TEST: Canton Dreiwege-Standlautsprecher GLE 100 - Dynamisch, nachdrücklich und pegelfest
Klang

Das Setup
Den verblüffend geringen Kaufpreis im Hinterkopf, machen wir uns an einen äußerst bekannten Hit von Depeche Mode: "Everything Counts". Hier kann sich der große Standlautsprecher sehr gut in Szene setzen. Natürlich, höherpreisige Canton-Lautsprecher aus der Townus-Serie oder gar der limitiert erhältliche Karat GS Standlautsprecher bieten noch mehr Detailtreue, Luftigkeit und Homogenität. Aber in der gehobenen Einsteigerklasse ist es enorm, was Cantons GLE 100 Box leistet.Der Wirkungsgrad ist gut, trotzdem ist man mit einem kräftigeren Verstärker, der rund 80 bis 100 W pro Kanal minimal mobllieren sollte, besser aufgehoben als mit einem Modell der Einsteigerklasse. Hier kann man das Potential der GLE 100, was Dynamik, Basskraft und Pegelfreude angeht, dann nicht voll ausfahren.
Der Klang ist recht angenehm, ein minimal blecherner Einschlag kommt erst bei beachtlich hohem Pegel hinzu. Die GLE 100 löst vokale Elemente sehr gut von den Lautsprecherchassis und bietet, was wir allerdings aufgrund der konstruktiven Rahmenbedingungen bereits erwartet haben, einen knackigen Bass, der solide auf den Punkt kommt. Unseren Eindrücken nach ist die GLE 100 etwas „heller“ abgestimmt als z.B. die ebenfalls unter die Lupe genommene Karat GS. Der Klang ist trotz allem relativ neutral und zugleich lebendig. Überdies wird eine dichte, gut gestaffelte Räumlichkeit angeboten. Das große Gehäusevolumen merkt man am tadellosen Tiefgang.

Die GLE 100 spielt beeindruckend auf
Wir machen weiter mit Live And Let Die, in der Cover-Version von Guns & Roses. Schön kommt bei diesem Titel die charakteristische Stimme von Axl Rose heraus. Der Canton GLE 100 gelingt eine saubere Trennung von Stimmen und Instrumenten. Hervorzuheben ist auch das gute Management der Dynamiksprünge, hier ziehen teurere Boxen aus dem Canton Sortiment noch mehr an.
Das Klavier wird erstaunlich gut präsentiert, die Temperatur passt, und die räumliche Wirkung ebenfalls. Insgesamt hören wir hier eine ausgewogen-lebendige Akustik mit authentischer Staffelung in Weite und Tiefe - die Canton GLE 100 bietet wirklich einen ausgezeichneten Gegenwert für ihren Kaufpreis.
Der nächste Song ist ebenfalls ein Evergreen: "Money For Nothing" von den Dire Straits. Hier notieren wir eine sehr gute Räumlichkeit schon beim Intro, plus einer ordentlichen Detaillierung über den gesamten Frequenzbereich. Hervorzuheben ist der ausgezeichneter Einsatz des Schlagzeugs und der E-Gitarre - beide Instrumente weisen eine glaubwürdige Detaillierung auf und werden impulstreu präsentiert. Räumliche Weite und Tiefe zeigen ebenfalls auf, dass man die GLE 100 als echte HiFi-Box sehr ernst nehmen sollte.
Der Spannungsbogen zu Beginn des Tracks kommt ebenfalls authentisch heraus. Die beinahe makelliose, konstant impulstreue Wiedergabe des Rhythmus beweist, wie sorgfältig man in Weilrod die GLE 100 abstimmte. Die Stimme des Sängers ist mit charakteristischen Elementen versehen und stärkt so die atmosphärische Dichte des Gesamtvortrags.
Kommen wir mit "You" von Ten Sharp zu einem Klassiker der 90er Jahre. Überraschend gut gelingt der GLE 100 die Einarbeitung des Klaviers gleich zu Beginn. Die Stimme präsentiert sich in den Grundstrukturen als klar aufgebaut, auch kleinere Facetten werden prima getroffen. Die GLE 100 entwickeln eine glaubwürdige Dynamik, typisch für die großen Standlautsprecher ist der exzellente, dichte Bassbereich. Herauszuhören ist auch die gute Loslösung des Klangs von den Lautsprecher-Chassis. Insgesamt freuen wir uns hier über einen authentischen Sound mit tadelloser Detaillierung und sehr guten räumlichen Strukturen.
Wenden wir uns unserem nächsten Stück zu - Oli P, Flugzeuge im Bauch. Der Bass, schwierig gut zu treffen bei diesem Track, kommt in voller Härte heraus, auch die Impulstreue hat uns abgeholt. Hier profitiert die GLE 100 von der performanten Treiberbestückung. Oli Ps Stimme rückt etwas in den Hintergrund, ist aber von den Konturen und der Stimmfarbe her treffend - mehr kann man in dieser Preisliga kaum erwarten. Dass eine Townus 90 hier hörbar geschliffener agiert, sollte jedem klar sein. Die weibliche Stimme wird sauber getroffen, erst bei hohem Pegel ertönt sie minimal verzerrt und blechern, hier sind teurere Canton Boxen noch souveräner. Zu bemerken wären noch, dass sich die GLE 100 dem I Tempo des Tracks impulstreu anpasst.
Nun widmen wir uns zeitgemäßer Disco- und Club-Musik, Der Gigi D'Agostino-Klassiker "L‘Amour Toujours" wird von uns im Mix von Beachbag unter die akustische Lupe genommen. Die weibliche Stimme kommt direkt am Anfang gleich sehr klar heraus.
Der Bassbereich wird als überragend wahrgenommen, kraftvoll, exakt, voluminös und mit einem exzellenten Tiefgang versehen. Die GLE 100 präsentiert sich als sehr pegelfest und souverän aufspielend. Die hohe Geschwindigkeit des Tracks bereitet der GLE 100 keinerlei Probleme, und jeder Wechsel im dynamischen Gefüge kommen impulstreu heraus.
Sheep (Alan Walker, Lay) ist unser letzter Track. Hier spielen die GLE 100 gnadenlos ihr enormes Gehäusevolumen aus – der Tiefgang und der Punch im Bassbereich schlägt beinahe jeden Konkurrenten.Die Mitten wirken zwar in einigen Passagen etwas dünn, aber zaubern können auch die Hessen nicht bei einem ausladenden und belastbaren Standlautsprecher, der pro Stück nicht einmal 700 EUR kostet. Zu loben bei diesem Titel ist die weitläufige räumliche Wirkung, und auch Tempo-Wechsel werden mit direkter Wirkung herausgearbeitet. Die Pegelfestigkeit ist auf enorm hohem Level - hier macht kaum ein Konkurrent der GLE 100 etwas vor.
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Tags: Canton • Lautsprecher






