TEST: Teufel Bluetooth-Lautsprecher Rockster XS – Robust, spritzwassergeschützt und klanglicher Volltreffer?

Teufel Rockster XS Gruppenbild2

Für exakt 179,99 EUR gibt es bei Teufel den „kleinen Bruder“ der Party-Maschine Rockster. Der Preis ist für ein so kompaktes Produkt und für Teufel-Verhältnisse relativ hoch, warum das so ist, möchten wir sofort genauer untersuchen. Das gegen Stöße und gegen Spritzwasser geschützte hochsolide Aluminium-Gehäuse sorgt für Bestnoten in der Verarbeitungs-Disziplin. Ein tadellos eingepasstes Metallgitter mit grauem „Teufel-T“ schützt die Chassis, oben und unten sorgen Gummi-Bumper dafür, dass der Rockster XS selbst bei kleineren „Sturzflügen“ nicht gleich zur Elektronik-Entsorgungsstelle gebracht werden muss. Oben sind die Bedienelemente in die Gummierung eingearbeitet: Lautstärkeregelung, Bluetooth-Kopplung sowie Play/Pause. Eingeschaltet wird der Rockster XS auf dem Geräteboden.

Teufel Rockster XS Front Seitlich1

Kleiner Party-Star: Rockster XS

Hier ist eine Gummi-Klappe, unter der sich USB-Buchse zum Aufladen von Smartphone, Micro USB-Buchse für das Aufladen des Rockster XS, 3.5 mm Miniklinken-Anschluss und eben der Ein-/Ausschalter befinden. Der Rockster XS arbeitet mit Bluetooth 4.0 inklusive aptX, auch NFC ist mit an Bord. Besonderheit – zwei Rockster können als Stereo-Paar zusammengeschlossen werden, sehr interessant bei spontanen Party-Events. Teufel bietet zwei Rockster XS im Paket mit 10 EUR Nachlass an. Man koppelt erst den Rockster XS 1 mit dem gewünschten Bluetooth-Device. Dann schaltet man Rockster XS 2 ein und drückt bei beiden Rockster XS gleichzeitig die Play/Pause- und die Bluetooth-Taste für mindestens 3 Sekunden. Danach sind die beiden Rockster XS im Stereobetrieb.  Die blaue BT-LED von Rockster  pulsiert, die blaue BT-LED des zweiten Rocksters leuchtet schwach. Im „Stereo Connect“ Modus können keine 2 Zuspielgeräte gleichzeitig mehr verbunden werden. Um das Stereo-Pairing zu lösen, wird kurz die Bluetooth-Taste gedrückt. 

Teufel Rockster XS Rueckseite Seitlich2

Rückseite mit großem Teufel-Schriftzug

Teufel Rockster XS Detail Front

Gitter mit „Teufel-T“

Teufel Rockster XS Anschluesse2

Unterseite mit geöffnetem Deckel

Teufel Rockster XS Anschluesse1

Unterseite mit geschlossenem Deckel

Teufel Rockster XS Bedienelemente

Bedienelemente auf der Oberseite

In den Rockster XS ist ein 4.400 mAH Lithium-Ionen-Akku mit bis zu 14 Stunden Laufzeit eingebaut. Das Aufladen des fest eingebauten Akkus dauert 3 Stunden. Es können mit jedem Rockster XS gleich zwei Bluetooth-Devices verbunden werden. Drei mögliche Aufstellpositionen und ein zusätzlich integrierter Subwoofer sind weitere Ausstattungsmerkmale. Der eingebaute Class D-Digitalverstärker leistet 2 x 8 Watt, Der Rockster XS erzeugt maximal 86 dB/1m Schallldruck und stellt Frequenzen zwischen 62 Hz und 20 kHz dar. Ein 100 mm Tieftöner und ein 46 mm messender Breitbandlautsprecher stellen die Bestückung dar. Das Gehäuse ist geschlossen. Der Rockster XS ist 6,9 cm tief, 8,6 cm breit und 17,8 cm hoch. Er wiegt 0,72 kg. 

Klang

Wie sieht es mit den klanglichen Fähigkeiten der neuen Berliner Konstruktion aus? Wir starten „Out Of The Blue“ von System F, einem Trance-Klassiker. Der Rockster XS führt sich glänzend ein und erfreut den „Clubber“ mit lebendigem Bass und guter Gesamtdynamik. Nichts am Klangbild erscheint ärmlich oder inhomogen. Die maximal mögliche Lautstärke ist tadellos, wenn auch nicht überdurchschnittlich groß, wird aber fast ohne Verzerrungen wiedergegeben Auch bei „Twisted“ von Svenson & Gielen punktet der solide Outdoor-Speaker mit richtig guter Räumlichkeit und angenehm runden Klang. Selbst, wenn man in etwas Entfernung zum Rockster XS sitzt, nimmt man noch eine anständige Räumlichkeit wahr. Kleinere dynamische Unterschiede erfasst der Rockster XS gut, manchmal aber, wenn dann plötzlich „Vollgas“ gegeben wird wie bei Twisted, erscheint der Dynamiksprung dann etwas zu deutlich. Insgesamt aber eine sehr lobenswerte Vorstellung – der Rockster XS entpuppt sich als reisetaugliche „Beat-Machine“, die für die spontane Trance-Party am Baggersee oder das urplötzliche Rock-Event am Brandenburger Tor bestens geeignet ist. Bei „Reflect“ von Three’N’One zeigt der Rockster XS ein weiteres Mal akustische Talente, die sich auch in einem recht frei aufspielenden Hochtonbereich manifestieren. Der kräftige Beat und die für einen solchen Lautsprecher überdurchschnittlich überzeugende räumliche Wirkung sind weitere Pluspunkte.

Wechseln wir den Musik-Stil und hören verschiedene James Bond-Titelsongs. So z.B. „A View To A Kill“ von Duran Duran. Mit Schwung und ordentlichem Nachdruck sowie einer sauber integrierten Stimme macht sich der Rockster XS auch unter den 007-Fans viele Freunde. „The World Is Not Enough“ klingt ebenfalls fundiert und lebendig, auch die ruhigeren Passagen sind sauber integriert. Stimme und die Instrumente werden korrekt voneinander getrennt. im Hintergrund stattfindende akustische Bewegungen holt der Rockster XS mit erstaunlicher Sorgfalt ans Tageslicht, das zeigt deutlich, dass auch ein transportabler Outdoor-Bluetooth-Lautsprecher keinesfalls automatisch schlecht detaillieren muss. Sicher darf man keine enormen Ansprüche stellen, aber der Rockster XS hat sich auch nie auf die Fahnen geschrieben, die heimische HiFi-Anlage zu ersetzen. „All Time High“ (Rita Coolidge, aus „Octopussy“) überzeugt mit guter Detaillierung des Saxophons und des Klaviers. Ritas Stimme wird charismatisch präsentiert – erstaunlich für einen BT-Speaker, das müssen wir auch hier feststellen. Die Raumwirkung, schon bei den Trance-Titeln angesprochen, verblüfft uns bei den 007-Songs beinahe noch mehr. Denn hier verteilen sich alle klanglichen Elemente sehr gleichmäßig und gleichzeitig lebendig rund um den Rockster XS.

„Perfidia“ von Andrea Bocelli ist nicht unbedingt das ideale Quellmaterial, denn dieser Titel stellt durchaus beträchliche Ansprüche an die Lautsprecher, die die Wiedergabe übernehmen. Doch was wir vermuteten, tritt auch ein. Der Rockster XS gibt sich keine Blöße und gefällt mit solide vorgetragenem Rhythmus, sich gut von den Chassis lösender Stimme und, wer hätte es gedacht, auch diesmal wieder mit prima Raumwirkung. „Love In Portofino“ folgt dem schon beim ersten Titel des „Passione“-Albums eingeschlagenen Weg. Klar, und mit einem sehr guten Volumen versehen, trumpft der kompakte BT-Lautsprecher auf. Ideal eignet sich der Rockster XS somit nicht nur für alle „Lebenslagen“, sondern auch für anspruchsvolle Musik. Selbst Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur, Köchelverzeichnis 622, zeigt beim ersten Allegro die Qualitäten des Rockster XS – uns ist kein anderer portabler, kompakter Outdoor Bluetooth-Speaker bekannt, der Klassik so sauber, so nuanciert wiedergibt. Die Streicher klingen klar, aber angenehm, die orchestralen Gesamteinsätze zeigen Nachdruck.

Nun wollen wir aber den Rockster XS mal „rocken“ lassen – mit „Rock The Night“ von Europe. Mit Kraft und einer guten Stimmwiedergabe geht es hier fetzig voran. Der Rhythmus wird lebendig präsentiert, der Aufbau des Tracks ist allzeit klar erkennbar. „Living On A Prayer“ von Bon Jovi liegt dem Rockster XS ebenfalls. Seine dank 100 mm Extra-Subwooferchassis in ordentlichem Maße vorhandene Basskraft ist auch hier wieder eine echte Allzweckwaffe, die für ein komplettes Klangbild wesentlich mit verantwortlich ist. Dass Jon Bon Jovis Stimme akkurat herauskommt, haben wir uns aufgrund der bisherigen Erfahrungen schon beinahe gedacht. Die E-Gitarre ertönt mit Verve, und der Refrain lädt zum Mitsingen und/oder Headbangen ein. „Let Us Burn“ vom Within Temptation Album „Hydra“ gefällt mit facettenreichem Auftakt und kraftvoll arrangiertem Dynamiksprung. Es geht voran, möchte der Rockster XS uns beweisen, er ist eine würdige Miniaturausgabe des großen Rockster. Doch der kleine Rocker macht nicht nur Krawall, sondern gibt auch die Stimme von Sharon Den Adel sauber wieder. „Edge Of The World“ (ebenfalls vom Album „Hydra“) ist eine Ballade, die die Fähigkeiten des Rockster XS zur anständigen Differenzierung akustischer Anteile und zur guten Detaillierung bestätigt. Ein plötzlicher Dynamiksprung lässt merken, dass die Class D-Verstärkerzüge auch bei spontaner Beanspruchung impulstreu bereit stehen. 

Teufel Rockster XS Gruppenbild1

Zwei Rockster XS im Stereo-Betrieb – doppelter Hörspaß?

Wer wie wir zwei Rockster XS miteinander koppelt, genießt echten Stereoklang. Bei „Dangerous“ von Within Tempation kann man zwei dieser kleinen Klang-Maschinen sogar als „Hauptanlage“ z.B. im Ein-Zimmer-Appartment oder im kleinen Wohnzimmer einsetzen. Kraft, Nachdruck, Räumlichkeit und Klarheit lassen kaum zu Wünschen übrig. Auch der Trance-Hit „Raptor“ von Digital X kommt mit tadelloser Dynamik sehr gut heraus. Der Bassbereich ist alles andere als ausdruckslos und schlapp, sondern hier wird richtig Energie freigesetzt. Die Raumwirkung ist bei zwei verwendeten Rockster XS natürlich deutlich besser als bei einem Rockster XS. Und schon ein einzelner BT-Speaker hat bei der Bewertung der Räumlichkeit ausgezeichnet abgeschnitten. Was die erzielbaren Pegel der beiden Rockster XS im Pairing-Modus angeht, können wir nur sagen: Hut ab! Respekt“ Man kann hier Pegel hören, die manches Micro-Stereosystem nicht erreicht. Auch ruhigere, emotionalere Titel wie Shirley Basseys „Moonraker“, eignen sich hervorragend für die Stereowiedergabe. Eine präzise Darstellung der Stimme und lebendige, recht exakte akustische Strukturen beweisen, dass man für 350 EUR (Preis für 2 x Rockster XS) ein richtig gutes Paar ultrakompakter BT-Aktivlautsprecher einkauft. 

Konkurrenzvergleich
  • „Auch andere Mütter haben hübsche Töchter“ – diese alte Volksweisheit bewahrheitet sich mit Blick auf den Grundig BT-Lautsprecher GSB 600 für 199 EUR. Optisch sehr dezent und den reiferen Hörer ansprechend, geht er in eine gänzlich andere Richtung als der frech, aber gekonnt gestylte Rockster XS. Akustisch klingt der Grundig erwachsen und kultiviert, aber höre da – das kann der kleine, peppige Rockster trotz geringerer Abmessungen beinahe genau so gut. Mit mehr Tiefgang und mehr Volumen macht der GSB 600 die Vorteile seines deutlich größeren Gehäuses gelten. Spritzwassergeschützt ist der GSB 600 nicht, dafür kann er in kleinen Hörräumen als Erst-Lautsprecher verwendet werden.
  • 170 EUR kostet der in verschiedenen frischen Farben lieferbare JBL Charge 2+ Bluetooth-Speaker. Dank extra Passiv-Radiator bietet er eine gut Basskraft. Sein homogener Klang ist tadellos, wie das Teufel-Pendant ist auch der Charge 2+ spritzwassergeschützt und äußerst robust. Der Teufel-Speaker wirkt hinsichtlich der Materialqualität aber nochmals besser. 
  • Vom Newcomer Auluxe stammt der Bluetooth-Lautsprecher X1, der im extravaganten, schicken Design und mit guter Verarbeitung zum Preis von 149 EUR gegen das Establishment antritt. Und man sollte den Taiwanesen nicht unterschätzen, denn er klingt frisch und lebendig. Im Bassbereich tut sich aber nicht viel. 
Fazit

Teufel Rockster XS Front Seitlich3

Ein echter Partystar aus Berlin: Der kleine Rockster eifert dem großen Bruder nach und begeistert nicht nur durch die robuste Bauweise und die hohe Fertigungs- und Materialqualität, sondern auch durch den ausgezeichneten Klang. Basskraft, Dynamik, Stimmwiedergabe, Auflösungsvermögen, Räumlichkeit – alles ist überdurchschnittlich gut ausgeprägt. Die Akkulaufzeit ist prima und im oberen Mittelfeld, dass man zwei Rockster XS für eine echte Stereowiedergabe koppeln kann, ist ein weitere Vorzug des spritzwassergeschützten Rockster XS. Der Preis mutet zwar auf den ersten Blick recht hoch an, die dafür gebotene Leistung ist aber auch ohne jeden Zweifel erstklassig.

Extrem leistungsfähig, enorm solide, ultraflexibel – der Rockster XS wird ein großer Verkaufsschlager
preisklassenreferenz
Outdoor-Bluetooth-Lautsprecher bis 200 EUR
Test 14. Dezember 2015

+ Extrem robust und solide verarbeitet
+ 2 Bluetooth-Devices können parallel gekoppelt werden
+ 2 Rockster XS arbeiten im echten Stereo-Betrieb zusammen
+ Klarer, kräftiger und angenehmer Klang
+ Gute Grob- und Feindynamik
+ Spritzwassergeschützt

– Nur in 1 Farbe derzeit lieferbar

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14. Dezember 2015




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