TEST: Sony KD65X8505 – Visuell starker UltraHD-TV mit Android OS

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Sony TV powered by Android – Der KD65X8505 UltraHD TV ist das erste Sony Bildwiedergabegerät in unserer Redaktion, das mit dem Android Betriebssystem ausgestattet ist. Neben einer neuen, intuitiven Benutzeroberfläche verspricht das nas neue OS hohe Reaktionsgeschwindigkeit und optimiertes Teamwork mit sämtlichen Internet- und Multimedia-Applikationen. Selbstverständlich hat der X8505 nicht nur ein neues Betriebssystem zu bieten. Der TV bringt auch den qualitativ hochwertigen X1 Bildprozessor, Motionflow 900 und natürlich die Triluminos Display-Technologie mit. Außerdem wirkt er im silbernen Alurahmen seitlich und dem Chrom-Standfuß sehr schick. Die UVP liegt bei 2.499 EUR.

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Rahmen – vorne anthrazit, seitlich geschliffenes Alu

Sony KD65X8505 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Sony KD65X8505 Standfuss

Standfuß

Sony KD65X8505 Bedienelemente Rueckseite

Stationäres Bedienelement

Der Sony TV ist sehr solide verarbeitet und weist auch eine ausgezeichnete Materialqualität auf. Der Rahmen ist aus Aluminium ohne grobes Spaltmaß gefertigt. Nach vorne hin ist der Rahmen anthrazit gehalten, die Seiten zeigen sich in geschliffenem Alu Natur. Der Standfuß ist ebenfalls aus Metall und präsentiert sich in Chrom hochglanz. Die obere Hälfte des TV-Geräts weist eine geringe Bautiefe auf, nach unten hin verbreitert er sich ein wenig und bietet den Lautsprechern etwas mehr Gehäuse-Volumen. An der Rückseite ist ein stationäres Bedienelement untergebracht, mit dem im Notfall die Lautstärke regeln, das Programm und die Quelle wechseln sowie den TV an- und ausschalten kann.

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Seitliche Anschlüsse

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weitere AV-Anschlüsse + Ethernet

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Anschluss-Sektion nach unten

Sony KD65X8505 Common Interface

CI+ Slot

Vier HDMI-Anschlüsse sind im X8505 integriert, die Anschlüsse 2 und 3 sind HDMI 2.0-Slots, die das UltraHD-Signal in bis zu einer Bildwiederholrate von 50 bzw. 60 Hz entgegen nehmen und verarbeiten. Hinzu kommt ein Komponentenvideo- und Scart AV-Anschluss zur Übertragung von Videosignalen. Audioseitig ist ein optischer Digitalanschluss integriert und selbstverständlich stehen auch Stereo Cinch-Anschlüsse analog sowie ein Kopfhöreranschluss zur Verfügung. Zudem gibt es zusätzlich zum internen WLAN-Modul einen Ethernet-Slot sowie insgesamt drei USB-Slots, u.a. für den Anschluss einer externen Festplatte für PVR. Auch obligatorische Anschlüsse für den Tuner fehlen nicht, zwei LNB-Eingänge stehen für den Doppel-Tuner bereit.

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Klares Statement – der TV läuft unter Android

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Sofortiges Update noch vor der Erstinstallation – dies erfolgt natürlich nur bei angeschlossenem Ethernet-Kabel

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Sprachwahl

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Internetverbindung via WLAN herstellen

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Die Verknüpfung mit dem eigenen Google-Konto bietet verschiedene Vorteile

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Auch der Standort wird gewählt

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Einrichtung des TV-Signals mit automatischem Sendersuchlauf

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Eine bzw. zwei Signalzuleitungen wählen

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Astra 19.2° oder anderen Satelliten wählen

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Suchlauf abgeschlossen

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 Aufstellungsort des TV-Gerätes

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Abschluss der Einrichtung

Der Installations-Assistent des Android Betriebsystems empfängt uns in ansprechender Optik und möchte natürlich zunächst die von uns gewünschte Sprache wissen. Wird beim Start des TVs der Internetanschluss via Kabel genutzt, führt der Fernseher sofort ein Update des Android OS durch. Im Anschluss kann man den TV aber auch drahtlos ins Netzwerk integrieren. Wer möchte, kann dann sein Google-Konto mit dem TV verknüpfen. Man erhält dann Musik- und Video-Empfehlung im Android-Startbildschirm und soll auch heruntergeladene Spiele Geräte-übergreifend zocken können. Auch der eigene Youtube-Account steht dann zur Verfügung und man kann umweglos im Google Play Store einkaufen. Der automatische Sendersuchlauf wird auch direkt bei der Initialisierung vorgenommen. Wählt man hier den Satellitensuchlauf, muss angegeben werden, ob man über zwei Signalzuleitungen oder nur eine einzelne verfügt. Auch mit einer einzelnen Zuleitung ist der TV-Empfang problemlos möglich, mit zwei Zuleitungen kann man auch parallel eine Sendung von Programmen auf anderen Transpondern aufzeichnen.

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Konfigurations-Menü

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Einstellungen für den TV-Empfang

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Anzeige-Parameter

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Bild mit Presets und Video-EQ

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Erweiterte Bildeinstellungen

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Farbe

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Bildschärfe, Rauschreduzierung etc.

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Frame-Interpolation

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Ton

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Audio-EQ

Hinter der Android-Oberfläche, also im eigentlichen Konfigurationsmenü des Sony TVs, finden wir eine zwar ebenfalls optisch überarbeitetes, aber noch der früheren graphischen Benutzeroberfläche ähnelndes, Menü-Layout. Auf dieses Menü greift man über den Button „Einstellungen“, der im Home-Bildschirm ganz unten zu finden ist, zu.

TV ist die oberste Ebene des Menüs und hier findet man Einstellungen zum Sendersuchlauf, zur Programmliste und natürlich den Bild- und Ton-Settings. Der Video-EQ ist wie gewohnt umfangreich und bietet neben konventionellen Schiebereglern für Helligkeit, Kontrast und Farbe auch Einstellungen zum Gamma, zu Sonys „Reality Creation“ bis hin zu Korrektureingriffen in die Grautreppe (2-Punkt und 10-Punkt). Unter Farbe sind dann auch Einstellungen zu Sonys „Triluminos Display“ zu finden. Wer den erweiterten Farbraum nicht nutzen möchte und lieber rec.709 (Blu-ray bzw. HD-Farbraum) als Standard nimmt, setzt die „Farbbrillanz“ auf „Aus“. Unter Speicher kann man einsehen, dass im Normalzustand ca. 8 GB für die Installation von Apps zur freien Verfügung steht. Das Software-Update wird unter „Info“ durchgeführt.

Selbstverständlich kann man hier auch auf Netzwerk- und Bluetooth-Einstellungen sowie Sprache, Datum/Uhrzeit und Bedienungshilfen zugreifen. Sony-eigen sind die Einstellungen zum Dualshock 4-Controller, der mit dem TV verbunden und für Spiele aus dem Google Play Store verwendet werden kann.

Sony KD65X8505 Fernbedienungen

Bedienung und Handling

Schaltet man den TV zum allerersten Mal bzw. nach einer kompletten Trennung vom Stromnetz ein, dauert der Bootvorgang schon etwa 10 bis 15 Sekunden – im Normal fall ist der Fernseher aber binnen nicht mal zwei Sekunden betriebsbereit und zeigt den Android-Startbildschirm an. Der Fernseher reagiert flink auf Eingabebefehle, in den Systemeinstellungen treten keinerlei nervende Verzögerungen oder gar Wartezeiten auf. Auch wer bereits mit dem Menü vertraut ist und genau weiß, wo hinnavigiert werden muss, wird nicht durch langsame Cursor-Bewegungen unnötigt verlangsamt. Hundertprozentig einwandfrei läuft das System aber noch nicht, wir konnten im Netzwerk-Betrieb den ein oder anderen Absturz feststellen und haben von Problemen bezüglich einer selbst-editierenden Senderliste gehört – was wir allerdings nicht im Test bestätigen können. Sony verspricht diesbezüglich schnellstmöglich Updates nachzuliefern.

Die beiliegende Fernbedienung weist ein geradliniges Design auf und bietet ein sehr übersichtliches Layout mit keinen zu dicht beeinander liegenden und ausreichend großen Tasten. Das Navikreuz ist mittig platziert und kann so perfekt erreicht werden, der Tastendruckpunkt ist ausgezeichnet. Die Touch Remote verweigerte uns leider die Kopplung mit dem TV – dies scheint aber ein Einzelfall zu sein und wir kennen die Remote auch schon von früheren Modellen. Wer gerne Touchpad-Remotes verwendet, wird auch mit der von Sony zufrieden sein.

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Startbildschirm

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Eingänge

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Beliebte Programme

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„Music“-App

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DLNA-Streaming

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Musikwiedergabe vom Server

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Auch das Streaming von High-res Audio ist möglich

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„Gameloft“ – Spiele für Android OS

Der Startbildschirm erlaubt sowohl Zugriff auf Live-TV und sämtliche angeschlossenen Geräte als auch alle vorhandenen Internet-Applikationen sowie Multimedia-Features. Auch auf das EPG kann man hier zugreifen – es dauert ein wenig, bis die Informationen im „Guide“ geladen werden und auch die Navigation erfolgt hier nicht ganz so reaktionsschnell wie in den Einstellungen. Wer Dateien vom Netzwerk oder von USB streamen möchte, nutzt die Applikationen „Music“, „Video“ und „Album“. Prinzipiell sollten hier direkt die auf einer USB-Festplatte angeschlossenen Dateien angezeigt werden, leider erkennt unser Sony-Gerät aktuell keinen unserer USB-Sticks. Der Fernseher zeigt zwar an, dass ein USB-Gerät verbunden wurde, Dateien findet der TV aber nicht.

Die DLNA-Server werden aber alle problemlos erkannt und Dateien können gestreamt werden. Bei Videos werden DiVX-avi, MKV h.264, MP4, AVCHD, MPEG, WMV und auch Quicktime MOV anstandslos wiedergegeben. In der „Music“-App kann man problemlos MP3, AAC und FLAC abspielen, auch hochauflösende Musik-Dateien sind kein Problem. Praktisch ist auch, dass der letzte abgespielte Titel direkt auf der Startseite der „Music“-App gezeigt wird, wenn man die Applikation erneut aufruft. So muss man nicht wieder durch sämtliche Ordner-Strukturen des DLNA-Servers navigieren. In der Foto-App werden JPEGs, Bitmaps und PNG dargestellt. Beim Streaming zeigt der TV wieder ein sehr solides Ansprech- und Reaktionsverhalten.

Weitere Multimedia-Features umfassen den Zugriff auf Mediatheken, Youtube und Video-On-Demand-Dienste wie maxdome, watchever, Amazon Instant Video und natürlich das prominent auf der Fernbedienung platzierte Netflix. Außerdem stellt Sony mit „TV Sideview“ eine leistungsfähige App bereit, mit der man Live-TV auch am Tablet/Smartphone genießen und selbstverständlich auch das TV-Gerät steuern kann.

Display Basic Check

 Sony integriert in die TV-Modelle der aktuellen Generation eine Vielzahl an unterschiedlichen Bild-Modi. Während einige davon für spezifische Zwecke definiert sind, stehen für den alltäglichen TV- oder Filmbetrieb ebenfalls mehrere zur Auswahl. Standard und Brillant sind deutlich zu kühl, zwischen Anwender, Cinema Pro und Cinema Home gibt es aber nur geringfügige Unterschiede. Nach dem subjektiven Eindruck ist bei Anwender das Gamma geringfügig niedriger als bei den beiden Cinema-Bildfeldern. Der Cinema-Home Modus soll perfekt für die Filmwiedergabe in den eigenen vier Wänden geeignet sein, daher fällt bei uns die Wahl auf ebendiesen.

Erfreut können wir feststellen, dass im Cinema Home Modus der Overscan bereits deaktiviert ist und eine pixelgenaue, native Darstellung geboten ist. Bei Kino-Modi anderer Hersteller, die eigentlich auch für den Filmgenuß zuhause optimiert sein sollen, ist der Overscan häufig noch aktiv geschalten. Die Helligkeit ist ebenfalls exzellent voreingestellt, hier muss nicht eingegriffen werden. Ebenso verhält es sich auch beim Kontrast, die dargestellten 16-235 IRE werden absolut sauber dargestellt, lediglich im Überweiß bei +3 und +4 wird noch differenziert. Der Kontrastwert von 90 sollte aber belassen werden. Die Schärfe ist mit dem mittigen Standardwert 50 weder zu stark angezogen noch zu schwach ausgeprägt – wir sehen am Testbild keinerlei Ringing oder Artefakte, gleichsam werden sämtliche Konturen absolut scharf dargestellt. Anhand der CHV Reference können wir auch einen Panel-Farbstich ausschließen, der Sony bietet hier wirklich eine ausgezeichnete Performance. Natürlich zeigt das EDGE LED LCD-Gerät, besonders in den Ecken, die typisch inhomogene Helligkeitsverteilung und leicht dunklere Spots. Auch Banding kann er nicht ganz ausmerzen, es ist aber nicht extrem stark ausgeprägt.

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Übersicht 1

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Farbraum und Weißpunkt im Detail

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Farbhelligkeit

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Gammakurve im „Normalzustand“

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Gammakurve bei Einstellung „-2“

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Gammapunkt

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Übersicht 2

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RGB Balance

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Farbtemperatur

Der Sony präsentiert einen sehr soliden rec.709-Farbraum mit ansprechendem Weißpunkt. Sowohl Primär- als auch Sekundärfarben liegen im Toleranzbereich, leicht abweichend liegen Grün, Cyan und Magenta. Der Weißpunkt im Zoom liegt etwas abseits vom ideal, in Richtung Blau/Grün abdriftend, was sich dann auch in der Farbtemperatur niederschlägt, die über den gesamten Helligkeitsbereich ein wenig zu kalt geraten ist. Die Farbhelligkeit in Abhängigkeit zum Referenz-Weiß ist solide, nur geringfügige Abweichungen sind sowohl bei den Primär- als auch Sekundärfarben zu erkennen. Hier müssen wir dazu sagen, dass wir den Gamma-Wert auf -2 gesetzt haben. In der Standardeinstellung ist der Gammawert mit einem Durchschnitt von ca. 2,0 deutlich zu niedrig, damit einher geht eine höhere Abweichung bei den Farbhelligkeiten. Bei der Einstellung des Gamma „-2“ liefert der Sony TV eine geradezu perfekte Gammakurve bei einem Durchschnittswert von 2,38. Die RGB Balance gibt dann nochmal Aufschluss über die etwas kühle Farbtemperatur, Blau ist etwas zu stark angezogen, während Rot unterrepräsentiert ist.

Praxisbetrieb

Die Performance im UltraHD-Betrieb prüfen wir mit einem UltraHD Showcase, der uns von unserem Partner AVTop zur Verfügung gestellt wurde. Die Bewegtbild-Inhalte, aufgenommen auf einer Nachbarinsel von Rhodos, präsentiert der Sony TV mit exzellenter Detail- und Kantenschärfe sowie sehr solider Bildstabilität. Ein leichtes Grundrauschen über das gesamte Bild ist allerdings auch bei der extrem hohen, nativen Auflösung in einzelnen Szenen zu erkennen. Das trübt den sonst sehr sauberen Bildeindruck etwas, ist aber nicht eklatent ausgeprägt. Besonders fällt dies bei den Aufnahmen auf der Zugspitze und den umliegenden weißen Berggipfeln auf. Sehr positiv ist hier aber die gebotene Plastizität zu erwähnen. Verschiedene Bildebenen werden ausgezeichnet differenziert dargestellt und man mag gerne in den Weiten der Alpen versinken. Bei den Makro-Aufnahmen des Blumengedecks beweist der Sony nicht nur seine dynamische Farbenpracht und die hohe Detailschärfe sondern auch, dass er mit gleichmäßigen Bewegungen keine Probleme hat. Vereinzelt gibt es aber kleine Nachzieheffekte, wie z.B. an im Winde wehenden Flaggen in der Nahaufnahme, dies tritt auch bei Abschaltung sämtlicher Video-Nachbearbeitung auf. Die Nachtaufnahmen zeigen erneut die Schwächen bezüglich der inhomogenen Helligkeitsverteilung auf, der Schwarzwert ist aber sehr gut und auch insgesamt wird ein kontrastreiches Bild realisiert. Insgesamt wird eine ausgezeichnete Performance mit exzellenter Bildschärfe und authentischer Farbgebung realisiert. Solange der Content dem rec.709 HD-Farbraum entspricht, sollte die Farbbrillanz natürlich deaktiviert werden.

Wir wechseln auf FullHD Blu-ray Wiedergabe – das zugespielte 1080p-Signal muss der Sony TV zwar nicht deinterlacen, aber noch auf die native UltraHD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln hochskalieren. Schon in den ersten Sekunden bestätigt Sony, dass es auch beim X8505 keinerlei Probleme beim 24p-Pulldown gibt. Ohne zitternde Kanten, ausgeprägtes Ruckeln und mit nur geringem Judder werden die 24 Bilder pro Sekunde, die vom Blu-ray Player am TV ankommen, umgesetzt. Die Draufsicht auf die provisorische Kampfarena ist von solider Plastizität geprägt, ein räumlicher Eindruck mit unterschiedlichen Bildebenen entsteht. Auch die Zuschauer auf den in ihrer Höhe unterschiedlichen Ränge werden sehr gut herausgearbeitet. Trotz der schnellen Hand- und Armbewegungen der Meute bleibt das Bild des Sony TVs stabil. Das Bild ist frei von Artefakten, allerdings ist, besonders bei Panorama-Aufnahmen, hin und wieder etwas Grundrauschen zu erkennen, was den cleanen Look ein wenig beeinträchtigt. Die Farben sind satt und dynamisch, eklatant zu kühl wirken sie nicht. Kontrast- und Schwarzwert überzeugt, nur geringfügig beeinflusst die inhomogene Helligkeitsverteilung die Differenzierung in den niedrigen IRE-Bereichen.

Die Frame-Interpolation von Sony arbeitet erwartungsgemäß sehr gut. Auch die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten sind gelungen. Die Einstellung „Echtes Kino“ beispielsweise ermöglicht eine weiterhin absolut kino-gerechte Darstellung ohne den von Film-Enthusiasten verpöhnten „Soap Opera“-Effekt. Das Bild bleibt authentisch ohne Video-Look, allerdings ist die Verbesserung ebenfalls nur marginal, geringfügige Micro-Ruckler muss man noch in Kauf nehmen. Wer diesem stärker entgegenwirken will, aber immer noch auf ein recht kino-ähnliches Bild Wert legt, sollte sich mit dem Modus „Anwender“ anfreunden. Hier muss man zwar schon, wenn auch sehr vereinzelt, ein paar Artefakte und einen leichten Schärfeverlust in Kauf nehmen, dafür erhält man eine sehr geschmeide Bewegungswiedergabe und kaum Judder.

Der Tuner des Sony TVs im Live TV-Betrieb präsentiert ein ruhiges und angenehmes Bild, das sehr sauber und detailscharf erscheint. Je nach Aufnahmequalität kann sich auch mal ein gewisses Grundrauschen einschleichen, was den sehr cleanen Eindruck ein wenig mindert. Die Farbgebung ist sehr natürlich und authentisch. Die Farbgebung ist dynamisch und satt, wirkt aber nie überzogen oder zu prägnant. In Höhlenaufnahmen auf arteHD zeigt sich eine ausgezeichnete Kontrastwirkung, hier wird auch in dunklen Bereichen noch sauber durchzeichnet. Schwächen zeigt der Sony typischerweise bei der Helligkeitsverteilung, hier treten an den Kanten dunklere Stellen auf, die dann natürlich auch Detailverlust aufweisen. Tonaussetzer während des TV-Betriebes, wie sie ein Nutzer festgestellt hat, konnten wir während des Testbetriebes erfreulicherweise nicht nachvollziehen. Die Umschaltzeiten sind allerdings tatsächlich mit 3+ Sekunden recht lange und prüfen die Geduld des TV-Zuschauers. Wer also gerne per Zapping durch die Programme fliegt, wird hier Nachbesserung wünschen. Die Räumlichkeit und Plastizität gelingt sowohl bei HD- als auch SD-Programmen solide, wenn auch durch die Gesamtbilddynamik das Bild bei der hohen Auflösung dreidimensionaler wirkt. Die SD-Programme sind natürlich weniger scharf und bieten auch eine etwas geringere Farbdynamik. Obligatorisch treten auch Artefakte wie verpixelte Kanten und Treppenstufen auf, insgesamt bleibt das Bild trotz der geringeren Auflösung aber weiterhin stabil und angenehm.

Zugegeben, vom Upscaling von DVD haben wir uns, aufgrund der bisher ausgezeichneten Erfahrungen mit Sony-Geräten, eine noch etwas bessere Performance erwartet. Klar, wir meckern hier auf hohem Niveau: Der Sony bietet ein angenehmes und stabiles Bild mit authentischer Farbgebung und solider Detailschärfe. Allerdings fällt vor allem zu Beginn der dritten Star Wars Episode, als die Laufschrift nach hinten abläuft, Treppenstufenbildung und zitternde Buchstabenkanten auf. Schon ab dem ersten Bild-Drittel ist die Darstellung nicht ganz sauber und die Kantenschärfe muss büßen. Die gelbe Farbe bleicht aber nicht aus und auch Wellenbewegungen sind bis in die hinteren Ebenen kaum zu sehen. Der Sternzerstörer weist ebenfalls Treppenstufenartefakte an den prägnanten Kanten auf, steht aber stabil im Raum und zeigt eine solide Objektplastizität. Im hinteren Bereich der Turbinen zeigt sich eine solide Kontrastcharakteristik. Hier werden in den dunklen Bereichen noch Details der Oberfläche herausgearbeitet und auch die Turbinenkränze überstrahlen nur geringfügig. Die Kanten der kleinen Raumjäger, die über das große Schiff hinwegfliegen, zittern leicht. Beim Abknicken eröffnet sich ein weitläufiges Panorama mit unterschiedlichen Bildebenen. Auch die einzelnen Schiffe heben sich sauber von der Planetenoberfläche ab. Die Gesamt-Bildstabilität ist hoch, auch die vielen Explosionen und Geschosse können den angenehmen Bildeindruck nicht schmälern. Bei Nahaufnahmen, z.B. in den Cockpits von Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker werden Details in den Gesichtern und der Kleidung der Jedis sehr gut herausgearbeitet.

Im Konkurrenzumfeld muss der Sony TV momentan noch bezüglich der Betriebsstabilität zurückstecken. Sony verspricht zwar Firmware-Updates, um die aktuellen Probleme zu heben, noch stehen diese aber aus. Zwar muss man bei Digital-TV und verstärkt bei verschlüsselten TV-Programmen immer mit relativ langen Umschaltzeiten rechnen, bei Sony sind diese aber mit etwa 3 Sekunden tatsächlich eher lange und treten auch beim Umschalten zwischen HDMI-Eingängen auf. Auch dass keine USB-Medien erkannt werden, sollte schnellstmöglich revidiert werden. Abgesehen von der nicht ganz perfekten Helligkeitsverteilung bietet der Sony aber ein ausgezeichnetes visuelles Ergebnis, besonders bei nativer Wiedergabe und FullHD-Material, auch der Klang kann sich sehen lassen. Die Android-Oberfläche ist ansprechend und bietet ein hohes Leistungspotential, dass für volle Entfaltung aber noch optimiert werden muss.

Klang

Für ein TV-Gerät mit derart geringer Bautiefe schafft der X8505 eine solide akustische Kulisse mit guter Dynamik im Bereich der Mitten und unteren Höhen. Am Fundament fehlt es natürlich, großkalibrige Geschosse können einen leicht metallischen Einschlag nicht verhehlen. Großartige Räumlichkeit oder gar eine Surround-Kulisse sollte man selbstverständlich nicht erwarten. Für den alltäglichen TV-Betrieb bei sprachlastigen Sendungen stellt der TV einen auch für größere Wohnzimmer geeigneten Lautstärke-Pegel bereit, die Lautsprecher-Chassis schlagen nicht an oder verzerren. Auch wer nur ab und an gerne mal einen Film sieht, wird mit der akustischen Performance vorlieb nehmen können. Für höhere Ansprüche sind zusätzliche Maßnahmen notwendig.

Fazit

Sony KD65X8505 Front Seitlich1

Der Sony KD65X8505 ist ein hochwertiges Bildwiedergabegerät mit starkem visuellen Leistungspotential. Besonders bei nativer UltraHD-Wiedergabe und beim Blu-ray Upscaling liefert das TV-Gerät ein kino-gerechtes, stabiles und detailscharfes Bild. Auch die Frame-Interpolation „Motionflow“ liefert sehr gute Ergebnisse bei gleichzeitig authentischer Darstellung. Upconversion von DVD haben wir von Sony schon besser gesehen, insgesamt ist die Performance aber noch solide. Nachbessern muss Sony noch beim Handling und der zusätzlichen Multimedia-Features. Das Android-Betriebssystem macht zwar optisch einen guten Eindruck, allerdings hatten wir im Test mit langen Umschaltzeiten zu kämpfen und USB-Medien wurden vom TV nicht erkannt. Tatsächliche Abstürze oder ein eigenständiges Ändern der Senderliste, wie es vereinzelt im Netz berichtet wird, konnten wir aber nicht feststellen. Sony will hier per Update nachbessern. Nach kurzer Anlaufzeit reagiert das Menü flink und auch beim DLNA-Streaming von Musik, Fotos und Videos bereitete der Sony TV keinerlei Probleme sondern bot hohe Flexibilität. Akustisch muss sich der Fernseher im Konkurrenzumfeld nicht verstecken, Film-Enthusiasten kalkulieren ein Sound-Upgrade ohnehin ein.

UltraHD-TV auf Android-Basis mit hoher visueller Performance
ueberragend
25.09.2015

+ Ausgezeichnete Performance bei UltraHD und Blu-ray
+ Sehr gute Frame-Interpolation
+ Solide Anschluss-Sektion
+ Optisch schick und gut verarbeitet
+ Flexibel im DLNA-Streaming
+ Umfangreicher Video-EQ

– Lange Umschaltzeiten (hier soll ein FW-Update helfen)
– USB-Medien werden nicht erkannt (hier soll ein FW-Update helfen)
– keine perfekt homogene Helligkeitsverteilung

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25.09.2015




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