TEST: Samsung Curved-LCD-LED-TV 65H8090 – FullHD-Topmodell mit Hochleistungs-CPU und Luxusausstattung

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Das Produkt

Für 3.999 EUR ist das FullHD-Topmodell des Hauses Samsung erhältlich – der UE65H8090 ist, ebenso wie der bereits getestete HU8590, im geschwungenen Curved-Design gehalten. Nicht nur die schicke Optik ist hier Vorzug, sondern auch laut Samsung ein besonders tiefer, facettenreicher Bildeindruck. Weitere Merkmale des TVs umfassen aktives 3D (zwei Shutterbrillen im Lieferumfang enthalten), 1.000 Hz Frame Interpolation mit verschiedenen Programmen, ein Triple HD Doppeltuner, integriertes WLAN, ein üppiges Smart TV-Angebot sowie die Sprachsteuerung. Gestensteuerung und Gesichtserkennung sind nur nach Zukauf einer optionalen Kamera verfügbar. Als Energieeffizienzklasse gibt Samsung A+ an. Alle technischen Daten zum H8090 finden Sie auf der Samsung-Website.

Verarbeitung

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Schlanker, optisch schicker Aluminium-Rahmen in Schwarz und Silber

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TV-Gesamtansicht von der Seite

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Solider, modern wirkender Standfuß

Der H8090 sieht edel aus und präsentiert sich akkurat verarbeitet. Der geschwungene Standfuß nimmt die Curved-Optik des Displays gekonnt auf. Der von vorn schwarze und aus seitlicher Sicht silberne Rahmen ist sehr schmal gehalten. Unten ist noch eine schmale Chromleiste zu sehen. Die Rückseite des H8090 besteht aus Kunststoff und nicht aus Metall. Im Gegensatz zu manchem anderen TV, der bei uns zum Test angetreten ist, erwärmt sich unser Testsample nicht über Gebühr. 

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Rückseite des Samsung TVs

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Stationäres Bedienelement

Anschlüsse

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Steckplatz für das Samsung Evolution Kit

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Teil der Anschlüsse im Detail – Komponentenvideo ohne Adapter

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Anschlüsse gesamt

Der H8090 bringt zahlreiche Anschlussmöglichkeiten mit. 4 x HDMI ist an Bord, hinzu kommen drei USB-Terminals (zweimal USB 2.0, einmal USB 3.0). Über HDMI werden ARC (HDMI 3), CEC und MHL (HDMI 4) unterstützt. Integriert ist ein WLAN-Modul, alternativ kann man den TV natürlich auch über die Ethernetbuchse in ein kabelgebundenes Netzwerk oder ein Power LAN-Netzwerk integrieren. Über Bluetooth können nicht nur Tastaturen oder Mäuse, sondern auch entsprechend kompatible Samsung Audio-Devices wie Soundbars eingebunden werden (Stichwort – SoundShere/TV Sound Connect). Ferner kann man Komponente (ohne Adapter) und Scart per Adapter nutzen, auch Composite. Es gibt für die unterschiedlichen Tuner verschiedene Antenneneingänge. Da der H8090 mit einem HD-Doppeltuner ausgestattet ist, sind die Tuner-Anschlüsse noch zahlreicher als normal, da man, möchte man die Doppeltuner-Funktionalität mittels DVB-S komplett nutzen, zwei Sat-Kabel anschließen muss. Der H8090 bringt zwei CI+ Schächte mit und verfügt ebenfalls über einen Kopfhörerausgang. Auch ein Infrarot-Ausgang ist vorhanden. Spezialität ist der Einschub für ein zukünftiges Samsung Smart TV Evolution Kit auf der Rückseite.

Ersteinrichtung und Tunereinheit

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Menü „Senderempfang“

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Netzwerkmenü

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Menü „Unterstützung“

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e-Manual

Die Ersteinrichtung erfolgt nach dem üblichen Samsung-Schema.  Zunächst wird die Sprache festgelegt, dann erfolgt direkt im nächsten Schritt die Einbindung ins Heimnetzwerk. Im dritten Schritt stimmt man den Geschäftsbedingungen und Datenschutzlinien für den Samsung Smart Hub zu, wenn man diesen nutzen möchte. Im folgenden Step gibt man das Land ein, in dem der TV steht. Es folgt die Auswahl zwischen TV-Empfang, Satelliten- oder Kabelbox oder kein TV (nur Anzeige). Hier ist “TV-Empfang” die korrekte Option in den meisten Praxisfällen. Nun fragt der TV nach dem automatischen Sendersuchlauf. Hier kann man aussuchen: Beides, terrestrisch/Kabel oder Satellit. Nehmen wir als Beispiel terrestrisch/Kabel. Hier kann man sich zwischen Antenne und Kabel entscheiden, wir haben Kabel verwendet. Nach dem Treffen der Einstellungen beginnt dann der Sendersuchlauf.  Dieser geht recht zügig vonstatten, viele Konkurrenten brauchen hier länger. Allerdings haben wir auch nur Vergleiche mit 2013er Konkurrenten. Der Sendersuchlauf wird ohne Probleme durchgeführt. Dann wird die Uhrzeit eingestellt, anschließend per Eingabe der Postleitzahl der Dienstanbieter für die Betreiberdienste (z.B. Kabelanbieter) bestimmt. Dann ist der TV einsatzbereit. Der H8090 ist natürlich mit HbbTV ausgestattet, ebenso kann man mittels angeschlossener USB-HDD PVR-basierte Aufnahmen machen. Zu beachten ist allerdings, dass die eingesetzte Festplatte dann nur mit dem TV zusammen verwendet werden  kann. Darum wird sie vor der ersten Aufzeichnung formatiert. Besonderes Merkmal des H8090 ist noch, wie auch z.B. bei der UHD-Baureihe HU8590, der Triple HD (DVB-S/T/C)-Doppeltuner. Mit diesem kann man z.B. ein Programm aufzeichnen und ein anderes parallel anschauen. Auch möglich ist es, z.B. zum Tablet ein zweites Programmsignal zu schicken. Was den DVB-S2-Empfang anbetrifft – der H8090 ist UniCable-fähig und verfügt über die Astra 19.2 Kanal-Vorsortierung (LCN). Wer sich genau über die Bedienung des H8090 informieren möchte, kann dies direkt mittels der integrierten Bedienungsanleitung tun. 

Multimedia

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Diese Leiste erscheint nach dem Drücken der „Smart TV“ Taste auf der neuen Fernbedienung

Besonders wichtig bei einem modernen TV sind die multimedialen Eigenschaften, die unter dem Überbegriff „Smart TV“ zusammengefasst werden. Der H8090 hat hier sehr viel zu bieten.  Zunächst gibt es 2014 eine Neuerung. Drückt man die unübersehbare Smart TV-Taste auf der neu entwickelten Fernbedienung mit Touchfeld, öffnet sich nicht sofort die gerade aktuelle Seite des Smart Hubs, sondern unten im Bildschirm sieht man eine Übersicht der zuletzt verwendeten Funktionen. Diese Funktionen können Apps ebenso sein wie z.B. die 3D-Einstellungen. Darüber findet sich eine kleine Symbolleiste, und wenn man hier nochmal in die Mitte des Touchscreens berührt, kommt man dann direkt in den Smart Hub.

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Meine TV-Programme

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Samsung Apps

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 Samsung App Store in neuer Optik

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Meine Filme und Serien

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Multimedia

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Sogar HiRes-Audiodateien gibt der H8090 wieder

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Übersicht der auf dem Server gespeicherten Videos

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 Wiedergabe von Fotos, Videos und Musik z.B. vom Home Server

Dieser ist, das kennen wir schon von der letztjährigen Generation, in verschiedene Seiten unterteilt. Games, Samsung Apps, Meine TV-Programme, Meine Filme und Serien sowie Multimedia heißen die Übersichtsseiten, die dann wiederum verschiedene Unterfunktionen bieten. Bei Multimedia z.B. gibt es nicht nur Tipps zu beliebten Multimedia-Files (z.B. Radiosender-Tipps), sondern auch den direkten Zugriff auf USB-Laufwerke, Netzwerkgeräte oder Speicherdienste. Möchte man z.B. die Videos vom Home Server wiedergeben, kann man dies in diesem Menü tun. Überrascht hat uns der H8090 aber mit etwas anderem – wer High Resolution Audio Files auf seinem Server oder PC gespeichert hat, wird erstaunt sein, dass der Samsung-TV FLAC-Files z.B. in 96 kHz anstandslos wiedergibt. Qualitativ, das ist verständlich, können keine Höhenflüge erwartet werden, aber mit immerhin recht klarem Klang und verständlicher Stimm- und Instrumentalwiedergabe wird schon ein besseres Ergebnis als bei manchem anderen Flatscreen erreicht.

Interessant natürlich auch die Samsung Apps. Hier hat man nicht nur die Möglichkeit, bereits vorinstallierte Apps auszuprobieren, mittels des gut sortierten, in neuem Design erscheinenden App Stores kann man auch neue Anwendungen herunterladen, wenn man sich zuvor registriert hat bzw. schon mit dem TV davor bei Samsung registriert war. Das Hantieren mit Apps geht schnell von der Hand, vorausgesetzt, es hakt nicht an der Geschwindigkeit der Internetverbindung. Ist diese ausreichend flott, geht alles reibungslos vonstatten. Der Quad Core + Prozessor, den Samsung beim H8090 verbaut, scheint gegenüber dem „normalen“ Vierkern-Prozessor aus 2013, der in ähnlicher Form auch noch 2014 zum Einsatz kommt, an Speed zugelegt zu haben. Der Quad Core + Prozessor ist ausschließlich für die Curved Top-Baureihen (FullHD und UHD) sowie für die Smart TV Evolution Kits (UHD/FullHD) reserviert. Auch, wenn Apps heruntergeladen bzw. aktualisiert werden und man gleichzeitig andere Funktionen nutzt, zeigt sich die CPU-Unit nie überfordert, sondern reaktionsschnell. Auch, wenn man Befehle mit der Remote gibt (an die man sich rasch gewöhnt), werden diese sofort umgesetzt. 

Samsung UE65H8090 Fernbedienung

Smart TV Fernbedienung 2014

Wichtig zur Steuerung der medialen Vielfalt ist natürlich eine entsprechende Fernbedienung. Daher entschloss man sich bei Samsung, eine Neuentwicklung für die Top Smart TV-Serien 2014 beizulegen. Diese Fernbedienung wirkt optisch recht hochwertig, kassiert durch die billige, nicht gummierte Hartplastikeinlage auf der Unterseite aber auch Minuspunkte. Sonst gefällt uns die Fernbedienung, das relativ kleine Touchfeld spricht recht sensibel an, um das Touchfeld ist noch eine herkömmliche Navigationseinheit arrangiert. Per Direktwahltasten sind die Suche, die Sprachsteuerung (Taste „Voice“), die Keypad-Funktion (virtuelle Fernbedienung mit allen Funktionen erscheint links unten im Bildschirm), die Quellwahl, Lautstärke- sowie Programmwahl aufzurufen. Auch Smart Hub, der EPG sowie natürlich eine Returntaste stehen als Hardkeys unter anderem zur Verfügung.

Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und besitzt für die Steuerung per Sprache ein eingebautes Mikrofon. Die Sprachsteuerung ist ausgezeichnet und reagiert nicht nur flott, sondern meist auch richtig. Wenn man „Das Erste HD“ ins Mikrofon spricht, wechselt der TV sofort zum gewünschten Sender. Wenn man „Suche nach Abenteuerfilmen“ ins Mikro spricht, schickt der TV sofort eine Auswahl an Filmen aus diesem Genre, die er z.B. auch aus den vorhandenen Video-On-Demand-Diensten hat, auf eine Leiste unten im Screen. Top – genau so muss eine Sprachsteuerung funktionieren.  Alternativ lässt sich der H8090 auch mit Gesten steuern, was unseren Eindrücken nach etwas mehr Übung erfordert als die einfache Sprachsteuerung. Eine Kamera für die Nutzung z.B. von Skype oder der Gestensteuerung ist übrigens nicht serienmäßig an Bord. Mit den kompatiblen Kameras VG-STC3000 und VG-STC4000, die optional zu erwerben sind, kann man diese Features dann einsetzen. Der H8090 ist, ein entsprechend kompatibles Smartphone vorausgesetzt, in der Lage, den Screen des Smartphones zu spiegeln (Screen Mirroring). 

Der TV unterstützt zahlreiche Formate, hier die Übersicht:

  • Video HEVC(H.265), Motion JPEG, H.264 BP/MP/HP, Divx 3.11 / 4 / 5 / 6, MPEG4 SP/ASP, Window Media Video v9(VC1), MVC, MPEG2 , MPEG1, Microsoft MPEG-4 v1 , v2 , v3, H 263 Sorrenson, Window Media Video v7(WMV1),v8(WMV2), VP6, VP8, RV8/9/10 (RV30/40)
  • Audio AC3, LPCM, ADPCM(IMA, MS), AAC, HE-AAC, WMA, DD+MPEG(MP3), DTS (Core , LBR), G.711(A-Law, μ-Law), Vorbis, RealAudio 6. Interessanterweise führt Samsung FLAC nicht auf, obwohl es wiedergegeben werden kann. 

Den H8090 kann man auch per App steuern. Die „Samsung Smart View 2.0“ App eignet sich hierzu. Die Version 1.0 dieser App ist mit den 2014er Smart-TVs des Hauses nicht kompatibel. Gibt man den genauen Namen der App im App Store von Apple ein, kommt man gleich zum Ziel, bei Android ist die App, getestet mit LG G2 und Samsung Galaxy S5, nicht auffindbar. Merkwürdig. Auf jeden Fall haben wir von der iOS-App zahlreiche Screenshots zusammengestellt:

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Der Samsung TV wird korrekt erkannt

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Bei der App wird nun der Code eingegeben, den der TV auf den Bildschirm bringt

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Live-TV und Multimediafunktionen auf der App-Startseite

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Nutzung als Fernbedienung

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TV-Bild im Querformat, mit wenigen Sekunden Zeitverzögerung auf dem Smartphone

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Multimedia-Funktionen – Erklärung

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Fotos, Musik (hier im Bild), Videos

Samsung UE65H8090 App 8

Per Drag&Drop werden Bilder hinübergezogen, die auf dem TV dargestellt werden sollen

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Navigationsfeld

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Für Texteingabe kann die Tastatur des Smartphones verwendet werden

Bild

Display Basic Check powered by

Bevor wir uns den eigentlichen Testbildern und Messungen zuwenden, wählen wir am Samsung H8090 TV ein geeignetes Bildfeld aus, dass unserer subjektiven Meinung nach am ehesten der authentischen Bilddarstellung entspricht. Mit bloßem Auge lässt sich beispielsweise eine zu kalte Farbgebung recht schnell erkennen, die bei Fernsehern häufig bei Standard-Bildfeldern zu sehen ist. Hier kann beim Samsung TV nur der Film-Modus in Frage kommen, die übrigen Modi Standard, Natürlich und besonders Dynamisch sind sehr hell und deutlich zu kalt, auch die Bildschärfe ist im Film-Modus angenehmer und nicht so stark angezogen. Bis auf wenige Ausnahmen werden auch die dynamischen Bildoptimierer wie die Rauschunterdrückung deaktiviert, lediglich die Zwischenbildberechnung muss – wenn gewünscht – noch manuell ausgeschalten werden.

Sehen wir uns nach der Wahl des Bildfeldes die Helligkeitseinstellung an. Der Wert 45 ist exzellent gewählt und muss nicht mehr verändert werden. Beim Pluge-Testbild ist sehr gut zu erkennen, dass genau ab diesem Wert der Unterschwarz-Balken nicht mehr sichtbar ist. Hier gilt natürlich, dass dies der optimale Wert bei abgedunkeltem Raum ist. Ebenfalls schon einschätzen lässt sich beim Pluge-Testbild die Helligkeitsverteilung. Insgesamt wirkt sie recht homogen, in den vier Ecken sieht man aber schon, dass es sich um einen EDGE LED LCD-TV handelt, hier sind leichte Hot Spots zu sehen und auch der Rand ist minimal heller. Der Schwarzwert ist ordentlich, aber nicht überwältigend. Die Reverse Gray Ramps & Steps attestieren dem Samsung TV auch exzellente Kontrastwerte, bei denen sogar im Überweiß noch Differenzierungen ausgemacht werden können – Clipping ist nicht zu sehen. 

Overscan ist allerdings auch im Filmmodus noch aktiv, der muss manuell in den Bildeinstellungen geändert werden, und zwar von 16:9 auf „Bildanpassung“. Der Schärfewert ist mit „20“ in Ordnung, aber schon recht straff. Wer ein sehr scharfes, aber angenehmes Bild möchte, ist auch bei Werten zwischen 12 und 15 noch sehr gut bedient.

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Übersicht 1

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Farbraum und Weißpunkt der verschiedenen IRE-Bereiche im Zoom

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Gamut Luminanz

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Übersicht 2

gammakurve

Gammakurve

gammapunkt

Gammapunkt

uebersicht3

Übersicht 3

farbtemperatur

Farbtemperatur

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RGB Balance

In den Messungen des Display Basic Checks schneidet der H8090 mit einem ausgezeichneten Gesamtergebnis ab. Der Farbraum wird hervorragend getroffen und sowohl Primär- als auch Sekundärfarben schneiden mit exzellentem Ergebnis ab. Leichte Abweichungen liegen zwar vor, z.B. bei der Farbe Blau, diese sind aber vernachlässigbar gering. Auch der Gamut-Luminanz, also der Farbhelligkeit in Relation zum Referenz-Weiß, sind die Ergebnisse sehr gut. Die größte Abweichung liegt bei Rot vor, das insgesamt etwas zu hell ist, Blau und Magenta sind leicht dunkel. Der Weißpunkt ist in allen Helligkeitsbereichen sehr nah am Ideal und liegt geschlossen an einem Punkt, wenn auch minimal abseits vom perfekt zentralen Punkt. Die Gammakurve ist solide und steigt nicht unregelmäßig. Allerdings ist das Gamma wohl auf 2,2 hin optimiert worden und nicht auf 2,35 – 2,4. Die Farbtemperatur ist exzellent und hat nur einen leicht warmen Touch, durchgehend in allen Helligkeitsbereichen. Auch die RGB Balance gefällt, die leichte Überrepräsentation der Primärfarbe Rot schlägt sich dann bei der warmen Farbdarstellung nieder.

Praxis

Video-EQ:

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Bild-Menü

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Erweiterte Einstellungen 

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Bildoptionen

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Weißabgleich

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Motion Plus – Frame Interpolation – Betriebsarten

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Wählt man als Modus „Benutzerdefiniert“, stehen diese Einstellungen zur Verfügung

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LED Clear Motion on/off 

Der H8090 hat nur relativ wenige vordefinierte Bildfelder: Dynamisch, Standard, Natürlich und Film. Weiter geht es mit verschiedenen Basiseinstellungen für Hintergrundbeleuchtung, Kontrast, Helligkeit, Schärfe, Farbe, Farbton und das Anwendungsgebiet des gerade aktiven Bildmodus (selektiert eine Quelle oder alle Quellen) sowie Bildformat (automatisch breit, 16:9, Breitenzoom, Zoom, 4:3, Bildanpassung, Smart-Anzeige 1, Smart-Anzeige 2). Auch kann man im Video-EQ die Funktion „Multi-Link-Screen öffnen“ aktivieren: Multi-Link-Screen erlaubt es bei entsprechend ausgestatteten Samsung FullHD-TVs, gleich zwei Fenster gleichzeitig zu öffnen und der Anwender z.B. in einem Fenster das TV-Programm verfolgt, im anderen kann er beispielsweise Videos in YouTube suchen und betrachten. Die Samsung UHD-TVs sind sogar per Multi-Link-Screen in der Lage, bis zu 4 Fenster zu verwenden. Zurück zum Video-EQ des H8090. 

Es folgen nun die 3D-Einstellungen: 3D-Modus, 3D-Perspektive, Tiefe, L/R-Wechsel, 3D-Autoansicht, und die 3D-Lichtregelung. Nun folgen die Parameter für Nutzung der Picture in Picture-Funktion (PIP): PIP an/aus, TV-Empfang (z.B. Kabel), Größe, Position und Ton wählen. 

Nun kann man weitere Parameter in den „Erweiterten Einstellungen“ anwählen: Optimalkontrast, Schwarzton, Hautton, Nur-RGB-Modus (zur Feststellung der Güte der Farbdecodierung), Farbraum, Weißabgleich (2 oder 10 Punkte, RGB Gain und Offset), Gammakorrektur sowie Bewegungsgesteuerte Beleuchtung – das ist noch nicht alles, es finden sich noch die „Bildoptionen“, in denen zum Beispiel auch die verschiedenen Betriebsarten des Frame Interpolierers untergebracht sind. Verfügbar in diesem Submenü sind: Farbton (Kalt, Standard, Warm1 und Warm2), digital aufbereiten, MPEG-Rauschfilter, HDMI-Schwarzpegel, Filmmodus, Motion Plus (Frame Interpolierer, Betriebsarten: Standard, Klar, Glätten, Benutzerdefiniert (hier kann man, wenn LED Clear Motion ausgeschaltet ist, Unschärfeminderung sowie Judder-Minderung händisch regulieren oder aber LED Clear Motion aktivieren) sowie Kinoschwarz.

Insgesamt bietet der H8090 nur wenige vordefinierbare Bildfelder. Das muss an sich kein Nachteil sein, wünschen würden wir uns aber THX- oder ISF-Bildfelder mit entsprechenden Justageparametern, wie man es z.B. bei manchen Panasonic (THX und ISF), LG oder TP Vision Philips TVs (ISF) findet. Ansonsten ein gut sortierter Video-EQ, wie bei allen Funktionen im Menü gibt es rechts kleine Hilfetexte, die dem User erläutern, was die Funktion bewirkt. 

Generelle Feststellungen:

Der H8090 bietet durch sein Curved-Display verschiedene Vorzüge. So erhält man einen tieferen und plastischeren Bildeindruck schon im 2D-Betrieb. Man hat das Gefühl, tiefer ins Bild hineinsehen zu können, darüber hinaus wirkt das Bild auch größer, als man es von einem 65-Zöller mit gewöhnlichem, geraden Display her gewohnt ist. Durch die genau berechnete Wölbung ist überdies jede Bildschirmecke exakt so weit vom Zuschauer entfernt wie die Bildschirmmitte, was ebenfalls für ein besonders authentisches Seherlebnis sorgt. Durch die Wölbung des Bildschirms gibt es von rechts und von links nicht so viele Reflexionen, allerdings sollte man diesen Punkt nicht überbewerten. Da der H8090 ein Glossy Display hat, ist das Reflexionsverhalten schon ausgeprägt, wer in hochqualitativer Form Inhalte genießen möchte, sollte dies daher möglichst im abgedunkelten Raum tun.

Beeindruckend ist, dass der Blickwinkel keinesfalls zu gering ist. Besonders aus horizontaler Perspektive hatten wir Sorgen, dass durch die Biegung des Displays der Betrachtungswinkel leidet. In der Praxis ergibt sich kein Anlass zur Sorge – der Betrachtungswinkel ist so groß, dass auch mehrere Personen in bester Qualität Inhalte betrachten können.  Das Display bietet „nur“ FullHD-Auflösung – wer sich schon an aktuelle UHD-Modelle gewöhnt hat, muss sich tatsächlich erst wieder an die FullHD-Resolution gewöhnen – aber nur, wenn man direkt vor dem TV sitzt, stechen Einschränkungen ins Auge. Weiter entfernt platziert, fallen die Differenzen kaum auf. Generell lobenswert ist, dass das Panel des H8090 enorm wenig rauscht und eine sehr gefällige Farbwiedergabe sicherstellt. Im Vergleich zu Samsung-TVs früherer Baujahre erscheinen Farben weniger knallig und weniger übersättigt, dafür angenehm und authentisch. Ein deutlicher Fortschritt.

Auch der Schwarzwert erscheint gut und zeigt ein Potential, das noch vor 2 bis 3 Jahren keiner bei einem Edge-LED-LCD-TV für möglich gehalten hätte. Neue Bestwerte, das haben wir schon im Display Basic Check festgestellt, werden aber nicht erreicht. Der Kontrast, insbesondere der Detailkontrast, dies sieht man in allen praktischen Beispielen, hat sichtbar zugenommen. Früher hatten Samsung-TVs auch mit folgendem Szenario ab und zu Probleme – wenn z.B. ein schneller Wechsel von einem dämmrigen Gang hinaus auf einen Platz, über dem grell die Sonne scheint, gezeigt wurde. Hier ging oft das Differenzierungsvermögen im Bild verloren. Genau an dieser Stelle zeigt sich der H8090 in Top-Form und stellt auch unter diesen komplexen Bedingungen ein facettenreiches Bild sicher. 

Wichtig zu sagen ist, dass sich die im Test getroffenen Feststellungen auf unser Testsample beziehen. Wir können nicht ausschließen, dass Besitzer eines HU8090-TVs unter Umständen im Praxisbetrieb zu abweichenden Resultaten kommen, weil es Unterschiede z.B. zwischen einzelnen Chargen gibt. 

2D Blu-ray, James Bond 007 „Skyfall“, ab Filmbeginn:

Der Samsung beeindruckt mit einem scharfen und vielschichtigen Bild. Als 007 gleich zu Filmbeginn seine toten beziehungsweise schwer verletzten Kollegen in der Wohnung in Istanbul findet, wird das Innere der Wohnung trotz des dämmrigen Lichtes sauber detailliert wiedergegeben. Die Grau-Differenzierung ist sehr gut, hier muss sich der H8090 nur seinem 4K „Geschwister HU8590 beugen. Der UHD-TV schafft es noch besser, selbst in dunklen Szenen Konturen und Muster darzustellen. Verglichen mit den meisten Konkurrenten aber sind bereits die Leistungen des H8090 überdurchschnittlich gut. Das Schwarz wirkt tadellos, auch hier scheint nur der HU8590 noch etwas besser abzuschneiden. Ebenso bei der Helligkeitsverteilung, wer empfindlich ist, bemerkt in dunklen Sequenzen, dass der H8090 nach dem Edge-Prinzip arbeitet und daher leichte Helligkeitsflecken aufweist.

Ansonsten aber beeindruckt der H8090 – so stellt er Farben sehr realistisch dar und bestätigt in der Praxis die exzellenten Ergebnisse aus dem Display Basic Check. Als 007 aus dem Haus heraustritt und gleißendes Sonnenlicht die Dämmerung aus dem Hausflur ablöst, stellt sich der TV rasch auf die neuen Lichtverhältnisse ein. Die silberne Karosserie des Land Rover Defender Pick-Ups kommt scharf und detailreich heraus, ebenso das krause Haar der MI6-Mitarbeiterin, die den Landy fährt. Die wilde Verfolgungsjagd, dem in einem schwarzen Audi A5 Sportback flüchtenden Killer Patrice hinterher, managt der Samsung sehr bewegungsstabil. Die Zwischenbildberechnung funktioniert im Modus „Standard“ sehr gut und stellt scharfe sowie flüssige Bewegungswiedergabe sicher.

Das Innere des MI6-Kontrollzentrums, von dem aus der Einsatz in Istanbul gelenkt wird, kommt fein detailliert und extrem rauscharm zur Geltung. Auch hier schafft es der H8090, eine authentische Farbwiedergabe sicher zu stellen. Als Patrice einen Crash mit seinem A5 hat, er aber unverletzt aus dem zerstörten Fahrzeug springt und sofort das Feuer eröffnet, überzeugt uns der Samsung erneut mit der feinen Wiedergabe auch kleinere Objekte,wie z.B. der kompakten Automatikwaffe des Killers. Der H8090 schafft es, auch bedingt durch die sehr guten Kontrastwerte und das tadellose Schwarz, bereits im 2D-Betrieb ein hohes Maß an Plastizität zu offerieren, so dass sich die Zuschauer mitten im Geschehen auf dem Screen wähnen. Die nun folgende Jagd – 007 hetzt dem erneut flüchtenden Killer hinterher, beide sitzen auf entwendeten Gelände-Enduros – gibt der Curved-TV erneut sehr klar und facettenreich wieder. Als die Maschinen durch die teils dämmrigen Gänge brettern, holt der H8090 die Struktur des Mauerwerks gekonnt heraus, nur selten gibt es in sehr dunklen Bildbereichen minimales Rauschen. 

Wandlung von 2D nach 3D, BD „Avengers“:

Avengers, Kapitel „Der Krieg“ sowie „Die Avengers versammeln sich“: Der H8090 schafft eine der besten 2D nach 3D Wandlungen, die wir bislang gesehen haben. Herausragend – die Avengers stehen vorn, im Hintergrund zerstörte Autos, Häuser, Trümmer auf dem Boden. Wie plastisch die Helden herausgearbeitet werden, setzt Maßstäbe. Unwissende Anwender könnten tatsächlich meinen, es handele sich um echtes, natives 3D.

Der H8090 schafft es, nicht nur die Gesamt-, sondern auch die Objektplastizität glaubwürdig anwachsen zu lassen. Dabei überzeugt die Bildschärfe in allen Ebenen. Sauber und fließend werden Bewegungen eingearbeitet. Details, z.B. an den Skyscraper-Fronten, werden sehr gut wiedergegeben. Selbst bei genauem Hinsehen ist kaum Panelrauschen sichtbar. Nur die nicht ganz homogene Helligkeitsverteilung, bedingt durch die Edge-Hintergrundbeleuchtung, ist als kleiner Nachteil anzuführen. Der Schwarzwert ist ansonsten, wie schon zuvor angemerkt, gut und gibt keinen Anlass zur Klage. Sehr schön schafft es der H8090 auch bei Panarama-Bildern – z.B. im Bild ist groß das Stark-Hochhaus zu sehen, dahinter reihen sich weitere Wolkenkratzer ein – Dreidimensionalität realistisch zu erzeugen. Gesichter der Protagonisten wirken bis in die Poren der Haut durchzeichnet und keinesfalls „aalglatt“ und leicht pudrig, wie wir es häufiger erlebt haben, wenn 2D-Signale nach 3D gewandelt wurden.

Farbverfälschungen gibt es kaum, ebenfalls halten sich die Helligkeitsverluste in sehr engen Grenzen. Kleinere Kopfbewegungen werden problemlos toleriert. Neigt man den Kopf stärker zur Seite, wird das Bild etwas dunkler, Farben werden etwas erdiger. Die 3D-Brille arbeitet zuverlässig, und sie überzeugt durch ihr leichtes Gewicht. Für Brillenträger ist sie aber nur bedingt geeignet, da sie gern herunter rutscht, wenn man bereits eine Brille trägt. Zudem kann rechts und links Restlicht eindringen. 

3D Nativ, Avatar, Filmbeginn:

Der H8090 stellt ein hervorragendes 3D-Bilderlebnis bei nativem Material sicher, insbesondere dann, wenn man als Modus für die Frame Interpolation „Glätten“ verwendet. Die kurze Kamerafahrt über die Planetenoberfläche von Avatur wird scharf und nahezu ruckelfrei absolviert. Im Vergleich zum HU8590 allerdings wird ein minimales Qualitäts-Plus des UHD-Modells im Curved-Layout erkennbar, denn beim 8590 ruckelt praktisch gar nichts mehr, während das geschulte Auge beim H8090 ein, zwei minimale Ruckler feststellt. Brachial, ein anderes Wort wäre tatsächlich unpassend, ist der dreidimensionale Eindruck bei allen Aufnahmen. So, als Jake Sully aus dem Cyroschlaf erwacht und Wassertropfen vor seinem Gesicht tanzen. Diese wirken ungemein plastisch und stehen visuell klar vor dem Gesicht. Auch, als die Cyro-Schlafkabinen herausfahren, beeindruckt der 8090 über alle Maßen: Sully scheint tatsächlich mitten in einem dreidimensionalen Raum zu liegen, und hinter ihn fahren die anderen Schlafkabinen, scharf bis in die letzte Reihe durchzeichnet, hervor. Das ist wirklich „ganz großes Kino“, beinahe ohne Ghosting – beinahe. Als das Langstreckenraumschiff von außen gezeigt wird, sind beim Vorbeiflug an den Zuschauern nur geringe Bewegungsunschärfen zu erkennen. Die Bewegung als solche geht flüssig vonstatten. Als dann das kleine Raumschiff vor dem riesigen Planeten zu erkennen ist, sieht man leichtes Ruckeln und minimale Doppelkonturen. Allerdings – auffällig wird dies erst, wenn man den HU8590 als Maßstab mit hinzu zieht. Vergleichen wir mit anderen FullHD-TVs, so schneidet der H8090 exzellent ab – so ein echtes, dichtes, lebendiges 3D-Gefühl haben wir zuvor kaum wahrnehmen dürfen. Und es spielt keine Rolle, ob es um Objekt- oder Gesamt-Plastizität geht, der H80980 verdient sich stets exzellente Noten. Farbwiedergabe und Kontrast wissen ebenfalls zu punkten, Farbverfälschungen oder Helligkeitsverluste durch die aktiven Shutterbrillen sind kaum zu beobachten.

Star Wars Episode III, Upscaling von 576p auf 1.080p:

Wir haben uns entschlossen, anstatt der Upconversion von 576i auf 1.080p das Upscaling von 576p auf 1.080p zu bewerten – nicht, um den TV sozusagen „zu entlasten“, indem wir ihm das De-Interlacing ersparen, sondern um praxisgerechter zu testen. Hintergrund – die meisten BD-Player, die in der Praxis bei den Lesern unserer Tests zum Einsatz kommen, beherrschen die Ausgabe von 576i nicht mehr. Nur noch wenige, edle Player z.B. von Denon können dies, diese arbeiten  aber dann auch vom Video-Processing her auf so hohem Level, dass man ihnen gleich die gesamte Upconversion von 576i auf 1.080p anvertraut. Der Samsung H8090 sichert eine ausgezeichnete Upconversion, die durch natürliche Bildschärfe sowie Rauscharmut überzeugt. Gleich zu Beginn erscheint die Star Wars-typische gelbe Laufschrift farbecht und einheitlich durchgefärbt, der kurze Zeit später durchs Bild fliegende Sternzerstörer kommt mit guter Bildschärfe heraus. Das Panorama, welches sich dem Betrachter eröffnet, als kurze Zeit später die Raumjäger von Obi-Wan und Anakin nach unten in die Schlacht abkippen, ist vielschichtig, und bis in die untersten Ebenen scharf durchzeichnet. Die Gesichter der Protagonisten sind bezüglich der Farbgebung sehr gut getroffen, die schwierigen Hauttöne, früher oftmals Problem beim Samsung-TVs, gibt der H8090 sehr nuancenreich und farblich authentisch wieder. Einzelheiten an der Außenhaut der Droiden und der Raumgleiter sowie am Cockpit im Innenraum arbeitet der Curved-Samsung mit nur geringer Artefakte- und Rauschneigung heraus. Das Innere des Kommandoschiffs von General Grievious, so z.B. der Boden oder auch technische Apparaturen, kommen tadellos heraus. Hat man einen nur geringen Betrachtungsabstand zum TV, merkt man allerdings sofort, dass DVD-Material einfach nicht mehr zeitgemäß ist, Auflösungsschwächen und Rauschen vom Quellmaterial sind dann schon deutlich zu erkennen.

Interner Tuner, HD und SD, DVB-C und DVB-S:

Öffentlich-rechtliche Sender in 720p sehen richtig gut auf dem H8090 aus. Natürlich kommt es auch darauf an, welches Quellmaterial der gerade ausgestrahlten Sendung zu Grunde liegt, ob es hochgerechnetes, älteres SD-Material ist oder aber neues, nativ aufgenommenes HD-Material. HD-Material kommt scharf, farbecht und rauscharm zum Zuschauer, Bewegungen werden fließend und ohne erkennbare Unschärfen umgesetzt. Da Bild von SD-Sendern rauscht natürlich sichtbar stärker, Konturen fehlt es an Prägnanz und Details fehlen, aber insgesamt hat man selbst bei SD-Sendern, die richtige Distanz zum TV vorausgesetzt, eine brauchbare Qualität. Sitzt man direkt vor dem großen Screen, sticht natürlich ins Auge, dass das Bild recht unruhig durch das Rauschen und recht detailarm ist. 

Fußball-Modus:

Noch ein paar Sätze zum Fußballmodus, den anscheinend jeder TV im Jahre der Fußball-WM in Brasilien haben muss: Im Systemmenü kann man ihn aktivieren, doch das macht in den wenigsten Fällen Sinn. Nur dann, wenn man bei starkem externem Lichteinfall,, z.B. draußen, Fußballspiele verfolgen möchte, lohnt es sich. Ansonsten stören die grellen Farben, der überzogene Kontrast und die zu hohe Bildhelligkeit. Akustisch schaltet sich automatisch das „Stadion“ DSP zu, wenn man den Fußballmodus aktiviert. Der Klang ist dann aufdringlicher, vordergründiger – auch das muss man nicht unbedingt haben. 

Klang

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Grafischer EQ

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Verfügbare Ton-Modi 

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Ton-Menü

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Submenü „Soundeffekt“

Der H8090 verfügt auch über ein sehr umfangreiches Klang-Einstellmenü. Zunächst gibt es verschiedene Klangfelder: Standard, Musik, Film, Klare Stimme, Verstärken, Stadion (normalerweise nicht verfügbar, aber dann automatisch aktiv, wenn man den „Fußballmodus“ in den Systemeinstellungen aktiviert hat). Hat man als Tonmodus „Standard“ gewählt, kann man noch unter dem Menüpunkt „Soundeffekt“ einsteigen. „Virtual Surround“, Dialog Clarity und ein grafischer EQ sind hier verfügbar. Der EQ hält folgende Bänder bereit: 100/300 Hz/1/3/10 kHz sowie ein Balanceregler. Für 3D-Quellen (visuell) gibt es die Funktion „3D Audio“, welche den 3D-Effekt auf der akustischen Ebene verstärken soll. Nächster Punkt – die Lautsprechereinstellungen. Hier gibt man z.B. an, ob der TV an der Wand montiert ist oder auf dem Standfuß untergebracht ist. Interessant hier ist der nächste Punkt, es handelt sich um die SoundShare-Einstellmöglichkeiten.

Was ist SoundShere/TV Sound Connect? Wenn man von Samsung entsprechend kompatiblen TV und entsprechend kompatible Soundbar miteinander kombiniert, wird die Soundbar mittels Bluetooth vom TV angesteuert. Das heißt, die Tonausgabe erfolgt automatisch über die Soundbar. Um diese Funktion mit einem kompatiblen Samsung Audio Device nutzen zu können, muss man einmal das Audio-Gerät hinzufügen.  Letzter Punkt ist im Menü „Lautsprechereinstellungen“ der „Multiroom Link“. Hier kann man Lautsprecher einrichten, die über das Heimnetzwerk verbunden sind. Dies ist insofern nicht uninteressant, da Samsung in Deutschland ein eigenes Multiroom-Netzwerk-Musiksystem einführen wird. Das System wurde z.B. im Rahmen der Roadshow 2014 bereits gezeigt. 

Es folgen die „zusätzlichen Einstellungen“. Die DTV-Audiolautstärke, das Audoformat (PCM, Dolby Digital, DTS NEO 2:5), die Audioverzögerung, die Dolby Digital-Kompression sowie die automatische Lautstärkeanpassung sind anwählbar. Der nächste Punkt „Klanganpassung“ ermöglicht das Verwalten von Benutzer-Klangprofilen. 

Der H8090 bietet zwar keinen sensationellen Klang, zeigt aber insgesamt gute akustische Eigenschaften. Die ab Werk vorprogrammierten Ton-Modi passen recht gut zum angestrebten Verwendungszweck, und wer möchte, kann mittels des grafischen EQs selber aktiv werden und ein passendes Sound-Setup finden. Stimmen kann man mittels der entsprechenden Schaltungen noch besser verständlich machen, und im Modus „Musik“ kann man sogar nebenbei Musik auf dem TV laufen lassen, ohne dass der Klang so schlecht ist, dass einem gleich sämtliche Freude vergeht. Der Klang im Musik-Modus ist recht klar, verständlicherweise ist der Bassbereich eher schwach vertreten. Leider bietet Samsung zwar immens viele Anschlussmöglichkeiten, aber keinen Vorverstärkerausgang für den direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. Wer auf den Klang der TV-Lautsprecher verzichten möchte, aber keine Kabel verlegen mag, kann auf eine entsprechend kompatible Samsung-Soundbar zurückgreifen und diese per Bluetooth mit dem H8090 koppeln.

Konkurrenzvergleich
  • Samsung UE55HU8590: Wem 10 Zoll weniger reichen, der kann für 3.499 EUR zum 55 Zoll UHD-Curved-TV greifen und sich über eine extreme Detailtreue und eine nochmals gesteigerte Gesamtbildschärfe freuen. Auch, wenn der HU8590 auf seine hohe native Screenauflösung hochskalieren muss, z.B. bei BD-Signalen, sind die Ergebnisse ausgezeichnet. Insgesamt ist der UE55UE8590 einer der besten TVs, die wir bislang im Test hatten. Doch auch der UE65H8090 ist eine Versuchung Wert – er kostet mit 3.999 EUR 500 EUR mehr als der 55-Zöller in UHD, bietet aber auch satte 10 Zoll Diagonale mehr. Natürlich ist die Detaillierung beim UHD-Gerät noch feiner, wer einige Meter vom Screen wegsitzt, wird das allerdings nicht ohne weiteres bemerken. Was man hingegen merkt, ist, dass dass Bild deutlich größer wirkt als beim 55-Zoll-Gerät, das Erlebnis großes Bild ist intensiver.  Im 3D-Betrieb geben sich beide Samsungs keine Blöße und zeigen, wie gut aktives 3D im Jahre 2014 aussehen kann. Der UHD ist hier im letzten Detail noch eine Idee besser. Beide Samsungs fahren exzellente Ergebnisse im Display Basic Check ein. Bleibt abzuwarten, wie sich die verschiedenen Chargen bei den Seriengeräten schlagen. Mit dem schnellen Quad Core + Prozessor sind beide Samsung Topmodelle ausgestattet. Dieser ermöglicht ein enormes Arbeitstempo und steht für ausgezeichnetes Upscaling und für schnelle Reaktionen auch bei schwierigeren Multimedia-Aufgaben wie z.B. beim Öffnen und Herunterladen von Apps. 
  • MEDION LIFE X18017: UHD-Spaß zum Sonderpreis, das verspricht der MEDION LIFE zum Preis von lediglich 2.499 EUR. Dafür gibt es einen 65-Zoll-Flachbildschirm mit hoher UHD-Auflösung – klingt konkurrenzlos. Warum soll man dann 3.999 EUR für den Curved-Samsung, der lediglich FullHD-Auflösung bietet, ausgeben? Auf diese auf den ersten Blick berechtigte Frage gibt es viele verschiedene Antworten. Zum einen zieht man einen Gewinn aus dem Curved-Shaped-Design des Samsung, der dadurch ein tieferes, größeres Bild vermittelt. Doch auch, wenn das nicht im Fokus des Interesses steht, kann der H8090 mehr als der MEDION: Sein Schwarzwert ist besser, der Detailkontrast ausgeprägter, die Farben wirken authentischer. Nicht umsonst erzielt der H8090 im Display Basic Check exzellente, der MEDION jedoch nur gute Werte. Das schöne, edle Design des Samsung findet man beim recht grobschlächtig, wenn auch solide daher kommenden MEDION nicht. Auch multimedial ist der Samsung deutlich besser, mehr Apps sind im Angebot, und die Arbeitsgeschwindigkeit des Prozessors ist deutlich höher. Wer also die Faszination UHD für wenig Geld möchte,  greift zum MEDION, wer einen der derzeit besten TVs im Großformat haben möchte und bei der Auflösung auf FullHD setzt, kauft den Samsung UE65H8090. 
  • Sony KDL55W955: Der 2014er Sony im neuen WEDGE-Design präsentiert sich als exzellent verarbeitet. im 55 Zoll-Format ist er 10 Zoll kleiner als der Samsung, mit runs 1.800 EUR aber kostet er auch weniger als die Hälfte. Fürs investierte Geld erhält der Käufer einen sehr gut verarbeiteten FullHD-TV in extravaganter Optik und mit sehr guter Verarbeitung. Der Sony W955 besticht durch das scharfe Bild, den ausgezeichneten Blickwinkel und das problemlose Handling. Er reagiert ähnlich schnell wie der Samsung H8090 auf per Remote gegebene Befehle. Bei Schwarzwert und Kontrast liegt der Samsung H8090 vorn, das Curved-Design hebt die Intensität des Bilderlebnisses. Dafür aber ist der Samsung auch recht kostspielig, auch als direkt vergleichbarer 55-Zöller sind noch 2.599 EUR fällig. Wer also keinen Curved-TV braucht und Sonys WEDGE-Design schätzt, macht mit dem Kauf des W955 sicherlich auch keinen Fehler. 
Fazit

Samsung UE65H8090 Front Seitlich1

Samsungs FullHD-Curved-TV UE65H8090 liefert im großen Praxistest beeindruckende Resultate. Schon die Optik überzeugt, der 65-Zöller sieht einfach edel und schick aus. Material- und Verarbeitungsgüte überzeugen, der Samsung leistet sich hier keine Schwäche. Top ist auch die Ausstattung. Ganz gleich, ob der Curved-Screen, der schon im 2D-Betrieb für ein besonders tiefes, als groß und intensiv empfundenes Bild sorgt, der blitzschnelle Quad Core + Prozessor oder das riesige Smart TV Angebot – der H8090 brilliert durch die Bank und spielt sogar Hires-Audiodateien ab. Grenzen kennt der TV keine, das zeigen auch die überragenden Ergebnisse in der Bildwertung: Ob Display Basic Check, BD-Wiedergabe, Konvertierung 2D nach 3D oder natives 3D – überall hagelt es Bestwerte für den formschönen Curved-TV. Nur der Tuner kann im SD-Betrieb nicht ganz mit den sonstigen Glanzleistungen mithalten. Nur sehr genauen Beobachtern fällt es auf, dass es sich um einen Edge LED-LCD-TV handelt. Die Helligkeitsverteilung ist nicht 100 % homogen. Schwarzwert, Gesamt- und Detailkontrast sind hervorragend. Die Farbwiedergabe erfreut durch Facettenreichtum und Authentizität. Beim hohen Leistungsstandard verwundert es kaum, dass es den H8090 nicht zum Sonderpreis gibt – es ist schon ein kostspieliges Vergnügen, einen UE65H8090 zu besitzen – aber auch ein besonders großes. Darum kann man festhalten, dass der große Curved-TV seinen Kaufpreis auch Wert ist und seinem stolzen Besitzer viel Freude bereitet. 

Formschöner FullHD-Curved-TV im Großformat, der mit opulenter Ausstattung und erstklassiger Bildstärke begeistert
referenz
FullHD-TVs bis 65 Zoll Luxusklasse
Test 27. Mai 2014

+ Exzellentes Bild bei der 2D und 3D-Wiedergabe nativer Quellen
+ Erstklassige Wandlung von 2D nach 3D
+ Sehr gutes Upscaling von 576p auf 1.080p
+ Sehr schneller Quad Core + Prozessor
+ E-Manual plus Hilfetexte zur Nutzung der vielen Funktionen
+ Curved-Design für tiefen, facettenreichen Bildeindruck
+ Edle Optik
+ Enorm umfangreiches Smart TV-Angebot

– Keine THX und keine ISF Bildprogramme
– Recht hoher Kaufpreis

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. Mai 2014




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