TEST: Canton Karat GS - schlanker, klangstarker Standlautsprecher zum 50-jährigen Firmenjubiläum
Klang

Setup

AVM Ovation CS 8.3 als "zuspielende Gewalt"
Bei Diana Kralls Cover-Version von "Desperado" erfreuen uns die Karat GS mit einem sehr facettenreichen, feinsinnigen Klang, der zahlreiche musikalische Einzelheiten sehr gut herausstellt. So beispielsweise die Anschlagdynamik des Klaviers. Auch die Temperatur des Tasteninstruments treffen die Karat GS ausgesprochen gut. Natürlich sind wir auch mit hohen Erwartungen in die Testreihen eingestiegen, aber die Karat GS agieren so kultiviert und strukturiert, dass wir äußerst erstaunt über diese geschliffene Performance waren. Demnach ist der Klang sehr facettenreich, und Dianas Stimme löst sich sehr gut von den Chassis. Die Bass-Kraft ist für den schlanken Karat GS beeindruckend. Detailarbeit liegt der Karat GS aber ebenfalls, denn Dianas Stimme ertönt ungemein filigran, das Rauchige, Melancholische kommt treffend heraus. Der Lautsprecher bietet eine homogene, harmonische Klangcharakteristik auch bei höherer Lautstärke, die Trennung von Stimme und Instrumenten gelingt stets exzellent.
Vivo Per Lei, Andrea Bocelli & Georgia:Hier fällt umgehend die exzellente Herausarbeitung beider Stimmen mit erstaunlich treffsicherer Betonung auf. Auch feindynamische Details gehen nicht unter, sondern werden impulstreu und fließend ins tonale Gesamtgefüge integriert. Sehr gelungen wird das Klavier präsentiert, hier kommt die Temperatur des Instruments dem Ideal überraschend nahe: Sehr natürlich, sehr direkt werden die Töne wahrgenommen, und zudem mit passender räumlicher Einarbeitung. Der Bassbereich tritt kraftvoll und mit klarer Struktur auf. Die klangliche Harmonie lässt selbst bei deutlich gehobenem Pegel kaum nach, und die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen verlaufen praktisch nahtlos.
Elton John, I’m Still Standing: Der Klassiker wird mit straffem, angenehmen Bass präsentiert. Eltons Stimme hat aufgrund des Alters des Titels einen leicht blechernen Einschlag, hier kennen wir aber zahlreiche Kontrahenten, die diesen Makel deutlich schlechter verbergen können. Insgesamt hinterlässt die Karat GS in Bezug auf diese Eigenart der Software einen sehr guten Eindruck. Eine enorme Dynamik wird vom hessischen Standlautsprecher souverän vorgetragen. Hinzu kommt als weiterer Pluspunkt ein kultivierter, geschlossener akustischer Gesamteindruck. Dieser kommt auch durch die dichte Räumlichkeit und das erstaunliche Volumen zustande. Was die Feinzeichnung angeht, so punktet das Jubiläumsmodell mit einer gekonnten Herausarbeitung vieler musikalischer Details.
Bei der Cover-Version von "Over The Hills And Far Away" (Nightwish) agieren die Karat GS ein weiteres Mal mit Nachdruck und Übersicht. Hart und treffsicher, genau auf den Punkt, erfolgt die Basswiedergabe. Zu loben ist ferner die hervorragende Erfassung des gesamten dynamischen Spektrums, was zu einem kompletten, umfassenden Klangeindruck führt.Die Vocals gehen minimal unter, was aber auch an der Quelle liegt. Dafür kommt das Schlagzeug äußerst wirkungsvoll sowie differenziert heraus. Wieder hervor sticht die überragende Gesamtdynamik, mit Klarheit statt Aggressivität in den Höhen.
Wechseln wir das Genre komplett und lauschen "Hardcore Vibes" von Dune - eigentlich ein Track, der alles andere als geschaffen für die Karat GS ist. Aber überraschenderweise entpuppt sich der schmale Lautsprecher als wahrer Meister für die Präsentation klassischer Techno-Musik der 90er Jahre. Die Boxen erweisen sich als pegelfest und punkten mit einem satten Bass – erst bei hohen Lautstärken wird deutlich, dass der Karat GS eben keine A 65 ist. Auftrumpfen kann die Karat GS auch mit einer ausgezeichneten Herausarbeitung der Gesamt-Dynamik: Lebendig, nachvollziehbar, und atmosphärisch dicht, werden hier problemlos hohe Ansprüche erfüllt. Wechsel im dynamischen Gefüge werden mit tadelloser Impulstreue sofort erkannt. Uns gefällt zudem die sorgfältige Trennung aller vokalen Anteile und Effekte voneinander, hier befindet sich der hessische Standlautsprecher auf hohem Niveau.
Bei All Day & Night von Jax Jones und Martin Solveig erweist sich der Bass als sensationell, hart und wuchtig, kommt er genau auf den Punkt. Sämtliche vokalen Anteile kommen klar heraus - die weibliche Gesangsstimme weist tadellose Konturen auf. Sehr dynamisch und lebendig ist die Gesamtdarbeitung, zudem agiert die Karat GS stets gelassen und pariert auch enorme Pegel tadedllos. Die Karat GS spielt angenehm direkt, aber nie zu spitz oder zu metallisch - das zeichnet einen erstklassigen Allrounder in der Praxis aus.
Und dann kam "Won't Forget You" (Felix Jaehn Remix) von Shouse - ein Song, wie geschaffen für große, ausladende Boxen mit fetter Bassbestückung. Eine Canton A 65 zum Beispiel trumpft hier enorm auf. Darum hatten wir eine durchaus gedämpfte Erwartungshaltung. Die Überraschung folgte auf dem Fuße: Ohne jedes Problem schiebt die Karat GS an. Gnaden- und schonungslos, schlichtweg vortrefflich. Der Punch trifft uns ins Mark. Der Tiefgang sorgt für staunende Augen wie beim dreijährigen Kind, das zu Weihnachten das große Feuerwehrauto unter Christbaum findet. Klar, substanzreich, mit einer herausragenden Trennung aller akustischen Elemente, sorgt die Karat GS für ein Ergebnis, das in dieser Qualität kaum eine andere passive Box erzielen dürfte. Klar, eine A 65 macht noch mehr Druck. Aber verglichen mit der bescheiden auftretenden Karat GS handelt es sich hier auch im einen Boxen-Giganten. Beeindruckend ist auch, dass die Karat GS auch bei beträchtlicher Lautstärke noch alle Elemente genau auf Linie bekommt.
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Tags: Canton • Lautsprecher






