TEST: Dreiwege-Standlautsprecher Teufel Theater 500 – Spitzen-Leistung für wenig Geld?

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Derzeit für einen Paarpreis von 799,99 EUR (normaler Preis: 899,99 EUR) offeriert, hat sich die Teufel Theater 500 Dreiwege-Standbox zur Aufgabe gemacht, viel Klang für eine als sehr fair einzustufende Investition aufzubieten. Der Theater 500 Standlautspecher ist der optisch und technisch umfassend optimierte Nachfolger des T 500 Mk2 Schallwandlers. Optisch hat sich einiges getan: Hatte die T 500 Mk2 Standbox noch einen zurückversetzten Hochtöner und eine, bezogen auf die Frontansicht und die Ansicht von der Seite, etwas unruhige Optik, wirkt die Theater 500, die vergangenes Jahr debütierte, viel kultivierter, zeitloser, eleganter. 

Teufel nahm im Einzelnen folgende Optimierungen vor: Die Belastbarkeit aller Chassis liegt höher, eine neu entwickelte Dämpfungskammer zeichnet sich für weniger Resonanzen verantwortlich. Im Inneren der Theater 500 sorgt eine bedämpfte Schallkammer nach dem Helmholtz-Resonater-Prinzip für einen ausgewogenen Klang. Stehende Wellen sowie Resonanzen, die innerhalb des Gehäuses auftreten und den Klang störend beeinflussen können, wurden dadurch spürbar verringert. Das Bassreflex-Volumen musste daher nicht zusätzlich bedämpft werden – das wiederum führt zu einer tieferen unteren Grenzfrequenz und zu einem höheren Wirkungsgrad bei der Basswiedergabe. Als für die Praxis nützliches akustisches Resultat dieser Bestrebungen verspricht sich Teufel einen homogenen, gleichbleibend guten Klang bei praktisch jeder Lautstärke. 

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Rückseite komplett

Überdies ist die Theater 500 mit einer nach unten gerichteten Bassreflexöffnung ausgestattet. Daher kann man die Box auch wandnah aufstellen, ohne dass es akustische Probleme gibt, die auftreten würden, wenn die Theater 500 eine nach hinten gerichtete Ausgleichsöffnung hätte. Da der Bassreflexkanal überdurchschnittlich groß ausgelegt wurde, treten auch bei hohem Pegel keine störenden Strömungsgeräusche auf, verspricht Teufel. Unsere Klangtestreihen belegen dies auch in der Praxis. 

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Schnörkellos-elegante Erscheinung

Auch das „Constant Directivity Concept“ ermöglicht akustischen Feinschliff. Der komplett neu geformte Waveguide und Phase Plug  bieten ein absolut breites sowie gleichmäßiges Abstrahlverhalten . an nahezu jeder Hörposition. Genau das zeigen im Übrigen später auch die Klangtestreihen, soviel sei schon einmal an dieser Stelle vorweggenommen. Hinzu kommt die „Teufel Time Alignment Technologie“. Der Hochtöner ist innerhalb der gesamten Chassis-Konstruktion zurückversetzt – der laufzeitkorrigierende Phasenversatz ist für eine klare, feine Durchzeichnung des jeweiligen Musikstücks verantwortlich. Ganz gleich, ob Stimmen, Instrumente oder alle Arten von Effekten: Die Darstellung ist detaillierter, das Stereo-Panorama ausgeprägter. 

 

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Das war der Vorgänger mit zurückversetztem Hochtöner: T 500 Mk2

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Ganz anders tritt die neue Theater 500 auf

Wird bei anderen Lautsprechern, die derzeit auf dem Markt zu finden sind, verstärkt auf Unibody-Gehäuse gesetzt, arbeitet Teufel bewusst mit der separierten Schallwand als Design-Element – was im Falle der Theater 500 aber absolut gekonnt ist und attraktiv aussieht. Da wir aber gern auch nach der „Nadel im Heuhaufen“ suchen, zwei kleine Kritikpunkte: Die sichtbaren Schrauben zur Befestigung der Chassis ist der eine, die zwar schicken, aber etwas fummelig zu handhabenden, magnetisch haftenden Einzel-Abdeckungen über jedem Chassis ist der andere.

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Sockel

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Anschlussterminals

Schon der Vorgänger hatte einen Sockel unter der Box, auch die neue Theater 500 ist damit bestückt. Die sonstige Gehäuseverarbeitung ist gut, wenngleich die hinteren Gehäuseecken etwas spitz sind. Die Folierung ist tadellos, hier gibt es bei unseren Test-Boxen keinen Anlass zur Kritik. Hinten finden sich Bi-Wiring-geeignete Anschlussterminals, die für die Preisklasse als sehr hochwertig zu bezeichnen sind. 

Was bietet die Theater 500 aus technischer Sicht? Nach IEC-Messung sind die Lautsprecher dauerhaft mit 180 Watt und kurzzeitig mit 240 Watt belastbar (Vorgänger kurzzeitig 220 watt). Das sind ohne Zweifel gute Werte, aber Papier ist bekanntermaßen geduldig. Wir überprüfen die Pegelfestigkeit daher später in den Klangtestreihen. Die Empfindlichkeit gibt Teufel mit 88 dB (2,83V/1m) an, den maximalen Schalldruck mit 110 dB/1m. Beides ebenfalls respektable Werte, wenn auch die Empfindlichkeit nicht extrem hoch liegt. 

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Hochtöner im Detail

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Hochtöner

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Mitteltöner

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Tieftöner

Die Theater 500 weist eine Nennimpedanz von 4 bis 8 Ohm auf und stellt Frequenzen zwischen 39 Hz bis 21 kHz dar. Bestückt ist die Theater 500 mit einem 25 mm Gewebehochtöner und mit einem 160 mm Mitteltöner mit Kevlar-Membran. Die beiden Tieftöner messen ebenfalls, wie der Mitteltöner, 160 mm, auch hier ist Kevlar das Membranmaterial. Die Bassreflex-Ausgleichsöffnung ist am Boden platziert. Das Gehäuse der Theater 500 besteht, wie meist üblich, aus MDF-Platten mit beachtlicher Wandstärke – wir hatten in Berlin mal ein „aufgeschnittenes“ Modell der Box gesehen. Das Netto-Innenvolumen des Gehäuses beträgt 51 Liter. Die Theater 500 ist 29,3 cm tief, 20 cm breit und 104,6 cm hoch. Pro Stück wiegt der Lautsprecher 20,43 kg. 

Die Theater 500 Standbox tritt optisch kultiviert und selbstbewusst auf. Mit Doppelbass-Bestückung und guten Werten für die Belastbarkeit weckt sie die Neugierde, wie sie sich in den Pegelfestigkeits-Wertungen und beim Thema Bassdruck schlägt. 

Klang

Was an Pegel, Bassdruck und Tiefgang geht, testen wir (Zuspielung per Bluetooth an den Pioneer SC-LX901 im Stereobetrieb, Spotify Connect) gleich bei „Take It Slow“ (Deep Chills Remix)  von Monogem. Und es geht durchaus mit Vehemenz voran, wie wir es auch gehofft hatten. Nicht nur der kräftige Basseindruck, auch die hohe akustische Harmonie kann sich die Theater 500 auf ihre Fahnen heften. Sie klingt nicht aufdringlich, sondern satt und homogen. Selbst die geballte Power der hochleistungsfähigen Endstufen des Pioneer SC-LX901 bringen die Box nicht aus der Spur. Sie differenziert auch bei hohem Pegel alle Klanganteile noch akkurat auseinander und präsentiert sich ausgesprochen impulstreu – Schwächen würde der extrem akkurat aufspielende Pioneer SC-LX901 auch umgehend aufdecken. 

Beim 2016er Mix des Klassikers „L’Amour Toujours“ (ursprünglich von Gigi d’Agostino, im Remix von Dzeko und Torres, unser Mix ist der „Tiesto Radio edit“) tobt sich die Theater 500 ein weiteres Mal erfolgreich aus. Kraftvoll, aber stets kontrolliert tritt der Bassbereich auf. Der Hochtöner, neu mit Waveguide, agiert sehr schnell und bietet für die Preisklasse eine ansprechende Auflösung. Die Räumlichkeit der Theater 500 hat uns überzeugt.

Auch bei „Project Euro Mir“ von Damon Paul zeigen die Theater 500 Klasse. Kraftvoll, energisch, aber mit hoher Souveränität wird der Trance-Track wiedergegeben. Es geht mit Nachdruck voran, dabei vergessen die Teufel-Lautsprecher aber nie, die verschiedenen Effektebenen mit sehr guter Räumlichkeit darzustellen. Der Rhythmus wird auch bei hohem Pegel (Lautstärke beim Pioneer SC-LX901: – 10 dB auf dem Gerätedisplay) noch sauber präsentiert. Für eine so preiswerte Box beeindruckt die Leistung bislang ohne Abstriche. 

Spielen wir nun Flac Hi-Res-Dateien zu und starten durch mit Bad Religion, Changing Tides (88,2 kHz/24-Bit). Den schnellen Rhythmus geben die beiden Berliner Sound-Türme sehr dynamisch wieder. Und der Bass schlägt richtig „ein“ – das schaffen selbst deutlich teurere Lautsprecher nicht oft bei diesem uns sehr gut bekannten Stück. Die E-Gitarre entwickelt die nötige Aggressivität, es wird allerdings nie unschön übertrieben. So kann man außerordentlich entspannt laut hören mit der Theater 500, die auch bei diesem Klangbeispiel wieder mit der ausgezeichneten Räumlichkeit aufwarten kann. 

Nun wird es ruhiger, „Desperado“ (Flac 48 kHz/24-Bit) von Diana Krall folgt. Das sehr schöne, melodiöse Stück bereiten teurere Lautsprecher natürlich noch geschliffener, brillanter und detailreicher auf, das möchten wir gar nicht in Frage stellen. Gerade bei der Ausprägung des Klaviers im Detail merkt man, was alles noch mehr geht. Doch das steht eigentlich nicht zur Debatte, schaut man sich das Preisschild der Theater 500 an. Fürs investierte Geld beeindruckt sie vor allem mit einer überraschend feinfühligen Stimmwiedergabe und mit einer sehr harmonischen Einarbeitung der Instrumente. Ganz gleich, ob Streicher oder Klavier, alles wirkt wie aus einem Guss, ohne dass man das Ergebnis als schlecht detailliert oder monoton bezeichnen könnte. Die Theater 500 schafft es sehr wohl, alles akkurat auseinander zu differenzieren und verheimlicht es geschickt, welcher Preisklasse sie eigentlich entstammt. Nur sehr versierte und entsprechend erfahrene Hörer werden das „Geheimnis“ relativ rasch aufdecken können. 

„Diamante“ von Sandra und Tony Alessi (Flac 96 kHz/24-Bit) klingt entspannt, aber gleichzeitig doch dynamisch. Sowohl die weibliche als auch die männliche Gesangsstimme kommt sehr gut heraus. Nur bei sehr hohen Lautstärken driftet die Akustik etwas ins Blecherne ab, wenn Tony seine Stimme erhebt. Die Räumlichkeit ist ein weiteres Mal überragend, zur erfreulichen räumlichen Weite kommt auch eine sehr gute räumliche Tiefenwirkung. Der präzise Bass hat genau den richtigen Nachdruck, die Theater 500 neigt nicht zum unschönen Übertreiben.

Da der Lautsprecher Frequenzen bis 21 kHz wiedergeben kann, erhebt sich aber die Frage: Sollte man überhaupt High Resolution Audio-Dateien über die Theater 500 wiedergeben? Nicht umsonst offerieren verschiedene Lautsprecherhersteller Boxen mit Hochtönern, die teilweise sogar Frequenzen oberhalb der 50 kHz wiedergeben können. Selbst in günstigen Preisklassen werden manchmal maximal darstellbare Frequenzen von 26 kHz oder gar 30 kHz angegeben. Doch in der Praxis ergeben sich keine akustischen Nachteile. Hand aufs Herz, wirkliche Vorzüge von Hi-Res-Audio-Dateien in Form besonders fein detaillierter Höhen und einer noch ausgeprägteren Strukturierung kommen ohnehin nur bei enorm hochwertigen Ketten mit sehr teuren Schallwandlern heraus. Daher – wenn man sehr hochwertige Hi-Res-Audio-Files in der Sammlung hat, klingen diese auf talentierten günstigen Boxen auch schon gut, ohne dass aber das volle, maximal mögliche Spektrum der Datei akustisch präsentiert werden kann – und es spielt hier keine Rolle, ob 21 oder 30 kHz beim günstigen Lautsprecher als obere darstellbare Frequenz im Datenblatt stehen. Zumal noch zu bedenken ist, dass ein erwachsener Mensch mit gesundem Gehör ohnehin nur bis maximal 16 kHz hören kann. Das Ganze, was sich akustisch darüber abspielt, wird nur indirekt wahrgenommen (Oberwellenbereich). 

Konkurrenzvergleich

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  • Mit knapp 370 EUR Paarpreis beweisen die Numan Retrospective 1977, wie klangstark wirklich günstige Standlautsprecher sein können. Im trendigen Retro-Design gehalten, wirken sie zumindest auf den ersten Blick nicht einmal billig. Die Numan-Box klingt rund und angenehm, zudem ist der Bass kräftig und Stimmen werden prima von den Instrumenten getrennt. Vergleichen wir mit dem doppelt so teuren Theater 500-Paar, dann werden die Vorzüge der Theater 500 schon rasch deutlich. Über den gesamten Frequenzbereich ist die Auflösung höher, Stimmen haben mehr Präsenz, der Bass noch mehr Kraft, und die Tiefenstaffelung ist hörbar besser. 

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  • 449 EUR pro Stück kostend , sind die eleganten Saxx coolSOUND CX 70 eine verheißungsvolle Alternative und präsentieren sich wahlweise in hochglänzendem Weiß oder hochglänzendem Schwarz. Kennzeichen ist immer das sauber verarbeitete Unibody-Gehäuse. Akustisch wissen die Boxen, die in Niedersachsen ersonnen und konzipiert wurden, zu gefallen. Grob- wie auch feindynamisch sehr gut, ist der straffe sowie kräftige Bassbereich ebenfalls zu loben. Dass die CX 70 mehr kostet als die Theater 500, die akustisch fast gleichauf ist, kann in Anbetracht der edlen Verarbeitung als gerechtfertigt angesehen werden. 

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  • Wharfedale D240: 499 EUR kostet diese schicke Box, die durch  ihren hochwertigen Sockel und durch die ungemein hochwertige Optik das Flair höherer Preisklassen in die 1.000 EUR-Paarpreis-Liga bringt. Ihr fülliger Bass und ihr homogener Sound begeistern. Die Theater 500 löst feiner auf und bietet noch etwas mehr feindynamische Qualität, wirkt aber optisch nicht so edel. 
Fazit

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Ein echter Fortschritt: Schon die T 500 Mk2 hat uns damals 2012 im Test begeistert, die Theater 500, die 2016 Premiere feierte, legt noch ein paar Schippen drauf und sichert sich ein rundherum erstklassiges Testergebnis. Optisch sieht sie aufgeräumter sowie zeitgemäßer aus als der Vorgänger, bei dem vor allem die etwas unruhige Gestaltung der Schallwand störte. Mit einem äußerst straffen, kontrollierten, aber zugleich nachdrücklichen Bass setzt die Theater 500 im Testbetrieb Akzente, ebenso durch die sehr gut gestaffelte Stimmwiedergabe sowie durch die ausgezeichnete Räumlichkeit. Bezieht man den fairen Kaufpreis mit in die Bewertung ein, so kann man festhalten, dass es schwer sein dürfte, eine anspruchsvollere Box für weniger Geld zu finden.

Klang-Ass für wenig Geld: Die Theater 500 spielt ganz groß auf und leistet sich keine Schnitzer
preisklassenreferenz
Standlautsprecher bis 1.000 EUR/Paarpreis
Test 07. April 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. April 2017




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