TEST: Standlautsprecher Teufel T500 Mk2 - Souverän und harmonisch

30.10.2012 (cr/sw)

T 500 Mk2 - attraktive Erscheinung, Bassreflexöffnung nach unten gerichtet auf dem Gehäuseboden

Einführung

Teufels T500 Standlautsprecher bekommt einen komplett überarbeiteten Nachfolger: Die T500 Mk2 für einen Paapreis von 749,99 EUR. Ausgeführt als 3-Wege-Bassreflex-Konstruktion, geeignet für eine Impedanz von 4 bis 8 Ohm und einer kurzzeitigen maximalen Dauerbelastbarkeit von 220 Watt, möchte Teufel mit der optisch schick gestalteten Box Musikliebhaber ansprechen, die Wert auf hohe Leistungsfähigkeit und ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis legen. Optische Kennzeichen sind der im Sinne optimaler Gruppenlaufzeiten nach hinten versetzte Hochtöner, der Doppelbass für kräftige Wiedergabe der Niederungen des Frequenzspektrums und der formschöne Sockel, auf dem der Lautsprecher steht. Neu auch das Prinzip mit den Abdeckgittern, es gibt kein ganzheitliches Abdeckgitter, sondern eine magnetisch haltende Abdeckkappe für jedes Chassis.  

Video

 

Verarbeitung und Technik

Elegante Erscheinung

Bi-Amping-Terminals

Hochtöner

Ausgebaut

Unterseite

Tieftöner mir kräftigem Magneten

Tieftöner - seitliche Sicht

Eingebaut - leider besteht der optisch attraktive Rand aus recht einfachem Kunststoff, was haptische Nachteile mit sich bringt

Mitteltöner

Mitteltöner 

Von unten

Komplette Rückseite - die Folierung ist ordentlich, die hinteren Gehäuseecken sind etwas spitz

Sockel, auf dem die T500 Mk2 ruht

Optisch ist die T500 Mk2 sehr attraktiv. Nicht zu breit und mit stabilem Sockel, ist sie gerade freistehend im Raum ein echter Blickfang. Rückseitig sind hochwertige Bi-Amping-Terminals untergebracht. Für die Preisklasse sind die neu entwickelten Chassis überdurchschnittlich dimensioniert. Die beiden Tieftöner haben ausladende Magneten, die soliden Körbe aus Metall machen einen vertrauenserweckenden Eindruck. Nicht unsere Zustimmung finden die einfachen Kunststoffringe rund um die Chassis. Hier wird doch ein gewisser Sparzwang deutlich. Und da wir gerade bei den Kritikpunkten sind: Die Abdeckungen, einzeln pro Chassis, sehen zwar schick aus, sind aber aus qualitativer Sicht nicht besonders hochwertig. Keine Kritik gibt es beim ordentlichen Materialübergang zwischen der schwarz-matten Schallwand und dem schwarz folierten Lautsprecher-Korpus. 

Testequipment
Klang

Bei Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ zeigt die T500 Mk2 Unterschiede zum direkten Vorgänger, die ausgesprochen deutlich ausfallen – und uns gefällt die neue Auslegung deutlich besser: Die alte T500 klingt im Vergleich härter, aber nicht brillanter, während die T500 eine hervorragende Mischung aus Samtigkeit, Räumlichkeit und Brillanz beim ersten Allegro serviert. Die Folge – man kann mit deutlich höherer Lautstärke auch richtig lange hören, ohne dass es je störend wird. Die erste Generation T500 hat mit der eher analytischen, metallischeren Auslegung hier nicht zum Hören mit hohen Pegeln eingeladen, es sei denn, man ist Verfechter einer sehr prägnanten, schärferen Gangart, gerade im Hochtonbereich. Pegelfest war bereits die erste T500, hier bewegt sich die Neuentwicklung auf vergleichbarem Niveau. Beim Largo spielt der Lautsprecher differenzierter, durch das leicht Samtige, Vollere erscheint die Wiedergabe substanzieller, fundierter und auch räumlich intensiver. Das nächste Allegro, das den Frühling vollendet, wirkt authentisch, dynamisch und den Ausdruck „dynamisch“ müssen wir weiter zerlegen: Grobdynamisch ist die T500 MK2 auf dem sehr guten Level des Vorgängers, aber feindynamisch wird noch etwas draufgelegt, feine dynamische Differenzen arbeitet die T500 Mk2 besser heraus. 

Walzerkönig Johann Strauss schenkte der Welt auch den „Kaiserwalzer“ – und die Beschenkten, die die runderneuerte T500 Mk2 einsetzen, können sich freuen, denn anstatt diabolischer Härte legt unser Testkandidat eher einen authentischen, frischen, aber harmonischen Esprit bei der Wiedergabe an den Tag. Die T500 schafft es, das Liebliche und auch das Zackig-Bestimmte in diesem Walzer exzellent darzustellen. Die hohe Impulstreue ist beachtlich, mehrere parallel stattfindende akustische Ereignisse werden gut verarbeitet – nur kleinere Details in den hinteren akustischen Ebenen werden nicht mehr zur Gänze erfasst. Hier merkt man dann die Preisklassen-Zugehörigkeit doch, aber alles andere wäre auch ein Wunder. Für ihr Geld modelliert die T500 MK2 gerade die Streicher sorgfältig heraus und versagt auch bei sich langsam aufbauenden Strukturen – erst Solo, nach und nach greifen dann mehr Musiker ein – nicht, sondern offeriert ein stimmiges, gefälliges akustisches Gesamtbild. 

Beim rein instrumental vorliegenden Stück „Goldfinger“ (Titelmelodie des gleichnamiges James Bond-Films, gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra) agiert die T500 Mk2 wieder homogen und mit mehr Fülle als der Vorgänger. Das Volumen erscheint aber nicht künstlich, sondern sehr realistisch, denn die T500 Mk2 ist weit davon entfernt, aufzudicken. Prima werden die verschiedenen Instrumente voneinander differenziert, Blechbläser wie auch Streicher klingen natürlich, gerade die Streicher begeistern durch die gelungene räumliche Einarbeitung. Kleine Dynamikunterschiede werden auch bei diesem Beispiel sehr gut herausgestellt. Bei der Titelmelodie zu „Thunderball“ geht es weiter: Nachdrücklich, aber authentisch, dies ist die Vorgehensweise der T500 Mk2. Hinzu kommt die samtige, räumlich dichte Ausgestaltung des Hochtonbereiches. Diese Auslegung, so mutmaßen wir, dürfte in der Praxis sehr viele Anhänger finden, und nicht nur das: Die T500 Mk2 passt auch ausgezeichnet zu einer Vielzahl von Stereoverstärkern. 

Wie sieht es mit den Qualitäten bei der Stimmwiedergabe aus? Andrea Bocellis „L’Attesa“ klingt insgesamt sehr ausgewogen. Die Stimme Andreas wird mit guter Dynamik und klaren Konturen wiedergegeben. Hier stellen wir aber fest, dass es für sehr erfahrene Musikhörer lohnt, noch mehr Geld in die Hand zu nehmen: Kleine Details wie das Abklingen der Stimme oder feine Untertöne vermag ein Lautsprecher der Preisklasse, in der die T500 Mk2 heimisch ist, nicht wiederzugeben. Ansonsten – alles bestens, die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist gelungen, das Volumen ist stimmig, das gesamte Klangbild rund, mit passenden, fließenden Übergängen zwischen den einzelnen Frequenzbereichen. 

Klassiker aus den 80er Jahren: „The Sun Always Shine On TV“ von a-Ha. Wir wählten die Maxi-Version mit besserer Entfaltungsmöglichkeit für die Synthesizer- und die Beat-Passagen. Die T500 Mk2 schafft es sogar, Harmonie in die klanglich etwas spitze Aufnahme zu bringen. Der Bass trifft prima den richtigen Punkt, der Rhythmus kommt akkurat heraus. Die Synthesizer-Sounds entwickeln ein hohes Maß an glaubwürdiger Räumlichkeit. Die Stimme des Sängers, sehr charakteristisch, stellt die T500 Mk2 klar in den Fokus der Bühne, die in Weite und Tiefe überzeugen kann. 

Kommen wir zu aktuellen Trance-Titeln – hier beweist uns die T500 Mk2, dass der Bassbereich mit Sorgfalt überarbeitet wurde: Die T500 spricht noch impulstreuer an, bietet mehr Volumen und besseren Tiefgang. Die bereits beim Vorläufer festgestellten,, sauberen Strukturen, die zu einer ansehnlichen Präzision führen, weist auch die T500 Mk2 auf, Veränderungen kann man hier nur insofern ausmachen, dass die T500 Mk2 tiefer herunter spielt und somit Bassanteile erfasst, die dem Vorgänger noch entgangen sind. Bei „For Real“ von Baileys&Blumenkraft im Edit von Rene Ablaze liefert die T500 eine kraftvoll-dynamische Gesamtvorstellung ab, die auch durch die gute Loslösung des Klangs vom Lautsprecher überzeugt. Dass sie ausgesprochen pegelfreudig ist und souverän mit hohem Lautstärkepegel umgeht, das stellt sie bei „Feel It/My Passion“ vom Pulsemaster DJ Team unter Beweis. Den harten Kickbass gibt sie ohne Nachschwingen impulstreu wieder und baut die Effekte im Vorder- wie im akustischen Hintergrund sauber auf. Die klare, aber nie harte oder zu aggressive Wiedergabe führt auch hier dazu, dass man mit der T500 Mk2 gern auch länger mit hoher Lautstärke hört. Der Wirkungsgrad der Konstruktion ist ordentlich, aber nicht überdurchschnittlich hoch. 

Insgesamt ist die T500 Mk2 aus akustischer Sicht der Volltreffer, den wir schon bei der ersten Generation erwartet hätten. Ist die T500 Mk1 ein extrem dynamischer, detailliert und klar aufspielender, aber auch zu recht hoher Prägnanz im oberen Mittelton- und Hochtonbereich neigender Lautsprecher, entpuppt sich der Nachfolger als aus akustischer Sicht weitaus harmonischere Konstruktion, die keinerlei Kompromisse bei Detaillierung (im Gegenteil – die Feindynamik ist noch leicht verbessert worden) oder Durchhörbarkeit einfordert, dafür aber hörbar gefälliger, samtiger, räumlicher und fundierter agiert. 

Konkurrenzvergleich
  • Magnat Vector 208 Tower: Optisch sehr attraktiv und preislich fair, klingt der Magnat Tower etwas schlanker als die T500 Mk2. Im Bassbereich kommt der schlanke Tower nicht so tief hinunter, kann grobdynamisch aber gut mithalten
  • Teufel T 500 Mk1: Das ältere Modell spielt auch sehr dynamisch und ist ebenfalls ausgesprochen pegelfest. Die Mk2-Version agiert harmonischer, bietet mehr Volumen und gefällt durch enorme Homogenität. 
  • Quadral Argentum 371: Harter Gegner, enorm pegelfest, dabei keinesfalls besonders ausladend, hervorragende Dynamik. Zusammen mit der T500 Mk2 aktuell in diesen Preisregionen eine der besten Alternativen. 
Fazit

Teufel liefert mit der T500 Mk2 einen exzellenten Standlautsprecher ab, der Klarheit, Dynamik und Räumlichkeit mit akustischer Harmonie zu verbinden weiß. Pegelfestigkeit und Detaillierung sind ebenfalls hervorragend. Preislich gewohnt günstig, kann man dem schicken Schallwandler nur eine große Empfehlung aussprechen. Was die Materialqualität außen angeht, erkennt man allerdings, dass auch Teufel zum kleinen Preis nicht zaubern kann.

Leistungsfähige, optisch sehr attraktive und flexibel einzusetzende Box - so baut man heute Standlautsprecher

Standlautsprecher untere Mittelklasse
Test 30. Oktober 2012

+ Grob- und feindynamisch über Preisklassenniveau
+ Sehr angenehmer Klang
+ Kann auch an sehr leistungsfähigen Verstärkern problemlos betrieben werden
+ Räumlich hervorragend
+ Schicke Optik
+ Günstiger Kaufpreis

- Verarbeitung im Detail könnte hochwertiger sein

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 30.10.2012

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