TEST: Toshiba 58 Zoll Ultra HD-TV 58M9363DG

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Ultra-HD-Fernseher werden immer preisgünstiger. Mittlerweile sind sie in Preisregionen angelangt, die vor 1 ½ Jahren noch von hochwertigen Full-HD-Modellen besetzt wurden. Ein besonders gutes Beispiel für ein Marken-UHD-Gerät zum günstigen Preis ist der Toshiba 58M9363DG, der für eine unverbindliche Preisempfehlung von EUR 2.999,– angeboten wird. Der Marktpreis liegt sogar noch etwas darunter. Fürs investierte Geld erhält der Käufer einen 58 Zoll Fernseher mit umfangreicher Ausstattung. Die Panelauflösung beträgt wie bei allen UHD-TVs 3.840 x 2.160 Pixel, das ist exakt die vierfache Pixelanzahl im Vergleich zu Full-HD. Da derzeit natives Quellmaterial in 4K –Auflösung Mangelware ist, setzt Toshiba einen Schwerpunkt auf das hochwertige Upscaling von niedriger auflösenden Quellen.

Die CEVO 4K Uspcaling Engine auf Basis eines Multicore-Prozessors hat die Aufgabe, auch z.B. beim Upscaling von Blu-rays bestmögliche Qualität zu realisieren. Um den Eindruck eines hochauflösenden Bildes beim Betrachter zu forcieren, baut Toshiba in den 58M9 eine speziell auf UHD optimierte Version von Resolution + ein. Schon in der Vergangenheit konnte Resolution + bei sauberem Quellmaterial durchaus eine Steigerung der Gesamtqualität bewirken. Natürlich ist der 58M9 auch 3D-fähig. Im Gegensatz zu den größeren UHD-TVs von Toshiba setzt dieses Modell auf aktive Shutter-Brillen und nicht auf passive Polfilter-Brillen. Dies liegt vermutlich daran, dass Toshibas UHD-TVs unterschiedliche Panels einsetzen die auf die jeweilige 3D-Technologie optimiert sind. Der 58M9 ist ferner in der Lage, 2D-Signale auf 3-D zu konvertieren. Zwei aktive Shutterbrillen liegen im Übrigen dem 58M9 bei. 

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Bicolor-Design, gute Verarbeitung, ordentliche, aber nicht exzellente Materialqualität

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 Grün beleuchteter Standby-Knopf

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 Seitliche Anschlüsse

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 Fernbedienung

Besonders wichtig bei leistungsstarken TV-Geräten ist eine hochwertige Zwischenbildberechnung. Diese sorgt für ein flüssiges, scharfes Bild ohne störendes Ruckeln. Toshiba setzt hier auf eine 800 Hz Frame-Interpolation. Diese konnte in der Normaleinstellung in unseren Testreihen durchaus überzeugen, das Bild war nach wie vor natürlich, dazu bewegungsstabil und scharf. Hier hat Toshiba gegenüber früheren Modellen eine sichtbare Verbesserung erzielen können.

Der 58M9 ist, wie mittlerweile üblich, ein Edge-LED-LCD-TV. Die LEDs für die Hintergrundbeleuchtung sitzen in den Bildschirmecken, per Leiterbahnen wird das Licht hinter das Panel geschickt. Full LED-Backlight-LCD-TV’s gibt es kaum noch auf dem Markt, obwohl diese eine deutlich gleichmäßigere Helligkeitsverteilung ermöglichen. Moderne Geräte mit Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung haben aber durch clevere Technik aufgeholt, auch der 58M9 zeigt eine voll befriedigende Helligkeitsverteilung in allen Betriebsarten.

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Bildmenü

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 Bildmodi

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 Erweiterte Bildeinstellungen

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 Resolution +

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 ClearScan-Betriebsarten

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 Eingebautes Universaltestbild

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 2P oder 10 P Weißabgleich 

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 RGB Gain und Offset

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 Gamma-Kalibrierung mittels Messsonde (optional lieferbar) 

Der Video-EQ des Toshiba hält verschiedene Bildfelder bereit: AutoView, Dynamisch, Spiel, Movie: Hollywood Day / Hollywood Night, PC, Standard, Händler, Individuell. Hierzu kurz ein paar Erläuterungen. In der Betriebsart AutoView stellt sich der 58M9 hinsichtlich visueller Basisparameter (Helligkeit, Kontrast) auf die Lichtverhältnisse am Aufstellungsort ein. Im Bildmodus Hollywood Pro kann man den Toshiba mittels optionaler Mess-Sonde perfekt kalibrieren. Die Belohnung ausgewogene Farben, feine Kontrastabstufungen und eine stimmige Gammakurve. Der Toshiba verfügt unter den Experten-Einstellungen auch über ein integriertes Universal-Testbild. Über die RGB-Filterfunktion kann man zudem auch ohne Farbfilterbrille das Farbdecoding der Primärfarben überprüfen. Für die Feinjustage können RGB Gain und Offset für jede Primärfarbe präzise justiert werden. Weitere Parameter für die Bildoptimierung sind. Digitale Rausch-Reduzierung, MPEG Rausch-Reduzierung, 3D Digital Comb Filter, Active Backlight Control, Licht-Sensor, Farbtemperaturwahl, Exact Scan Modus (nativ). Letztere Funktion bezeichnet die pixelgenaue Darstellung von UHD-Material. Insgesamt ein umfangreicher Video-EQ. Elementare Bildeinstellungen lassen sich im Übrigen auch über das Schnellmenü vornehmen. 

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 Schnellmenü

Wenden wir uns den Audio-Eigenschaften zu: Toshiba gibt dem 58M9 folgende Features mit: Audyssey EQ, Audyssey Dynamic Volume, Audyssey ABX, Audyssey Volume Extension, Virtual Surround Sound, Dolby Digital Plus sowie Dolby Digital Pulse. Die Gesamtmusikleistung (RMS) beträgt: 2 x 10 Watt.

Dank der Audyssey Funktion bietet der Toshiba an jedem Aufstellungsort einen ausgewogenen Klang (Audyssey EQ), mittels Audyssey ABX soll die Basswiedergabe durch die Fernsehlautsprecher optimiert werden. Audyssey Dynamic Volume gleicht Dynamik-Unterschiede aus und sorgt so für gleichbleibende Lautstärke. In unseren Testreihen konnte sich der 58M9 aus klanglicher Sicht zufriedenstellend behaupten, es fehlt dem Klang etwas an Ausdruckskraft. Stimmen sind zwar gut verständlich, wirken aber leicht synthetisch.

Natürlich verfügt der Fernseher über folgende Empfangsfunktionen: DVB-T / DVB-T2 (HD), DVB-C / DVB-C (HD), DVB-S / DVB-S2 (HD) und einen analogen Tuner. Natürlich gibt es auch einen Einschub für ein CI+ Symbol. Wer ein USB-Medium (Festplatte oder USB-Stick) an den 58M9 anschliesst, kann auf dieses Medium TV-Sendungen aufzeichnen. Dies funktioniert allerdings nur, wie üblich, wenn der TV zuvor das angeschlossene USB-Medium formatiert. Gerade von Toshiba gibt es optional z.B. bei Amazon gute und günstige externe Festplatten, die sich für diesen Zweck hervorragend eignen.

Kommen wir zu einigen Nachteilen des 58M9: Als erstes wird nur H.264 unterstützt und nicht das kürzlich vorgestellte HEVC-Decoding (H.265). Dies liegt daran, dass der 58M9 bereits 2013 vorgestellt worden ist und erst (in den meisten Fällen) die 2014 UHD-Modelle führender Hersteller H265 unterstützen. Sinn von H.265 ist, eine identisch gute Bildqualität, wie bei H264 mit einer deutlich geringeren Bit-Rate zu erzielen. Wir gehen davon aus, dass Toshiba zur Road-Show im März neue UHD-TVs mit H.265 Decoding präsentieren wird. Weiterer Nachteil: der Toshiba 58M9 hat zwar vier HDMI-Eingänge, diese entsprechen aber der Spezifikation HDMI 1.4a und nicht der Spezifikation HDMI 2.0, die für das UHD-Zeitalter vorgesehen ist. Problem ist: Auch mit HDMI 1.4a lässt sich UHD-4K Material übertragen, allerdings nur maximal mit 30 Hz Wiederholrate und nicht mit 50 oder 60 Hz wie bei HDMI 2.0. Es ist prinzipiell möglich, Geräte über ein Software Update auf HDMI 2.0 upzudaten (Sony möchte dies mit der X9-Serie aus 2013 machen), von Toshiba gibt es zum 58M9 über ein Software-Update derzeit keine Aussage. Dritter Nachteil des 58M9. Es fehlt ein Doppeltuner, wie ihn z.B. Panasonic und Samsung in den Topmodellen einsetzen. Derzeit ist Toshiba mit diesen Nachteilen allerdings keinesfalls alleine, auch Philips, Sony und LG bieten derzeit auf dem Markt keinen TV mit Doppeltuner an. Vorteil eines Doppeltuners ist, das man ein TV-Programm aufnehmen und gleichzeitig ein anderes anschauen kann. Übrigens: Der 58M9 braucht nach dem Start recht lange, bis er hochgefahren ist und auf Befehle, die mit der praktischen Fernbedienung gegeben werden, prompt reagiert. 

Wenden wir uns den Anschlüssen in ihrer Gesamtheit zu: Es finden sich vier HDMI-Terminals, drei seitlich, eines hinten. Über HDMI werden CED, 3D, ARC und MHL unterstützt. Wie üblich ist zu beachten, dass nicht jeder HDMI-Input alles unterstützt. Des Weiteren gibt es 2 x USB – etwas wenig, meist sind 3 x USB Gang und Gäbe bei Top-Modellen. Neben einer LAN-Buchse ist auch ein WLAN-Modul mit WPS-Funktion an Bord. Die Einbindung in ein WLAN-Netzwerk funktioniert zügig und problemlos, die Empfangsstabilität ist gut. Weitere Anschlüsse, teils per Adapter, sind Scart, Composite und Komponente. Ebenfalls vorhanden sind ein PC-VGA-Eingang, ein digitaler optischer Ausgang zum Anschluss des 58M9 zum Beispiel an eine Soundbar ohne HDMI, ein Kopfhörerausgang, ein SD-Kartenslot, ein CI+-Moduleinschub und eine RS232C-Schnittstelle. Leider offeriert der 58M9 keinen Ausgang zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers mehr – frühere Toshiba-TVs hatten diesen teilweise, und wir fanden dieses Feature immer sehr praktisch. So konnte man den TV-Lautsprechern auf einfache Art und Weise im Bassbereich Support bieten.

Nochmals kurz zu den USB-Funktionen – hier können folgende Formate wiedergegeben werden: Bild-Wiedergabe (USB): JPEG Base, BMP / Audio-Wiedergabe (USB): MPEG1 layer 3 MP3, M4A, WMA, WAV / Video-Wiedergabe (USB): ts, trp, tp, vob, mp4, mkv, divx, avi, Xvid, Motion JPEG, asf, w mv, m4v, 3gp. Hier wird bilanzierend eine löbliche Formatvielfalt geboten. 

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TV-Guide

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 Ansprechende Menügestaltung

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 Empfohlene Apps

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 Deutlich größere App-Auswahl als früher

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 Auch ein Internet-Browser ist integriert, leider ohne Flash-Support

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 Suchfunktion

Praktisch jeder TV-Hersteller offeriert mittlerweile eine umfangreiche Smart-TV-Plattform. Toshiba hatte hier bezüglich Umfang und Funktionalität deutlichen Nachholbedarf. Der 58M9 zeigt sich nun gut in Form. Wie bei der Konkurrenz gibt es einen Startbildschirm, von dem aus man z.B. ins TV-Programm, zu Smart-TV-Funktionen oder zu den TV-Einstellmöglichkeiten kommen kann. Dieser Startbildschirm ist modern gestaltet und einfach zu handhaben. Auch das Angebot an Apps. wurde erweitert, überdies bietet Toshiba seit einiger Zeit auch eigene Cloud-Services an. Es ist auch möglich, mit dem 58M9 ins offene Internet zu gelangen, allerdings unterstützt der Browser kein Flash. Zu bemängeln wäre ferner, das teilweise verzögerte Ansprechen des 58M9 auf Befehle, die mit der Fernbedienung gegeben wurden. Das ist insofern unverständlich, da der TV eigentlich über genügend CPU-Power verfügt. Der 58M9 verfügt über eine Rovi-MediaGuide-Funktion, über WiDi 3.5 und über ein DLNA-Zertifikat. Video, Photos und Musik kann auch von PC’s und Homeservern wiedergegeben werden, die sich im gleichen Netzwerk wie der 58M9 befinden. Möglich ist ferner die Steuerung mittels Smartphone oder Tablet, wie es Gang und Gäbe ist kann die dafür erforderliche App kostenlos heruntergeladen werden (für Apple und Android-Devices).

Das wichtigste Kaufargument für einen Fernseher ist natürlich immer noch die Bildqualität. Hier beginnen wir mit der Zuführung von nativem 4K-Material. Hier zeigt der 58M9 die Stärken der hohen Display-Auflösung in Verbindung mit hochwertigem Quellmaterial: Authentische Farben, feiner Detailkontrast und eine hohe Gesamtbildschärfe. Bewegungen werden gleichmäßig und flüssig dargestellt, ebenso Kameraschwenks. Bei Nah- und Panorama-Aufnahmen zeigen sich die Vorteile des ultrahochauflösenden Materials gnadenlos. Bildtiefe und Bildstaffelung sind hervorragend. Der 58M9 setzt hinsichtlich des Schwarz-Wertes keine Klassenmaßstäbe, zieht sich aber höchst achtbar aus der Affaire und befriedigt daher auch gehobene Ansprüche. Sieht man Filme bei geringem externem Lichteinfall, ist der Hollywood-Night-Modus sehr empfehlenswert. Farbwiedergabe, Kontrast und Bildschärfe ermöglichen einen plastischen und gleichzeitig entspannten Bildeindruck. Das Panel des Toshiba rauscht auch bei genauem Hinsehen kaum, der horizontale und der vertikale Blickwinkel sind als gut zu bezeichnen. Die Helligkeitsverteilung zeigt aufgrund des Edge-LED-Arbeitsprinzips der Helligkeitsbeleuchtung leichte Hot-Spots, diese stören aber weitaus weniger als bei früheren Modellen.

Nur die wenigsten Anwender dürften derzeit über natives Full-HD-Material verfügen. Wie schon vorher im Text erwähnt, ist es daher besonders wichtig, dass Blu-rays in hervorragender Qualität auf die UHD-Auflösung hochskaliert werden. Wir haben uns die „Samsara“ Blu-ray angeschaut, die eine besonders ansprechende Bildqualität bietet. In der ersten Sequenz sind verschiedene asiatische Tänzerinnen zu sehen, prächtig gewandet und üppig geschminkt. Hier kann das CEVO-4K-Processing in der Praxis überzeugen. Der Toshiba zeigt ein scharfes und rauscharmes Bild mit realistischen Farben. Die pudrige Hautoberfläche kommt farblich und von der Oberflächenstruktur her sehr gut zur Geltung. Details an den prächtigen Kleidern werden plastisch und mit wenig Detailrauschen dargestellt. Als in der nächsten Sequenz ein Vulkanausbruch zu sehen ist, modelliert der Toshiba die fließende Lava farblich tadellos heraus, die Staub- und Rauchwolken wirken nicht wie Bildrauschen, sondern echt und glaubwürdig. Also auch hier eine tadellose Performance.

In einem anderen Kapitel des beeindruckenden Werks sind, inmitten grüner Flora, Tempelanlagen sichtbar. Hier kann sich der Toshiba bei der Panorama-Präsentation fein detaillierter Bildinhalte profilieren – und er zeigt auch hier sein Können: Nur wenig Bildruckeln, nur geringe Artefaktebildung auch in hinteren Bildebenen, scharfe Konturen, kaum Treppenstufen – der 58M9 hält hier gut Schritt mit den Besten. Nun hat man natürlich nicht nur erstklassiges Quellmaterial wie Samsara – nicht ganz so gut, aber immer noch tadellos ist die Bildgüte bei „Avengers“ (Blu-ray). Das Kapitel mit dem Krieg zwischen den Avengers und den Aliens bietet erneut Profilierungsmöglichkeiten. Und die nutzt der 58M9.

Ab und zu sieht man leichtes Bildruckeln und leichte Artefakte an komplex gezeichneten Objekten, aber generell wird z.B. die aus dem, schwarzen Loch auftauchende gepanzerte Riesenechse scharf, rauscharm und detailreich präsentiert. Auch die auf dem Boden liegenden Trümmerteile sind präzise sichtbar. Die Avengers, als Beispiel seien hier der grüne Hulk und der kostümierte Captain America, genannt,werden ebenfalls farbecht und mit sauberer Bildschärfe dargestellt. Als die teils völlig zerstörten Straßenzüge gezeigt werden, beweist der 58M9 hinsichtlich Bildtiefe und Facettenreichtum seine Klasse. Bilanzierend zeigt der Film, hochskaliert auf UHD, mehr Faszinationspotential als beim Betrachten in Full HD. Man mag es kaum glauben, schließlich ist ja nicht mehr Bildinformation vorhanden, wenn der Film auf dem 58M9 angeschaut wird – aber Bildtiefe, Detaillierung und Staffelung ist besser, so dass man einen noch umfassenderen Gesamteindruck bekommt.

Der 58M9 kann auch Filme in 3D wiedergeben, entweder native 3D-Blu-Rays oder aber er konvertiert 2D Material in 3D. Bei der 3D-Blu-Ray von Avatar bringt der TV zwar eine ansprechende Bildschärfe zustande, allerdings zeigt sich gerade in hinteren Bildebenen doch eine gewisse Neigung zum Ghosting. Auch, wenn man beim Betrachten von 3D-Inhalten schräg vor dem Bildschirm sitzt, muss man mit leichten Beeinträchtigungen des 3D-Effektes rechnen. Im 3D-Betrieb zittern ferner ab und zu kleine Bilddetails. Farb- und Helligkeitsverluste, sowie Farbverfälschungen treten in nur geringem Umfang auf. Als das Kurzstreckenraumschiff zur Landung ansetzt oder als der Helicopter Jake Sully zu seiner ersten Mission bringt, ist der 58M9 in der Lage, einen glaubwürdigen plastischen Bildeindruck zu vermitteln. Als der Helicopter inmitten des Dschungels von Pandora landet, werden Flora und Fauna mit akkurater farblicher Differenzierung abgebildet. Wandelt der Toshiba von 2D nach 3D, wird wiederum die Neigung zum Ghosting offensichtlich. Überdies nimmt auch die Gesamtbildschärfe ab. Daher können wir insgesamt nicht zur Verwendung der 2D nach 3D Konvertierung raten.

Der Toshiba 58M9 dürfte auch engagierte Gamer ansprechen. Wir haben den TV zwar nicht mit der aktuellen PS4, aber mit dem Vorgänger PS3 getestet. Die PS3-Spiele unserer Testreihen liegen in 720p vor, demnach ist massiv Skalierungsarbeit zu leisten – der 58M9 erledigt dies sehr gut, allerdings schleicht sich ein leichter Input Lag ein. Mit „Input Lag“ ist gemeint, dass Befehle, die mit dem Game-Controller gegeben werden, mit leichter Verzögerung auf dem Screen dargestellt werden. Gerade bei Spielen mit schnellen Bedienprozessen wie z.B. Autorennen kann ein solcher Input Lag stören. Dass er beim Toshiba auftritt, liegt bestimmt am Hochskalieren von 720p auf UHD – da ist doch intensive Rechenarbeit notwendig. Ähnliche Probleme haben wir genauso bei anderen UHD-TVs beobachtet. Wer z.B. mit einer PS3 ohne Input Lag entspannt gamen möchte, kann es derzeit auch bei einem FullHD TV bewenden lassen, verschiedene Modelle zeigen hier keinen Input Lag mehr. Ansonsten – rauscharmes Bild, wenig Artefakte, gute Bildtiefe, tadellose Detaillierung – auch beim Gaming zeigt der 58M9 sonst ansprechende Leistungen.

Die Frage, die sich viele Anwender stellen, lautet: Kann man auf einem UHD-TV auch SD-Material betrachten ? Schafft es der Fernseher, Material in dieser extrem niedrigen Auflösung von 720 x 576 Pixeln vollformatig auf dem UHD-Screen mit 3840 x 2160 Pixeln darzustellen. Die Theorie hört sich wenig vielversprechend an – in der Praxis aber sind die Resultate besser als erwartet. Bei „Star Wars Episode III“ in der Eröffnungsszene holt der 58M9 aus SD-Material von DVD einiges heraus. Zwar ist schon Artefaktebildung zu erkennen, z.B. am Sternzerstörer, der durchs Bild fliegt, aber sie hält sich im vertretbaren Rahmen. Die Farbwiedergabe und auch der Gesamtkontrast sind bilanzierend als gut zu bezeichnen. Erwartungsgemäß stärker fällt das Bildrauschen aus, allerdings ist es durchaus möglich, sich eine ganze DVD anzuschauen, ohne über zu starke visuelle Defizite zu grübeln. Als die Raumjäger von Obi Wan und Anakin nach unten in die Raumschlacht abkippen, zeigt der 58M9 ein recht plastisches Bild mit guter Tiefenstaffelung. Die gezeigten Raumschiffe und Raumstationen werden detailliert abgebildet.

Kritischer wird es wenn SD-Fernsehsender angewählt werden. Hier zeigt sich, bedingt durch die teils unsaubere Qualität des Sendesignals, deutliches Rauschen. Dies ist nicht auf Unzulänglichkeiten beim Toshiba zurückzuführen, sondern liegt an der generell unterdurchschnittlichen Qualität der SD-Fernsehsender. Nicht umsonst gibt es die meisten TV-Sender mittlerweile auch in HD-Auflösung, entweder 720p oder 1.080i. Schaut man sich z.B. die Programme der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in 720p an, so realisiert der Toshiba eine sehr ansprechende Bildqualität. Die Bildschärfe und die Bildruhe sind tadellos, auch das Rauschen fällt gering aus. Voraussetzung ist hier allerdings, dass die hier von den Sendern gezeigten Bildinhalte auch in HD aufgenommen wurden. Skaliert der Sender ältere Inhalte intern auf HD hoch, können die Ergebnisse erwartungsgemäß weniger überzeugen.

Was leistet die Konkurrenz? Der Samsung UE55F9090 ist 3 Zoll kleiner und kommt auf 3.299 EUR UVP. Dafür verfügt der Samsung über einen Doppeltuner und dank der externen Connect-Box kann er einfach upgegradet werden. Der Video-EQ des 9090 ist weniger umfangreich als der des Toshiba, der sich überdies optional mittels Messsonde kalibrieren lässt. Im 3D-Betrieb arbeiten beide Modelle mit aktiven Shutterbrillen, der Samsung jedoch erzeugt weniger Ghosting und eine absolut gleichbleibende Bildschärfe in allen Bildebenen. Nur in 65 (und in 84) Zoll für sehr viel mehr Geld (5.199 EUR) ist der Philips 65PFL9708 erhältlich. Dieser setzt im 3D-Betrieb auf passive Polfilterbrillen, was zu einem harmonischen 3D-Bild führt. Selten tritt trotzdem Crosstalk auf. Ausgezeichnet gelingt dem 9708 die Wandlung von 2D nach 3D. Ähnlich wie beim Toshiba gibt es beim Philips trotz 6-Kern-CPU ab und zu leichte Verzögerungen beim Umsetzen von Bedienbefehlen. Der schicke Philips hat einen guten Video-EQ, der aber nicht an den vom Toshiba herankommt. Enorm stark ist der TV-Tuner, der farbecht und ruhig Bilder präsentiert. Einen Doppeltuner hat auch der Philips nicht. 

Fazit

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Der Toshiba 58M9 bietet zum vernünftigen Preis eine üppige Ausstattung, guten praktischen Nutzen und eine ansprechende Bildqualität. Hier ist besonders das ausgezeichnete Upscaling von Full-HD auf UHD hervorzuheben. Aber selbst DVD’s stellt der 58M9 überraschend ansprechend dar. Für das Gerät im attraktiven Design spricht auch der umfangreiche Video-EQ. Sogar ein Universal-Testbild ist gleich ab Werk vorinstalliert, dies hilft bei der Einstellung wichtiger Bildparameter.

Der 58M9 bietet einen guten Schwarzwert, einen tadellosen Kontrast und eine wirkungsvolle Zwischenbildberechnung. Der eingebaute Tuner liefert bei HD-Sendesignalen ein sehr gutes Bild, bei SD-Signalen liegt er ebenfalls gut im Rennen, wenngleich diese auf einem UHD-Gerät keine wirkliche Offenbarung darstellen. Bei der Wiedergabe von 3D-Material gefallen Schärfe und authentische Plastizität, beim Thema Ghosting muss der Toshiba allerdings Federn lassen. Da wir gerade bei den Kritikpunkten sind: Wir hätten lieber 3 anstatt 2 USB-Anschlüsse, H.265 Unterstützung und HDMI 2.0 an Bord. Hier kann man Toshiba aber kaum eine Schuld geben (außer bzgl. der Anzahl der USB-Anschlüsse), da es sich beim 58M9 noch um ein 2013 Gerät handelt.

Wünschenswert wäre, auch noch einen Doppel-Tuner, so dass man ein Programm anschauen und parallel ein anderes aufnehmen kann. Es gibt durchaus Konkurrenten, die dieses Feature mitbringen. Aufgeholt hat Toshiba beim Thema Smart-TV – die hauseigene Plattform wurde deutlich erweitert und verbessert. Sie lässt sich einfach bedienen und bietet tatsächlichen praktischen Nutzen. Manko : Ab und zu werden Befehle von der Fernbedienung nur verzögert umgesetzt.

Der Toshiba 58M9363DG offeriert ein hervorragendes Upscaling, einen ausgezeichneten Video-EQ und ein ansprechendes Smart TV-Konzept zum fairen Kaufpreis
ueberragend
LCD-TVs bis 60 Zoll Oberklasse
Test 13. Februar 2014

+ Exzellentes Upscaling
+ Umfangreicher Video-EQ
+ Gute Frame Interpolation
+ Detailkontrast und Farbtreue tadellos
+ Erstklassige Darstellung von nativem 4K-Inhalten
+ Guter TV-Tuner (DVB-S/DVB-C)
+ Leicht bedienbare Menüs

– Crosstalk bei 3D
– Kein Doppeltuner
– Ab und zu verzögertes Ansprechen auf Bedienbefehle

Test: Carsten Rampacher
Datum: 13. Februar 2014




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