XXL-TEST: Sony 65 Zoll Ultra-HD Android-TV mit HDR KD-65XD9305 – Referenzgerät fürs neue Bild-Zeitalter?

Sony KD-65XD93 Front Seitlich2

2016 ist das Jahr von High Dynamic Range (HDR) – praktisch alle hochwertigen Ultra HD-TVs mit 3.840 x 2.160 Pixel Auflösung verfügen in diesem Jahr über die Möglichkeit, dank eines extrem leuchtstarken Panels und sehr guter Schwarzwiedergabe einen besonders hohen Dynamikumfang darstellen zu können. Wichtig sind die 1.000 Nits Leuchtkraft des Panels, aber elementar ist auch eine intelligente, fein gestufte Steuerung der Hintergrundbeleuchtung. Voraussetzung für den HDR-Genuss ist ferner, dass auch der Content in HDR vorliegt. Das ist z.B. verschiedene Ultra HD-Blu-rays oder aber bei selektierten Angeboten von VoD-Dienstleistern der Fall.

Auch Sony möchte natürlich an diesem Geschäft partizipieren und stellte schon Anfang des Jahres eine ganze Product Range von HDR-fähigen TVs vor. Wir haben nun ein besonders gelungenes Exemplar zum Test in der Redaktion:“Unser schönster 4K HDR Fernseher“ – es sind eindeutige Worte, mit denen Sony den ultradünnen, Android-basierten 2016er Ultra HD-Fernseher KD-65XD9305, kurz einfach nur „XD93“ Baureihe genannt, auf der Website charakterisiert. 3.499 EUR werden fällig, möchte man, dass das Spitzenmodell im Portfolio der Japaner in den eigenen Besitz übergeht. Sonys HDR-TVs haben übrigens, im Gegensatz zu Samsung (alle SUHD-Toplinien) und Panasonic (ausgesuchte Topmodelle) nicht als Ultra HD Premium-Logo der UHD Alliance. 

Sony spart ansonsten nicht an der Ausstattung. Doppeltuner (DBV-C/DVB-S2/DVB-T/DVB-T2), der 4K-Prozessor X1, die Bildoptimierungs-Technologie 4K X-Reality Pro, 3D-Wiedergabe mit aktiven Shutterbrillen (leider keine einzige serienmäßig dabei – die Bedeutung von 3D sinkt bei allen Herstellern immer weiter, daher haben wir auch keine 3D-Testreihen unternommen, es war keine Brille beim Testgerät) und zahlreiche Sound- und Bildmodi (unter anderem Sound-DSP für Musik und Filmton sowie die sehr guten, 2015 eingeführten Bildprogramme Cinema Pro und Cinema Home) stellen Kernpunkte der Ausstattung dar. ISF- oder THX-Bildmodi, wie sie z.B. Panasonic in selektierten Modellen bietet, fehlen beim X93. Dafür ist eine besonders leistungsfähige Frame Interpolation, nämlich Motionflow XR 1.000 Hz, mit an Bord. Natürlich fehlt auch das TRILUMINOS-Display mit erweiterter Farbraumwiedergabe nicht. 24p True Cinema sowie der Advanced Contrast Enhancer sind weitere Maßnahmen zur Optimierung der Bildgüte. 

Die Audio-Ausgangsleistung gibt Sony mit 4 x 7,5 Watt an. S-Force Front Surround 3D übernimmt die Rolle des DSPs für virtuellen Surround. Der S-Master Digitalverstärker übernimmt im Gerät den Vortrieb. Als optionales Zubehör gibt es den drahtlosen aktiven Subwoofer SWF-BR100. 

Sony KD-65XD93 Standfuss Front

Standfuß von vorne

Sony KD-65XD93 Standfuss Rueckseite

Standfuß von hinten

Sony KD-65XD93 Verarbeitung

Elegantes Design mit praktisch unsichtbarem Rahmen

Sony KD-65XD93 Rueckseite Seitlich2

Komplette Rückseite

Sony KD-65XD93 Netzteil2

Großes externes Netzteil

Der Sony XD93 ist ultradünn (145,8 cm breit, 83,9 cm hoch und nur 3,6 cm tief, Maße ohne Tischfuß) und sehr sauber verarbeitet. Die Materialqualität ist hoch, was leider nur beschränkt auf die beiliegende Fernbedienung zutrifft.  Und noch ein kleiner Nachteil: Das riesige externe Netzteil, nötig durch die flache Bauweise des XD93, das erst einmal verstaut werden will. Dafür gibt es eine Abdeckung für die Rückseite, damit alle Anschlusskabel aus dem Blickfeld verschwinden. Bei Sony sind bei diesem Modell alle Anschlüsse direkt am Gerät, eine separate „One Connect Box“ wie Samsung hält man hier – nach entsprechenden Experimenten in der Vergangenheit – offenbar nicht für sinnvoll.

Was bietet der X93 an Anschlüssen? Hier die Übersicht:

Sony KD-65XD93 Anschluesse Rueckseite2

Sony liefert erfreulicherweise 4 x HDMI mit HDCP (mancher Konkurrent nur noch drei mittlerweile). Natürlich WLAN-Modul an Bord, wahlweise auch Netzwerk per Kabel

Sony KD-65XD93 Anschluesse Rueckseite1

Sogar Komponente und Scart vorhanden, ohne Adapter zu nutzen. Löblich!

  • HDCP (2.2, für HDMI 1/2/3/4); Netzanschluss (Netzteil); HF-Eingang (1 seitlich); Composite-Videoeingang (1 hinten Hybrid mit Komponente); ZF-Eingang (BS/CS) (2 seitlich); Komponenten-Videoeingang (Y/Pb/Pr) (1 hinten, Hybrid); SCART (1 hinten ohne SmartLink); HDMI™ Verbindung (4 (1 außen, 3 mittig); Videoausgang (SCART, 1 hinten); Analoger Audioeingang (2 hinten); digitaler Audioausgang (1 seitlich); Audioausgang (1 seitlich/Hybrid m. HP); Kopfhörerausgang (1 seitlich/Hybrid m. Audioausgang); Subwoofer-Ausgang (1 seitlich/Hybrid m. HP und Audioausgang); USB (3 Anschlüsse); Ethernet-Verbindung (1 seitlich); PCMCIA-Anschluss/Anschlüsse (1 (oben)); HDMI™ PC-Anschluss.

Eine sehr gute Auswahl, auch zu loben ist, dass einer der drei USB-Slots (erkennbar an der blauen Farbgebung) dem USB-Standard 3.0 entspricht und sich demnach besonders gut zum Anschluss einer externen HDD eignet. Samsung hat beim KS9090 zwar drei USB-Terminals insgesamt integriert, allerdings entspricht keines davon der 3.0 Spezifikation. 

Einrichtung
Sony KD-65XD93 Screenshot 1

Los geht es

Sony KD-65XD93 Screenshot 2

Elementar beim Android-basierten TV – die Verbindung zu Google

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Wer bereits ein Google-Konto hat, z.B. wegen Tablet und/oder Smartphone, kann sich mit diesem anmelden und gleich geräteübergreifend agieren.

Sony KD-65XD93 Screenshot 4

Wahl des Landes

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Start des automatischen Sendersuchlaufes

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Auswahl des Satellitentuner-Modus

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Mit entsprechenden Grafiken versehen

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Bestätigung der Sat-Tuner-Betriebsart

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Vorbereitungen zum Sendersuchlauf

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Weitere Einstellungen

Sony KD-65XD93 Screenshot 11

Sendersuchlauf im vollen Gange

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Auswählen des Sende-Typs

Sony KD-65XD93 Screenshot 13

Unterbringung auf einem Regal oder Sideboard mit dem Tischfuß oder Wandmontage

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Einrichtung abgeschlossen

Natürlich verfügt der XD93 über einen Einrichtungsassistenten. Elementar wichtig im Verlauf des Einrichtungsprozesses ist die Kontaktaufnahme zu Google, schließlich nutzt der Sony-TV Android als Betriebssystem. Wer schon ein Google-Konto, z.B. vom Smartphone oder Tablet, verwendet, kann Benutzernamen und Passwort auch beim XD93 in die entsprechenden Zeilen eingeben. 

Bedienung

Sony KD-65XD93 Screenshot 16

Google-basiert. Der XD93 unterstützt Google Cast, verfügt über Googles Play Store und bringt alle namhaften VoD-Plattformen mit (teilweise mit 4K Streaming)

Sony KD-65XD93 Screenshot 15

Attraktive, moderne Benutzeroberfläche

Sony KD-65XD93 Screenshot 17

Zahlreiche Google-Dienste

Der XD93, typisch moderner TV, muss nach dem Aufstellen natürlich erst einmal auf die neueste Firmware-Version upgedatet werden. Das funktionierte bei uns problemlos und dauerte ca. 15 Minuten. Der Sony ist Android-basiert, und bis auf wenige Ausnahmen – z.B. dass man den Home Server zum Abspielen von Video-, Foto- oder Audiodateien nicht bei den Quellen (z.B. HDMI1, HDMI2 etc.), sondern unter dem Icon „Videos“ findet, ist es auch für Neueinsteiger zügig zurecht. Was uns gut gefällt – der XD93 reagiert spontan auf mit der Remote gegebene Befehle, die Zusammenarbeit mit der Tastenfernbedienung war bei den 2015er Modellen weniger überzeugend. Hier geht alles zügig, bei entsprechend flotter Internetverbindung werden darüberhinaus Inhalte, selbst datenintensive 4K-Videoclips von YouTube, flott geladen und bereit gestellt. Das Navigieren innerhalb unseres Home Servers könnte allerdings noch eine Idee zügiger vonstatten gehen, wenn sich TV und Server das erste Mal „kennenlernen“. Bis der Folder „Videos“ geladen wurde, verging doch etwas mehr Zeit als unter identischen Bedingungen bei der Konkurrenz von Samsung (KS9090), der auch bei der ersten Kontaktaufnahme schon recht flott unterwegs war. Allerdings gibt es beim Sony diese Zeitverzögerung nur beim ersten Mal, ist die Verbindung zum Server einmal aktiv gewesen, agiert der XD93 enorm schnell und greift zügig auf alle Verzeichnisse, Ordner und Dateien zu. 

Sony KD-65XD93 Fernbedienung

Fernbedienung

Praktisch ist die Taste „Action Menü“ auf der Fernbedienung. Es finden sich dort schnelle Shortcuts zu allen wichtigen Grundfunktionen, so auch zu Bild und Ton. Man kann das Bildfeld beispielsweise zügig von „Standard“ zu „Cinema Pro“ oder „Cinema Home“ wechseln, auch beim Klang kann man dann das entsprechende DSP beispielsweise für die Wiedergabe von Kinofilmen aktivieren. Auch weniger elementare Funktionen wie der Live-Fußball-Modus, der Bild und Akustik für eine Live-Fußball-Atmosphäre anpasst, ist verfügbar. Neu ist, dass Sony gleich in die Tastenfernbedienung ein Mikrofon für die Sprachsteuerung eingebaut hat. Früher, bei der 2015er Generation, gab es dafür eine eigene, kompakte Touchpad-Multimedia-Fernbedienung. Nun also alles mittels einer Remote, zumindest war bei unserem TV keine zweite dabei, und das eingebaute Mikrofon ist ein sicheres Indiz dafür, dass es wohl auch keine zweite Fernbedienung gibt – der Lieferumfang, den Sony auf der Website angibt, bestätigt unsere Vermutung. Die Fernbedienung hat einen Makel, den sie mit vielen Produkten der Konkurrenz teilt, und der schon seit Jahren ärgerlich ist: Sie ist gänzlich unbeleuchtet. Wenigstens phosphoreszierende Tasten könnte man dem Befehlsgeber doch gönnen. Wie es geht, zeigt z.B. Panasonic, bei deren Top-Modellen befindet sich eine beleuchtete Fernbedienung im Lieferumfang, was die Bedienung gerade im abgedunkelten Raum doch enorm erleichtert. Recht zügig agiert die Sprachsuche, die Ansagen werden gut verstanden (Suche in YouTube z.B. nach „UHD“, „Ultra-HD, „4K“). Per Direktwahltaste auf der Fernbedienung sind Google Cast sowie Netflix eingebunden, die Tasten sind auch mit dem jeweiligen Logo beschriftet und somit heben sie sich gut ab. 

Pro & Contra

+ Nach kurzer Eingewöhnungszeit leichtes Handling
+ Recht zügige Bedienvorgänge
+ Sehr praktische, gut in der Hand liegende Fernbedienung
+ Prima funktionierende Sprachsteuerung
+ Praxisgerechte Anschlussbestückung
– Scart und YUV ohne Adapter direkt am Gerät
+ Extrem flaches, elegantes, sauber verarbeitetes Gerät

– Fernbedienung ohne Touchpad und ohne Beleuchtung
– Materialqualität der Fernbedienung
– Externes Netzteil überdurchschnittlich groß

Bild

Sony KD-65XD93 Screenshot 19

Verschiedene Bild-Modi, hier nicht zu sehen (man muss weiter scrollen im Menü) die exzellenten Bildfelder Cinema Pro und Cinema Home, die schon 2015 eingeführt wurden

Sony KD-65XD93 Screenshot 20

Erweiterte Bildeinstellungen: Helligkeit

Sony KD-65XD93 Screenshot 21

Erweiterte Einstellungen: Farbe

Sony KD-65XD93 Screenshot 22

Erweiterte Einstellungen: Klarheit. „Mastered in 4K“ optimiert übrigens 1.080p-Quellen

Sony KD-65XD93 Screenshot 23

Erweiterte Einstellungen: Bewegung

Der Video-EQ des XD93 präsentiert sich tadellos bestückt und klar gegliedert, um schnell auf die gewünschte Funktion zugreifen zu können. Links im Screen finden sich die jeweiligen Oberbegriffe – Helligkeit, Farbe, Klarheit, Bewegung bzw. das Rücksetzen auf die Normwerte -, und dann taucht nach Auswahl des Oberbegriffs das entsprechende Sub-Menü rechts auf. Es gibt weder THX- noch ISF-Bildprogramme. 

TV-Tuner, DVB-S2:
  • ZDF, 720p, Werbeblöcke, Die Rosenheim Cops
  • ARD, 720p, Wetter vor Acht, Börse vor Acht, Tagesschau:
  • RTL: „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, 576i
  • SAT1: Einsatz in Köln – die Komissare“, 576i

Der X93 markiert unseren ersten Eindrücken nach einen neuen Maßstab bei der Güte der TV-Tuner, die Sony bislang in die TV-Geräte des Hauses eingebaut hat. Bestechend ist die Performance selbst bei visuell schwachem SD-Material in 576i. Der TV liefert ein ausgezeichnetes De-Interlacing und vermeidet störende Treppenstufen weitgehend. Ebenso sind Bewegungsprozesse aller Art flüssig und stabil. Auch mehrere Bewegungsabläufe – z.B. ein Jogger und im Hintergrund ein vorbeifahrendes Auto – arbeitet der XD93 hervorragend heraus. Im Bildprogramm „Cinema Home“ gefallen Kontrastumfang gesamt, Kontrastumfang im Detail, Farbtreue und Schwarzwert beinahe in vollem Umfang. Wir sehen deutliche Fortschritte bei der Panelgüte gegenüber der 2015er Generation. Dazu passt die ebenfalls gesteigerte Güte des Tuners, man sieht es auch am Bildrauschen. Dieses nimmt selbst bei SD-Material keine beängstigenden Formen an, auch große Farbflächen wie z.B. bei Werbeblöcken, wenn das Logo einer Firma vor einfarbigem Hintergrund zu sehen ist, rauschen nur relativ geringfügig. Klar, wer sich direkt vor den großen 65 Zoll Screen stellt, sieht das Rauschen schon deutlich, aber bei normalem Betrachtungsabstand ist es wirklich sehr zu loben, wie gut sich der Sony schlägt. „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ in unverschlüsselter SD-Auflösung sieht recht anständig aus – selbstverständlich erreicht die maximale Bildschärfe kein HD-Niveau, aber klare Konturen und kein wüstes „Ausfransen“ von Objekträndern beweisen eines deutlich: Der Sony verfügt nicht über einen guten Tuner und ein tolles Panel, sondern auch über jede Menge interne Rechenpower. 

Noch besser wird alles freilich, wenn die Öffentlich-Rechtlichen Sender ARD und ZDF wiedergegeben werden. Beispiel: „Wetter vor Acht“ in der ARD. Die Wetter-Experin direkt vor der Wetterkarte – hervorragend differenziert der XD93 die visuellen Ebenen, wenn die Wetter-Expertin die Hand hebt, ist diese plastisch im Vordergrund vor der Wetterkarte zu sehen. Der Sony ist kein Curved-TV, und bei Curved-TVs wird immer die gesteigerte Dreidimensionalität angeführt – dass dies auch Flat-TVs extrem gut beherrschen, verdeutlicht uns der Sony eindrucksvoll. Auch eine normale Krimi-Vorabendserie wie die „Rosenheim Cops“ tut es, um einfach gern das Bild des X93 zu betrachten. Wenig Rauschen, tolle Schärfe, natürliche Farben, enormer Kontrastumfang – so macht Fernsehen Freude. Auch zu mehreren Personen, der horizontale Betrachtungswinkel ist tadellos. 

Blu-ray „Skyfall“, vom TV hochskaliert von 1.080p auf 2.160p:

Bedingungen:

  • Fast komplett abgedunkelter Raum
  • Bildfeld „Cinema Pro“

Sequenzen:

  • Wohnung in Istanbul, 007 findet die verletzten/getöteten MI6-Agenten, gedämpftes Licht: Hervorragende Leistung! Nahezu alle Details wie z.B. die Struktur des Bodens oder der Bezug der Couch sind auch im schummrigen Licht ausgezeichnet zu erkennen. Bildrauschen kommt nur in sehr geringem Umfang vor. Das Licht der umgefallenen Tischlampe kommt realistisch zur Geltung, detailliert wird das Notebook gezeigt, aus dem der Killer Patrice die HDD entwendet hat, auf der sich hoch sensible Daten befinden. Als James Bond aus dem dämmrigen Hausflur ins helle Tageslicht tritt, stellt der XD93 die unterschiedlichen Kontrastverhältnisse erstklassig dar. Das Upscaling während der gesamten Sequenz ist geprägt von toller Bildschärfe und feiner Detaillierung. Einzige Schwäche: Minimal inhomogene Bildhelligkeitsverteilung in den Bild-Randzonen trotz Sonys „Slim Backlight Drive“, das trotz des extrem flachen Gehäuses ein optimales Backlight-Verhalten sicherstellen soll. Man merkt – auch der XD93 ist ein Edge LED-Backlight-TV, trotz der Preisklasse. Nur der 75 Zoll messende XD94 verfügt über Full LED Backlight. 
  • 007 geht auf die Straße, steigt in den Land Rover der Kollegin ein, Tageslicht, schnelle Bewegungen während Verfolgungsjagd: Sonys Frame Interpolierer „Motion Flow“ wurde von uns auf die Betriebsart „Echtes Kino“ eingestellt. Extrem scharf und echt kommen alle Bewegungen zum Ausdruck, der Land Rover Defender in voller Fahrt wird mit klaren Konturen präsentiert – so eine gute, makellose Frame Interpolation haben wir nicht nur von Sony bislang kaum gesehen, auch im Konkurrenzumfeld, so scheint es zumindest hier im Preview, steht der XD93 glänzend da – ein echter Siegertyp? Es sieht bislang danach aus. 
  • Bond jagt den Killer Patrice, beide fahren Enduro, Licht und recht dunkle Bildanteile im Wechsel: Die Szene beginnt bei hellem Tageslicht, Patrice entwendet eine Enduro der Polizeit und flüchtet. 007 greift sich eine Reise-Enduro mit deutlichen Gebrauchsspuren und setzt hinterher. Ein Schusswechsel geht dem voraus, der Sony zeigt des Killers automatische Waffe ebenso detailreich wie die Walther PPK des britischen Doppelnull-Agenten. Selbst die Schale der reifen Orangen, die auf dem Markt feilgeboten werden, arbeitet der XD93 exzellent heraus. Als dann die Enduros durch die relativ dunklen Gänge rund um den Grand Bazar rasen, stellt der Sony auch unter diesen Lichtverhältnissen nahezu alle Einzelheiten scharf sowie plastisch heraus. Auffällig – das sehr geringe Scalingrauschen und, wieder einmal, die außergewöhnlich hohe Plastizität. Die Bewegungswiedergabe verdient erneut Applaus durch hohe Stabilität und Schärfe.
  • Shanghai bei Nacht, Skyline, 007 im Swimming Pool des Luxushotels und an der Bar: Scharf und mit enormer Leuchtkraft, so kommt die kurze Einblendung der Skyline von Shanghai bei Nacht heraus. Allerdings leistet sich der Sony hier kleine Schwächen, kurz ruckelt das Bild und zeigt leichten Versatz im Detail, was man am jeweiligen Geschoss des gezeigten Skyscrapers sehen kann. Ansonsten – sehr gutes Schwarz, enorme Tiefenwirkung, enormer Bild-In-Bild-Kontrast – top. Der Swimming Pool auf dem Dach des Luxushotels wird, ebenso wie der schwimmende Bond, stimmig wiedergegeben, die Schwimmbewegungen sind scharf, es gibt keine Nachzieher. Die kurze folgende Einblendung der Bar besticht erneut durch Bildschärfe und farbliche Authentizität. 
Ultra-HD-Showcase von Florian Friedrich, Zuspielung vom Home Server, 3.840 x 2.160 Pixel, per kabelbasierter 1 Mbit-Netzwerkverbindung: 

Immer noch sehr gut kann man die Qualität des jeweiligen TV-Gerätes bei schon bald 2 Jahre altem Ultra HD-Material in 3.840 x 2.160 Pixeln erkennen. Das in unseren Testreihen zum Einsatz kommende Video liegt in einer h.264 und einer HEVC enkodierten Variante vor. Die h.264 Version ist in MP4 verpackt, HEVC steckt im MKV-Container. Die Dateien können direkt auf einen USB-Stick kopiert und mit den integrierten Mediaplayern praktisch aller aktuellen UHD-Fernsehern direkt wiedergegeben werden. Alternativ kann man das Video auch auf dem Home Server abspeichern. Die Frage nun: Wie schlägt sich der Sony? Der Samsung KS9090 konnte uns vor kurzem sehr begeistern, als er dieses Quellmaterial wiedergab. 

Und der XD93? Der UHD-Clip, ca. 4:30 Minuten lang, beginnt mit farblich prächtigen, detailreichen Eindrücken von der Landschaft der griechischen Insel Symi, einer Nachbarinsel von Rhodos – natürlich gibt es auch sehr schöne Bilder vom tiefblauen Meer. Eines sollte man allerdings vorausschicken. Schon seit es TRILUMINOS bei Sony als Quantum Dot-Display-Technologie gibt, sagt man den Panels nach, dass sie zwar einen faszinierend tiefen Bildeindruck bieten durch die farbliche Vielfalt, allerdings die Farbtemperatur zu hoch liegt. Selbst, wenn die Funktion nicht eingeschaltet ist, also deaktiviert, sind die Farben meist kühler gewesen als gewünscht. Ganz ist dieser für Bild-Experten durchaus vorhandene Nachteil auch bei den 2016er Modellen nicht verschwunden. Man hat aber die Möglichkeit, durch Verwendung des „Cinema Pro“ Bildmodus die zu hohe Farbtemperatur zumindest sichtbarer als bislang abzuschwächen. Daher setzen wir auf „Cinema Pro“ bei diesem Beispiel und freuen uns nun über eine relativ ausgewogene Farbtemperatur und realistische Weißwerte. 

Eine Fahrt über das Wasser mit vorgeschobener Landzunge und dahinter liegenden Felsklippen zeigt die authentische Räumlichkeit, gekoppelt an enorme Dreidimensionalität der vierfachen FullHD-Auflösung – und, wie auch beim Samsung-Test, beweist auch der Sony „Ultra-HD nicht gleich Ultra-HD“ ist. Oberklasse-Fernseher wie der XD93 schaffen es, deutlich mehr Ausdruckskraft und realistische Klarheit ins Bild zu bringen als preiswerte UHD-TVs. Der X93 scheint enorm ausgewogen zu sein, nach den ersten Eindrücken, der Samsung ist bei der Gesamtbildschärfe (Bildfeld beim KS9090: Film-Modus) leicht überlegen, wobei das natürlich auch daran liegt, dass der KS9090 in unserem Test „nur“ ein 55-Zöller war und der Sony die identische Pixelanzahl für 65 Zoll aufbringt. Gleichzeitig aber muss gesagt werden, dass bei der ohnehin hohen Ultra HD Auflösung dies kaum ins Gewicht fällt. Also bilanzieren wir: Noch etwas schärfer und detailtreuer der Samsung, noch etwas homogener, fließender der Sony. Wow! Wie gut hat sich Sony hier entwickelt! Großes Lob nach Japan. 

In der Bild-Einstellung am Hafen mit den im Wind wehenden Fahnen und denn charakteristischen Bewegungen der Wasseroberfläche stellt der XD93 ein sehr stabiles, vielschichtiges Bild zur Verfügung. Die Details an den Booten werden nahtlos, stimmig, und doch klar eingearbeitet. 

Es folgen nun im Clip Panorama-Aufnahmen, so von einer Wetterstation auf der Zugspitze. Hier kommt das erneut zum Ausdruck, was wir schon bei der Bewertung des TV-Tuners im DVB-S2-Betrieb festgestellt haben: Der Sony ist ein Meister der Plastizität, man hat beinahe den Eindruck, nach den verschneiten Berggipfeln greifen zu können. Farbübergänge stellt der XD93 hervorragend dar, die Farben gehen so nahtlos, so ohne irgendwelche Störungen oder Disharmonien ineinander über, als würde man selber auf der Wetterstation stehen. 

Verschiedene Nahaufnahmen von Blumen sowie Insekten stellen besonders den Detailreichtum, die Detailschärfe und Durchzeichnung von Feinheiten im hochfrequenten Bereich heraus. Vögel zeigen ihr Federkleid in voller Pracht. Auch im UHD-Showcase zu sehen sind Winterlandschaften , Aufnahmen aus San Francisco, Mexico, München und des Kolosseums in Rom. Mit einer kurzen Einlage eines mittels CG erstellten Baumes im Schnee und „Zirkus“-Sequenzen, die ebenfalls am PC erstellt wurden, endet der Clip später. Wie schlägt sich unser Probant? Immer wieder beeindruckt, wie kontrastreich, klar und homogen das Bild ist. Kein überschärftes Bild, das den Augen des Betrachters auf anstrengende Art und Weise die Vorzüge von Ultra-HD-Auflösung einflößen möchte, sondern ein natürliches, angenehmes Bild, das ist die große – und neue – Stärke von Sonys Topmodell des Jahres 2016. 

Material von Sony, zugespielt vom Server: „4K Camp HDR““ und „4K Camp“ ohne HDR im Vergleich:

Sony hat noch Material angeliefert, welches wir herunterladen und dann vom Server abspielen. Einmal handelt es sich um eine 2:08 Minuten lange Sequenz in 3.840 x 2.160 Pixeln mit HDR, das andere Mal der identische Content in 3.840 x 2.160 Pixeln, aber mit herkömmlichem Kontrastumfang. Mit drei Offroadern, darunter auch ein Österreichischer Pinzgauer von Steyr sowie ein klassischer Jeep CJ-7 Renegade, wird am einsamen See vor eindrucksvoller Bergkulisse Kanu gefahren, später werden Zelte aufgebaut, ein Feuer entfacht, es wird gekocht und die Nacht zieht herein. Alle Einzelheiten und Details sind beim HDR-Material sehr deutlich ausgeprägter, plastischer und so, als wäre man selber Bestandteil des Geschehens. Beim SDR-Inhalt ist alles distanzierter, der Erlebnis-Faktor ist merklich geringer, und z.B. als die 4X4 Fahrzeuge vor dem See im Hintergrund stehen, ist die Differenzierung der verschiedenen Bildebenen bei HDR-Content sichtbar besser.

Ebenso, als am nächsten Morgen die Sonne vor dem Bergpanorama aufgeht – mit HDR wirkt alles deutlich facettenreicher, man kann die Silhouette vom Berg viel besser von den Sonnenstrahlen differenzieren. Deutlich wird bei diesem Material, dass erst die Kombination von Ultra HD-spezifischer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln und dem erweiterten Dynamikumfang durch HDR das volle Potential der Möglichkeiten freilegt. Nun werden auch bei schwierigen Lichtverhältnissen Einzelheiten exzellent präsentiert, zuvor war zwar die Detailschärfe von Ultra HD-Content bei normalen Lichtverhältnissen schon beeindruckend, bei stark kontrastierenden Bildern, bei extremer Helligkeit oder fast völliger Dunkelheit nahm das Detaillierungsvermögen aber sichtbar ab. Dieses Manko gleicht HDR nun aus. Durch die enorme 1.000 Nit Panel-Leuchtkraft werden auch Unterschiede im Bild zwischen Dunkelheit und Helligkeits-Peaks souverän wiedergegeben. Als am Abend LED-Lichterketten an den Zelten im Sony-Camp angehen, beweist uns der TV ein weiteres Mal, wie brillant selbst solche recht einfachen Dinge in der Kombination aus Ultra-HD-Resolution und HDR-Kontrastdynamik aussehen – es muss nicht gleich die Skyline von Tokio bei Nacht sein.

Ultra HD-Blu-ray-Wiedergabe mit HDR

Panasonic DMP-UB900 Front Seitlich1

Zum Einsatz kam unser Panasonic DMP-UB900

Ultra HD Blu-ray, San Andreas: Mächtige Bilder von erschütternden Erdbeben, Panoramabilder zerstörter Städte und Landstriche: Ultra HD Blu-ray bietet ein unglaublich fesselndes sowie realistisches Kino-Erlebnis für zuhause. Beeindruckend ist der Facettenreichtum und die visuelle Tiefenwirkung – wer vermisst hier ernsthaft 3D? Dass der XD93 gerade bei der Bild-Plastizität gut abschneidet, haben wir bereits in den anderen Testreihen hinlänglich beschrieben. Daher eignet sich der TV sehr gut, um auch die Qualitäten einer Ultra HD-Blu-ray ansprechend zu übermitteln.

Im Bildmodus „Cinema Pro“ stellt der XD93 ein gleichermaßen farbechtes wie farblich dynamisches, authentisches Bild zur Verfügung. Farb-Facetten, z.B. innerhalb von Flammen, kommen hervorragend heraus. Farben selber, wie z.B. die teilweise rote Lackierung des Helikopters, in dem Ray unterwegs ist, werden rein und mit akkurat ausbalancierter Sättigung wiedergegeben. In der Szene, in der er seinen Exfrau aus dem Trümmerfeld rettet, werden auch HDR-Vorteile sehr klar ersichtlich – als man tief in ein zerstörtes Gebäude hineinblicken kann, fällt sofort auf, wie differenziert die verschiedenen Grau-/Schwarz-Abstufungen wiedergegeben werden. Auch z.B. das schwarze Hemd von Ray, als er in seinem Geländewagen sitzt, hebt sich hervorragend von den ebenfalls schwarzen Sitzen des Fahrzeugs ab. Auch das Innere des Helikopters kommt in einer Detaillierung heraus, die man bislang kaum gesehen hat. Kleine Facetten werden einwandfrei voneinander differenziert, hohe Detailschärfe geht hier mit einem enormen Gesamt- sowie Detailkontrast einher. Bei Panoramaaufnahmen der zerstörten Gebiete modelliert der XD93 bis in die hintersten Bildebenen am Horizont alles fein heraus.

Nur leichtes Rauschen vom Quellmaterial stört bisweilen etwas. Hautfarben gibt der Sony nuanciert und realistisch wieder, wie man z.B. am Gesicht von Ray, aber auch bei den anderen Protagonisten ersehen kann. Bilanzierend ist die Kombination aus Ultra HD-BD und HDR für authentisches Filmvergnügen herausragend geeignet. Hohe Schärfe allein macht noch kein optimales Bild, dieses entsteht erst, wenn auch die entsprechenden Kontrastverhältnisse gegeben sind. Dass der XD93 durch seine Fähigkeit, natürlich-scharf und dreidimensional darzustellen, sich als sehr gute Wahl für die Präsentation von HDR-Inhalten erweist, dürfte einige anspruchsvolle Anwender zum Kauf eben dieses TVs bewegen. Einziger Nachteil auch hier ist die nicht 100 % homogene Helligkeitsverteilung, der XD93 kann eben nicht vollkommen verheimlichen, dass er ein Edge LED-LCD-Fernseher ist.

Ultra HD Blu-ray, Mad Max, Fury Road, Filmbeginn: Sehr gut eignet sich der neueste Mad Max-Film, um die Vorzüge von HDR ausgiebig schätzen zu lernen. Die erste kurze Sequenz spielt im Hellen, als Mad Max mit seinem Fahrzeug vor einer Kampfeinheit der War Boys flüchten möchte, aber er überschlägt sich mit seinem Auto und wird gefangen genommen. Ganz herausragend ist der Billdeindruck, als die War Boys mit ihren Fahrzeugen in Richtung Sonnenuntergang davon fahren. Hier merkt man einen deutlichen Unterschied zu einer normalen SDR-Wiedergabe.

Das Bild ist feiner gestaffelt, die Übergänge sind gleichzeitig fließender, klarer. Trotz der ungünstigen Lichtverhältnisse ist das Bild enorm detailreich. Die vielen verschiedenen Farbtöne stellt der Sony sehr akkurat und sauber dar. Nach dieser Sequenz wird Mad Max in die Zitadelle geschafft, und dort herrscht dämmriges Licht, dominiert von Rot-, Orange- und Braun-Tönen. Ungemein differenziert wird die Oberfläche der Felsen wiedergegeben, und selbst bei beinahe völliger Dunkelheit sind feine Muster und Strukturen noch erkennbar. Kontrastierende Lichtverhältnisse kommen exzellent zum Ausdruck, so helle, lodernde Flammen im Hintergrund und in der fast völligen Dunkelheit liegende Details im Vordergrund.

Der enorm hohe Kontrastumfang von HDR-Content eröffnet hier neue Horizonte, die der hochwertige XD93 sehr gut zum Zuschauer transportiert. Lebendig und filigran gleichermaßen, beeindruckt das Bild und lässt den Zuschauer tief ins visuelle Geschehen eintauchen. Der Fluchtversuch von Mad Max, als er durch die Zitadelle eilt, wird bewegungsscharf präsentiert. Als der grauenvoll entstellte Warboy-Tyrann Immortan Joe seine Rüstung angelegt bekommt und nach draußen geführt wird, wird der Kontrastübergang hin zum hellen Tageslicht überragend wiedergegeben.

Klang
 Sony KD-65XD93 Screenshot 24

Ton-Menü

Sony KD-65XD93 Screenshot 33

Dass der X93 auch HiRes Audio wiedergibt, ist nett, aber da die Klanggüte nur durchschnittlich ist, profitiert man nicht wirklich davon

Der Sony XD93 ist aus akustischer Perspektive kein Volltreffer. Zwar kann man relativ hohe Pegel erzielen und es kommt auch dann kaum zu Verzerrungen, aber der Sound ist leider etwas blechern und belegt im Hochtonbereich. Hier beweist uns z.B. der KS9090 von Samsung, dass eine deutlich bessere Klangqualität auch in den beengten Platzverhältnissen eines Flachbildschirms zu realisieren ist. Der Sony verfügt zwar über verschiedene Modi, zum Beispiel für Film und Musik, doch in keiner DSP-Betriebsart wird der leicht belegte Klangeindruck völlig eliminiert. Auch, wenn man Sonys hauseigene „Clear Sound +“ Technologie aktiviert, verfliegt der „akustische Teppich“ nicht völlig, der sich über den Klang legt. Stimmen sind gut verständlich, haben aber einen leicht nasalen Einschlag. Musik und Effekte sowie Stimmen werden ordentlich voneinander differenziert, aktiviert man überdies die virtuelle Surround-Erzeugungsfunktion, ist eine gewisse Räumlichkeit in der Nähe des XD93 wahrzunehmen. Insgesamt eine voll befriedigende Leistung, aber nicht mehr. 

Pro & Contra

+ Extrem plastisches, natürliches Bild
+ Authentische Farbwiedergabe im Cinema Pro-Bildmodus
+ Scharfes, aber gleichzeitig angenehmes und homogenes Bild
+ Sehr leuchtstarkes Panel mit hervorragender HDR-Darstellung
+ Für Edge LED-TV sehr guter Schwarzwert
+ Exzellentes Upscaling von BDs auf 3.840 x 2.160 Pixel
+ Ausgezeichneter TV-Tuner

– Nur Edge LED-Backlight, dadurch leichte Inhomogenitäten in der Helligkeitsverteilung
– Weder ISF- noch THX-Bildmodi
– Nur durchschnittlicher Klang

Fazit

Sony KD-65XD93 Front Seitlich1

Sony gelingt ein deutlicher Performance-Sprung nach vorn, vergleichen wir den XD93 mit den 2015er Modellen. Der 2016er XD93 mit HDR-fähigem 1.000 Nit-Panel begeistert selbst bei nicht-HDR-Content mit herausragendem Gesamt- und Detailkontrast. Spielen wir HDR-Inhalte zu, läuft der X93 ebenfalls zu großartiger Form auf: Ganz gleich, ob stark kontrastierende Lichtverhältnisse, extrem helle oder fast völlig dunkle Bilder, immer beeindruckt der XD93 durch feine Detaillierung und eine extrem gute Graustufen- und Weiß-Differenzierung. Material von Ultra HD-Blu-ray kommt mit natürlicher Bildschärfe und bestechender Plastizität heraus.

Der XD93 beweist auch bei hochskaliertem Inhalt von herkömmlichen BDs oder bei TV-Content, dass ein enorm dreidimensionales Bild weder 3D-Brillen noch ein Curved-Shape braucht – ein „normaler“, sogar extrem flacher und dadurch nobel-chic wirkender Flachbildschirm kann exzellent in dieser Disziplin abschneiden. Allerdings, trotz des wirklich guten Schwarzwertes, scheinen Inhomogenitäten bei der Hintergrund-Lichtverteilung durch. Bedingt durch die extrem flache Bauweise konnte Sony keine Direct LED-Hintergrundbeleuchtung, sondern nur Edge LED-Backlight realisieren.

Fernab vom Bild kann der Sony mit einem schlüssigen Bedienkonzept punkten, dass nur eine Fernbedienung mitgeliefert wird, ist in keiner Weise ein Nachteil, da die Remote sehr gut in der Hand liegt und keinen Rätsel aufgibt. Praktisch ist das „Action“ Menü, prima funktioniert die Sprachsteuerung. Nur die Materialqualität bei der Fernbedienung lässt deutlichen Spielraum nach oben, überdies fehlt leider eine Beleuchtungsmöglichkeit. Sehr gut gefällt uns die Anschlussbestückung, es gibt vier HDMI-Terminals, die natürlich aktuellem Standard entsprechen, von den drei USB-Slots entspricht einer der Norm 3.0. Insgesamt ist der 2016er XD93 der mit Abstand beste Sony-TV, den wir seit Jahren gesehen haben, und kann sich auch zusammen mit anderen hervorragenden Kontrahenten ganz oben an der Spitze etablieren.

Extrem bildstarker, extrem schicker und erstklassig ausgestatteter Ultra HD-/HDR-Flatscreen
referenz
Flachbildschirme 65 Zoll Oberklasse
Test 02. Mai 2016

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 02. Mai 2016




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