SPECIAL: Dynamisches HDR auf Bildebene für die JVC D-ILA-Beamer DLA-N5, DLA-N7 und DLA-NX9

Die schon legendären JVC D-ILA-Beamer DLA-N7 (7.999 EUR), DLN-NX9 (17.999 EUR) und der „kleinste“ DLA-N5 (5.999 EUR) werden dank der neuen dynamischen HDR-Funktion namens „Frame Adapt HDR“ nun noch interessanter für den anspruchsvollen Heimkino-Fan.

DLA-N7 im JVC-Kino

Rückseite mit Anschlüssen

Kurz zu den Beamern. Natürlich haben alle Beamer diese neue Funktion und 4K-Bildauflösung. Bereits der N5 erfüllt souverän die Ansprüche der meisten Heimkino-Fans. Aber natürlich geht noch mehr. Die weiter unten beschriebene Funktion „Kinofilter“ besitzen nur die Modelle N7 und NX9. Dadurch sind diese Modelle variabler, denn man kann entweder farb- oder helligkeitsoptimiert arbeiten. Natürlich bietet der N7 mehr Farbsättigung und ein besseres Kontrastverhältnis als der N5. Hauptmerkmal des absoluten Topmodells NX9 ist ein komplett anderes, lichtstarkes Objektiv. Zudem ist der NX9 in der Lage, eine 8K-Auflösung über die JVC-exklusive E-Shift Technologie zu erzeugen.

Der JVC DLA-N5 in Weiß

Seitenansicht

Grundsätzlich geht es um eine akkurate HDR-Darstellung. Vor rund drei Jahren war die DLA-X5000er Serie die erste JVC-Beamer-Serie mit HDR-Unterstützung. Damals war alles statisch, eine HDR-Einstellung für den gesamten Film. Das Bild war damals auf maximal 4.000 Nits ausgelegt und daher oft zu dunkel, was die Folge hatte, dass Details in den dunklen Bildbereichen verschwanden.

Der Panasonic DP-UB9004 kommt als Zuspieler zum Einsatz

Den edlen Hightech-Player hatten wir bereits im Test

Die Folgeserien 5500 und 5900 brachten immer mehr HDR-Anpassungsmöglichkeiten mit sich. Man konnte z.B. Gammakurven mit Hilfe spezieller Tools entwickeln, um so die Detailwiedergabe in dunklen Bildbereichen zu verbessern. Mit der aktuellen N-Serie kam direkt ab Anfang das „Auto Tone Mapping“ (vom Panasonic DP-UB9004 unterstützt, mittels entsprechendem Farb-Preset). Das Interessante der Maßnahmen ist: Wirklich „dynamisch“ wirkten alle diese Funktionen nicht. Sprechen wir von echter Dynamik, müssten sich die HDR-Parameter eigentlich für jeden Frame individuell verändern, und das in Abhängigkeit von den örtlichen Rahmenbedingungen.

Die JVC N-Serie mit ihren sehr leistungsstarken Bild-Prozessoren bot die entsprechenden Voraussetzungen für die Entwicklung einer Software, die in der Lage ist, jeden Frame zu analysieren und dadurch das oben beschriebene Manko auszugleichen. Das heißt in der Praxis: Nun können wir tatsächlich von dynamischem HDR sprechen. Die Funktion Frame Adapt HDR greift direkt auf den Datenstrom, unabhängig von der Quelle, zu und analysiert die Helligkeits-Dynamik des jeweiligen Frames. Die maximale sowie die durchschnittliche Helligkeit werden ermittelt. Grundvoraussetzung ist, dass der Content  im HDR10 Format vorliegt. Hierzu muss ergänzt werden, dass HDR10 auch für HDR10+ und Dolby Vision als Basis dient.

Top-Flaggschiff JVC DLA-NX9

Oberseite mit JVC-Logo und Status-LEDs

Alle JVC Beamer der N-Serie, die ab jetzt ausgeliefert werden, kommen mit der neuen Frame Adapt HDR-Software. Die zuvor ausgelieferten Geräte können über die USB-Schnittstelle vom Besitzer entsprechend aktualisiert werden. Wo findet man die Funktion Frame Adapt HDR im Menü? JVC hat hier den neuen „Frame Adapt HDR“ Bildmodus geschaffen. Das heißt, man findet die wertvolle Funktion bei den Bildmodi. Man kann bei den HDR-Einstellungen eintragen, dass immer bei der Erkennung von HDR10 Inhalten der Frame Adapt HDR Modus automatisch aktiviert wird. Wichtig ist, dass im Menü zum „Frame Adapt HDR“ Bildmodus die richtige Einstellung für den Kinofilter gewählt wurde. Bei „Breit“ wird der DCI-Farbraum wiedergegeben, verbunden mit einem gewissen Helligkeitsverlust. Bei „normal“ wird  ein erweiterter BT.709 Farbraum wiedergegeben, mit mehr Helligkeit.

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Neuer Bildmodus "Frame Adapt HDR"

Hier wählt man mit der Einstellung Kinofilter den jeweiligen Farbraum

Einstellung HDR-Pegel

Zudem gibt es noch die Einstellung „HDR-Pegel“. Hier gibt es vier Programme: Auto (Metadaten werden von der Disc gelesen für die Grundhelligkeit), „Gering“ (geringe Helligkeit für sehr hell aufgenommene Filme), „Mittel“ (für Filme in normaler Helligkeit oder für Filme, die keine Werte enthalten) sowie „Hoch“ (für recht dunkle Filme).

Unsere Testreihen fanden mit dem N7 auf einer 3-Meter-Leinwand statt.

Filmmaterial: Aquaman (3.500 Nits maximale Helligkeit, 950 Nits Helligkeit im Durchschnitt

Laufzeit 30:12, Vollmondnacht, ist normalerweise zu dunkel bei aktivierter Auto Tone Mapping Funktion. Früher hätte man manuell die Helligkeit hochregeln müssen für diese Sequenz. Allerdings passt die hochgeregelte Helligkeit dann nicht zu den hellen Szenen im Film. Jede Menge Strukturen und Details gehen verloren. Demnach ist es ein großes Problem, eine für alle Sequenzen passende Einstellung zu finden. Genau hier greift die Frame Adapt HDR Funktion und sichert dynamisch für jede Szene die optimale Einstellung.  Schauen wir uns nun die entsprechenden Kapitel im Frame Adapt HDR Bildmodus an, so stellen wir fest, dass durch das dynamische Eingreifen dunkle Sequenzen enorm viele Details zeigen (Strukturen auch in den hinteren Bildebenen, kleine Einzelheiten, saubere, gleichmäßige Durchzeichnung auch sehr dunkler Teile des Bildes), gleichzeitig aber verfehlen auch helle Szenen ihre Wirkung nicht.

Ohne Frame Adapt HDR müsste man prinzipiell bei dunklen Szenen die "Helligkeitskorrektur" stark anheben

Umgekehrt bei sehr hellen Bildern anheben - Frame Adapt HDR automatisiert diesen Vorgang, analysiert jedes einzelne Bild und optimiert in Echtzeit die Einstellungen

Nie erscheint das Bild zu grell, alle Muster und Strukturen sind fein durchzeichnet. Zu loben ist auch grundsätzlich die enorme Plastizität, die ihren Grund auch in der perfekt passenden Farbsättigung hat. Bei Szenen in der Nacht oder unter dem Meer, aber auch bei Tageslicht-Sequenzen oder anderen Filmteilen mit größerer Helligkeit überzeugt Frame Adapt HDR auf ganzer Linie. Damit unterstützt Frame Adapt HDR die überragende Bildwirkung des N7 – das Bild ist auch bei schnellen Kamerafahrten enorm ruhig, alle Bewegungsabläufe sind flüssig. Die Frame Interpolation in der Stude „mittel“ agiert hervorragend. Das Bild wirkt wie aus einem Guss, alles läuft nahtlos und sauber ab. Die Stufe „hoch“ empfinden wir als auch überraschend gut, das Bild wirkt in der Stufe „Mittel“ aber schon natürlicher.

Generell gilt für den N7: Die Schärfe ist auch in den hinteren Bildebenen exzellent. Nun, mit Hilfe von Frame Adapt HDR, erscheint das Bild nicht nur kontrastreicher, sondern auch deutlich realistischer. Der „3D-Effekt“ wirkt authentisch und nicht überzogen. Der Eindruck, mitten ins Geschehen eintauchen zu können, ist sehr stark ausgeprägt, das gilt für Panorama-Aufnahmen ebenso wie für Nahaufnahmen. Auch schwierig wiederzugebene Szenen – z.B. grelle Neonlicht-Akzente in der Dunkelheit – werden klar, scharf und kontrastreich wiedergegeben.

 

Special: Carsten Rampacher
Bilder: Oksana Fritz, Philipp Kind
Datum: 05.12.2019

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