XXL-TEST: Raumfeld Sounddeck – multimedialer Tausendsassa für 1.000 EUR

Raumfeld Sounddeck Front Seitlich3

„Willkommen an Deck“, grüßt das Raumfeld Sounddeck für 1.000 EUR freundlich auf der Raumfeld-Website. Eine verheißungsvolle Einladung mit Chance auf das große akustische Abenteuer? Wir haben untersucht, ob es sich lohnt, auf dem Raumfeld-Kreuzfahrtschiff zu buchen. Optisch kommt das Raumfeld Sounddeck kaum minder elegant daher als das neueste Mitglied der Aida-Schiffsflotte: Ganz edles Kreuzfahrtschiff ist die Gehäusefarbe, vorgetragen in noblem Schleiflack, natürlich weiß. Andere Farben sind derzeit nicht erhältlich, „Schwarzseher“ müssen weitersuchen. 12 kg wiegt das Sounddeck, mit einer Breite von 73 cm, einer Tiefe von 41 cm und einer Höhe von 11 cm stellt es auch hinsichtlich er Abmessungen einiges dar. Leider gibt der Hersteller kein maximales Gewicht auf der Website an, dass ein darauf platzierter TV maximal haben kann. 

Raumfeld Sounddeck Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Raumfeld Sounddeck Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse: HDMI mit ARC für die Verbindung mit dem TV, Ethernet, USB, optischer Digitaleingang sowie Cinch-Stereo
 Raumfeld Sounddeck Fernbedienung

Schicke Fernbedienung mit Direktwahltasten

Das Sounddeck wird mit schicker, sehr gut in der Hand liegender Aluminium-Fernbedienung ausgeliefert. Diese bietet sogar vier Direktwahltasten, es können besonders oft benötigte Funktionen hinterlegt werden. Es findet sich eine gute, aber nicht restlos überzeugende Auswahl an Verbindungsmöglichkeiten. So fehlt uns ein 2. HDMI-Terminal (braucht man, wenn z.B. der angeschlossene TV kein HDMI-ARC unterstützt – so muss man dann über die optische Digitalverbindung gehen) ebenso wie Bluetooth als weitere, beliebte drahtlose und vor allem einfache drahtlose Anschlussmöglichkeit. Das eingebaute WLAN-Modul unterstützt 802.11 n/g, aber kein 802.11 ac. Leider gibt es in der Ausstattungsliste noch weitere Defizite. Das Sounddeck offeriert keine Decoder für Dolby Digital und DTS. Daher muss im zuspielenden Device die Tonsignalausgabe auf „PCM“ geschaltet werden. Dafür wird dank der Raumfeld Wellenfeld Technologie stets eine weitläufige Räumlichkeit mit breitem Sweet Spot geboten. 

Raumfeld Sounddeck Standfuss

Standfüße für sicheren Halt

Raumfeld Sounddeck Tieftoener

Einer der beiden 130 mm Basstreiber

Raumfeld Sounddeck Unterseite

Unterseite komplett

Raumfeld Sounddeck Bedienelemente Front

Schicke Alu-Leiste als charakteristisches Raumfeld-Designmerkmal auf der Front

Hinsichtlich der technischen Daten ist es durchaus eindrucksvoll, was das Sounddeck so zu bieten hat. Im stabilen, sorgfältig verarbeiteten MDF-Bassreflex-Gehäuse, vorn/seitlich durch das tadellos aufgezogene Stoff-Gitter, hinter dem die Chassis sitzen, unterbrochen, steckt reichlich Verstärkerleistung. Auf die 6 70 mm Breitband-Chassis mit Membran aus beschichteter Zellulose entfallen jeweils 25 Watt maximale Ausgangsleistung, was sich auf 125 Watt summiert. Die beiden nach unten abstrahlenden 130 mm Subwoofer-Chassis mit Zellulose-Membran werden mit 130 Watt maximaler Leistung bedient. Als dauerhafte Sinus-Leistung verbleiben 20 Watt pro Chassis bzw. 80 Watt für den Bassbereich. Dass der Bassbereich stark auftritt, verdeutlichen 42 Hz untere Grenzfrequenz. Das macht das Sounddeck auch „fit“ für den Filmabend. „Fit“ ist das Sounddeck auch hinsichtlich der Entgegennahme von HiRes-Audiodateien: Unsere FLAC-Files bis 192 kHz/24-Bit spielte das Sounddeck problemlos ab. Aufgrund der oberen Grenzfrequenz von 20 kHz können HiRes-Files aber nicht in allen Details akustisch abgebildet werden. 

Unterstützt werden:

  • iOS und Android-Devices, für diese gibt es die Raumfeld-App
  • Spotify Connect
  • Tidal (40 Millionen Songs in verlustfreier CD-Qualität, aktuell 3 Monate Tidal gratis im Wert von knapp 60 EUR beim Kauf eines Raumfeld-Produktes)
  • Soundcloud
  • Tune In
  • Napster powered by Rhapsody
  • Last.fm
  • Wimp
  • Bald kommt noch der Support von Google Cast
  • Musik vom angeschlossenen Smartphone sowie, nach dem Hinzufügen von weiteren Musik-Ressourcen in den Einstellungen der App, Musik von PCs und Home Servern kann wiedergegeben werden. Das Laden größerer Musik-Bibliotheken in die App inklusive Album-Covern nimmt etwas Zeit in Anspruch

Wichtig: Musikdienste erscheinen erst dann in der Übersicht vom Home-Menü, wenn sie zuvor eingerichtet wurden. Alles, was schon eingerichtet ist, kann man in der Übersicht sehen. 

App und Installation

Raumfeld App 1

Wir beginnen mit der Einrichtung

Raumfeld App 2

Ratschläge für eine erfolgreiche Installation

Raumfeld App 3

Welches Raumfeld-Device soll verbunden werden?

Raumfeld App 4

Klar ist, dass das betreffende Device eingeschaltet sein muss

Raumfeld App 5

Zunächst ist die „Setup“ Taste zu betätigen

Raumfeld App 6

Vorbereitung der Einrichtung

Raumfeld App 7

„Raumfeld Setup“ WLAN in den Einstellungen des Smartphones

Raumfeld App 8

Jeder Schritt wird genau erklärt. Das hilft auch weniger versierten Anwendern

Raumfeld App 9

Es vergeht nur wenig Zeit, und man ist im Raumfeld Setup Netzwerk

Raumfeld App 10

Jetzt kann die App wieder geöffnet werden

Raumfeld App 11

Kurzer Blick in die iPhone-Einstellungen

Raumfeld App 12

Raumfeld Sounddeck wurde identifiziert

 

Raumfeld App 13

Eingabe des Passworts vom „normalen“ WLAN vor Ort

Raumfeld App 14

Nun ist das Sounddeck verbunden

Raumfeld App 15

Aktuell ist kein Software-Update erforderlich

Raumfeld App 16

Benennung der Hörzone

Raumfeld App 17

Nachdem ein Gerät eingerichtet wurde, kann man im Anschluss gleich weitere hinzufügen

Raumfeld App 18

Grundmenü

Raumfeld App 19

Musikwiedergabe vom iPhone

Raumfeld App 20

Raumfeld zieht sich leider nicht die Playlisten vom iPhone. Man muss eigene Raumfeld-spezifische Playlists erstellen

Raumfeld App 21

Spotify Connect ist auch an Bord

Raumfeld App 22

Tune In Internetradio

Raumfeld App 23

Hier sieht man alles, was prinzipiell verfügbar ist 

Raumfeld App 24

Einstellungen. Hier kann man Musikressourcen und Musikdienste hinzufügen

Raumfeld App 25 

Weiteren Raum hinzufügen

Raumfeld App 26

Netzwerk-Einstellungen

Raumfeld App 27

Sollten sich Updates finden – hier werden sie anzeigt

Die Einrichtung des Raumfeld Sounddecks per App funktioniert ausgezeichnet. Schnell und ohne störende Fehlermeldungen bringt man das Device innerhalb weniger Minuten an den Start. Dadurch, dass innerhalb der App jeder Schritt genau erklärt wird, kommen auch weniger erfahrene Anwender mit dem ganzen System gut zurecht. Die App ist grafisch modern sowie attraktiv gestaltet und leistete sich im Testbetrieb keinen Absturz. 

Pro & Contra Raumfeld Sounddeck

+ Vollwertiger Bestandteil eines Wireless Audiosystems und vollwertiger aktiver TV-Speaker
+ Sehr gute App für die Steuerung der Raumfeld-bezogenen Funktionen
+ Viele Musikdienste zur Auswahl
+ HiRes Audio-Dateien können wiedergegeben werden (FLAC, WAV)
+ Hochwertige Verarbeitung, elegante Optik, tadellose Fernbedienung
+ HDMI mit ARC
+ Raumfeld Wellenfeld Technologie für räumlichen Sound und erweiterten Sweet Spot
+ Üppige Verstärkerleistung

– Nur 1 HDMI 1.4a-Terminal
– Keine Decoder für Dolby Digital und DTS
– Kein Bluetooth

Klang

Zuerst spielen wir Musik von unserem iPhone 6S Plus ab, auf welchem sich auch die Raumfeld-App zur Steuerung befindet. Leider, so müssen wir feststellen, werden die Wiedergabelisten nicht vom iPhone übernommen, so dass man sich innerhalb der Raumfeld-App eigene Wiedergabelisten erstellen muss. Nun aber interessieren uns die Klangeindrücke. Sechs Chassis plus zwei nach unten abstrahlende Subwoofer sowie 6 x 25 plus 1 x 130 Watt Spitzenleistung  – das Raumfeld Sounddeck mit 6.1 Verstärker-Konfiguration sollte eigentlich mit enormen akustischem Können „alle an Deck“ begrüßen können. Ob dies auch in der Praxis zutrifft? Wir lassen es „rocken“ und starten durch mit Linkin Park. „Keys To The Kingdom“ beginnt enorm aggressiv – etwas unstete Zeitgenossen könnten in einem spontanen Wutanfall durchaus das Zimmer verwüsten. Vor allem, wenn man die kraftvolle Wiedergabe des Raumfeld Sounddecks genießt. Was hier hinsichtlich der möglichen Pegel abgeht, lässt die Pegelfestigkeit der meisten Konkurrenten wie ein „laues Lüftchen“ erscheinen. Massiver Bassdruck trifft hier auf eine gute, nicht zu spitze Stimmwiedergabe und fetzige E-Gitarren-Riffs. Es schießen die akustischen Salven mit erstaunlich massiver Struktur und toller Räumlichkeit durch den Hörraum – auch beim zweiten Linkin Park-Titel „All For Nothing“: Die üppige Gesamtleistung traut man diesem „Rockster im harmlosen Sounddeck-Gewand“ sofort zu. Man braucht keine Scheu vor hoher Lautstärke zu haben – da verzerrt nichts, da schlägt nichts durch. Für den Crossover-Musikfreak bombastisch. 

Nun wechseln wir den Style und hören uns den Trance-Track „Aurora“ von DJ Klubbingman&Savon an. Der harte Kickbass lässt die Basschassis vieler aktiver TV-Lautsprecher alt aussehen. Durchschlagen, kein Druck, Verzerrungen – das ist oft bei gehobenem Pegel das traurige Ergebnis. Ganz anders das Sounddeck der Raumfeld-Experten: Hier ballert der Kickbass präzise durch den Raum, hervorragend werden Effekte herausmodelliert. Die Stereo-Wirkung und der räumliche Effekt sind so gut gelungen, dass man manches gute kompakte Micro-HiFi-System mit zwei „echten“ Boxen dagegen vergessen kann. Dazu kommt eine 100 % gelungene tonale Auslegung. Störendes spitzes Gekreische, oder auch zu dumpfe, belegte Töne kommen nicht vor. Harmonisch, klar, hervorragend auch für längere Hör-Sessions: Das Raumfeld Sounddeck trifft voll ins Schwarze. Wie sieht es mit „Out Of The Blue“ von System F. aus? Dieser Trance-Klassiker liegt dem Sounddeck ebenfalls auf ganzer Linie. Der Bass erweist sich ein weiteres Mal als außergewöhnlich kraftvoll, gleichzeitig aber ist die Präzision untadelig. Zielgerichtete tieffrequente Tätigkeit anstatt ziellose, verwaschene Wummerei – Raumfeld weiß, was Trance-Fans wünschen. Effekte werden weitläufig und mit klarer Struktur präsentiert, die gesamte Dynamik liegt auf hohem Level. Kleine dynamische Differenzen werden akkurat integriert. Wir beenden unsere Trance-/Club-Session mit dem Calvo-Remix des Freischwimmer-Remakes von „California Dreamin“. Hier läuft das Sounddeck zu absoluter Bestform auf. Wer hier nicht begeistert ist, der hat am Abend zuvor wohl zuviel Baldrian geschluckt. Sehr dynamisch, mit enormer Wucht im Bassbereich, dazu klar, strukturiert, räumlich dicht – rundherum top. Dass gerade der räumliche Eindruck so authentisch und intensiv ist, liegt wohl auch an der Chassis-Anordnung. 

Geht es denn auch sensibler? Oder ist das Sounddeck der richtige Partner fürs „Grobe“? Wir machen die „Probe aufs Exempel“ und führen dem eleganten aktiven Lautsprecher Andrea Bocellis „Perfidia“ zu. Lebendig, mit einer sehr schönen Loslösung vokaler Elemente vom Lautsprecher, merken wir schon rasch: Nein, wir haben das Raumfeld Sounddeck nicht auf dem falschen Fuß erwischt. Auch hier profiliert sich der Berliner Universalist ausgezeichnet. Die „kleinen Zwischentöne“ werden nicht unterschlagen, sondern flüssig sowie glaubwürdig eingearbeitet. Der Bass mag dem ein oder anderen zu wuchtig sein – wir finden die akustische Auslegung überragend. Denn so „erlebt“ man intensiv, taucht in die Musik ein und hört nicht nur, sondern fühlt auch. Und das bei einem aktiven TV-Lautsprecher – großes Kompliment! „Love In Portofino“, ebenfalls von Andrea Bocelli, erzählt ein weiteres Mal die Geschichte des stolzen Stereo-Lautsprecherpaares, das als Sounddeck wiedergeboren wurde. So intensiv, atmosphärisch so dicht – grandios. Lebendig und klar ertönt die Stimme, die Instrumente werden sauber davon getrennt, und selbst die Streicher arbeitet das Sounddeck plastisch und gefällig ein. 

Nun machen wir den „HiRes“ Test und hören uns verschiedene FLAC-Stücke direkt von unserem Server an. Nachdem wir in den Einstellungen unter „Ressourcen“ diesen hinzugefügt haben, können wir jetzt auch Musik vom Home Server wiedergeben. Wir beginnen mit „Diamante“ (Alessi) in 96/24. Mit einer ausgezeichneten, charismatischen und nicht zu schrillen Stimmwiedergabe und einer überraschenden Brillanz entführt uns das Sounddeck ein weiteres Mal nach Bella Italia. Lago di Garda, wir kommen! Sonne, enge Straßen, Seeluft, Cabrio – dazu passt der Titel perfekt, und das Sounddeck hilft massiv durch lebendige, klare Wiedergabe bei der Vermittlung. Die „Flowers Of Sendai“ vom Jan Lundgren Trio mit musikalisch fernöstlichem Einschlag beweist-  perfekt ist auch das Sounddeck nicht. Das Klavier wirkt etwas zu synthetisch zu beginn, die Anschlagdynamik der Tasten kommt nicht so überzeugend heraus. Die Räumlichkeit ist prima, auch kann man problemlos mit höherem Pegel hören. Wir wechseln zu „Brasil“ von Mark Knopfler (192/24) und hier ist das Sounddeck gleich wieder voll in seinem Element. Die akustische Gitarre sowie Marks charakteristische Stimme arbeitet der aktive Lautsprecher exzellent heraus. Tolle räumliche Wirkung, feine Staffelung, ein komplettes akustisches Bild – es ist höchst beachtlich, zu was das Raumfeld Sounddeck imstande ist. Geht man ohne das Vorurteil an das Produkt, dass aktive TV-Lautsprecher ohnehin nicht für die gelungene Reproduktion von Musik taugen, kann man nur positiv überrascht sein. 

Nach dem HiRes-Ausflug checken wir nun, wie gut Titel aus Spotify mittels Spotify Connect vom Sounddeck wiedergegeben werden. „Dreamer Trance“ von Mediteria im General Base Mix von 1993 – in den Trance-Hochzeiten erschaffen – hören wir uns an. Und selbst dieses qualitativ bestenfalls durchschnittliche Stück gibt das Raumfeld Sounddeck mit erstklassigem Bassdruck und einer richtig guten Raumwirkung wieder. Es geht voran – das demonstriert uns der aufgeräumte, enorm nachdrückliche Bassbereich, die dynamische Integration der Synthesizer-Elemente überzeugt ebenfalls voll und ganz. „Back Again“ von General Base zeigt uns die gleichen Vorzüge ein weiteres Mal auf. Wir hatten noch nie ein Sounddeck oder eine Soundbar im Test, deren Klang uns echt gefesselt hat – das Warten hat ein Ende. Das Raumfeld Sounddeck schafft es, dass wir unsere Hörsession einfach weiterführen und noch den Eurodance-Klassiker „Give Me Your Love“ von Masterboy hinterherreichen. Dynamisch, vehement, entschlossen – Raumfelds Alleskönner schiebt auch hier mächtig an und lässt alte Eurodance-Zeiten der 90er Jahre farbenfroh aufleben. 

Jetzt nutzen wir das Raumfeld Sounddeck, um verschiedenen Blu-rays akustisch den richtigen Ausdruck zu verleihen. Dazu schließen wir das Sounddeck per HDMI am TV an. Nun, da das Sounddeck über HDMI mit Audio Return Channel verfügt, erkennt der TV das Device als externes Audio-System, und wir können nun die anderen Quellen über das Sounddeck anhören. Wir beginnen mit dem Duett von Andrea Bocelli und Sarah Brightman „Canto Della Terra“ von der BD „Vivere – Live in Tuscany“. Die Tonspur: PCM 5.1. Mit PCM, dem Ursprungsformat, kommt das Sounddeck natürlich zurecht. Anders sieht es bei Dolby- und DTS-Tonspuren aus. In Ermangelung von Decodern an Bord muss hier der BD-Player im entsprechenden Menu von der Bitstream- auf die PCM-Signalausgabe umgeschaltet werden. Ärgerlich. Bei einem 1.000 EUR-Device hätten auch zumindest Decoder für normales, herkömmliches Dolby Digital und DTS drin sein müssen. Diesen Nachteil haben wir aber oben schon bei der Bewertung der Ausstattung aufgeführt, darum gibt es hier keine weiteren Abzüge. Nur Pluspunkte sammelt bei der hier vorliegenden PCM-Tonspur der klare, angenehme Klang. Der volle Bass, die gute Loslösung der Stimmen Andreas und Sarahs vom Lautsprecher und die weitläufige räumliche Wirkung gefallen uns sehr gut. Auch die lebhaften Beifallsbekundungen des Publikums sind gelungen eingebunden. „Bellissime Stelle“ klingt auch klar, recht filigran und überzeugt so auch Musikliebhaber mit einem gewissen Anspruch.

Dass das Sounddeck akustisch so gut abschneidet, liegt auch in der „Raumfeld Wellenfeld Technologie – masterminded in Berlin“ begründet. Raumfelds Akustiker haben wir eine spezielle DSP-Ansteuerung entwickelt, mit der die sechs Chassis im Sounddeck optimal angesteuert werden in Bezug auf die Entfaltung einer glaubwürdigen, gleichzeitig intensiven räumlichen Wirkung. Und auch mehrere Personen auf der Couch genießen das volle Spektrum an räumlicher Wirkung. Den „Sweet Spot“, also den Punkt, innerhalb dessen man die optimale Räumlichkeit genießt, konnte dank der Raumfeld-Technologie deutlich vergrößert werden. Gleichzeitig entsteht kein unpräziser, undefinierter Klang – im Gegenteil. Kerngedanke der Wellenfeld Technologie ist auch, dass Schallereignisse im Raum sehr gut geortet werden können. Übrigens – selbst wenn man im ungünstigen Winkel zum Sounddeck steht, hat man noch den nahezu vollen Klangeindruck, wie unsere Praxistests bewiesen haben. Die sehr gute Sprachverständlichkeit auch bei enormer Lautstärke ist ein weiterer Vorteil. Immer sind überdies Stimmen klar von den anderen akustischen Ereignissen abgegrenzt, ohne dass sie sich zu sehr in den klanglichen Vordergrund schieben. 

Jetzt muss das Sounddeck alles geben. Bei „Empires Of The Past“ und bei „Days Of Eternity“ von der BD „Lichtmond 3 – Days Of Eternity“ wird von DTS-HD auf PCM von unserem BD-Player auf digitaler Ebene gewandelt. Was bringt nun die Raumfeld Wellenfeld Technologie bei dieser BD mit enormer räumlicher Weite und großer Effekt-Vielfalt? Und werden auch hier hohe Pegel geschafft? Der Regen zu beginn von „Empires Of The Past“ wirkt, inklusive dem mächtigen Donner, erstaunlich lebendig. Klar, es fehlt ganz unten an Fundament, hier kann ein solches Sounddeck nicht die Wucht und den Tiefgang ausgewachsener Mehrkanal-Lautsprechersystem bieten. Die männliche Stimme kommt extrem gut heraus, und löst sich auch konsequent von den Chassis. Die gute Differenzierung verschiedener räumlicher Ebenen ist Verdienst der eben vorgestellten Wellenfeld Technologie. Man hat den Eindruck, inmitten eines dichten Klangteppichs zu sitzen, der einen fast ganz umgibt. Die psychoakustische Illusion ist daher ausgesprochen gut gelungen. Alle akustischen Parts verschmelzen zu einem nachdrücklichen, dynamischen Ganzen – das auch vom Sounddeck gern mit höherem Pegel serviert wird. Die Steuerung der Lautstärke mit der TV-Fernbedienung geht problemlos. Wobei bei unserem Sony KD-65X9005C die konventionelle Remote als Lautstärke-Steuerung funktionierte, die ebenfalls dem TV-Gerät liegende Touchpad-Fernbedienung ging hingegen nicht. 

Wie sieht es mit der Räumlichkeit bei der Wiedergabe von Filmton aus? Wir hören uns „Kingsman – The Secret Service“ ab Filmbeginn an. Der Film verfügt über eine durchaus sehr lebendige Tonspur mit massiven Effekten. Gleich der über die Zuschauer fliegende Hubschrauber verdeutlicht, dass das Sounddeck auch hier sehr realistisch agiert. MP-Salven, ein nachdrücklicher Soundtrack, das folgt auf den Helikopter. Auch hier legt das Sounddeck einen tadellosen Nachdruck an den Tag. Auch ruhigere Sequenzen kommen dank der charismatischen Stimmwiedergabe sehr gut heraus, nachdem der Kingsman sein Leben ließ – z.B. im Gespräch von Harry Hart nach dem Tod ihres Ehemanns. Das Raumfeld Sounddeck beweist hier, dass auch leisere, feinere Sequenzen überragend präsentiert werden. Immer wird eine dichte Räumlichkeit kreiert, die für ein solches Device Maßstäbe setzt, ohne Zweifel. Kapitel 8 – die Auseinandersetzung zwischen Harry Hart und der unterbelichteten Schlägerbande in der Kneipe – beweist uns, wie schnell und vielschichtig das Raumfeld Sounddeck Effekte darstellen kann. Harte Aufschläge von erledigten Schlägern auf dem Kneipenboden, fliegende Bierkrüge, Schüsse, Faustschläge: Diesen explosiven Cocktail gibt das Sounddeck in nahezu allen Nuancen wieder. Wie klar und wie räumlich Effekte herauskommen, ist beispielhaft für diese Gerätegattung. 

Nun hören wir uns noch das 5. Kapitel der BD „Stirb Langsam 4.0“ an. Gabriels Killer jagen hier den Hacker Matthew Farrell und wollen ihn umbringen. Doch der erfahrene Cop McLane ist gerade bei ihm in der Wohnung  und erledigt einige von Gabriels Schergen. Massive Salven aus den Automatikwaffen der Killer, gellende Schüsse aus der Handfeuerwaffe des Cops, zersplitterndes und berstendes Wohnungs-Inventar – es geht „rund“ in dieser Szene. Wie weitläufig sich Glasscherben im Raum verteilen, z.B. als Gabriels Killer nach der Explosion des Fuerlöschers durchs geschlossene Fenster fliegt, ist exzellent. Große Explosionen entfalten einen beachtlichen Nachdruck – auch hier eine Top-Leistung. Dass wiederum im Basskeller der Druck etwas fehlt, liegt einfach am begrenzten Volumen des Gehäuses. Trotzdem können wir bilanzierend festhalten: Selbst Action-Filme in forcierter Lautstärke machen richtig Spaß mit dem Raumfeld Sounddeck. Bei aller Effekt-Gewalt bleiben überdies die Stimmen immer verständlich. 

Pro & Contra Raumfeld Sounddeck

+ Enorm Pegelfest
+ Exzellenter Bassbereich mit Präzision, Struktur und Nachdruck
+ Sehr gute Loslösung von Stimmen vom Lautsprechergehäuse
+ Dynamisch und lebendig aufspielend
+ Dank des kräftigen, angenehmen Klangs für alle Musik-Arten geeignet
+ Aufgrund der überragenden Effekt- und Stimmdarstellung ausgezeichnet für Filmton

– Bei manchen komplexen Musikstücken etwas zu wenig Detailarbeit (Klavier)

Konkurrenzvergleich
  • Panasonic ALL Connected Soundbase SC-ALL30T: Für lediglich 449 EUR kann man sich auch schon einen aktiven TV-Lautsprecher mit Wireless Multiroom Audio-Funktionalität kaufen. Panasonics SC-ALL30T leistet für diesen Betrag enorm viel. Im Gegensatz zum Raumfeld Sounddeck gibt es sogar HDMI Ein- und Ausgang, verschiedene DSPs sowie Decoder für Dolby Digital und DTS. Zusätzlich hat die Panasonic-Soundbase auch ein Display. Das Raumfeld Sounddeck rechtfertigt den höheren Preis durch die bessere Materialqualität und die gediegenere Verarbeitung inklusive edler Fernbedienung. Vor allem aber klanglich tun sich neue Welten auf. Viel mehr Nachdruck und Struktur im Bassbereich, mehr Detailreichtum, mehr Dynamik, charismatischere Stimmwiedergabe – überall begeistert das Raumfeld Sounddeck. Panasonics Lösung ist für knapp 450 EUR nach wie vor top, wer das Beste möchte, kauft aber trotz gewisser Ausstattungs-Defizite das Raumfeld Sounddeck. 
  • Hervorragender Sound für vergleichsweise kleines Geld: Cantons DM 75 offeriert für knapp 50 EUR ein lebendiges sowie kraftvolles Klangbild. Display, überragende Verarbeitung, hochwertige Fernbedienung sowie ein gutes virtuelles Surround-Programm sind weitere nicht zu unterschätzende Vorzüge. Wer maximal 500 EUR Budget hat,  liegt hier goldrichtig. Noch mehr Ausstattung in Form eines kompletten Raumfeld Wireless Audio Multiroom-Moduls, App-Steuerung bietet Raumfeld. Hinzu kommen eine noch bessere, weil weitläufigere und hörpositionsunabhängige Räumlichkeit sowie noch höhere Pegelfestigkeit beim Sounddeck, das den Mehrpreis trotz der immensen Höhe komplett Wert ist. 
  • Teufel Cinebase: Wer die Raumfeld-Integration nicht braucht, kann auch die Teufel Cinebase für 600 EUR nehmen. Oder? Klare Antwort: Es kommt auf die Ansprüche an. Denn akustisch lässt sich das Sounddeck vom günstigeren Konkurrenten aus gleichem Hause nichts vormachen. Mehr Dynamik, mehr Basskraft, mehr Pegelfestigkeit, mehr Klarheit – unverständlich aber, dass die Cinebase relevante Decoder plus 2 x HDMI an Bord hat. Das fehlt bei der Raumfeld Soundbase, die hinsichtlich Material- und Verarbeitungsqualität noch edler daherkommt. Übrigens: Die Cinebase gibt es für 750 EUR auch in einer „Streaming-Edition“ mit Raumfeld Connector im Paket. 
Fazit

Raumfeld Sounddeck Front Seitlich1

Das Raumfeld by Teufel Sounddeck zieht im Praxistest alle Register: Erstklassig als Wireless Audio Multiroom-Komponente, Maßstäbe setzend als aktiver TV-Lautsprecher. Schon die Verarbeitung und die Materialqualität überzeugen. Der Reigen guter Eindrücke setzt sich mit der simplen Installation nahtlos fort. Kleine Einschränkungen hinsichtlich vollkommener Glückseligkeit hält nur die Ausstattungsliste bereit. Es fehlen Decoder für Dolby Digital und DTS, ein HDMI Ein- und Ausgang (braucht man nicht unbedingt, weil ARC vorhanden ist, wäre aber trotzdem schön) und Bluetooth werden vermisst. Akustisch führt kein Weg am Raumfeld Sounddeck vorbei, sucht man den klanglich besten aktiven TV-Lautsprecher. Der 280 Watt-Class D-Verstärker schaufelt stets üppig Leistung in Richtung der belastbarenn Chassis, die Räumlichkeit ist erstklassig dank der Raumfeld Wellenfeld Technologie. Großer Sweet Spot, tolle Staffelung und eine rundherum überzeugende Stimmwiedergabe sind weitere Vorzüge. Für 1.000 EUR erhält der Interessent auf jeden Fall eine bilanzierend Maßstäbe setzende Komponente. 

Das Raumfeld Sounddeck setzt Maßstäbe bei Flexibilität und Klangqualität
referenz
Gesamt-Referenz Aktive TV-Lautsprecher
Test 07. März 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. März 2016




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