TEST: JBL Cinema SB 450 – Soundbar mit Ultra HD-Support und sattem Sound

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Die bereits auf der IFA 2016 präsentierte Soundbar Cinema SB 450 von JBL hat ihren Weg in die AREA DVD-Redaktion gefunden und steht zur Prüfung bereit. Der Nachfolger der SB 400 wurde nicht nur optisch überarbeitet, sondern bringt auch eine ganze Reihe neuer Features mit. Dazu gehört allem voran die 4K UltraHD-Funktion, die von JBL auch keinesfalls stiefmütterlich behandelt wird: Die Soundbar bietet HDMI-Anschlüsse in der Version HDMI 2.0a inklusive HDCP 2.2-Support – hohe Auflösung, Bildwiederholraten von 60 Hz und HDR sind also kein Problem für das JBL-Gerät.

Obligatorisch bei JBL ist die Integration von Bluetooth, mit JBL Connect kann sogar ein zusätzlicher Bluetooth-Lautsprecher mit der Cinema SB 450 verbunden und synchronisiert werden. Neu ist die „JBL SoundShift“-Technologie, mit der ein nahtloses Umschalten zwischen drahtloser Audio-Wiedergabe und TV-Ton möglich ist. Natürlich gibt es auch eine Funktion für virtuellen Surround-Sound sowie eine Optimierung der Stimmwiedergabe und von Dialogen. Der Subwoofer im Lieferumfang wird drahtlos verbunden und liefert 200 Watt. JBL verlangt für das System insgesamt 599 EUR.

JBL-Cinema-SB450-Soundbar-Front-Seitlich

Soundbar einzeln

JBL-Cinema-SB450-Soundbar-Verarbeitung

Detail seitlich

JBL-Cinema-SB450-Soundbar-Standfuesse

Höhenverstellbare Standfüße aus Kunststoff

JBL-Cinema-SB450-Soundbar-Bedienelemente-Oberseite

Bedienelemente an der Soundbar

Schick und modern sieht sie aus, die JBL Cinema SB 450. Im Gegensatz zum Vorgänger aus 2013 wurde für einen noch progressiveren Look der Stoffbezug durch ein stabiles Metallgitter ersetzt, dass auch haptisch einen guten Eindruck hinterlässt. Davon abgesehen ist man aber beim Kunststoffgehäuse geblieben, auch die silberne Umrandung um das Gitter wurde erhalten. Die Bedienelemente an der Soundbar sind sauber integriert und bieten auch einen guten Druckpunkt, Direktzugriff auf Quellenwahl, Lautstärke, Virtuall Surround-Modus und Bluetooth wird hier gewährt, außerdem ist hier die JBL Connect-Taste, um einen zusätzlichen Bluetooth-Lautsprecher zu verbinden, sowie eine Taste für JBL SoundShift untergebracht.

Die Cinema SB 450 bleibt vergleichsweise flach, findet also im Allgemeinen auch unter einem auf einem Lowboard bzw. Rack platzierten Flachbildschirm Platz. Wer es etwas höher benötigt, kann die Standfüße aus Kunststoff um ein paar Zentimeter in der Höhe anpassen. Eine Installation an der Wand ist ebenfalls möglich.

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Rückseite

JBL-Cinema-SB450-Soundbar-Bedienelemente-Rueckseite

Mittig platzierte Knöpfe und ein USB Service-Slot

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Die HDMI-Anschlüsse

JBL-Cinema-SB450-Soundbar-Anschluesse-Rueckseite1

Auch ein optischer Anschluss und ein 3,5mm Klinkeneingang ist vorhanden

An der Rückseite geht die hochglanzschwarze Oberfläche in Matt über, mittig ist neben dem USB-Eingang, der ausschließlich für den Service reserviert ist, der Pairing-Knopf für den Subwoofer und ein EQ-Schalter für Wand- bzw. Tisch-Installation untergebracht. Für die Kopplung mit dem Tieftöner ist lediglich ein kurzer Druck auf den hier angebrachten Knopf sowie dem Button auf dem Subwoofer notwendig, die Verbindung steht nach wenigen Sekunden.

Im linken Bereich erfolgt der Stromanschluss. Außerdem ist ein optischer digitaler Audio-Eingang sowie ein 3,5mm Klinkeneingang für analoge Audio-Übertratung integriert. Rechts finden sich drei HDMI-Eingänge sowie ein HDMI-Ausgang, der auch das TV-Tonsignal, das über den Audio Return Channel transportiert wird, empfängt. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei allen Anschlüssen um vollwertige HDMI 2.0a-Slots mit HDCP 2.2.

JBL-Cinema-SB450-Sub-Front-Seitlich

Zugehöriger Subwoofer

JBL-Cinema-SB450-Sub-Rueckseite-Seitlich

Rückseite

JBL-Cinema-SB450-Sub-Unterseite

Downfire-Sub mit solider Bodenentkopplung

JBL-Cinema-SB450-Sub-Bassreflexoeffnung

Bassreflexöffnung auf der Rückseite

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Power-Button und Phasenschalter

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Pairing-Knopf und Crossover-Regler

Der Subwoofer sitzt im Holzgehäuse und ist mattschwarz foliert. Insgesamt wirkt er etwas einfacher und nicht todschick wie die Soundbar selbst. Die Kanten sind zwar nicht gerundet, aber die Folierung sieht auch an den Ecken solide aus. Die Integration der rückseitigen Platte ist sauber und auch die Bassreflexöffnung bietet einen guten Übergang am Gehäuse. Der 8″-Woofer wird mit 200 Watt Leistung versorgt und ist dank großzügig dimensionierten Standfüßen gut vom Boden entkoppelt. Das doch recht üppige Gewicht lässt zumindest beim verwendeten Chassis auf angemessen große Magneten schließen.

JBL-Cinema-SB450-Soundbar-Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

Der Cinema SB 450 liegt eine kompakte Fernbedienung im Scheckkartenformat bei, die eine ganze Anzahl von Folientasten mitbringt. Zum einen kann man nicht nur die Lautstärke ändern (Praktisch: farbige Tasten für Power-Button und Volume) sondern auch im Direktzugriff die Stärke der Tieftonwiedergabe justieren. Ebenfalls gut: Die HDMI-Quellen müssen nicht nacheinander durchgeschalten werden, jedem Eingang wird eine separate Taste zuteil. Mit der Audio-Feedback-Taste kann man aktivieren oder deaktivieren, ob die Soundbar von JBL bestimmte Eingaben mit einem Tonsignal quittiert. Enorm hochwertig wirkt die kleine Remote nicht, gefällt aber durch ihre Praktikabilität dank vieler Direktzugriffs-Tasten und für Folientasten einem recht ordentlichen Druckpunkt.

Wer lieber nicht noch eine weitere Fernbedienung verwenden möchte, kann die JBL Cinema SB 450 auch mit der TV-Fernbedienung steuern. Zusätzlich zur konventionellen Steuerung via HDMI CEC, worüber Funktionen wie das Ein-/Ausschalten und eine Lautstärkeregelung erfolgen kann, bietet die JBL Cinema SB 450 auch ein Feature, mit dem der TV-Fernbedienung auch weitere Befehle angelernt werden können.

 JBL-Cinema-SB450-Sub-Tieftoener

Was leistet die Cinema SB 450?

Bei unserer ersten Sound-Demonstration greifen wir heute auf einen alten Bekannten zurück: Die JBL Cinema SB 450 darf sich bei den ersten Szenen aus Christopher Nolans zweitem Batman-Meisterwerk „The Dark Knight“ austoben. Bereits zu Beginn des Kinohits zeigt der JBL-Woofer, dass satte Kraft in ihm steckt und begeistert mit solidem Volumen. Selbst beim Aufschießen des Fensters wird ein wenig Struktur sichtbar. Hier wird also nicht ausschließlich auf Power pur gesetzt, sondern auch ein wenig Differenzierung in den tiefen Frequenzen realisiert. Aufpassen müssen empfindliche Zuschauer, da JBL es mit der Grundbetonung und dem Pegel untenrum im voreingestellten Zustand recht großzügig meint. Selbst wir haben hier leicht zurückgeregelt – und wir sind keinesfalls zimperlich! Ebenfalls loben können wir die Pegelfestigkeit. Wer Filme gerne in Kino-Lautstärke und darüber genießt, wird hier seine Freude haben. Die Cinema SB 450 kann laut! Und bleibt dabei souverän, clipped nur geringfügig und wird nicht aggressiv. Der Hochtonbereich ist klar und kommt an den entsprechenden Stellen wie z.B. der Klickgeräusche der Waffen, auch mit der entsprechenden Schärfe, unangenehm wird es aber nicht. Einzelne Details sind sauber in die Klangkulisse eingearbeitet und werden auch bei höherer Komplexität noch recht gut eingearbeitet. Das Geschehen löst sich in der Grundeinstellung gut von der Soundbar, allerdings erst mithilfe des Virtual Surround-Modus wird eine breite, sehr räumliche Kulisse modelliert. Die Einbußen sind gering, die Authentizität von Stimmen scheint etwas zu leiden, dafür gewinnt man deutlich an Bühnenbreite und räumlich atmosphärischer Dichte. Ein Beispiel wäre hierfür, wenn einer der Clown-Verbrecher die erste Tresor-Tür betritt, hier wird ein Durchschreiten der Tür mit seitlichen Soundeffekten sehr gut suggeriert. Einstellungsmöglichkeiten für den Abstand des Subwoofers gibt es nicht, bei der Aufstellung sollte man also etwas probieren, um die perfekte Position zu finden. Probleme hatten wir hierbei aber nicht, auch die Wireless-Verbindung scheint solide, denn der Bass kam durchweg recht präzise und auf den Punkt.

Auch beim Spektakel von „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ liefert die JBL-Soundbar ein kraftvolles Action-Feuerwerk ab. In der vorletzten Szene, in der sich Smaug mit den Zwergen und Bilbo einen erbitterten Kampf liefert, ist die Aktivierung des virtuellen Surround-Modus für ein besonders immersives Klangerlebnis durchaus empfehlenswert. Der Subwoofer liefert stets ein solides Fundament und schiebt nach Beanspruchung, z.B. wenn Smaug wieder einen seiner Feuerstöße loslässt, noch mit ordentlich Leistung nach. Auch die Sprachwiedergabe oder Schnaufgeräusche des riesigen Drachens werden vom Subwoofer sehr gut unterstützt. Sehr gut finden wir auch, dass keine extreme Lücke zwischen dem Frequenzbereich der Soundbar und des Subwoofers herrscht, die Gesamtkulisse klingt stets angenehm und harmonisch. Im komplexen und sehr dynamisch anspruschsvollen Kampfgeschehen wirkt die Integration von Details nicht ganz so gut ausgeprägt und Feinheiten kommen nicht so klar heraus. Die Stimmen bleiben aber auch bei komplexem Klanggeschehen meist verständlich.

Selbstverständlich muss sich die JBL Cinema SB 450 auch bei der Musikwiedergabe behaupten. Die Farewell Tour, live aufgenommen in Australien und auf Blu-ray gepresst, stellt hier ein hervorragendes Prüfelement dar und stellt die Soundbar vor schwierige Aufgaben. Insgesamt betrachtet muss man natürlich sagen, dass der audiophile Zuhörer hier natürlich schon ein paar Defizite, vor allem im Bereich der Mitten und der Feindynamik erkennt, auch der Bühnenaufbau ist mit einem echten, hochwertigen Stereo-Setup natürlich noch einmal klarer gezeichnet. Aber wir sollten definitiv erwähnen, dass das Hören mit der JBL Cinema SB 450 schlichtweg einen Riesenspaß macht. Die Eagles-Sounds werden lebendig, dynamisch und mitreißend wiedergegeben, die Auflösung ist für eine Soundbar sehr gut und der Subwoofer arbeitet hervorragend mit dem Klangriegel zusammen. Die Stereo-Bühne wirkt breit und auch die Instrumente solide gestaffelt. Selbst das Klavier bei „Heartache Tonight“ gefällt mit angenehmer Wärme und zeigt sich ausdrucksstark. Die Stimmen der Altrocker gefallen ebenfalls, Don Henleys typische Klangfarbe ist sofort erkennbar. Insgesamt besticht die JBL-Soundbar durch ihr unangestrengtes Auftreten und Leichtigkeit, so dass man dem System problemlos stundenlang zuhören kann.

Um sich mit der Cinema SB 450 via Bluetooth zu verbinden wird zunächst der Eingang mit der Fernbedienung oder den stationären Bedienelementen auf „Bluetooth“ gewechselt. Die Soundbar schaltet sich dann automatisch in den Sichtbar-Modus und erscheint bei unserem iPhone unter den sichtbaren Geräten. Ein Klick darauf und die beiden Geräte sind gekoppelt. Wir lassen den „Desert Cruiser“ von den Truckfighters erklingen und auch hier marschiert die Cinema SB 450 direkt nach vorne. Die Gitarren-Sounds kommen nicht absolut brilliant heraus, vermitteln aber durchaus die treibende Ausprägung des Titels, der Subwoofer spielt seine Stärken exzellent aus und unterlegt das Gebotene mit solidem Fundament und präzisen Bass-Schlägen. Das wollen wir überhaupt noch einmal gesondert erwähnen, der Sub schlägt sich für seine relativ kompakte Form und für den Gesamtpreis des Systems  außerordentlich gut. Seien es Kickbässe oder voluminöse Fundamente, hier wird viel geboten. Sicher muss man beim absoluten Tiefgang Abstriche machen, davon abgesehen kann man aber mit dem Woofer des JBL-Systems enormen Spaß haben. Bei den flotten und dynamischen Sounds der schwedischen Band haben wir auch kurz die neue JBL SoundShift-Technologie ausprobiert. SoundShift ermöglicht ein schnelles, unkompliziertes Wechseln zwischen TV-Ton und Bluetooth-Wiedergabe. Sobald man die Wiedergabe auf dem Smartphone oder Tablet pausiert, schaltet die JBL-Soundbar auf den TV-Ton um. Drückt man dann wieder Play, erfolgt wieder die drahtlose Musikwiedergabe. Dies funktionierte während des Testbetriebs auch meistens problemlos, das automatische Umschalten auf den TV-Ton dauert dann etwa zwei Sekunden. Einmal wurde nach etwa 5-minütiger Pause des Bluetooth-Audio und dann erneuter Wiedergabe von der Soundbar nicht mehr auf Bluetooth gewechselt. Bei elektronischer Musik kann sich das JBL-System natürlich noch einmal austoben: Violetta von Orjan Nilssen haut uns die Cinema SB 450 bei hohem Pegel mit harten Kickbässen um die Ohren. Die Synthi-Elemente sind sauber in die Kulisse integriert und werden auch gut herausgearbietet.

Wer Bluetooth-Wiedergabe nutzt und noch einen Bluetooth-Lautsprecher von JBL sein Eigen nennt, kann die JBL Connect-Funktion nutzen. Dazu muss lediglich auf beiden Komponenten die Connect-Taste gedrückt werden. Der Wermutstropfen ist, dass lediglich ein zusätzlicher JBL-Lautsprecher gekoppelt werden kann.

Beim Blick auf die Konkurrenz muss sich die JBL Cinema SB 450 der Panasonic SC-ALL70T stellen, die mit einer sensationellen Ausstattung aufwartet und dabei sogar preislich noch rund 100 EUR günstiger ist. Die extrem flache Soundbar von Panasonic, die perfekt unter einem auf einem Standfuß montierten Fernseher passt, bietet Panasonics geballte Multiroom-Kompetenz und unterstützt sämtliche Streaming-Services sowie App-Steuerung. JBL hingegen begnügt sich mit der Integration von Bluetooth. Beide Geräte bieten vollen Ultra HD/HDR-Support mit HDMI 2.0 und HDCP 2.2. Akustisch ist unserer Ansicht nach die Cinema SB 450 noch leistungsfähiger, besonders der Subwoofer überragt hier viele Konkurrenten im immer noch günstigen preislichen Rahmen, auch die Verarbeitung gefällt etwas besser. Dagegen sieht die R-4B schon beinahe etwas „alt“ aus. Zugegeben, der Klipsch-Vertreter ist von Ende 2015, bietet aber überhaupt keinen HDMI-Anschluss und dekodiert kein DTS. Klanglich überzeugt aber auch der Amerikaner und bietet ein pegelfestes Erlebnis mit exzellentem Surround-DSP.

Fazit

JBL-Cinema-SB450-Gruppenbild2

JBL ist mit der Cinema SB 450 wieder ein ausgezeichnetes Produkt gelungen. Das Soundbar-System mit drahtlosem Subwoofer bietet eine kraftvolle Soundkulisse, die harmonisch, mitreißend und von Souveränität geprägt ist. Die pegelfesten Komponenten nehmen den Zuschauer in Action-Spektaktel mit und beziehen ihn direkt ins Geschehen ein, genauso gelingt aber eine sehr solide Musikwiedergabe mit hoher Spielfreude. Gerade der Subwoofer zeichnet sich durch hohe Leistungsfähigkeit und trockene Präzision aus. An Ausstattung mangelt es auch nicht gerade: Bluetooth ist integriert und gleich vier HDMI-Anschlüsse, die allesamt HDMI 2.0a und HDCP 2.2 untersützen, sind an Bord. Dazu kommen Harman-eigene Technologien wie SoundShift und Harman Volume. Die Installation ist simpel, die Verarbeitung für die Preisklasse absolut in Ordnung.

Akustisch starkes Soundbar-System mit sehr guter Bass-Performance in schicker Verpackung
preisklassenreferenz
13.02.2017

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13.02.2017




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