TEST: Auna POP41 Bluetooth-Lautsprecher

Poeces C49-P41-Yellow Gruppenbild3

Nicht ganz so einfach macht es der Berliner Elektronik-Vertriebler Chal-Tec den Interessenten für die recht schicken, in Weiß mit blauen oder neongelben Akzenten lieferbaren Auna POP41 Bluetooth-Lautsprechern – sie werden auch unter dem Namen „Poeces“ geführt, dieser steht auch auf der Seite des eleganten Boxengehäuses. Im Text auf der Online-Verkaufs-Plattform Elektronik-Star kommt dann die Bezeichnung „Poeces“ nicht vor. Wie dem auch sei – für knapp 140 EUR Verkaufspreis wird hier ein modernes und durchaus interessantes Produkt offeriert, das sich schon optisch vom typischen China-Billigheimer-Anspruch deutlich entfernt. Die Seitenverkleidung aus gehärtetem Glas, die schicken Metallabdeckungen vor den Lautsprecher-Chassis und die fein strukturierte Oberseite der Schallwandler beweisen: Chal-Tec kann durchaus edel. Die Boxen sind im aktuell wieder sehr modernen, kantigen Bauhaus-Design gehalten. Die Verarbeitungsgüte ist selbst im Detail alles andere als schlecht, so dass man in Anbetracht des investierten Betrages tatsächlich sehr zufrieden sein kann. Unter den Boxen sind kleine Gummifüße für guten Stand auf jedem Untergrund und zur Verhinderung störender Vibrationen angebracht. 

Poeces C49-P41-Yellow Rueckseite Seitlich4

Aktiver Lautsprecher von hinten

Poeces C49-P41-Yellow Rueckseite Seitlich3

 Passiver Lautsprecher von hinten

Poeces C49-P41-Yellow Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung

Poeces C49-P41-Yellow Bedienelemente Anschluesse 

Anschlüsse am aktiven Lautsprecher – inklusive Subwoofer-Pre-Out und 3,5 mm Miniklinke

Poeces C49-P41-Yellow Anschluesse Rueckseite

 An den passiven LS wird das Anschlusskabel hinten in die Buchse eingesteckt

Poeces C49-P41-Yellow Innenleben2

 

Verbaute Elektronik

Poeces C49-P41-Yellow Innenleben1

Recht übersichtliches Layout

Poeces C49-P41-Yellow Rueckseite Seitlich1 

Schicker Einsatz aus gehärtetem Glas an der Seite

Im einzelnen besteht das Set aus einem aktiven und einem passiven 2-Wege-Lautsprecher, auf der Rückseite der aktiven Komponente befinden sich Regler für Lautstärke und Bass-Intensitität ebenso wie ein Pre-Out zum Anschluss eines aktiven Subwoofers. Des Weiteren findet sich unter „Speaker Output“ der Anschluss für die Verbindung zum zweiten passiven Lautsprecher. Vervollständigt wird das Anschlussangebot von einem 3,5 mm Miniklinkenanschluss, um Geräte anzuschließen, die nicht über Bluetooth verfügen, z.B. ältere Musicplayer. Die Bestückung besteht aus einem 8 cm Tieftöner und einem 2 cm Hochtöner, der Frequenzgang wird mit 55 Hz bis 20 kHz angegeben. Als Bluetooth-Standard wird 3.0 unterstützt.  Das Netzteil ist ausgelagert und nicht im Lautsprechergehäuse eingebaut. 14 cm breit, 21,5 cm hoch und 17 cm tief ist jede Box. 

Klanglich haben uns die POP41 Bluetooth-Lautsprecher genauso überrascht wie optisch. Die Herstellung einer Bluetooth-Verbindung ist kein Hexenwerk und geht schnell sowie komfortabel vonstatten. Voraussetzung ist natürlich wie immer, dass sich Smartphone oder Tablet im BT-Zustand „sichtbar“ befinden. Ist die Verbindung dann hergestellt, lassen sich nur lobende Worte über die Stabilität und Störungsfreiheit der Verbindung finden. 

Auch um die Klanggüte ist es tadellos bestellt. Hier haben wir uns verschiedene 007-Titelmelodien angehört: „License To Kill“ von Gladys Knight, „A View To A Kill“ von Duran Duran und „The World Is Not Enough“ von Garbage. Bei allen Klangbeispielen gefällt vor allem die angenehme akustische Gesamtauslegung. Sicherlich darf man im Hochtonbereich keine Geniestreiche bezüglich Brillanz und Auflösung erwarten. Doch das dürfte auch in Anbetracht von Geräte-Kategorie und Preisklasse klar sein. Erstaunlich voll klingen die kleinen Schallwandler im Bassbereich, hier offerieren sie durchaus nachvollziehbaren Schub und gutes Volumen. Die Stimme der Sängerin bzw. des Sängers war in allen Beispielen gut verständlich, die Trennung von instrumentalen und vokalen Anteilen präsentiert sich als gelungen. Auch die zur Verfügung gestellte Räumlichkeit gibt keinen Anlass zur Klage. 

Bei Baltimoras „Tarzan Boy“ werden Erinnerungen an die 80er Jahre wach – und die beiden kompakten Lautsprecher bringen den Titel mit Schwung und überraschender Ausdruckskraft zur Geltung. Lebendig, mit guter Stimmpräsentation und ordentlicher Räumlichkeit sorgen sie für eine Überraschung innerhalb der Redaktion. Und auch bei „Juliet“ von Robin Gibb wird durch recht dichte Räumlichkeit gleich zu Beginn und prima Darstellung der verschiedenen akustischen Effekte eine tadellose Arbeit geleistet. Die hohe Stimme des Sängers klingt nicht zu krächzend, daher kann man auch mit größeren Lautstärken ohne störende Einschränkungen hören. 

Wenn es vehement voran geht, sind die POP41 tatkräftige Partner. Beim 2013er Remix des Captain Hollywood-Gits „More And More“ von DJ Scotty sind Basseinsatz und Effektwiedergabe zu loben. Das gilt auch für die Pegelfestigkeit – man kann merklich über Zimmerlautstärke hören, ohne sich deutliche Verzerrungen einzufangen. Bei sehr kräftigem Pegel verliert der Bass zwar etwas an Trockenheit und es mischen sich leichte Vibrationen dazu, aber dass das ganze Hörerlebnis nun zu einem schwammigen, oberflächlichen Brei verkommt, führen diese kleinen Einschränkungen erfreulicherweise nicht. Und auch beim „Sonnentanz“ des Klangkarussels geht es mit gewissem Nachdruck voran, wenngleich der harte Kickbass schon das 8 cm-Chassis an seine Grenzen treibt, wenn man mit etwas Pegel hört. Nie gänzlich verloren, auch nicht bei größeren Lautstärken, geht die harmonische akustische Gesamtauslegung. Dies gefällt uns sehr gut und sorgt auch für ein positives Unterscheidungsmerkmal zu einigen Konkurrenten. 

Was haben die Konkurrenten zu bieten? Die meisten weisen ein anderes Konzept in dieser Preisklasse auf und setzen auf einen transportablen Lautsprecher mit Akku. Auch mit frischem, jugendlichen Design tritt der im Markt sehr erfolgreiche JBL Charge auf. Unter anderem ist er auch in weiß-grünem Farblayout zu bekommen, er kostet etwa das Gleiche wie das POP41-Lautsprecherpaar. Extrem kompakt und robust, ist er für den mobilen Einsatz eine Top-Lösung und überzeugt mit klarem Klang.   Die für stationären Einsatz vorgesehenen POP42 sind natürlich akustisch überlegen, aber eben auch nicht mobil. Mit mehr Pegel, mehr Räumlichkeit und mehr Basskraft sind sie für den Einsatz zu Hause die richtige Lösung. 

Mobile Eleganz mit extralanger Akkulaufzeit verkörpert der Panasonic SC-NA10 für 179 EUR. Gleich mit praktischer Transportabdeckung versehen, sorgt der kleine, schicke Lautsprecher für bis zu 20 Stunden Sound mittels des eingebauten leistungsstarken Akkus. NFC wird für besonders komfortables Koppeln ebenfalls unterstützt. Der kleine Lautsprecher klingt recht klar und lässt sich auch per App steuern. Allerdings merkt man bei Pegelfestigkeit und Räumlichkeit schon, dass der SC-NA10 für den mobilen, Platz sparenden Einsatz ausgelegt ist: Die Kraft und Pegelfreude der POP41 kann man hier nicht finden. 

Es gibt von Advance Acoustic aus Frankreich ein den POP41 vergleichbares Konzept – die AIR 50, deren Paarpreis allerdings bei sehr viel höheren 399 EUR liegt. Dafür gibt es einen aufwändigen inneren Aufbau mit Ringkerntrafo und eine ausgezeichnete Grobä und Feindynamik – kurzum HiFi-Sound auf drahtlosem Wege. Natürlich kann man die identische Soundqualität von den preiswerten POP41 nicht erwarten – trotzdem ist es verblüffend, wie angenehm und homogen die Bluetooth-Lautsprecher selbst im Vergleich zu viel teureren Kontrahenten klingen.  

Fazit

Poeces C49-P41-Yellow Gruppenbild1

Prima gemacht! Mit dem Auna POP41 wird ein schickes, sauber verarbeitetes und harmonisch klingendes Bluetooth-Lautsprecherpaar angeboten, das man für den fairen Kaufpreis von knapp 140 EUR praktisch ohne Einschränkungen empfehlen kann. 

Schick, modern und gut klingend – die Auna POP41 sind rundherum empfehlenswert
ausgezeichnet
Bluetooth-Lautsprecher Mittelklasse
Test 30. Januar 2014

+ Modernes Design und gute Verarbeitung
+ Harmonischer Klang
+ Gute Pegelfestigkeit
+ Pre-Out für den Anschluss eines aktiven Subwoofers
+ Fairer Kaufpreis

– Keine Fernbedienung 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30. Januar 2014




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