. 

Wir hören "Ordinary Guy" vom Album "Let The Hart Times Come" des dänischen Künstlers Jacob Dinesen - und sind sofort beeindruckt vom enormen Volumen im präzisen Bassbereich und der enormen Räumlichkeit. In zu kleinen Locations sollte man lieber auf die SONIK 7 zurückgreifen, die SONIK 9 braucht schon minimal gut 20 Quadratmeter, um sich entfalten zu können. Etwas Abstand zur Wand sollte wegen der nach hinten gerichteten Bsssreflexöffnungen auch vorhanden sein. Beherzigt man dies, verwöhnt der dänische Standlautsprecher mit einer emotionalen Darstellung der Stimme und einer hervorragenden Trennung der vokalen Elemente von den instrumentalen Elementen. Die Gitarre kommt zudem äußerst detailreich heraus, das Zupfen der Saiten wird akkurat herausgearbeitet. Jacobs Stimme wird mit sauber definiertem Dynamikumfang und einer hervorragenden Darstellung der stimmtypischen Charakteristika wiedergegeben.

Wir setzen fort mit "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy (The DALI LP). Hier gefällt uns, dass der große Standlautsprecher mit viel Sorgfalt auch kleine Facetten betont und die vokale Dynamik bei Evas Stimme sehr schön ausarbeitet. Dadurch wirkt die Stimme feinfühlig, direkt und enorm klar. Hier macht sich DALIs konstruktiver Aufwand, dem SONIK 9 das Hybrid-Hochtonmodul zu spendieren, definitiv bezahlt. Hier spielt der größte Standlautsprecher der Serie klar in einer anderen Liga als der SONIK 5, den wir bereits getestet haben. Wer die "goldene Mitte" sucht, findet diese im SONIK 7 - die mittlere Standbox der Baureihe bringt ebenfalls den Hybrid-Hochtöner mit, ist aber nicht so ausladend wie unser Testkandidat. Zurück zum Song. Hier notieren wir erneut eine hervorragende Trennung der Stimme von den Instrumenten, und eine sauber dosierte Räumlichkeit, die sich als weitläufig und tief entpuppt. Dadurch wird die Zuhörerschaft nahtlos in die Wiedergabe eingebunden. Evas Stimme löst sich zudem überzeugend von den großen Lautsprechern und verteilt sich mit stimmiger Balance im Hörraum.

Als dritter Titel von Schallplatte hören wir, gespielt vom Starpianisten Lang Lang, Hans Zimmers "Gladiator Rhapsody". Hier steht also ein Piano im Mittelpunkt, der virtuos gespielt wird, eigentlich ein Fall für richtig teure Schallwandler, die auch die Anschlagdynamik herausstellen können. Wie schlagen sich unsere Testlautsprecher hier? Antwort: Überraschend gut. Fein dosiert, mit sauber getroffener Temperatur, kommt das Piano heraus, und der beinahe der gesamte Dynamikumfang wird präsentiert. Auch sanftes Abklingen und kleine Nuancen lässt der SONIK 9 nicht "links liegen", sondern arbeitet sie mit einer Genauigkeit ein, die wir sonst nur von deutlich teureren Lautsprechern kennen - DALI wird dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Kenntnis nehmen, denn mit dem hohen Maß an Klangkultur und Detailarbeit wildert der große Standlautsprecher eiskalt im OPTICON-Revier. Ganz ehrlich - bezieht man noch den Kaufpreis mit ein, ist der SONIK 9 sogar die bessere Wahl gegenüber einer OPTICON 8. Hier merkt man eben, dass die SONIK-Serie neu entwickelt wurde und viel an weiterer Erfahrung der DALI Ingenieure einfließen konnte. Für knapp 2.400 EUR Paarpreis wird hier auf jeden Fall eine extrem gute akustische Gesamtleistung aufgeboten. 

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Als viertes Klangbeispiel wählen wir den ikonischen 80er Jahre-Track "West End Girls" vom britischen Kult-Duo Pet Shop Boys (Album "Please"). Erneut ziehen uns die SONIK 9 sofort in ihren Bann. Es ist dieses Souveräne, in sich Geschlossene, das deutlich macht, dass die Abmessungen der Lautsprecher akustisch deutliche Vorzüge bieten: Guter Wirkungsgrad, solider, exakter, raumfüllender Bassbereich, der trotzdem nicht die vokalen Anteile überlagert. Auch bei hohem Pegel bleiben die SONIK 9 gelassen und offerieren nach wie vor praktisch das volle Auflösungsvermögen. Der frei aufspielende Hochtonbereich ist auch hier wieder ein Highlight - dass DALI den Hybridhochtöner in diese absolut bezahlbaren Preisklassen gebracht hat, wird manchem Konkurrenten noch Kopfschmerzen bereiten. 

Wenden wir uns nun Titeln zu, die wir mittels TIDAL zum AVM streamen. Hier starten wir mit "Resonance" von Boris Blank. Wer denkt, dass man diesen Track nur auf einer Mehrkanal-Anlage, am besten mit Dolby Atmos Höhenlautsprechern, genießen kann, sollte sich mal mit den SONIK 9 beschäftigen. Was diese Standlautsprecher für ein Volumen und für eine dichte Räumlichkeit in den Hörraum transportieren, ist formidabel. Klar, unsere Formulierung war bewusst provokant gewählt. Natürlich bietet ein hochwertiges Mehrkanal-Setup ein ganz anderes Klangpanorama. Aber für die 2.0 Stereowiedergabe ist es höchst erstaunlich, was die Lautsprecher aus Dänemark leisten. Der extrem kraftvolle, in sich tadellos gestaffelte Bassbereich und der überragende Tiefgang sorgen dafür, dass die gesamte Wiedergabe, zu der noch die klar definierten Mitten und die feinen, brillanten Höhen hinzukommen, beeindruckend wirkt. Der SONIK 9 hat auch keine Probleme, die vielen einzelnen Sound-Elemente dieses Titels herauszustellen und gleichzeitig ein homogenes Ganzes anbieten zu können. 

Nun wird es heftig: "Land Of Confusion" in der Coverversion von Disturbed hat schon einiges an Nachdruck und gewollter Aggressivität in sich. Die SONIK 9 machen sich gelassen an die Wiedergabe, auch bei deutlich erhöhtem Pegel. Der Bass als stabiles, kraftvolles Fundament, der Gesang mit der nötigen Portion Aggressivität (aber nicht überzogen), und die E-Gitarren mit viel Lebendigkeit. Erst, wenn man es mit dem Pegel übertreibt, leidet die Differenzierung gerade bei der Stimmwiedergabe. Das liegt aber auch am etwas zu harsch abgemischten Quellmaterial. Ansonsten fällt uns auch hier wieder die ausgezeichnete Räumlichkeit während der gesamten Wiedergabe auf. 

Und der gewaltige Bassbereich der DALI SONIK 9 ist bei der Darius & Finley vs. Tom Borijn-Version des Klassikers "San Francisco" wieder gefragt. Hier geht es rund bei den tiefen Ffequenzen. Und die SONIK 9 lassen sich nicht lumpen und schieben mit enormem Nachdruck an. Sie wirken keinesfalls unterdimensioniert am edlen AVM mit den starkenn Endstufen. Die Breaks im Track kommen mit exzellenter Impulstreue heraus, und die verschiedenen musikalischen Ebenen werden sorgfältig getrennt. Wir haben diesen Titel lange nicht mehr so enorm dynamisch und nachdrücklich vernehmen dürfen. Zugleich aber bleibt die Wiedergabe zu jedem Zeitpunkt präzise. 

Wir beenden die "Streaming-Session" mit dem 2011er Remaster des Queen-Titels "Radio Gaga". Hier ist der Erlebnisfaktor groß - wieder haben es uns der Nachdruck im Bassbereich und die herausragende Räumlichkeit angetan. Auch Freddies Stimme wirkt charismatisch. Dass es sich eigentlich um eine alte Aufnahme handelt, die später nachbearbeitet wurde, um die Klangqualität an die gestiegenen Ansprüche anzupassen, wird bei sehr hoher Lautstärke dann doch deutlich. Dann leidet die Sauberkeit der Darstellung, und einzelne akustische Elemente können nicht mehr so präzise voneinander getrennt werden, wie es bei etwas geringerem Pegel möglich ist. Der maximal mögliche Pegel, denn wir mit den DALI SONIK 9 fahren können, ohne die Gesamtqualität der Präsentation merklich herunterzusetzen, ist aber erstaunlich hoch - hier kann sich der Standlautsprecher souverän auch vor deutlich teureren Konkurrenten platzieren. 

Konkurrenzvergleich

Dali opticon 8 mk2 gesamt offen abgedeckt

DALI OPTICON 8 MK2: Mit knapp 3.600 EUR ist der OPTICON 8 MK2 deutlich kostspielieger. Der Standlautsprecher wird komplett in Dänemark gefertigt und beeindruckt uns nach wie vor mit seinem lebendigen und sehr sauber gestuften Klang. Er bringt DALIs anerkannt gutes Hybrid-Hochtonmodul mit, das sich in allen Testreihen als exzellent herausstellte - genau diese Kombination aus Bändchenhochtöner und Kalotte findet sich nun aber auch im neuen SONIK 9. Somit rückt die Neuentwicklung den etablierten OPTICON 8 MK2 gefährlich dicht "auf die Pelle". Bezieht man noch den deutlich günstigeren Kaufpreis der SONIK 9 mit in die Rechnung ein, so schlägt bei uns das Pendel zugunsten des SONIK 9 aus - der auch anderen Konkurrenten in derselben Preisklasse und auch in höheren Preisklassen enormen Druck machen wird. 

Canton Townus 100 Schraeg 2

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Canton Townus 100: Mit 3.198 EUR Paarpreis sind die Townus 100 als Speerspitze der erfolgreichen Townus-Baureihe teurer als die SONIK 9. Man merkt den Preisunterschied an der aufwändigeren Verarbeitung der hessischen Standbox, die in ein feines Unibody-Gehäuse gehüllt ist. Die Treiber sind ohne Schrauben in die Schallwand eingelassen, und um die Chassis ist ein feiner silberner Ring platziert, der auch die Liebe zum Detail beweist. Klanglich spielen die Townus 100 lebendig und authentisch auf, der Hochtöner überzeugt mit seiner exzellenten Abstrahlcharakteristik. Pegelfest sind die Townus 100 mit den zwei 192 mm-Basstreibern ebenfalls. Insgesamt können die SONIK 9 bei den möglichen Pegeln souverän folgen, hinzu kommt die extreme Impulstreue und die enorme Transparenz des Hybrid-Hochtonmoduls. Insgesamt erweist sich die dänische Neuentwicklung auch im Vergleich mit dem Townus 100 Standlautsprecher als äußerst unangenehmer Konkurrent. 

Wharfedale Evo 5.4 Frontansicht Ohne Abdeckung

Wharfedale EVO 5.4: Mit einem Paarpreis von 1.899 EUR präsentieren sich die attraktiven, sauber verarbeiteten Standlautsprecher als ausgesprochen günstig und zugleich klangstark. In ihrer Preisklasse, aber auch noch ein Stückchen drüber gehören die EVO 5.4 daher mit zum Besten, was man derzeit kaufen kann. Das liegt auch an der recht aufwändigen Technologie der attraktiven Schallwandler. ZU den Besonderheiten gehört auch der fein auflösende und angenehm spielende Bändchenhochtöner. Der SONIK 9 rechtfertigt seinen Kaufpreis mit noch unmerklicherem Übergang vom Hoch- in den Mitteltonbereich und mit noch mehr Tiefgang sowie Nachdruck bei der Darstellung tiefer Frequenzen. 

Fazit

Dali sonik 9 schraeg gesamt mit abdeckung

Der DALI SONIK 9 präsentiert sich als absolut würdiges Spitzenmodell der neuen DALI-Lautsprecherserie. Klanglich beeindrucken sie mit Qualitäten, die man ansonsten nur für deutlich mehr Geld erwarten kann. Insbesondere der Hybrid-Hochtöner sticht hier hervor: Absolut impulstreu, mit weiter Räumlichkeit, exzellenter Auflösung und enormer Transparenz kann sich die Konstruktion aus Bändchen und Kalotte behaupten. Auch der komplett nahtlos verlaufende Übergang vom Hoch- in den Mitteltonbereich hat uns beeindruckt. Dank der mächtigen Doppelbass-Bestückung und des beträchtlichen Gehäusevolumens erzielt der SONIK 9 auch einen enorm nachdrücklichen, zugleich exakten Bass und glänzt mit einem hervorragenden Tiefgang. Die Mitten, die bislang in unserer Zusammenfassung noch fehlen, wirken stets klar strukturiert und auch hier ist die Auflösung ausgezeichnet. Mit ihrer modernen Optik und der sehr guten Verarbeitung machen sich die Lautsprecher zudem bestens im modernen Wohnambiente. Dadurch, dass vier verschiedene Farben zur Auswahl stehen, fügt sich der dänische Standlautsprecher praktisch überall optimal ein - vor allem dann, wenn es sich um große Lokalitäten oberhalb der 25 Quadratmeter handelt. Hier kann sich der pegelfeste Lautsprecher dann voll entfalten.

DALIs Kampfansage: exzellenter Hybrid-Hochtöner, saubere Mitten und erstklassiger Bassbereich - zum mehr als fairen Preis
Referenz 2024
Standlautsprecher bis 3.000 EUR Paarpreis
Test 24. Februar 2026

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 24. Februar 2026

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