XXL-TEST: Panasonic 4K Pro Studio Master UHD-TV TX-65DXW784 – Bild-Performance-Meister mit HDR

Panasonic TX-65DXW784 Front Seitlich1

Nicht jeder möchte für ein Ultra HD-Topmodell mit HDR und erstklassigem Panel mehr als 3.000 EUR ausgeben. Viele Anwender sind auf der Suche nach hervorragender Ausstattung einerseits, und einer gewissen preislichen Bodenständigkeit andererseits. Gut, die 2.799 EUR, die Panasonic für den 4K Pro Studio Master Ultra HD-TV TX-65DXW784 aus der „Reference“ Serie aufruft, sind kein wirklich geringer Betrag, aber sehr fair für einen ausgewachsenen Ultra HD-TV mit 3.840 x 2160 Pixeln Displayauflösung, 165 cm Bildschirmdiagonale und High Dynamic Range (HDR) fähigem Panel. Ein „Quad Core Pro“ genannter Vierkern-Chip soll den Ultra HD-TV intern zu Höchstleistungen anspornen, was auch gelingt – flottes Agieren bei allen multimedialen Anwendungen und Bedienprozessen zeigt deutlich, dass Panasonic nicht nur ein effizientes Betriebssystem (Firefox OS) einsetzt, sondern auch nicht an Rechenleistung spart. Speziell für die visuelle Performance ist der „Studio Master HCX“ Prozessor zuständig. Dieser Prozessor ermöglicht, so Panasonic, ein professionelles Farbmanagement sowie ein breites Farbspektrum. 

Der 65-Zöller unterstützt die 3D-Darstellung mittels aktiver Shutterbrillen, bei unserem Testgerät war keine Brille dabei. 

Panasonic TX-65DXW784 Verarbeitung

Rahmen

Panasonic TX-65DXW784 Standfuss Front

Standfuß von vorn

Panasonic TX-65DXW784 Standfuss Rueckseite

Standfuß von hinten

Panasonic TX-65DXW784 Rueckseite Seitlich1

Rückansicht

Der formschöne, allerdings etwas dick geratene Fernseher im „Switch“ Design erfreut mit schönem silbernem Aluminiumrahmen, die Rückseite allerdings ist wenig attraktiv und komplett aus einfachem Kunststoff. Daher ist es für Design-Liebhaber und penible Ästheten kaum erste Wahl, den Panasonic trotz einer an 2 Stellen montierbaren schicken Metallstandfüße frei im Raum aufzustellen. Die mitgelieferte Fernbedienung – nur eine und keine zwei bei unserem Testsample – weist ein konventionelles Tastenlayout auf und ist hinlänglich bekannt von älteren Modellreihen. 

Der 65-Zöller ist mit einem Doppeltuner für DVB-T/T2, DVB-C sowie DVB-S2 ausgestattet und ferner für TV>IP vorbereitet. Dabei kann der DXW784 als Server oder als Client betrieben werden. Gleich zwei CI+ Slots sind integriert, WLAN fehlt natürlich auch nicht. Die „Intelligent Frame Creation“ als Zwischenbildberechnung kommt mit verschiedenen Betriebsarten und mit 1.800 Hz. An Bord des UHD-Fernsehers befinden sich im „Bild“-Menü die ab Werk vordefinierten Bildprogramme Dynamic, Normal, Cinema, True Cinema sowie Custom als freies Preset für eigene Justagen. Der Panasonic hat, wie schon erwähnt, ein entsprechend geeignetes Panel für HDR-Wiedergabe, allerdings ist dieses Modell der Mittelklasse im Gegensatz zu den Oberklassemodellen des Hauses nicht THX-zertifiziert. Auch die bei den Top-TVs vorhandenen, als Professionell 1 und Professionell 2 bezeichneten ISF-Modi fehlen beim DXW784. 

Akustisch kommt der UHD-TV mit VR-Audio True Surround, was grandios klingt – in der Praxis müssen als Basis, wie meist üblich bei Flatscreens, allerdings zwei Breitband-Lautsprecher als Basis herhalten, um mittels VR-Audio auch Surround gekonnt zu simulieren. 2 x 10 Watt stehen als Audio-Ausgangsleistung bereit. Verschiedene Sound-Modi können ausgewählt werden: Standard, Musik, Ambiente und User mit der Möglichkeit, sich ein eigenes Preset zu erstellen. 

Der DXW784 hat natürlich einen Einrichtungsassistenten, in den neben der Netzwerk-Einbindung auch der automatische Sendersuchlauf integriert ist.

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 1

Einstellung der Menüsprache

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 2

Netzwerk-Verbindung

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 3

Netzwerk-Status

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 4

Netzwerk-Standby

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 5

Landesauswahl

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 6

DVB-S2 Antennensetup

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 7

Kurze Einführung ins Handling und in die Funktionen des TVs

Problemlos, mit der üblichen Zeit (rund 30 Minuten) für den automatischen Sendersuchlauf, ist der DXW784 betriebsbereit. 

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 8

Firefox OS

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 9

Viera App Market

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 11

Sehr praktisch – übersichtlicher Geräteplan

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 10

Webbrowser fehlt auch nicht

Der Panasonic läuft, wie schon seit letztem Jahr üblich bei den Viera-Smart-TVs, unter dem Betriebssystem Firefox OS, auf dieses legt Panasonic die „My Home Screen“ Version 2.0. Mittels My Home Screen kann der Anwender selber bestimmen, welche Apps und sonstigen Anwendungen auf seinem Startbildschirm enthalten sind. Auch zwischen verschiedenen Designs kann man wählen und sich auch aus dem Internet neue Styling-Varianten herunterladen.

Die Übersichtlichkeit von Firefox OS ist nach wie vor sehr zu loben. Drückt man auf die Home-Taste auf der Fernbedienung, kommen drei Kreise auf den Screen: Live TV, Apps und Geräte. Bis sich die Geräteübersicht (wenn viele Netzwerk-Devices wie Home Server und Notebooks) aufgebaut hat, vergeht allerdings etwas Zeit. Wer direkt zu den Apps möchte und nicht den Umweg übers Hauptmenü wählen will, kann über die „Apps“ Taste auf der Fernbedienung sofort dorthin gelangen. Wer die kleine „Menü“ Taste oben links auf der Remote drückt, ist im üblichen Setup z.B. für Bild, Ton und Netzwerk. Ein Direktzugang zum VoD Dienst Netflix ist als eigene Taste auf der Fernbedienung enthalten. Bilanzierend gefällt uns das Handling des Panasonic sehr gut, wir persönlich halten die Benutzeroberfläche schon beinahe für vorbildlich. Exzellent ist es auch um die Betriebssicherheit von Firefox OS und vom DXW784 bestellt – wir notierten während der Test-Prozedur nicht das geringste Problem.

Steuern kann man den TV nicht nur mit der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung, sondern auch mit der Panasonic TV Remote 2 App.

Panasonic TX-65DXW784 App 1

Geräteauswahl

Panasonic TX-65DXW784 App 2

Grundmenü der App

Panasonic TX-65DXW784 App 3

Touchpad-Funktionalität

Panasonic TX-65DXW784 App 4

Navigationskreuz bei Verwendung als Fernbedienung

Die „Smart Calibration“ zur Bild-Justage wird bei der DXW784 aber zumindest in unseren Testreihen mit der neusten Firmware des TV-Gerätes nicht unterstützt. Ansonsten kann man mittels des Smartphone-Mikrofons auch die Sprachsteuerung des TVs vornehmen und die Multimedia-Funktionen nutzen. Auch ist es möglich, die App mittels entsprechender Benutzeroberfläche im Panasonic-Design als normale Fernbedienung einzusetzen. Eine Touchpad-Funktion ist ebenfalls integriert. Die Handhabung mit der App funktioniert sehr gut, schnell reagiert der TV auf Befehle, die mittels der App gegeben werden.

Panasonic TX-65DXW784 Fernbedienung

Fernbedienung

Mit der normalen Fernbedienung ist ebenfalls eine souveräne Handhabung möglich. Bedienbefehle werden auch hier schnell umgesetzt. Allerdings ist in diese Remote kein Mikrofon für die Sprachsteuerung integriert, eine zweite Multimedia-Fernbedienung mit Mikrofon liefert Panasonic nicht mit. Das ist etwas schwach. Die Fernbedienung ist nicht die Top-Variante in Alu mit integrierter Beleuchtung, sondern die einfache Kunststoffvariante. Von den Kunststoffvarianten gibt es auch wieder unterschiedliche, eine mit fluoreszierenden Tasten, die etwas größer und schwerer ist, und eine mit grauen Kunststofftasten, die recht leicht und nicht so lang ist. Genau diese, also die einfachste, liegt leider dem DXW784 bei. 

Der integrierte Mediaplayer unterstützt die folgenden Formate: 

  • AVI/HEVC/MKV/WMV/MP4/M4v/FLV/3GPP/VRO/VOB/TS/PS, MP3/AAC/WMA Pro/FLAC/Apple Lossless/WAV, JPEG/MPO

Bei der Wiedergabe von Multimedia-Dateien blamiert sich der DXW784 keinesfalls. Flott kann auf Verzeichnisstrukturen, Ordner und Dateien zugegriffen werden, um dann den gewünschten Inhalt schnell wiederzugeben. Auffälligkeiten: 192 kHz/24-Bit Flac wird in guter Klangqualität wiedergegeben, 4K HDR-Inhalte vom Server werden sehr zügig geladen (Länge des Clips: 2:05 Minuten).

Panasonic TX-65DXW784 Anschluesse Rueckseite2

USB 1 entspricht dem Standard 3.0, nur zwei der vier HDMI-Ports unterstützen 4K 50&60Hz sowie HDCP 2.2

Panasonic TX-65DXW784 Anschluesse Rueckseite1

Komponentenvideo-Eingang

Wie ist es um die Anschlussbestückung bestellt? Natürlich sind die entsprechenden Anschlüsse für die verschiedenen Tuner-Empfangsnormen dabei, 2 x SAT wegen dem Doppeltuner, möchte man diesen im DVB-S2 Betrieb vollständig nutzen, sind zwei getrennte Leitungen erforderlich. Was nicht sonderlich imponierend ist: Panasonic liefert zwar vier HDMI-Terminals mit, aber nur zwei von diesen Schnittstellen unterstützen laut Panasonic-Angaben 4K mit 60/50p mit HDCP 2.2. Gut sind die drei USB-Slots, einer davon entspricht dem Standard 3.0, zwei entsprechen dem Standard 2.0. Ein LAN-Anschluss für die kabelbasierte Einbindung ist vorhanden, wahlweise greift man aufs eingebaute WLAN-Modul zurück. Ein seitlicher 3,5 mm Kopfhörerausgang und ein optischer Digitalausgang sind noch vorhanden. Für Quellgeräte mit analogen Videoausgängen steht ein Komponenteneingang nebst 2-Kanal Stereo-Cinch bereit. 

Der 65 Zoll-TV ist mit Standfüßen 1.453 mm breit, 362 mm tief (Bedenke: MIT Standfüßen) und 903 mm hoch. Die Modelle der Serie DXW784 sind noch in 58 Zoll (1.799 EUR) und in 50 Zoll (1.399 EUR) lieferbar und entsprechen alle der Energie-Effizienzklasse A. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme im Betrieb beziffert Panasonic mit 159 W, im Standby-Betrieb konsumiert der DXW784 0,5 Watt. Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 288 Watt. Wer keinerlei Energie verschenken möchte, aktiviert den eingebauten Umgebungslichtsensor. Dann richtet sich die Screen-Helligkeit nach dem Umgebungslicht. 

Pro & Contra:

+ 65 Zoll HDR-Ultra HD-TV zum fairen Preis
+ Leistungsstarker Bildprozessor
+ 3 x USB, 1 x davon 3.0
+ 4 x HDMI-Eingang
+ Schnelle Navigation, einfache Handhabung
+ Schicker Metallrahmen ums Display sowie solide Standfüße

– Recht einfache Fernbedienung ohne Mikrofon und Beleuchtung
– Nur 2 HDMI-Terminals mit 4K 50/60 Hz und HDCP 2.2
– Relativ große Gehäusetiefe und sehr einfache Geräterückseite

Bild
Video-EQ: 

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 12

Sehr angenehmes, authentisches Bild im Modus „True Cinema“

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 13

Für die Optimierung von manchem Quellmaterial kann man die Funktionen Remaster-Prozess MPEG und Auflösung gut verwenden

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 14

Wichtig: Bei der Farbskala die richtige Einstellung treffen. Im Bild steht „REC709“ das ist der alte Full HD-Standard. REC2020, auch in der Auswahl enthalten, ist der neue Standard

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 15

Weißabgleich

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 16

Farbabgleich

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 17

Detaileinstellungen

Ultra HD Blu-ray-Player + HDR-Einstellung

Panasonic DMP-UB900 Front Seitlich1

Der DMP-UB900 kam als Zuspieler zum Einsatz. Auch er muss korrekt für die HDR-Ausgabe eingestellt sein. Der Player prüft im Übrigen, ob der TV HDR beherrscht

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 20

HDMI HDR Einstellung – in diesem Menü ein sehr wichtiger Punkt

Möchte man HDR nutzen, muss man nicht ins Bild-, sondern ins Setup-Menü und dann im Unterpunkt „HDMI HDR Einstellungen“ die HDR-Funktion bei den beiden HDR-geeigneten HDMI-Inputs 1 und 2 aktivieren. Anschließend ist der DXW784 zur Wiedergabe von HDR-Content bereit. 

Allgemeine Feststellungen zur Bildqualität

Wir haben bereits zwei Ultra HD-TVs mit HDR-fähigem Panel getestet:

  1. Den Sony KD-65XD9305, 65 Zoll für 3.499 EUR
  2. Den Samsung 55KS9090, 55 Zoll für 2.799 EUR. In 65 Zoll, also in der Größe des Panasonic TX-65DXW784, kommt der Samsung auf 3.799 EUR. 

Beide TVs entstammen teueren Baureihen als es der DXW784 tut. Der KS9090 von Samsung ist in 65 Zoll rund 1.000 EUR teurer als der DXW784, der Sony XD93 ist 700 EUR teurer. Die Differenz reicht im Falle des Samsung locker und im Falle des Sonys beinahe aus, um noch einen 799 EUR kostenden Panasonic DMP-UB900 als Ultra HD-Blu-ray-Player dazu zu kaufen. Also rangiert der DXW784 eine Klasse tiefer und somit ist seine Technik etwas einfacher. Wie macht sich das bemerkbar?

  • Schwarzwert sehr gut für seine Preisliga, aber nicht ganz auf dem Level von Samsung und Sony. 
  • Feinste Kontrastdetails werden gerade vom Sony noch besser herausgearbeitet. Nun kommt jedoch das große „Aber“: Dank des für HDR ausgelegten Panels ist der DXW784 im Kontrastverhältnis vielen teuren Oberklasse-Modellen von 2015 überlegen, auch dann, wenn man HDR deaktiviert hat (sonst wäre ja kein Vergleich möglich, da fast alle 2015er Modelle kein HDR wiedergeben können).
  • Bewegungswiedergabe – exzellent, hier rangiert der DXW784 nur knapp hinter den Konkurrenten, die deutlich teurer sind. Beim Samsung ist die Bewegungsschärfe noch etwas besser, zudem ruckelt fast gar nichts mehr, beim Sony die Homogenität (ein, zweimal sahen wir hier allerdings Ruckeln). Doch das sind so geringe Differenzen, bedenkt man den Mehrpreis der beiden anderen, so muss man die Leistung des Panasonic absolut würdigen. 
  • Farbwiedergabe: Im Modus „True Cinema“ der des Sony nicht unähnlich. Bei niedriger Einstellung der Farbtemperatur bei beiden Geräten wirken die Farben beim Panasonic noch eine Idee wärmer, angenehmer – so wie auch beim Samsung, dessen Farbdynamik minimal höher liegt als bei Sony und Panasonic.
  • Upscaling von 1.080p Material: Wow – der preiswertere DXW784 weiß sich hier sehr gu tin Szene zu setzen. Geringes Scalingrauschen, hohe Gesamtbildschärfe, feine Bewegungswiedergabe, sehr gute Detailtreue. Auch hier ist es viel weniger Differenz, als es der Preisunterschied vermuten lässt. Kenner allerdings sehen die Unterschiede – gerade der Samsung skaliert erstklassig hoch. 
  • Bei allen drei TVs arbeitet die Hintergrundbeleuchtung nicht perfekt. Daher schleichen sich bei allen drei TVs Inhomogenitäten in der Helligkeitsverteilung ein. Das heißt: Gerade rund um die Bildschirmecken kommt es zu hellen Flecken. Verglichen mit früheren LCDs, sind diese weißen Flecken nicht mehr so ausgeprägt, aber nach wie vor sichtbar. Wer dies vermeiden möchte, muss zu einem Highend-LCD-TV mit hinter dem Panel flächendeckend vorhandener Direct LED Hintergrundbeleuchtung greifen. Günstigere Modelle mit Direct LED haben die Inhomogenitäten merkwürdigerweise oft auch. Der Samsung hat von den drei Kandidaten die geringe Neigung zu Helligkeitsflecken. 

Bilanz: Selbst Anwender mit deutlichem Anspruch werden mit dem DXW783 glücklich. Er bietet eine Bildqualität, die noch vor 2 Jahren einem doppelt so teuren Luxus-TV zur Ehre gereicht hätte.

Ultra HD Blu-ray „Mad Max – Fury Road“ (HDR) ab Filmbeginn: 
  • Der DXW784 schafft ein Bild mit einer sehr guten Panoramawirkung, als Mad Max mit seinem Fahrzeug auf dem Hügel steht und zu sprechen beginnt. Die hohe Auflösung sieht man an der hervorragenden Herausmodellierung der arg mitgenommenen Karosserie seines Ford mit den unterschiedlichen Farbschattierungen. Im Modus „True Cinema“ setzt der Panasonic-TV auf eine Kino-gerechte, authentische Farbgebung. Die erdigen Farbtöne und Farbnuancen werden realistisch präsentiert und sehr gut auseinander differenziert. Die Struktur des Wüstenbodens kommt klar heraus, und es ist nur in höchst geringem Umfang Rauschen zu erkennen.
  • Als dann die War Boys mit ihren Fahrzeugen kommen, um Mad Max zu jagen und gefangen zu nehmen, sind praktisch alle Einzelheiten der teils skurril anmutenden Fahrzeuge auf dem Screen zu sehen. Die Bewegungen laufen rund und harmonisch ab. Der gesamte Bildstand ist solide. Trotz 4K Auflösung ist noch so etwas wie ein Film-Look vorhanden, was bei manchem, zu „cleanen“ 4K-Demo-Material fehlt. Der aufgewirbelte Staub, als sich Mad Max nach dem Anschlag seiner Gegner in seinem Auto überschlägt, wird mit sehr guter Auflösung zur Geltung gebracht. Für seine Preisklasse leistet der Panasonic Großes.
  • Die War Boys haben Mad Max kassiert und schleifen ihn an einem Seil hinter ihrem Fahrzeug-Konvoi her. Man fährt in Richtung der untergehenden Sonne, und das Bild entwickelt eine atmosphärisch dichte Panoramawirkung, der man sich kaum entziehen kann. Die hier auch gut erkennbaren Vorzüge von HDR arbeitet der DXW784 ausgezeichnet heraus, kleine Details an den Fahrzeugen der War Boys kommen trotz der schwierig zu handhabenden Lichtverhältnisse prima heraus. 
  • Das Innere der Zitadelle vom War Boys-Anführer Immortal Joe ist, zumindest dort, wo man den armen Max hinbringt, finster. Hervorragend wird der Kontrast des glühenden Totenkopf-ähnlichen Symbols von Immortal Joe, das man Max in die Haut einbrennen möchte, zum finsteren Hintergrund vom Panasonic dargestellt. 
  • Als Mad Max flüchtet, führt ihn diese Flucht durch dämmrige Gänge. Trotzdem sind viele Einzelheiten erkennbar. Das Wasser, das während der Flucht auch vorkommt, wird ungemein detailreich wiedergegeben. Als Max nach draußen ins helle Tageslicht blickt (durch das Gitter), beweist uns der Panasonic, dass er mit kontrastierenden Bildelementen gut zurecht kommt. Er schafft hier beinahe die identische Souveränität wie die teureren von uns getesteten Konkurrenten von Sony und Samsung. 
  • Mad Max‘ Flucht ist fast beendet. Zwar kann er noch nach dem eisernen Haken greifen und versucht, sich abzuseilen, aber kurz darauf haben ihn die Schergen des Immortal Joe erwischt. Der Haken baumelt plastisch in luftiger Höhe, und die Tiefenwirkung des gesamten Bildes begeistert. Der Panasonic offeriert auch für mehrere Betrachter einen tadellosen horizontalen Blickwinkel, praktisch ohne störende Farbverfälschungen oder Kontrastverluste, auch bei nicht perfektem Winkel. Das Panel ist extrem rauscharm, auch dann, wenn man sehr nah herangeht, ist kaum Rauschen zu erkennen. Das sieht man auch, während der körperlich entstellte Joe seine Rüstung angelegt bekommt. Sein mit Blasen und anderen Furunkeln übersäter Körper kommt erschreckend gut zur Geltung. Der Staub, den Kinder auf seinen Körper blasen, wird mit der schon zuvor bekannten feinen Auflösung präsentiert. 
  • Als Joe kurze Zeit darauf die Hebel zur Wasserabgabe öffnet, wird das aus den braunen Rohren herunterschießende Wasser hervorragend präsentiert. Lebendig und dynamisch der Bildeindruck. Die zerfurchten, vernarbten Gesichter vieler Menschen, die zur Wasserstelle gekommen sind, um ihre bescheidenen Gefäße zu befüllen, werden in praktisch allen Facetten auf den Bildschirm gebracht. 
Ultra HD Blu-ray „San Andreas“ (HDR) ab Filmbeginn:
  • Gleich im ersten Kapitel, als die spektakuläre Helikopter-Rettungsaktion unter Leitung von Ray Gaines durchgeführt wird, setzt sich der Panasonic wieder gut in Szene. So sind die Flugbewegungen des Hubschraubers sehr gut umgesetzt, immer ist praktisch jede Einzelheit am Rumpf zu erkennen. Der Panasonic modelliert auch gut den plastischen Bildeindruc – Hubschrauber fliegt vor den Bergen – heraus. Ober- und Luxusklasse-TVs arbeiten aber Details an den Bergen im Hintergrund noch akkurater, schärfer heraus.
  • Der völlig zerstörte Subaru Forrester, der unglücklich und instabil an der Felswand zum Stehen gekommen ist, wird mit all seinen Beschädigungen exakt dargestellt. Schon im Verlauf des Unfalls und danach beweist die Ultra HD Auflösung auch in kleinen Details ihre Wirkung, so beim zerstörten Display des iPhone 5 der Fahrerin. Deren zahlreiche Armbänder kommen ungemein dreidimensional heraus, vom Kontrast her heben sie sich recht gut von der Haut ab. Das blonde lange Haar ist ebenfalls auf natürliche Art und Weise zu sehen, Übergänge zwischen Farbschattierungen verlaufen fließend. 
  • Das Innere des Rettungshelikopters, die gesteppten Strukturen der lederartigen (entweder Echt- oder Kunstleder) Bezüge wirken authentisch. Der Steuerknüppel ebenfalls, und die Konturen der Gesichter der Protagonisten zeigen auch feinste Details. Gerade bei nah beieinander liegenden Grau-Schattierungen wird eine eindrucksvolle Differenzierung erzielt. Der Rumpf des Hubschraubers in leuchtendem Rot und in Weiß überzeugt durch eine reine Farbwiedergabe.
  • Das Innere des Hörsaals an der Universität, in dem Dr. Lawrence Hayes gerade lehrt, beweist, wie viele Einzelheiten HDR-Content in Verbindung mit einem entsprechend ausgerüsteten Screen auch in Sequenzen mit sehr geringem Lichteinfall herausholt. Im abgedunkelten Hörsaal läuft nur ein Beamer, dessen Lichtkegel präzise abgebildet wird. Trotzdem sind Einzelheiten an den Gehäusen der Notebooks der Studenten gut zu erkennen, und natürlich heben sich die charakteristischen leuchtenden Apple-Logos sehr gut ab. Die Einrichtung des Hörsaals wird facettenreich präsentiert. Bildrauschen tritt kaum auf. Kenner bemerken in dieser Szene, dass der Panasonic zwar einen sicherlich sehr lobenswerten, aber keine exzellenten Schwarzwert besitzt. Hier sind wir gespannt auf die Tests der größeren 2016er Panasonic Ultra HD-TV-Geräte. 
  • Die Szene, in der Gaines seine Exfrau Emma vom Dach eines zerstörten Skyscrapers rettet, beweist einmal mehr, wie enorm gut die Bildgüte einer Ultra HD-Kette ist. Die zahlreichen Trümmerstücke kommen sehr plastisch heraus, und als das zerstörte Los Angeles in der Panoramaansicht zu sehen ist, wirkt der Bildeindruck ungemein dicht. Man hat den Eindruck, deutlicher ins Geschehen einbezogen zu werden als bei Material in geringerer Auflösung und ohne HDR. Der DXW784 produziert aber zugleich auch ein homogenes sowie angenehmes Bild, so dass sich der Zuschauer nicht überanstrengt fühlt. 
Blu-ray „James Bond 007  – Ein Quantum Trost“, Verfolgungsjagd am Gardasee und Szenen in Siena

Hier haben wir einen älteren Blu-ray-Player auf 1.080p/24 Hz Signalausgabe eingestellt (Panasonic DMP-BDT375) und dieses Signal dem DXW784 zugespielt, damit er es intern auf die 3.840 x 2.160 Pixel native Panelauflösung hochrechnet. Unsere Eindrücke:

  • Sehr hohe Bildstabilität gleich zu Beginn. Über die im Sonnenlicht glitzernde Wasseroberfläche des oberitalienischen Gardasees geht die Kamerafahrt. Der Glanz des Sonnenlichts auf der Wasseroberfläche kommt sehr gut heraus, noch besser gefällt uns aber, dass die Kamerafahrt (Intelligent Frame Creation auf Einstellung „mittel“) fließend, nahtlos und ohne störendes Ruckeln verläuft.
  • Details am Aston Martin DBS von 007 kommen sehr gut heraus. Beispiele: Die Hochleistungsbremsanlage hinter den sich drehenden Schmiedefelgen, die Gummi-Noppen auf den Alu-Pedalen, der feine Bezug der Sportsitze. Der Kontrast ist auch bei SDR-Content überragend. Der weitgehend in Schwarz-Grau-Tönen eingerichtete Aston Martin wird mit ausgesprochen guter Berücksichtigung von Einzelheiten präsentiert. 
  • Auch andere Details überzeugen, so der Lauf der Automatikwaffen der Killer, die in schwarzen Alfa Romeo 159 Bond und seine Geisel im Kofferabteil jagen. 
  • Alle Bewegungsabläufe sind stabil und sicher, die ganzen Unfälle werden mit hoher Bewegungsstabilität und Bildschärfe dargestellt. Als sich die Stoßstange des LKWs in Bonds Sportwagen bohrt, kommt auch dies visuell scharf und klar heraus. 
  • Im gesamten Verlauf der Sequenz fallen 2 Dinge im Speziellen auf: Wie gering das Scalingrauschen ist – hier bietet der TV der Mittelklasse/Oberen Mittelklasse faktisch Oberklasse-Niveau – und wie viele Details mit sehr guter Wiedergabe der Objektkonturen eingearbeitet werden. Leichte Unschärfen auch bei Objekten im Bildhintergrund treten nur dann auf, wenn die bewusst vom Regisseur gewählte Kameraeinstellung dies möchte. Ansonsten holt der DXW784 auch Objekte im Bildhintergrund sehr gut hervor.
  • Als Bond mit dem ramponierten DBS in Siena einfährt und alte Ziegelmauern sichtbar werden, brilliert der Panasonic wieder mit lupenreinem Upscaling: Keine Unruhe innerhalb der Ziegelstruktur, kein Flimmern, keine Artefakte. Ein sauberes, scharfes Bild.
  • In den Gewölben mit geringem Lichteinfall trumpft der DXW784 mit einem für seine Preisliga sehr lobenswerten Kontrast ein weiteres Mal auf. Die Backsteine an den Wänden kommen differenziert zur Geltung, und das halb im Schatten liegende Gesicht von Bonds wertvoller Geisel wird in seiner Gesamtheit vielschichtig wiedergegeben. Auch unter schwierigen Lichtbedingungen fällt das sehr geringe Rauschen positiv auf. 

Bilanz: Auch herkömmliche Blu-rays sehen richtig gut aus auf dem DXW784. Scharf, farbecht und detailreich, mit tollem Gesamt- und Detailkontrast. Facettenreich, mit sehr gelungener Tiefenwirkung: Das Betrachten von 1.080p/24-Inhalten macht ohne Zweifel große Freude. Die sehr geringe Rauschneigung und die tadellose Frame Interpolation sind weitere Pluspunkte.

Interner TV-Tuner
  • ARD, 720p, „Großstadtrevier“: Auch hier zeigt der DXW784 seine Talente. Wie wir es von Panasonics TV-Tunern her kennen, rauscht das Bild nur wenig und zeigt sich im natürlichen Gewand, was Farben und Kontrastverhältnisse angeht. Die Konkurrenz von Sony und Samsung hat aufgeholt in der Tuner-Qualität, allerdings noch nicht ganz das Niveau von Panasonic erreicht. Schon der DXW784 als Gerät der angehenden Oberen Mittelklasse schneidet in der Tuner-Güte noch etwas besser ab als die Oberklasse von Samsung und Sony. Es fällt aber auch auf, dass der Schwarzwert keine Maßstäbe setzt, das wird der DXW784 dann den größeren Baureihen überlassen. Bewegungen werden im Übrigen sehr gelungen und scharf umgesetzt. Die Frame Interpolation kann auch bei diesem Beispiel überzeugen. Die Gesichter der Akteure mit vielen Details, wie z.B. Fältchen um den Mund oder der Glanz in den Augen, werden lebendig dargestellt. 
  • RTL Aktuell, 576i: Selbst in dieser unzureichenden Quell-Qualität kann man sich Inhalte ansehen. Zwar gibt es ab und zu leichtes Ruckeln in Bewegungen, aber das Bild ist erstaunlich scharf. Dafür gibt es schon etwas Rauschen. Konturen werden relativ sauber und mit nur geringen Artefakten wiedergegeben. Farbgebung sowie Kontrast des Bildes sind überdurchschnittlich gut 
  • SAT 1 – Einsatz in Köln, die Kommissare, 576i: Richtig gut, Hut ab für den Panasonic! Klare Durchzeichnung selbst von Gesichtern, gute Bildschärfe – nur bei größeren einfarbigen Flächen (z.B. Fußboden im Polizei-Revier) merkt man dann doch die miese Quell-Qualität. Es schleichen sich Flächenrauschen und Unschärfemuster ein. Aber insgesamt ist das Bild für 576i wirklich stabil vom Bildstand her und sehr ansehnlich, gerade aus gewisser Distanz. 
  • Servus TV HD Deutschland – Auf Entdeckungsreise in der Tierwelt, 1.080i: 1.080i Material wird einem präzisen De-Interlacing unterzogen. Es schleichen sich praktisch keine Treppenstufen und keine Unschärfen ein. Das Fell der gezeigten Tiere wirkt lebensecht und detailreich. Bildschärfe sowie Farbwiedergabe sind natürlich. Die plastische Wirkung des Bildes überzeugt auch Anwender mit hohem Anspruch. 
Klang

Panasonic TX-65DXW784 Screenshot 18

Ton-Menü

Viel gibt es hier eigentlich nicht zu sagen – der Panasonic fällt keinesfalls negativ auf, bietet aber auch keine neuen Bestleistungen. Hervorzuheben ist die sehr gute Stimmwiedergabe. Stimmen klingen nicht blechern und nicht belegt, sondern sehr natürlich. Im virtuellen Surroundmodus lösen sich Effekte ganz gut von den TV-Lautsprechern, sind allerdings von ihrer Gesamtausprägung her etwas zurückhaltend. Gut wird Musik dargestellt, recht klar und mit ordentlicher Dynamik. Die Einstellmöglichkeiten sind tadellos, die Pegelfestigkeit erweist sich als voll befriedigend. 

Pro & Contra

+ Sehr ausgewogenes Bild mit tollem Detail- und Gesamtkontrast
+ Farblich authentisch im Bildmodus „True Cinema“
+ Sehr gute Frame Interpolation
+ Tadelloses Management kontrastierender Bildteile
+ Upscaling der Spitzenklasse
+ TV-Tuner ausgezeichnet sogar im SD-Betrieb
+ Audio-Performance: Gute Stimmwiedergabe 

– Weder THX- noch ISF-Bildprogramme
– Sichtbare Inhomogenitäten in der Bildhelligkeitsverteilung
– Audio: Etwas zurückhaltende Wiedergabe von Effekten 

Fazit

Panasonic TX-65DXW784 Front Seitlich1

Der Panasonic TX-65DXW784 überzeugt uns im Testbetrieb mit hervorragender Leistung zum fairen Kaufpreis. Er ist schon gut ausgestattet – HDR-Panel, vier HDMI-Anschlüsse, Quattro-Tuner inklusive TV>IP, flottes Betriebssystem – besticht aber besonders durch das ausgewogene Bild, das in seiner Qualität trotz der Positionierung des Gerätes in der gehobenen Mittelklasse schon an die Tür zur Oberklasse anklopft. Sehr guter Gesamt- und Detailkontrast, ausgewogene, natürliche sowie augenfreundliche Gesamtwiedergabe, lebendige, echte Farben: Der DXW784 ist für anspruchsvolle Anwender mit Sinn für ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis eine hervorragende Wahl. Der sehr leistungsstarke Quad Core-Prozessor hat stets genug Reserven, und der hervorragende TV-Tuner sowie das sehr gute Upscaling sind typisch für Panasonic. Nachteile des DXW784: Nur 2 HDMI-Inputs unterstützen HDCP 2.2 und 4K 50/60 Hz, es gibt lediglich eine mitgelieferte einfache Fernbedienung, und die besonders empfehlenswerten ISF- und THX-Bildmodi behält Panasonic den Oberklasse- und Luxusmodellen vor. 

Der Preis-/Leistungs-Champion: Hochmoderne Technik und exzellentes Bild zum fairen Kaufpreis
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Flat-TVs 65 Zoll Obere Mittelklasse
Test 03. Mai 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03. Mai 2016




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