TEST: Dali 5.0-Surroundset Opticon 8 Stand-LS Front /Opticon Vokal Center/Opticon LCS Rear

Dali Opticon Gruppenbild1

Auf Anfang Oktober können sich versierte Mehrkanal- und Stereoliebhaber mit Fokus auf Lautsprecher mit besonders gutem Preis-/Leistungsverhältnis freuen: Denn zu diesem Zeitpunkt liefern die dänischen Klang-Experten von Dali die brandneue Opticon-Serie an autorisierte Dali-Fachhändler aus. Wir haben bereits jetzt ein 5.0-Surroundset für insgesamt 4.445 EUR Kaufpreis getestet, und wer nun denkt, wo der aktive Subwoofer denn bleibt, der kann sich umgehend mit dem Gedanken vertraut machen, dass zukünftige stolze Besitzer einer Opticon 8 diesen keinesfalls zwingend benötigen: 1.299 EUR kostet die Opticon 8 pro Stück, wie auch bei den anderen Lautsprechern der Serie hat der Käufer die Wahl zwischen Weiß seidenmatt, Esche schwarz oder Walnuss, was die Kolorierung der hervorragend verarbeiteten Gehäuse angeht. Dali setzt bei der Opticon auf eine klassische, traditionelle Formensprache, die Zuspruch bei vielen potentiellen Käufern finden dürfte.

Dali Opticon 8 Front Seitlich

Opticon 8 von vorn

Dali Opticon 8 Rueckseite Seitlich

 Opticon 8 von hinten, mit Bi-Wiring-Terminals und zwei Bassreflexöffnungen

Es handelt sich nicht um eine Unibody-Konstruktion, sondern vor dem eigentlichen Gehäuse sitzt die Schallwand. Der Spaltmaß zwischen Gehäuse und Schallwand fällt extrem gering und gleichmäßig aus. Minimale Kritik gibt es für die zwar sauber verarbeiteten, aber etwas spitzen Gehäuseecken hinten. Sehr gut gefallen uns bei allen Opticon-Lautsprechern die hochwertigen Anschlussterminals, bei der Opticon 8 selbstverständlich in Bi-Wiring-Form vorhanden. Das sehr akkurat auf Kunststoff-Rahmen aufgezogene Stoffgitter ist nicht magnetisch haftend, wie man spontan denken könnte, weil man auf der edlen Schallwand keine Vertiefungen für die Gitterbefestigung sieht: Hier war man trickreich und ließ die Vertiefungen in die schwarzen Ringe rund um die Chassis ein, wo sie nicht auffallen. Unten auf der Opticon 8 prangt stolz, aber nicht zu groß die Dali-Plakette, so dass sich auch dieses Detail nahtlos in den seriösen, eleganten Eindruck, den die Opticon 8 hinterlässt, eingliedert. 

Dali Opticon 8 Tieftoener

Tieftöner – gleich zwei dieser Chassis bringt die Opticon 8  mit

Dali Opticon 8 Mitteltoener

16,5 cm Mitteltöner

Dali Opticon 8 Hochtoener

 Hybrid-Hochtöner

Die Opticon 8 hat nämlich eine untere Grenzfrequenz von 38 Hz und ist somit, ein entsprechend potenter AV-Receiver vorausgesetzt, auch bei der Filmtonwiedergabe für die Darstellung tief nach unten reichender Effekte bestens geeignet. Das „andere Ende der Fahnenstange“ markieren 32 kHz als obere Grenzfrequenz, somit kann man – übrigens mit allen Opticon Schallwandlern – High Resolution Audio Files problemlos wiedergeben. 88 dB (2,83 V/1m) ist die Empfindlichkeit der Opticon 8, ein durchschnittlicher Wert, der aber in Ordnung geht. Die Box mit 4 Ohm Nennimpedanz schafft maximal 112 dB Schalldruck, es handelt sich um eine 3,5 Wege-Bassreflex-Konstruktion. Der Hersteller rät zu Verstärkerleistungen zwischen 40 und 300 Watt – ein breites Spektrum. 29,5 Hz beträgt die Abstimmfrequenz der Bassreflexöffnung. Dali rät zu einem Wandabstand von 30 cm bis 150 cm, weil die Bassreflexöffung auf der Gehäuserückseite integriert ist.

Dali Opticon Vokal Hochtoener ausgebaut2

Hybrid-Hochtöner von hinten

Dali Opticon Vokal Hochtoener ausgebaut1

 Ausgebautes Hybrid-Hochtönermodul mit Kalotte und Bändchen

Die Übernahmefrequenzen liegen bei 390, 2.300 und 14.000 Hz. 14.000 Hz? Hier wird sich mancher Anwender wundern. Doch dies liegt am Dali-typischen, hochwertigen Hybrid-Hochtöner, der auch in anderen Baureihen Verwendung findet. Für den perfekten Übergang aus dem Mitteltonbereich sorgt ein 28 mm Kalottenhochtöner mit Textilmembran, für Strahlkraft bis hoch auf 32 kHz ein 17 x 45 mm messendes Bändchen. Lobenswert, dass Dali solche Hightech-Klimmzüge schon in bezahlbaren Preisklassen offeriert. Die weiteren Treiber: Ein 16,5 cm Mitteltöner und gleich zwei 20 cm Basschassis, die den nötigen Punch im unteren Teil des Frequenzspektrums sicherstellen. 

Dali Opticon 8 Innenleben

Doppelstöckige Frequenzweiche

Dali Opticon 8 Anschluesse Rueckseite

Bi-Wiring-Terminals im Detail

Dali Opticon 8 Bassreflexrohr2

Bassreflexöffnung oben

Dali Opticon 8 Bassreflexrohr1

 Bassreflexöffnung hinten. Beide sind solide mit der Gehäuserückwand verschraubt

Dass Dali keine Mühen beim Integrieren hochwertiger Baugruppen gescheut hat, zeigt uns auch das Gewicht von satten 34,8 kg. Die Opticon 8 misst in der Höhe imposante 1140 mm, die Breite beträgt 241 mm und die Tiefe 450 mm.

Kerntechnologie bei der Opticon-Serie ist SMC (Soft Magnetic Compounds). Polstücke aus diesem Material sind in den Magnetantrieb für die Tief-/Mitteltöner integriert.  SMC verbindet eine hohe magnetische Leitfähigkeit mit einer sehr geringen elektrischen Leitfähigkeit. Die Folge ist, dass sich auf der Oberfläche des Polstücks weniger Wirbelstromfelder bilden, so sind Tief-/Mitteltöner praktisch frei von Wärmeentwicklungen, die normalerweise aufgrund der Wirbelstromfelder auftreten und die Leistungsfähigkeit des Lautsprechersystems negativ beeinflussen. 

Was den Center anbetrifft, haben wir sprichwörtlich keine Wahl, denn es gibt nur einen innerhalb der Opticon-Serie: Den Opticon Vokal, der pro Stück auf 549 EUR kommt. Der Opticon Vokal gibt Frequenzen zwischen 47 Hz und 32 kHz wieder, weist eine Nennimpedanz von 4 Ohm auf und bringt 109 dB maximalen Schalldruckpegel. Der Vokal ist eine 2,5 Wege-Bassreflex-Konstruktion und sieht mit abgenommenen Gitter „very special“ aus:

Dali Opticon Vokal Front Seitlich3

Center ohne Gitter von vorn. Schlitzförmige Bassreflexöffnungen, Hybrid-Hochtönermodul

Dali Opticon Vokal Tieftoener ausgebaut1

16,5 cm Tiefmitteltöner mit Holzfasermembran

Dali Opticon Vokal Tieftoener ausgebaut2

 Kräftiger Magnetantrieb

Denn von vorn aus gesehen links ist der 16,5 cm Tiefmitteltöner mit Holzfasermembran zu sehen, daneben der Hybrif-Hochtöner mit 17 x 45 mm Bändchen und 28 mm Kalotte mit Textilmembran. Die Bassreflex-Abstimmfrequenz liegt bei 43,5 Hz, und die Übernahmefrequenzen bei 2.300/14.000 Hz.

Dali Opticon Vokal Verarbeitung

Hochwertige Verarbeitung mit präziser Passung zwischen Schallwand und Gehäuse

Dali Opticon Vokal Tieftoener

Silberne, hochwertige Ringe um die Chassis zeigen, dass Dali auch Sorgfältigkeit bei Details großschreibt

Dali Opticon Vokal Anschluesse Rueckseite

 Terminals

Dali Opticon Vokal Rueckseite Seitlich1

Opticon Vokal von hinten

Dali Opticon Vokal Front Seitlich2

 Opticon Vokal mit Stoff-Abdeckgitter

Dali empfiehlt Verstärkerleistungen von 30 bis 150 Watt, die Empfindlichkeit (2,83 V/1m) steht mit 89,5 dB im Datenblatt. Der Vokal hat vorn seine beiden Bassreflexöffnungen. Daher ist es möglich, den Opticon-Center direkt an der Wand aufzustellen. Dali gibt einen empfohlenen Wandabstand von 0 bis 30 cm an. 8,8 kg wiegt der ebenfalls sehr akkurat verarbeitete Opticon Vokal, und er ist 201 mm hoch, 435 mm breit (genauso breit wie eine Standard-HiFi-Komponente), sowie 312 mm tief. 

Dali Opticon LCR Front Seitlich2

Flexibler „Flachmann“ mit Top-Technik an Bord – Opticon LCR

Dali Opticon LCR Rueckseite Seitlich

Von hinten

Dali Opticon LCR Gruppenbild

Schickes, elegantes Design. Laut Dali sind eigentlich weiße LS-Gitter bei den Opticon LCR dabei, wir hatten schwarze

Dali Opticon LCR Wandhalter

 Wandhalterung

Ein besonders interessantes Produkt ist der Opticon LCR, ein enorm flexibel einzusetzender 2,5 Wege-Lautsprecher, der die gleiche Chassistechnologie bietet wie die Stand-, Center- und Regallautsprecher der restlichen Opticon-Serie (Hybrid-Hochtöner plus 16,5 cm Tiefmitteltöner mit Holzfasermembran). Eine spezielle Bassreflex-Öffnung an der Gehäuserückseite und der für eine solche Box relativ groß dimensionierte 16,5 cm Tief-/Mitteltöner sollen sicherstellen, dass trotz nur 127  mm Bautiefe (Höhe 482, Breite 285 mm, Gewicht 8,3 kg/Stück) ein voller Bassbereich gewährleistet ist. Der Frequenzgang des 4-Ohm-Lautsprechers geht von 72 Hz bis 32 kHz. Maximal 109 dB Schalldruck sind möglich, die Empfindlichkeit gibt Dali mit 90,5 dB an (2,83 V/1m), das ist für eine solche Konstruktion sehr gut.

Besonderheit des Opticon LCR ist die um 90 Grad drehbare Hybrid-Hochtönereinheit (Bändchen mit 17 x 45 mm, Kalottenhochtöne mit 28 mm). Aufgrund dieser Möglichkeit kann man den Lautsprecher horizontal oder vertikal einsetzen. Dali schlägt einen Bereich von 30 bis 150 Watt als passende Verstärkerleistung vor. Die Übergangsfrequenzen liegen bei 2.200/14.000 Hz, die Bassreflex-Abstimmfrequenz liegt bei 45,5 Hz. Gerade für den dedizierten Heimkinoraum bietet sich eine Lösung mit fünf, sieben oder noch mehr Dali Opticon LCR an, der mit einem fair kalkulierten Stückpreis von 649 EUR den Mehrkanal-Liebhaber auch nicht arm macht. Prinzipiell könnte man ein 7.2.4 Set mit insgesamt 11 Opticon LCR installieren, somit öffnet der Lautsprecher auch Dolby Atmos/DTS:X-Konzeptionen Tür und Tor. Wer dann zu einem solchen System einen Subwoofer benötigt, dem raten wir entweder zu zwei SUB E-9F oder einem SUB P-10 DSS.

Klang

Denon AVR-X3200W Front Seitlich2

Untermauerte einmal mehr seine enorme Leistungsfähigkeit: Der 7.2 AV-Receiver Denon AVR-X3200W

Wir setzen beim Thema AV-Receiver auf ein besonders modernes und leistungsstarkes Gerät der 1.000 EUR-Liga, das exzellent zu den Dali-Lautsprechern passt: Der Denon AVR-X3200W sorgt für mächtigen Vortrieb. Und wir beginnen die Hörtestreihen in DTS Master Audio 5.1, und zwar mit den ersten vier Stücken „Nightflight to Chronos Part 1 + 2“, „Feel The Spirit“ sowie „Wheel of Time“ von der „Lichtmond 3 – Days Of Eternity“-BD. Und mit hoher Dynamik und sehr gutem Raumgefühl machen sich die Opticon-Speaker gleich bei uns beliebt. Sie lösen für die Preisklasse im Hochtonbereich extrem gut auf, was Verdienst des aufwändigen Hybrid-Hochtöners ist. Gerade das Bändchen für die höchsten Frequenzen glänzt durch Transparenz und Strahlkraft. Dank des zusätzlich im Hybrid-Modul installierten Kalottenhochtöners erfolgt der Übergang vom Mitten- in den Hochtonbereich unmerklich, fließend und akkurat.

Der Center macht seinem Namen alle Ehre: Stimmen – „Vocals“ – kommen exzellent heraus. Präzise, tonal neutral, lebendig – eine herausragende Leistung zum schmalen Kaufpreis. Auch der Abstrahlwinkel, besonders der horizontale, des Centers gibt keinen Anlass zur Klage. Der Opticon Vokal integriert sich nahtlos in die Front-Klanghkulisse. Die beiden Opticon 8 bringen ein präzises, ehrliches und druckvolles Bassfundament zustande. Die beiden Tieftöner begeistern durch enormen maximalen Hub, so dass man auch bei den bassintensiven Lichtmond-Einsätzen keinen aktiven Subwoofer vermisst. Alle Arten von elektronischen Effekten werden lebendig im Hörraum verteilt, dadurch, dass überall die identischen Chassis verwendet werden, ist das Klangbild gleichmäßig und homogen. 

Bei Andrea Bocellis „Canto Della Terra“, einem sehr schönen Stück, das er im Duett mit Sarah Brightman singt (PCM 5.1), können uns die Opticon-Schallwandler ebenfalls überzeugen. Die sehr gute Detaillierung in Anbetracht der Preisklasse sticht ebenso hervor wie die räumlich harmonische akustische Ausbreitung. Sarahs Stimme wirkt sehr charismatisch, und als Andrea einsetzt, stellen wir fest, dass auch seine Stimme klar umrissen ist und die emotionale Wirkung ausgezeichnet herauskommt. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt den Dali-Boxen überragend, nie überlagern instrumentale Anteile die im Fokus stehenden Stimmen. Die Basswiedergabe ist straff und authentisch, der Center punktet mit einer glaubwürdigen Darstellung der Bühne und integriert sich erneut sehr gut in die Front-Klangkulisse. Die beiden Opticon LCR hinten liefern ein in Weite und Tiefe hervorragendes Surround-Klangfeld, das sich nahtlos anschließt an den Rest. Die heftigen Beifallsbekundungen des Publikums werden realistisch eingearbeitet, so dass der Live-Charakter der „Vivere – Live in Tuscany“ BD voll zum Tragen kommt. 

Und wir bleiben bei Live-Konzerten – diesmal handelt es sich um das 2010er Abschlusskonzert der norwegischen Pop-Titanen von a-ha aus Oslo, das in DTS-HD MA 5.1 vorliegt. Wir haben uns den großen Hit der 80er Jahre „The Sun Always Shine On TV“ angehört. Und der Aufbau direkt zu Beginn des Konzertes, als sich „The Sun Always Shines On TV“ langsam entwickelt, wird detailreich übertragen. Wieder überrascht uns das Auflösungsvermögen des Opticon-Sets über alle Maßen, verbunden mit einer weitläufigen Räumlichkeit im Hochtonbereich. Als dann der Song richtig durchstartet, beweist uns das Opticon-Ensemble, dass es auch grobdynamisch in der Spitzenklasse spielt: Fetzig, lebendig, direkt – die Stimme von Morten Harket wird überdies hervorragend eingearbeitet, und die Integration der Surroundkanäle ist sehr gut gelungen. Eine runde Sache, so lautet unsere bisherige Einschätzung: Das Opticon-Set verbindet Kraft, Lebendigkeit, tolle Feindynamik und authentische Räumlichkeit miteinander. 

Nun geht es bezüglich Bass-Wiedergabe und Pegelfestigkeit aufs Ganze. „Back In Your Head“ donnert in DTS-HD Master Audio 5.1 durch den Hörraum. Der Track stammt von Disc 2 des 2er BD-Sets „Tiesto – Elemets Of Life Tour“ Kopenhagen. Und wer bislang vielleicht dachte, ein aktiver Subwoofer wäre doch nicht so schlecht als Ergänzung, der wird nun staunen: Die beiden Opticon 8 sichern bei diesem Track eine so dynamische, kräftige Basswiedergabe, dass nicht wenige Anwender verzweifelt im Hörraum nach einem aktiven Subwoofer suchen dürften. Natürlich liegt die außergewöhnlich gute Leistung auch an den tadellosen Reserven des Denon AVR-X3200W, der den beiden großen Frontlautsprechern stets genug Energie zugesteht. Im Kickbassbereich tritt die Opticon 8 auf jeden Fall mit enormer Durchsetzungskraft an. Mit sehr guter Räumlichkeit und intensiver Live-Atmosphäre kann sich das Dali-Team auch diesmal wieder richtig in Szene setzen. Bei „He’s A Pirate“ geben die Opticon-Schallwandler Vollgas und sichern so eine gewaltige, nachdrückliche und raumfüllende Klangkulisse, die durch Vielschichtigkeit und sauberen Aufbau ebenso zu begeistern weiß.

Wie schlagen sich die Opticon 8 im Stereo-Betrieb bei High Resolution Audio-Material? Wir hören in 48/24 „Desperado“ von Diana Kralls „Wallflower Deluxe“ Album. Dianas Stimme wird schön von den Lautsprecher-Chassis gelöst, und verteilt sich sauber ausbalanciert im Hörraum. Der lebendige, sehr gut strukturierte Bassbereich ist ebenso hervorzuheben. Das Klavier kommt tonal ausgezeichnet heraus, dass nicht jede Nuance präsentiert wird, dürfte klar sein – schließlich gibt es nicht umsonst noch deutlich teurere Lautsprecher, gerade auch von Dali. Und diese müssen ebenfalls ihre Existenzberechtigung haben. „Basil“ von Mark Knopflers „Tracker“ Album liegt uns in 102/24 vor – und hier beweist der Hybrid-Hochtöner mit feiner Auflösung einmal mehr sein Können.

Aber auch im Präsenztonbereich leisten die Opticon 8 Großes und arbeiten Marks Stimme mit viel Feingefühl heraus. Die akustische Gitarre überzeugt durch tolle Feindynamik und eine räumlich realistische Einarbeitung in den akustischen Gesamtzusammenhang. Besonders gefällt uns auch hier wieder, wie klar und natürlich das räumliche Abbildungsvermögen der Opticon 8 ist. In 88,2 kHz/24-Bit geht es nun ab – bei „Crisis Time“ von Bad Religion. Die Meister des Punk-Rocks drücken wieder mächtig aufs akustische Gas, was die Opticon 8 dank der ebenfalls ausgeprägten Grobdynamik problemlos mitgehen. Ein sehr lebendiger, schwungvoller Klangeindruck entsteht somit, der die E-Gitarre exzellent mit berücksichtigt. Die Opticon 8, dies wird auch in diesen Testreihen deutlich, ist ein Lautsprecher, der praktisch mit jedem Quellmaterial sehr gut zurecht kommt.

Zeit, uns einmal zu überlegen: Was macht die Opticon-Serie so besonders? Es ist zum einen das Flair, das im Hochtonbereich vermittelt wird. „Schuld daran“ hat der hervorragende Hybrid-Hochtöner. Ganz oben im Frequenzspektrum sorgt das Bändchen für erstklassige Durchzeichnung und Strahlkraft. Die Kalotte koppelt den Hochtonbereich optimal an den Mitteltonbereich an und unterstützt so nachhaltig den Eindruck eines in sich geschlossenen Klangbildes. Die Mitteltöner und Tief-/Mitteltöner bringen viel Struktur ins akustische Gesamtgeschehen.

Das können andere Lautsprecher auch sehr gut, ohne Zweifel, aber die Dali-Chassis verbinden dies mit einer enorm gelungenen Auslegung: Impulstreu und frisch, gleichzeitig aber angenehm und stressfrei zu hören auch über längere Zeit. Im Bassbereich liefert gerade die Opticon 8 eine enorm gute Performance. Das 20 cm Doppelbass-System brilliert mit ausgezeichneter maximaler Auslenkung und einer gleichzeitig impulstreuen Wiedergabe. So ist der große Trumpf unseres 5.0 Systems die hohe Ausgewogenheit, es fehlt an nichts, man kann wahlweise entspannt hören oder sich auch auf Details konzentrieren. Immer hinterlässt das Opticon-Set einen sehr runden, stimmigen und in sich schlüssigen Gesamteindruck. 

Nun bleibt noch die Wiedergabe von Filmton. Hier bedienten wir uns der 2013er DTS Demo-BD und starten mit dem Ausschnitt aus Sherlock Holmes – A Game Of Shadows. Überzeugend auch im Filmtonbetrieb: Räumlichkeit und Auflösungsvermögen. Der Music Score kommt sehr beeindruckend heraus, die ganze ihm innewohnende Bedrohlichkeit wird verdeutlicht. Alle Arten von Effekten, wie z.B. das Laden und der Abschuss der Kanone, der zersplitternde Baumstamm, die darauf folgende Explosion und die hernieder prasselnden Trümmerstücke stellen die Opticon-Speakers sehr impulstreu und umfassend dar. Ein dichtes, den Zuhörer umhüllendes Mehrkanal-Erlebnis wird hier geboten, das auch im Bassbereich angenehm komplett und kraftvoll ist. Zumindest bei dieser Filmszene wird kein aktiver Subwoofer vermisst. 

Wir machen weiter mit der Sequenz aus „Prometheus“: „Der Sturm“. Der Hall in der Höhle, das tropfende Wasser, und der Music Score – all dies wird detailreich erfasst, ebenso die Stimme. Dann folgt ein gewaltiger Bass, der verzerrungsfrei auch bei hohem Pegel zur Geltung kommt. Das Opticon-Set schafft es, den eindrucksvollen Spannungsbogen glaubwürdig wiederzugeben. Der Bassbereich weist viele Vorzüge auf: Nachdruck, Tiefgang, und Präzision sind sehr zu loben. Die Pegelfestigkeit sorgt dafür, dass man das Opticon-System auch im Heimkinoraum einsetzen kann – hier kann man weit aufdrehen, ohne dass es zu dynamischen Einbußen kommt.

Bei „Harry Potter And The Deathly Hollows Part 2“ haben wir es auch mit einer sehr effektreichen Szene zu tun, als Harry, Ron und andere Hogwarts-Schüler von einem Flammenmeer verfolgt werden, das in jeden Winkel einzudringen bereit ist. Mit weitläufiger, intensiv erlebbarer Räumlichkeit stellt das Opticon-System diesen bedrohlichen Flammenteppich dar, der Music Score passt perfekt dazu, so dass man auch hier wieder von einem nahezu lückenlosen, lebendigen Surround-Klangerlebnis sprechen kann. Grobdynamisch wie auch bezüglich der Auflösung verdeutlicht uns das Dali-Set erneut, dass man fürs investierte Geld kaum noch mehr Leistungsfähigkeit erwarten kann. 

Fazit

Dali Opticon Gruppenbild2

Dalis neue Opticon-Serie hat das Zeug dazu, ein voller Erfolg zu werden. Zum absolut fairen Preis wird hier in jeder Hinsicht ein enormes Leistungspotential geboten. Die Optik ist zeitlos und klassisch, die Verarbeitung jeder Komponente hervorragend. Technisch sind die Lautsprecher aufwändig und innovativ, wie z.B. der Hybrid-Hochtöner-Modul zeigt, das sich beim Opticon LCR im Sinne besonders flexibler Aufstellung sogar um 90 Grad drehen lässt. Klanglich besticht unser Opticon 5.0 Ensemble durch enorm hohe Ausgewogenheit auf hohem Niveau. Basskraft, Herausarbeitung von Details im Mitteltonbereich, Transparenz in den Höhen und die hervorragende Räumlichkeit sind Eckpunkte eines begeisternden Lautsprecher-Konzepts, das uns ein weiteres Mal verdeutlicht, wieso Dali-Boxen seit einigen Jahren beim anspruchsvollen Hörer so begehrt sind. 

Dali zeigt, wie es geht: Hervorragend verarbeitete, zeitlos gestaltete Schallwandler mit erstklassiger Akustik zum fairen Preis
referenz
Gesamtreferenz Mehrkanal-Lautsprechersysteme bis 5.000 EUR
Test 11. September 2015

+ Enorm pegelfest
+ Tolle Räumlichkeit
+ Feindynamik überragend
+ Tonal sehr gefällig
+ Hybrid-Hochtöner
+ Hervorragende Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

– Etwas spitze Gehäuseecken hinten
– Wirkungsgrad Opticon 8 nur Durchschnitt

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 11. September 2015




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