TEST: Panasonic ALL Connected Soundbase SC-ALL30T – Unschlagbar flexibeler und klanglich überragender ALLeskönner?

Panasonic SC-ALL30T Front Seitlich1

„Let’s Go All The way“, singt Sly Fox in den 80er Jahren. Recht hat er, denkt man seit geraumer Zeit bei Panasonic, denn die ALLPlay-Komponenten nehmen einen immer wichtigeren Teil des Produktportfolios ein. Basierend auf der AllPlay-Technologie des Chip-Riesen Qualcomm werden zahlreiche ALL Connected-Streaming-Produkte angeboten – dabei machen die pfiffigen Japaner auch vor einer TV-Soundbase nicht Halt: Für 449 EUR wird die ALL Connected Soundbase SC-ALL30T angeboten, ein absoluter Alleskönner, dessen Motto auch auch mit „geht nicht, gibt’s nicht“ umschrieben werden könnte.

Panasonic SC-ALL30T Rueckseite Seitlich

Bassreflexöffnungen hinten

Panasonic SC-ALL30T Anschluesse Rueckseite

 Anschlusssektion

Das beginnt schon bei der enorm einfachen Erstinstallation. Entweder steckt man einfach ein Netzwerkkabel in die dafür vorgesehen rückwärtige Buchse, oder mittels Push Button-WPS mit entsprechend kompatiblem Router hat man die SC-ALL30T Soundbase in zwei Minuten im heimischen Wireless-Netzwerk. Auch über das Smartphone direkt kann man die Soundbase ins WLAN bringen. In diesem Fall öffnet man zuerst die Netzwerkeinstellungen des Smartphones oder Tablets. Dort wählt man den Eintrag des entsprechenden ALL-Devices aus. Anschließend kann ein Name eingegeben werden, darauf folgend wird dann das Passwort des heimischen WLAN-Netzwerkes gebraucht. Dann wird die Verbindung hergestellt, und es kann losgehen. Und, man glaubt es kaum: Genauso ist es auch! Während andere Hersteller eine kompromisslos simple Einbindung ins Netzwerk versprechen, in der Praxis aber starke Nerven gefragt sind, können bei Panasonic auch wenig erfahrene oder nervenschwache Zeitgenossen das volle Aufgebot an Streaming-Power nutzen.

Das SC-ALL30 2.1 System stemmt 200 Watt (RMS) Ausgangsleistung (Front 2 x 50 Watt RMS, Subwoofer 100 Watt) und hat einen HDMI-Eingang und einem HDMI-Ausgang, natürlich beide 4K-fähig und mit HDCP 2.2 ausgestattet. Auch der Audio Return Channel und die Kompatibilität zu Viera Link fehlen nicht. Das ist schon mal sehr gut, noch besser aber: Ganz gleich, ob DLNA oder AirPlay, alles ist vorhanden. Mehrere ALL-Lautsprecher können gruppiert werden, und eine besonders verheißungsvolle Spezialität ist es, die SC-ALL30 Soundbase vorn zu nutzen und für echten Surround zwei SC-ALL2 Kompaktlautsprecher (je 199 EUR Stückpreis) einzusetzen. Dann hat man eine echte kleine drahtlose Surroundanlage. Spotify Connect ist an Bord, ebenso Qualcomm AllPlay Radio powered by TuneIn, Napster und AUPEO!. Deezer und Rdio fehlen derzeit noch.

Panasonic SC-ALL30T Fernbedienung

Kleine Fernbedienung, aber mit richtigen Tasten und keinen Folientasten

Panasonic SC-ALL30T Display

Sehr gut – prima ablesbares Punktmatrix-Display

Aber das verzeihen wir dem Multitalent mal, denn mittels der kleinen Fernbedienung kann man verschiedene Soundmodi aufrufen, sehr praktisch: Standard, Music, Cinema, News, Stereo und Stadium sind auswählbar. Den Pegel des eingebauten Subwoofers kann man auch regeln, mehr als Level 2 an Stärke würden wir nicht empfehlen. Die Dialogverständlichkeit kann in vier Stufen eingestellt werden, wer Musik mit der SC-ALL30T hört, dem raten wir, hier nur Stufe 1 zu verwenden. Einen homogeneren Bass ermöglicht „H.Bass“. Ebenfalls unter anderem um die Klarheit von Dialogen kümmert sich „3D Clear Dialog“, und das sehr erfolgreich. Doch diese Funktion, ist sie auf „on“, macht noch mehr: 3D Surround für optimale Räumlichkeit und Dolby Virtual Speaker sind auch aktiviert. Dadurch steigen Räumlichkeit, Weitläufigkeit und auch die Klarheit des Klangs merklich an.  Übrigens – Decoder für Dolby Digital und DTS fehlen auch nicht im schmackhaften Panasonic-Menü. Dass Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio nicht nativ unterstützt werden (natürlich kann man die Core-Tonspur von den HD-Tonformaten wiedergeben), halten wir für weniger gravierend. Die akustischen Vorzüge können von Soundbases oder Soundbars ohnehin nicht optimal wiedergegeben werden. 

Panasonic SC-ALL30T Tieftoener

Basstreiber auf der Unterseite

Panasonic SC-ALL30T Unterseite

 Vier Standfüße, zwei Basstreiber

Bei all dieser Feature-Power hätten wir beinahe etwas Wichtiges vergessen: Bluetooth inklusive NFC fehlt auch nicht. Selbst ein konventioneller optischer Digitaleingang ist da, und auch ein Audio-Analog-Cinch-Anschluss. Zwei Full Range 3,8 x 9 cm Lautsprecher arbeiten auf der Front, hinzu kommen als Subwoofer zwei 8 cm Konus-Tieftöner.

Panasonic SC-ALL30T Verarbeitung

Sauber verarbeitet auch im Detail

Panasonic SC-ALL30T Bedienelemente Seitlich

Bedienelemente

Panasonic SC-ALL30T NFC

 Schicke, zeitlose Optik

Im normalen Betrieb braucht SC-ALL30T 58 Watt, im Standby-Modus nur 0,5 Watt. SC-ALL30T wiegt 6 kg und kann TVs mit einem Gewicht von bis zu 50 kg tragen – das ist hervorragend. Das sehr gut verarbeitete Gerät ist 600 mm breit, 63 mm hoch und 365 mm tief. Die schlichte, aber dennoch elegante Optik sollte einer weiten Verbreitung von Panasonics ALLeskönner ebenfalls nicht im Wege stehen. Die mitgelieferte Fernbedienung ist einfach gehalten, reicht aber aus. 

Nun sehen wir uns einige Screenshots der grafisch nicht mehr ganz taufrisch wirkenden App, die für Apple iOS- und Android-Devices erhältlich ist, an:

app_firmware1

Am Anfang macht sich SC-ALL30T nicht sehr beliebt, denn zuerst verlangt die Soundbase nach einem Update der Firmware

app_firmware2

Etwas langwierig, aber nun gut

app_firmware3

Langer Text, aber keine Probleme – brav startete unsere SC-ALL30T neu, nachdem wir alle Anweisungen befolgt hatten

app_einstellungen1

Surround-Einstellung, hier wird es interessant

app_einstellungen_surround_ls

Mittels zwei jeweils 199 EUR kostenden (auch anderwertig sehr gut einsetzbaren) SC-ALL2 Streaming Wireless-ALL Connected Speakern entsteht ein Surroundsystem

app_lautsprecherauswahl

Lautsprecherauswahl

app_quelle1

Musik vom Smartphone oder aus dem Heimnetzwerk 

app_quelle2

 Napster, AUPEO!, AllPlay Radio oder Spotify

app_quelle3

 Weitere konventionelle Quellen an der SC-ALL30T Soundbase

app_spotfy_connect2

Spotify Connect-Wiedergabe 

app_spotify_connect1 

Connect-Speaker-Auswahl

app_wiedergabe_vom_smartphone

 Wiedergabe von Musik vom Smartphone 

app_wiedergabe_flac_192_24

 HiRes geht auch – FLAC-File mit 192 kHz/24-Bit

Klang

Und wie klingt Panasonics ALLeskönner nun? Wir beginnen mit unangenehmen Aufgaben, nämlich der Wiedergabe von High Resolution Audio-Dateien, genauer gesagt mit dem Song „Basil“ von Mark Knopfler in 192 kHz/24-Bit FLAC-Stereo. Und es klappt besser als erwartet, wenngleich man ehrlich sagen muss, dass die Vorzüge von HiRes-Files auf derartigen Devices höchstens suboptimal herauskommen. Mit recht klarer Stimme singt er aber, der Mark, und auch die Gitarre ist prima eingearbeitet. Es hapert etwas an der Berücksichtigung kleinerer Details, so wirkt das Anzupfen der Saiten der Gitarre etwas hölzern. Mit weniger Auflösung und Bittiefe, aber sehr romantisch geht es weiter: „Desperado“ von Diana Kralls Album „Wallflower Deluxe“ bringt es zwar nur auf 48 kHz/24-Bit, dafür aber ist der emotionale Song gut geeignet, um das Blut auch später am Abend noch ordentlich anzuheizen. Mit gutem Volumen, einer vollen Stimmwiedergabe und einer sehr guten Pegelfestigkeit bringt Panasonics SC-ALL30T handfeste Vorteile mit. Irgendwann, wenn man es mit dem Pegel zu bunt treibt, treten allerdings Gehäuse-Resonanzen auf. „Diamante“ von Sandra und Tony Alessi liegt in FLAX 96 kHz/24-Bit vor – italienisch-leicht schnulzige Romantik, wiedergegeben von einer Speakerbase? Das klingt ja, wie im Toyota Auris anstatt im Maserati GranTurismo zu diesen Klängen am Gardasee entlang zu fahren. Aber keine Angst, auch wenn SC-ALL30T kein GranTurismo ist – ein Fiat 500 Abarth steckt durchaus im schmucken Gehäuse. Homogene Stimmwiedergabe, gute Raumwirkung, und eine gute Herausarbeitung auch der Instrumente sprechen für Panasonics ALLzweckwaffe. 

Songs aus den 80er Jahren – das liegt der Soundbase. Wir spielen diesmal vom Smartphone und nicht wie zuvor vom Server zu. „Kayleigh“ (CD-Qualität) klingt im DSP-Modus „Music“ richtig lebendig, mit sehr guter Stimm- und Instrumentaltrennung, erstaunlicher Gesamtdynamik und tadelloser räumlicher Wirkung. So macht das Zuhören überraschenderweise wirklich Freude. Und auch die Europe-Ballada „Carrie“, Traum knutschender Teenager in der Jugendzeit des schreibenden Redakteurs, wird mit erstaunlich viel Verve präsentiert und keinesfalls so fade, wie wir es schon manchmal gehört haben. Sicherlich, Wunder hinsichtlich Staffelung, Hochtonbrillanz und Bassfundament darf man nicht erwarten, aber schließlich handelt es sich auch um eine TV-Speakerbase und nicht um eine teure Lösung bestehend aus Stereoverstärker, Zuspieler und Lautsprechern. Hier sollte man auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Noch einmal 80er Jahre gefällig? Gerne doch, und schon drücken wir aufs Gas mit „Don’t Be So Shy“. Hat da jemand gelacht? Gas geben mit so einem TV-Aktivspeaker? Bitte, ihr lieben Skeptiker: Hört mal selbst, denn man kann wirklich aufdrehen, demnach kann SC-ALL30T sogar Pegel. Uns freut es, und zwar so sehr, dass wir noch „Lef On My Own Devices“ von den Pet Shop Boys, den britischen Synthie-Kings, nachschieben und mit einem Grinsen registrieren, wie flott und problemlos bei Panasonic die Auswahl und Wiedergabe eines neuen Titels klappt. Auch der Pet Shop Boys Klassiker kommt klar und schwungvoll heraus. Der Rhythmus wird tadellos erkannt, die Stimme des Sängers ist sehr gut eingearbeitet. 

Soll es richtig abgehen, raten wir zu „Game Of Thrones“ im Mix des niederländischen Star-DJs Armin van Buuren, der gerade für die Promotion einer neuen Jaguar-Limousine in den finanziell gut gepolsterten Ring steigt. Über Spotify Connect angehört, geht im wahrsten Wortsinne die Post ab – hier streikt niemand, die Bässe haben überraschend heftige Wirkung, der Rhythmus kommt gut heraus, und man denkt, dass Panasonics Lohnforderungen mit 449 EUR für dieses Multitalent gut begründet und nachvollziehbar sind. Selbst das bassstarke „Ping Pong“ des Niederländers lässt die Soundbase über sich ergehen, hier hapert es aber schon deutlicher an tieffrequenter Durchsetzungskraft. Das, was übrig bleibt, reicht aber für normale „Beschallungsansprüche“ prima aus. Noch kurz in die 90er Jahre zurück und zu „Dreamer Trance“ von Mediteria im Mix von General Base – prima werden die Synthesizer-Effekte herausgearbeitet, der Bassbereich gefällt uns bei diesem Track richtig gut. Der Klang macht hier Spaß, ohne Frage, und zeigt: Panasonic hat in jeder Hinsicht bei diesem Device die Hausaufgaben gut gemacht. 

Natürlich muss eine TV-Soundbase auch Filme tadellos wiedergeben – so haben wir die BD „Ein Quantum Trost“ eingelegt und sind durchgestartet. Und wieder sind wir beim Thema Gardasee, aber eher unangenehm für den britischen Doppelnullagenten, denn er wird in seinem Aston Martin DBS von schießwütigen Killern gejagt, die ihn und seine wertvolle Geisel töten wollen. Die scharfen Schüsse aus den Automatikwaffen, die zahlreichen Autounfälle und der Music Score kommen im DSP-Modus „Cinema“ sehr gut heraus. Auch das Hochdrehen der Motoren und die quietschenden Reifen erscheinen authentisch. Also kann man die Soundbase auch für das Anhören von Filmen empfehlen, wenngleich es für heimcineastisch anspruchsvollere User nicht ganz reicht. Dazu tut sich zu wenig im Bassbereich, gerade ganz unten herum. Der Music Score des Films wird überraschend gut wiedergegeben, top für eine Soundbase. Im vierten Kapitel wird der Mörder der Geisel von 007 gejagt, und das während eines mittelalterlichen Spektakels in Siena. Die tosende Menge, der nervenaufreibende Music Score, zusammenbrechende Balken – all dies verdichtet SC-ALL30T zu einem richtig guten, mitreißenden Klangeindruck. Nur allzu weit weg sollte man nicht von der Soundbase sitzen, dann nimmt die räumliche Wirkung doch spürbar ab. 

Nun hören wir uns den Anfang von „Stirb Langsam 4.0“ an. Spannungsbogen auf massive Art, die Musik, das Tippen auf der PC-Tastatur, mysteriöse Telefonate – etwas Großes, Kriminelles steht hier knapp vor der Vollendung. Die SC-ALL30T Soundbase beweist uns hier, dass auch kleinere Details ordentlich eingearbeitet werden. Auf jeden Fall spürt der Zuhörer die Spannung genau. Nun zocken die beiden Hacker im Einfamilienhaus, und plötzlich beginnt der PC, merkwürdige Dinge zu machen. Nur Sekunden später erfolgt dann eine kraftvolle Explosion, hier merkt man schon, dass einiges fehlt, wenn man weiß, was in dieser Sequenz passiert, wenn man eine hochwertige Mehrkanalanlage einsetzt. Aber für den Feierabend-Filmgenuss reicht das Gebotene problemlos aus. Bedenkt man, wie unzureichend die in Flachbildschirmen eingebauten Soundsysteme klingen, ist dies wahrhaftig eine Offenbarung. Auch Stimmen arbeitet Panasonics Soundbase gut ein, und die gesamte Atmosphäre erscheint lebendig und nachvollziehbar. 

Und wie sieht es mit Musik von Blu-ray aus? „The Power Of Love“ in der Interpretation von Celine Dion klingt erneut erfreulich gut. Celines Stimme ist gut verständlich, gleichzeitig ordentlich eingearbeitet, und auch der Bassbereich gibt für ein solches Device eine tadellose Figur ab. Sogar die Struktur der Stimmpräsentation ist gut gelungen, hier also wird ein gutes Niveau geboten, das für viele Haushalte mit normalem Anspruch ausreichen dürfte. Der Klang ist zudem angenehm und rund, die SC-ALL30T sorgt nicht für Abstriche bei der Bewertung durch zu viel Aggressivität. Gleichzeitig aber ist auch so etwas wie ein Hochtonbereich vorhanden, also ist der Klang auch nicht zu dumpf und diffus. 

Fazit

Panasonic SC-ALL30T Front Seitlich2

Der „ALLrounder“ oder die „ALLzweckwaffe“: Hat alles, kann alles, und kostet in Anbetracht der Leistungen auch relativ wenig Geld. Sauber verarbeitet, mit WLAN-Modul, HDMI inklusive 4K/HDCP 2.2/ARC, Bluetooth, onlinebasierten Musikdiensten, DLNA sowie AirPlay wird nichts vermisst. Die Steuerung und Installation sind sehr einfach und auch vom weniger versierten Anwender problemlos zu bewältigen. Die Soundbase klingt zudem sowohl bei Musik- als auch bei Filmmaterial richtig gut und hat überdies relativ leistungsfähige DSP-Programme an Bord. So finden wir viele Stärken, aber keine echte Schwäche – mehr Flexibilität und Leistungsfähigkeit dürfte sich derzeit fürs investierte Geld nur schwer finden lassen.

Ganz starker Auftritt von Panasonics „ALLzweckwaffe“: Klangstark, flexibel, zuverlässig und preisgünstig
preisklassenreferenz
Netzwerkfähige Soundbase
Test 14. Juli 2015

+ Flexible Einsatzmöglichkeiten
+ HDMI inklusive HDCP 2.2
+ WLAN-Modul mit WPS
+ Betriebssicher
+ Einfache Bedienung und Installation
+ Klangstark bei Film und Musik

– Design der App wirkt nicht mehr so frisch

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14. Juli 2015




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK